So, hier die dritte Stadtbahnstrecke für Berlin. Diese beruht ebenfalls auf
diesem Vorschlag zur Nutzung der Vorleistungen der projektierten U3 zwischen Alexander- und Wittenbergplatz. In diesem Fall beziehe ich mich (wie auch die Verwaltung) auf eine konkrete Linie, die M4. Die Bahnen würden vom S-Bahnhof „Ahrensfelde“ kommend (Die Verlängerung von der jetzigen „Endhaltestelle „Falkenberg“ werde ich noch nachreichen) in den U-Bahnhof „Alexanderplatz“ geführt und die „Stammstrecke“ (der projektierten U3) mit einer Rampe an die Oberfläche in der Potsdamer Straße (südlich der Bissingzeile) verlassen. Die erste oberirdische Haltestelle an der Lützowstraße entspricht exakt der Verlauf der verworfenen Planung für die
U10 – die „Phantomlinie“. Die Stadtbahn würde diese Strecke übernehmen – komplett wie ursprünglich geplant bis zur Drakestraße in Lichterfelde (und darüber hinaus). Diese Linie ist auch seitens der Politik als Straßenbahn geplant, dort allerdings ab Steglitz bis Lankwitz auf der Trasse der projektierten U9. Speziell in Steglitz in der Albrechtstraße ist nun wirklich kein Platz für eine Straßenbahn, und vor allem gibt es in diesem Bereich bis Lankwitz auch keine großzügig dimensionierten Ausfallstraßen für den Bau einer Straßenbahn, daher würde ich definitiv für den Weiterbau der U9 plädieren. Dieser ist genau genommen sogar Voraussetzung für meine Streckenführung, dazu später mehr.
An dieser Stelle möchte ich einmal ausführlicher auf die verworfene U10 und die bereits im märkischen Sand vergrabenen Bauten eingehen. Ende der 1960-er Jahre wurde zusammen mit dem Bau der U7 am Kleistpark ein Tiefbahnhof für die U10 mit errichtet. Wenige Jahre später wurde am Innsbrucker Platz die Stadtautobahn gebaut. Dadurch wurde der Otzen- und der Eisacktunnel zur ehemaligen Betriebswerkstatt der U4 südlich der Eisackstraße vom Netz abgetrennt, die Züge wenden seitdem am Bahnsteig „Innsbrucker Platz“. Dieser geht direkt in eine Fußgängerunterführung unter der Hauptstraße über, die heute in ihrer Größe völlig überdimensioniert wirkt. Darunter befindet sich ein rund 150 m langer Tunnel bis südlich der Ringbahn inklusive Bahnhofsrohbau für die geplante U10. Beide Bauwerke werde ich für die Stadtbahn nicht benutzen, das rentiert sich nicht. Zudem verhindert der Tunnel der Stadtautobahn jegliche Verlängerung der U4 nach Süden. Auf meiner letzten Berlinreise bin ich dort vorbeigekommen, und ich habe selten so einen öden Platz gesehen. Mit dem Bau der Stadtbahn müsste auch dringend die Gestaltung an der Oberfläche verbessert werden.
Nicht so klar ist das mit den Vorleistungen im ungenutzten Tunnel in Steglitz. Dieser ist nämlich über 1,5 km lang und reicht vom Walther-Schreiber-Platz im Norden (Rheinstraße Ecke Bundesallee) bis hin zur Fronhoferstraße südlich des S-Bahnhofs Steglitz (Höhe „Am Bäkequell“). Diese Vorleistung hat bloß einen Haken: Der ursprünglich am Walther-Schreiber-Platz geplante (V-förmige) U-Bahnhof für die U10 wurde seinerzeit nicht mitgebaut, die Gleise enden an einer Betonwand unmittelbar vor dem geplanten U-Bahnhof. Bilder und Infos:
U10 - Berlins unvollendete U-Bahn-Linie . Auf dem Bild am Anfang ist im Vordergrund deutlich die Neigung zu sehen, das Gleis unterquert im Rücken des Betrachters das der U9 Richtung Umsteigebahnhof „Schloßstraße“. Jetzt muss man abwägen. Ich würde die Kosten für den fehlenden U-Bahnhof unter der Rheinstraße inklusive zweier Rampen direkt an die Oberfläche so auf knapp 50 Mio. EUR schätzen, die für die Neubaustrecke an der Oberfläche mit Straßenumbau inklusive dreier Haltestellen auf mindestens 30 Mio. Ich würde diesen Tunnel mitbenutzen – schon aufgrund des besseren (bahnsteiggleichen) Übergangs zur U9 an der Schloßstraße. Auf der Karte dargestellt mit den zwei Winkeln (> <) wie bei der ersten Linie Alexanderplatz – Teltow. Voraussetzung dafür wäre allerdings ein Ausbau der U9. Da der Tunnel der U9 über keine Wendeanlage verfügt, benützt momentan die U9 den für die U10 (und damit für die Stadtbahn) vorgesehen Bahnsteig und die Wendeanlage. Für die U9 existiert ein eigener, ungenutzter Bahnsteig – ursprünglich nur als Fragment bis vor dem S-Bahnhof „Steglitz“ gebaut, wurde dieser zusammen mit dem Neubau des Bahnhofs 1989/90 im Rohbau fertiggestellt und reicht nun unter den Bahnanlagen hindurch bis zum Anfang der Mittelstraße. Nähere Infos und Bilder auch
hier. Eine Abstell-/Wendeanlage fehlt hingegen immer noch. Südlich des Bahnhofs Steglitz würde ich die ursprünglich für die U10 vorgesehene Führung entlang des Hindenburgdamms bis zur Drakestraße nehmen, dann allerdings oberirdisch auf eigenem Gleiskörper. Die Weiterführung der Strecke Richtung Südwesten würde ich ab hier als Option ansehen, allerdings ist das Gebiet dort dicht besiedelt. (Fahrgast-)Potential wäre also definitiv vorhanden. Zudem könnte an der Kreuzung „Drakestraße/Königsberger Straße“ später eine Tangentiallinie Rudow/Buckow/Dahlem gekreuzt werden, was die Attraktivität deutlich steigern dürfte.
Und dann kommt etwas für die, die immer über eine Stadtbahn als viertes Berliner Nahverkehrsmittel meckern. Das ist nämlich eigentlich gar keines, 40 m lange Hochflurfahrzeuge wie in Stuttgart mit den damit verbundenen störenden und hässlichen Hochbahnsteigen sind heute nicht mehr nötig. Obwohl das auch nicht unbedingt stimmt, in Köln gibt es nämlich durchaus gelungene Integrationen von Hochbahnsteigen in das Stadtbild. Aber sei es drum, ich gehe weiter nach Südwesten über die Finkensteinallee. Dort als „klassische“ Straßenbahn auf der Straße ohne eigenen Gleiskörper.
Die Finkensteinallee trifft dann am Dahlemer Weg auf die Gleise der märkischen Kleinbahn. Diese wird zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert (750 V Gleichstrom), ein (Diesel-)Betrieb der Industriebahn unter EBO ist weiterhin möglich. Die Strecke würde dann am Teltower Damm kurz vor dem Beeskowdamm auf meine Strecke 1 (Wittenbergplatz-Halensee-Zehlendorf-Teltow) treffen, Weiterführung dann darüber bis zum S-Bahnhof „Teltow Stadt“.
Noch mal zusammengefasst:
System: Stadtbahn Niederflur
Fahrzeuge: 60 m Länge, durchgehend (optional zwischen Steglitz und Potsdamer Platz im Verband 90 m), 2,65 m breit
Takt: 10 Minuten. Weitere Verdichtung in der HVZ zwischen „Rathaus Steglitz“ und dem Potsdamer Platz möglich. Eine unterirdische Wendeanlage unter dem Leipziger Platz hatte ich ohnehin vorgesehen.
Trassierung: Weitgehend oberirdisch, nach Ausfädelung aus dem U3-Tunnel in der Potsdamer Straße Nutzung des vorhandenen U-10-Tunnels in Steglitz.
Stromversorgung: 750 V Gleichstrom, an der Oberfläche unter Oberleitung, im Tunnel durch seitlich angebrachte Stromschiene
Leitsystem: CBTC schon aus Gründen der Kompatibilität mit den anderen Linien. Dadurch Störungen des Autoverkehrs zwischen Steglitz und Kulturforum möglich.