Ich hatte
hier bereits verschiedene Gedanken geäußert, mit denen ich die Probleme des Mainzer HBFs zu lösen versucht habe.
Grundüberlegung ist es die vielen Züge, die im Bahnhofsvorfeld von einer Seite zur anderen wechseln und dabei andere Züge behindern zahlenmäßig deutlich zu verringern und den Bahnhof insgesamt zu entlasten. Güterverkehr sollte gar nicht mehr durch den Bahnhof führen, sondern einzig, von Norden her, zu den Güteranlagen gelangen, die den Anschluss zum Hafen herstellen. Nach Süden fahrende Güterzüge sollten über die Güterumgehung von Kastel nach Bischofsheim geführt werden. Züge in Richtung Worms können ebenfalls so fahren und über Groß Gerau und Biblis nach Worms gelangen. Der Fernverkehr sollte linienrein durch den Bahnhof geführt werden, wozu beide Mittelbahnsteige und der Hausbahnsteig auf ICE-Länge zu erweitern sind. Der hinterste Bahnsteig nicht.
Regionalzüge aus Richtung Worms enden bereits allesamt in Mainz HBF. Damit diese nicht wichtige Bahnsteiggleise blockieren, sollen sie zwei separate Bahnsteigkanten mit 160 m Länge als Kopfbahnhof südlich des Empfangsgebäudes erhalten (Gl. 21 und 22). Südlich davon zweigen zwei Gleise zum Abstellen von Zuggarnituren ab, die allerdings kürzer sein müssen. Ein dort befindlicher Parkplatz muss dieser Bahnhofserweiterung weichen, kann aber natürlich als Tiefgarage unter den Gleisen neu errichtet werden. Um diesen neuen Bahnhofsteil für diese Züge ohne zahlreiche Gleise kreuze zu müssen, erreichbar zu machen, ist es nötig den Tunnel zum Bahnhof Römisches Theater wieder nach Linien getrennt zu betreiben. Dazu sind im Süden folgende Umbauten erforderlich:
Die Strecke aus Worms muss wie einst zweigleisig unter der Rheinbrücke hindurch geführt werden. Ihr müssen die nördlichen beiden Gleise des Bfs. Römisches Theater zugeordnet werden. Die südlichen beiden Gleise werden der Strecke von und nach Bischofsheim zugeordnet. Ein Verbindungsgleis von dort in Richtung Worms bleibt aber unverzichtbar, dazu weiter unten mehr. Um diesem Gleis die vorhandene Rampe lassen zu können, ist für die zweigleisige Strecke zum nördlichen Bahnhofsteil eine Verbreiterung der Bahntrasse neben dieser Rampe erforderlich. Dazu muss der Weg "Am Leinpfad" auf wenigen 100 m etwas näher an den Rhein gerückt werden. Das passt aber. Östlich des südlichen Bahnhofsteils ist zwischen den beiden Streckengleisen ein Kehrgleis für die derzeit zweistündlich am HBF endenden Züge der Linie RE 3 und die Züge der RB 33 erforderlich. Da dort heute drei Gleise liegen, ist das möglich.
Unmittelbar hinter dem Tunnel wird die Wormser Strecke zu einer dreigleisigen Strecke, deren mittleres Gleis in beiden Richtungen genutzt werden kann. Dadurch können in beiden Richtungen Überholungen im HBF ermöglicht werden, bei gleichzeitigem Gegenverkehr auf der gleichen Strecke. Ebenso zweigt unmittelbar hinter dem Bahnhof auch ein Abzweig zur o. g. Bahnhofserweiterung ab, die den Linien RE 4 und RE 14 als Endpunkt dienen soll. Auch die RB 44 könnte hier enden, doch zu der komme ich noch. Durchgehende Linien nutzen die drei Gleise vor dem Empfangsgebäude (Gl. 1-3).
Die Strecke aus Bischofsheim nutzt das südwestliche Gleispaar im Tunnel. Für den durchgehenden Verkehr, den ich ausschließlich in Richtung linker Rheinstrecke vorsehe, sind ebenfalls drei Gleise vorgesehen (Gl. 4-6). Dabei soll das mittlere dieser Gleise in beiden Richtungen befahrbar sein.
Gleis 6 soll ebenfalls in beiden Richtungen befahrbar sein, um am hintersten Bahnsteig einen Endpunkt für die S8 einzurichten, an dem sie das jeweils rechte Bahnsteiggleis nutzen kann und hinter dem Bahnhof in einer Kehr- und Abstellanlage endet. Als Ersatz für die Fortsetzung der S8 nach Wiesbaden soll die RB 44 auf den durchgehenden Gleisen der Wormser Strecke durch den HBF geführt und nach Wiesbaden verlängert werden. Die RB 75 kann ebenfalls im Bereich der S8 enden oder über Kastel nach Wiesbaden fahren. Ein durchgehender Betrieb über HBF nach Wiesbaden wäre nicht mehr möglich, aber auch nicht nötig. Ich empfehle die betreffenden Linien (ICE 50 und RB 75) über Kastel nach Wiesbaden zu führen, da nur so die hessische Landeshauptstadt von Darmstadt aus direkt erreichbar bleiben würde und Mainz mit einem fahrplanmäßig gut zu gestaltenden Anschluss in Bischofsheim zur S8 ebenfalls erreichbar wäre. Da zudem der Bf. Mainz-Kastel nicht viel weiter von der Altstadt entfernt ist, als der HBF, halte ich diese Einschränkung für vertretbar.
Für die nun also am HBF endende S8 (und eventuell RB 75) soll an südlichen Bahnhofsende ein zweigleisiger Abzweig zum äußersten Bahnsteig des HBFs führen, der es den S-Bahnen ermöglicht ohne Rücksicht auf ihren Gegenverkehr fahren zu können. Der Personenverkehr der Relation Bischofsheim - Mainz HBF - Wiesbaden soll also komplett über Kastel geführt werden oder in Mainz HBF enden.
Die Strecke vom Nordbahnhof führt zweigleisig in den Bahnhofsteil der Wormser Strecke, wobei sie auf gleiche Weise dreigleisig wird. Zuvor zweigt ein Gleis in den Rangierbereich östlich der Strecke ab, von dem aus der Hafen ereichbar bleibt, der aber auch weiterhin zum Abstellen von Personenzügen der Wormser Strecke genutzt werden kann. Vom Gleis am Hausbahnsteig aus zweigt zudem ein Gleis ab, das östlich um diesen Rangierbereich herum führt und auf einer Brücke die Gleise querend in die Strecke nach Bingen mündet. Durch eine zusätzliche Gleisverbindung wird es auch vom zweiten Gleis aus erreichbar. Dadurch und durch die Verbindungskurve vom Bahnhof Römisches Theater in Richtung Worms bleibt es möglich die Linien EC/IC 30, Ic 32, IC 35 und IC 55 unverändert zu führen (Richtung Norden über Gl. 1 und 2, sowie in Richtung Süden über Gl. 5 und 6)
Für den Güterverkehr zum Rangierbahnhof westlich des HBFs werden Abzweigungen eingerichtet, die das vorhandene Überwerfungsbauwerk über die Binger Strecke nutzen. Für den Güterverkehr in Richtung Norden ist zudem eine zusätzliche Brücke über die Strecke zum Nordbahnhof vorgesehen, um dort kreuzungsfrei einmünden zu können. Zur Schonung von Kleingärten liegt die Rampe östlich des Streckengleises.
Die Strecke aus Bingen erhält vor ihrer Unterführung unter der Strecke vom Nordbahnhof einen Abzweig für den Güterverkehr, über den auch der Bahnhofsteil für die Strecke nach Alzey erreicht werden kann. Zu dieser Strecke weiter unten mehr. Unmittelbar hinter der Unterführung mündet auf der östlichen Seite das Gleis ein, das mittels eines Brücke über die Strecke zum Nordbahnhof von der Wormser Strecke aus die Binger Strecke erreicht. Es dient den Linien EC/IC 30, Ic 32, IC 35 und IC 55. Unmittelbar vor dem HBF wird diese Strecke dreigleisig, wobei das mittlere Gleis beiden Richtungen zur Verfügung stünde (Gl. 4 - 6). Dabei wäre Gl. 6 auch in Gegenrichtung nutzbar für Züge, die aus Richtung Bischofsheim hier enden (S8, RB 75). Falls dieses Gleis in Richtung Süden benötigt wird, müsste die S8 mit einem Bahnsteiggleis auskommen, was bei einem 30-min-Takt auch genügen sollte. Die RB 75 sollte ohnhin besser über Kastel nach Wiesbaden fahren. Der in Mainz endende Regionalverkehr aus Richtung Bingen / Bad Kreuznach fährt über die Güterverbindung und die Alzeyer Strecke zum Alzeyer Bahnhofsteil. In der Gegenrichtung wechseln diese Züge gleich hinter dem Bahnhof auf das Verbindungsgleis Worms -> Mainz -> Bingen /Bad Kreuznach.
Die Strecke aus Alzey vereinigt sich zunächst mit dem Verbindungsgleis von der Binger Strecke zum Rangierbahnhof, das auch von dem RE 15 zu nutzen wäre, bevor sie gleich wieder davon abzweigt und auf einer Brücke die Bahnhofsgleise überquerend auf die östliche Seite des HBFs gelangt. Ein Anschluss zum westlich gelegenen Rangierbahnhof bleibt vorhanden. Hinter der Brücke führt die Strecke am äußerst östlichen Rand des HBFs hinab auf das übliche Gleisniveau, wird dort zweigleisig, wobei das östliche Gleis auch zum Abstellen eines Zuges genutzt werden, also umfahren werden könnte, und führt schließlich in den vorhandenen dreigleisigen Bahnhofsteil nördlich des Empfangsgebäudes (Gl. 11-13). Das mittlere Gleis kann ebenfalls zum Abstellen eines Zuges genutzt werden, kann aber auch genutzt werden, um Güterzügen aus Richtung Alzey eine Fahrtmöglichkeit von und zu den östlichen Rangieranlagen zu bieten, die dem Anschluss des Hafens dienen. Dazu müsste allerdings nach Fahrtrichtungswechsel das Gleis Worms -> Mainz -> Bingen gekreuzt werden.
Am Bf. Mainz-Kastel sehe ich zwei zusätzliche Gleisverbindungen vor, die es ermöglichen die beiden vorhandenen Gleispaare im Richtungsbetrieb zu nutzen, ohne dabei mit dem Gegenverkehr in Abhängigkeit zu geraten. So stünden dort in jeder Richtung zwei Bahnsteigkanten zur Verfügung. Das scheint mir wichtig, um auch die Linien RB 75, ICE 20 und ICE 50 dort aufnehmen zu können. Um zudem den Güterverkehr aus Kastel fernhalten zu können, sehe ich eine zweigleisige kreuzungsfreie Verbindungskurve aus Richtung Schierstein zur Umgehungsbahn und zurück vor.
Vorgeschlagene Gleisbelegung im Regelfall, für die
Linien nach Wikipedia von der auch abgewichen werden könnte:
Einzelzüge, zweistündlich,
stündlich,
halbstündlich
1: IC/EC 30, IC 31, IC/EC 32,
IC 35,
IC 55 (max. 2 Züge / h)
2:
ICE 45,
RB 44 (halbstündlich + Einzelzüge Mo-Fr)
3:
ICE 11,
ICE 45,
RB 44 (halbstündlich + Einzelzüge)
4:
ICE 31,
ICE 91, RE 2,
RE 3,
RB 33 (halbstündlich + max 1 Zug / h)
5:
ICE 31,
ICE 91, IC 31, RE 2,
RE 3,
RB 33 (halbstündlich + 1-2 Züge / h)
6: IC/EC 30, IC/EC 32,
IC 35,
IC 55 (stündlich + Einzelzüge)
8:
S 8 (halbstündlich endend + halbstündlich beginnend)
11:
RE 13,
RB 31 (halbstündlich wendend)
13:
RE 15,
RB 26 (max. 2 Züge / h wendend)
21: RE 4 RE 14 (stündlich wendend)
22: (kann zum Abstellen von Zügen genutzt werden)
Linienänderungen:
Die Linien RB 75, ICE 20 und ICE 50 und fahren über Mainz-Kastel
Die S8 endet in Mainz HBF
Die RB 44 wird als Ersatz für die S8 über Mainz HBF nach Wiesbaden verlängert
RE 3 und RB 33 werden bis Römisches Theater verlängert
P.S.: Um eine Flügelung von Zügen in Bischofsheim zu ermöglichen, ist es erforderlich diesen Bahnhof umzugestalten. Dadurch kann auch gleich der heute unbefriedigende Zustand für die S9 behoben werden, für die nur eine Bahnsteigkante zur Verfügung steht und die sämtliche Gleise kreuzen muss.
Zunächst möchte ich betonen, dass sich im Südosten gar nichts ändern muss. Die richtunsgbezogene Nutzung der Bahnsteige muss sich aber auch auf die S9 beziehen, weshalb es nötig ist die Bahnsteige so weit wie möglich in Richtung Südosten zu verschieben. Der Gleisabstand ist dort groß genug, dass man ihn nicht ändern muss. Im Nordwesten sollten sich dann die mittleren Gleise absenken und unter dem Streckengleis Mainz -> Frankfurt hindurch führen, welches seinerseits angehoben wird, um mit einer 150 m langen Rampe auszukommen. Da hierdurch eine für Güterzüge zu starke Steigung entstehen könnte, schlage ich vor die Gütergleise auf die Trasse nach Kastel zu verlegen, die hierzu dreigleisig ausgebaut werden müste. Der Platz ist dafür vorhanden. Im ersten Abschnitt hinter dem Bahnhof Bischofsheim wäre sogar ein viergleisiger Ausbau nötig, da die Gleise der Personenverkehrs zunächst noch in tieferer Lage sein müssten. Dort, wo sie das heutige Niveau erreichen, würde das Gütergleis in die Strecke nach Kastel einmüden. Das heutige Hafenbahngleis läge daneben und müsste dann über eine neue Kurve in die heutige Trasse einmünden. Es müsste sich dabei beizeiten auf das Niveau der Strecke nach Mainz absenken, um unter der Mainzer Straße hindurch führen zu können. Es könnte sein, dass für diese Kurve zwei Kleingärten weichen müssten, doch halte ich das für vertretbar.
Im Bahnhof Bischofsheim würden die mittleren Gleise von Zügen der Relation Darmstadt - MZ-Kastel - Wiesbaden, sowie von zu flügelnden Zügen genutzt werden, während die äußeren Gleisen allen Personenzügen der Relation Mainz - Frankfurt zur Verfügung stünden. Güterzüge fahren durch den Güterbahnhof.