Auf der Suche nach möglichen neuen Fernverkehrs-Magistralen mit größerer Nachfrage ist mir in den Sinn gekommen, zwischen Basel, Freiburg und Stuttgart einen direkteren Korridor durch den Schwarzwald zu schaffen.
Die Idee findet seinen Ursprung in dem ehemals angedachten und
von mir für die Erweiterung der Breisgau-S-Bahn vorgeschlagenen Lückenschluss Elzach-Hausach. Zusammen mit Rheintal-, Kinzigtal- und Gäubahn ergäbe sich eine Streckenführung Basel-Stuttgart, die für eine Gebirgsbahn der Luftlinie doch sehr nahe käme. Der bislang schnellste, aber geographisch sehr umwegige Korridor über Bruchsal steht da in einem starken Kontrast. Tatsächlich verringere sich die Distanz auf der Schiene zwischen Freiburg und Stuttgart von 220km auf 160km, d.h. um satte
27%.
Ähnliche Vorschläge:
DerGalaktische hatte eine
NBS Freiburg-Sulz vorgeschlagen, um die Relation Freiburg-München zu beschleunigen. Diese sieht ebenso ab Freiburg einen Korridor durch Elztal vor, der allerdings keine ABS mehr darstellt. Wesentlicher Unterschied ist der, dass der Schwarzwald dort in mehreren, langen Tunnel durchbohrt wird, wohingegen ich auf die bestehenden Strecken Kinzigtal und Freudenstadt-Eutingen setze, die in meinem Fall etwas besser ausgelastet werden. Im Fokus steht bei mir auch weniger die Relation Freiburg-München/Zürich, sondern diejenige nach Stuttgart und Nürnberg.
Um signifikante Fahrzeitverkürzungen zu erreichen bedarf es weiterer Ausbaumaßnahmen:
Zwischen Eutingen und Stuttgart teilen sich die Relationen Stuttgart-Singen-Zürich/Konstanz und Stuttgart-Freiburg-Basel auf der Gäubahn die Gleise. Da es sich um eine Stuttgarter Vorortstrecke handelt, die ab Herrenberg auch von der S-Bahn Stuttgart bedient wird, erscheinen kapazitätssteigernde Maßnahmen wie ein viergleisiger Ausbau zur betrieblichen Entflechtung verhältnismäßig. Mit geringfügigen Linienverbesserungen, sowie einem Bypass für Herrenberg soll die Höchstgeschwindigkeit auf 230km/h angehoben werden.
Die Elztalbahn soll durchgehend zweigleisig ausgebaut und Linien verbessert werden, sodass zwischen Freiburg und Kirnbach durchgehend mit 200km/h gefahren werden kann.
Die Kinzigtalbahn (Hausach-Freudenstadt) soll elektrifiziert werden und zusammen mit Freudenstadt-Eutingen Doppelspurinseln erhalten. Die Linienführung, die überwiegend 100km/h (konventionell) zulässt soll beibehalten werden. Der Zugbetrieb soll stattdessen mittels Neigetechnik-Ausrüstung beschleunigt werden.
Maßnahmen:
- ABS Freiburg-Elzach: zweigleisig, Linienverbesserungen, 200km/h
- NBS Elzach-Gutach-Kirnbach: zweigleisig, 230km/h mit Abzw. Hausach 160km/h
- ABS Hausach-Freudenstadt: Elektrifizerung, Doppelspurinseln, Neigetechnik
- ABS Freudenstadt-Hochdorf: Doppelspurinseln, Neigetechnik
- ABS Hochdorf-Eutingen: zweigleisiger Ausbau, Neigetechnik
- ABS Eutingen-Vaihingen: viergleisiger Ausbau, Linienverbesserungen, 230km/h
- NBS Bypass Herrenberg: 230km/h
- ABS Eutingen-Singen, zweigleisig (vorrausgesetzt)
- NBS Kurve Singen: eingleisig, 200km/h (vorrausgesetzt)
Noch denkbar:
- NBS neuer Südzulauf von Westen in Stuttgart 21 hinein
Linienverbesserungen:
- Eutingen-Ergenzingen (Einschnitt)
- Bondorf (Einschnitt)
- Gärtingen-Ehningen
- Hulb-Böblingen
- Böblingen Goldberg (Tunnel)
-Elzach
-Winden (Tunnel)
-Gutach
-Waldkirch-Kollnau
Fahrzeitenschätzungen:
- Stuttgart - Böblingen (25,8km) bislang in 19min (ggf. in einem neuen Zulauf <10min.)
- Halt Böblingen 2min.
- Böblingen - Eutingen (31,3km) bislang 16min., künftig 10min. (Schnitt 180km/h)
- Eutingen - Freudenstadt (30km) bislang 25min., künftig 18min. (Schnitt 100km/h)
- Halt Freudenstadt 2min. (Ankunft/Abfahrt um Minute 0)
- Freudenstadt - Wolfach (34,4km) bislang 32min., künftig 21min. (Schnitt 100km/)
- Wolfach - Elzach (18km) in 6min. (Schnitt 180km/h)
- Elzach-Freiburg (28km) bislang 22min., künftig 11min. (Schnitt 150km/h)
In Summe 1:29h mit Halten in Böblingen und Freudenstadt, bzw. <1:20h mit neuem Zulauf für S21.
Die Fahrzeit Stuttgart-Freiburg beträgt mit Halten in Bruchsal, Karlsruhe und Offenburg für BR 403 1:44h.
Bislang-Fahrzeiten für jeden Abschnitt gemäß Trassenfinder mit BR 612.
Betrieb:
- ICE (Lyon - /Genf - ) Basel SBB - Basel Bad - Müllheim - Bad Krotzingen - Freiburg - Freudenstadt Hbf - Böblingen - Stuttgart - Backnang - Hessental - Crailsheim - Ansbach - Nürnberg ( - Berlin via Jena), 230-NT, Zweistundentakt
-ICE Zürich - Schaffhausen - Singen - Tuttlingen - Rottweil - Horb - Böblingen - Stuttgart - Backnang - Hessental - Crailsheim - Ansbach - Nürnberg ( - Prag) 230-NT, Stundentakt
Vorteile:
- Neue Südwest-Nordost-Verbindung
- Stärkung Relation Stuttgart-Nürnberg
- Bessere touristische Anbindung des Schwarzwaldes durch Bedienung des Freudenstädter Sterns im Takt-Fernverkehr
- Direkt- sowie schnellere Verbindungen zwischen den bedeutenden Fernverkehrsknoten (Nürnberg Hbf), Stuttgart Hbf und Basel SBB
- Bündelung mit Fernverkehrsachsen Freiburg-Basel und Gäubahn
- Attraktivierung des Nahverkehrs
- Entlastung der Rheintalstrecke (Abschnitt Karlsruhe-Freiburg)
Nachteile:
- Umgehung Karlsruhe und Offenburg und damit Schwächung der Relation Karlsruhe-Stuttgart
- Topographie Schwarzwald-Gäu ggü. Rheintal deutlich schlechter
- Im Bereich Elztal-Kinzigtal-Gäu keine Bündelungsmöglichkeiten mit anderen Fernverkehrsrelationen, daher Kosten-Nutzen kritisch