Kassel: Straßenbahntunnel in der Innenstadt V2

 

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Beschreibung des Vorschlags

Dieser Vorschlag ist eine Alternative meines vorherigen Vorschlags, der jetzt eine Untertunnelung der Kreuzung am Stern enthält.

Nahezu alle Linien der Kasseler Straßenbahn durchfahren bislang die Königsstraße in der Innenstadt, die abgesehen vom Straßenbahnverkehr eine Fußgängerzone ist. Darunter fallen auch die Züge der Regiotram. Der dortige Zugverkehr ist nicht nur für die Besucherinnen und Besucher störend, die dort nur eine eingeschränkte Breite der Fahrbahn nutzen können, es behindert auch der Fußverkehr die Bahnen, die sich mit niedriger Geschwindigkeit in enger Taktfolge durch die Straße schieben. Daher denke ich schon länger über verschiedene Maßnahmen nach, die ergriffen werden könnten, um den Bahnverkehr in der Innenstadt unter die Erde zu bekommen. Ein schlichter Tunnel unter der bisherigen Trasse kommt allerdings nicht in Frage, da er entweder eine Rampe vor dem historischen Rathaus oder drei einzelne Rampen auf der Westseite erfordern würde. Dieser Vorschlag sieht hingegen einen Tunnel vom Scheidemannplatz bis zum Stern vor, der von allen Linien befahren wird. Sämtliche in diesem Vorschlag nicht dargestellte Infrastruktur wird auch nicht benötigt und kann daher nach Abschluss der Arbeiten entfernt werden. 

Streckenbeschreibung:

Die Strecke vom Ständeplatz kommend Richtung Scheidemannplatz taucht hinter der Haltestelle Stadtmuseum auf Ebene -1 ab und führt zweigleisig zur Neuen Haltestelle Wolfsschlucht mit Außenbahnsteigen. Von dort führt sie weiter zur Haltestelle Königsplatz, die sich am gleichen Ort wie die aktuelle gleichnamige Haltestelle befindet, nur eine Ebene tiefer. Im weiteren Verlauf geht die Strecke in eine Rechtskurve über, um in der Kurt-Schumacher-Straße wieder aufzutauchen.

Die Regiotramstrecke verbleibt vom Hauptbahnhof kommend im Tunnel und sinkt in Richtung Innenstadt auf Ebene -2 hinunter, um an der Haltestelle Wolfsschlucht die andere Strecke zu unterqueren. Dann steigt sie wieder auf -1 auf, um am Königsplatz den Bahnsteig der Richtung Stern führenden Straßenbahnen mitzunutzen. Dieser Bahnsteig ist dann ein Innenbahnsteig und somit nur für Zweeirichtungsfahrzeuge nutzbar, was aber eine Eigenschaft aller Regiotrams ist. Weiter verläuft die Strecke parallel zur ersten Strecke durch die untere Königsstraße zum Holländischen Platz. In der Gegenrichtung muss die erste Strecke nicht unterquert werden, weshalb die Strecke auf Ebene -1 bleiben kann und an der Wolfsschlucht ebenfalls einen Inselbahnsteig nutzt. Jenseits des Holländischen Platzes befindet sich in der Holländischen Straße eine Rampe in beiden Richtung.

Mit dieser Streckenführung entfällt die bisher aus allen Richtungen nutzbare Kreisstrecke in der Innenstadt, die insbesondere für Verstärkungstakte und für Betriebsfahrten genutzt wird und auch in Zukunft bei einer Erweiterung des Netzes auf einer Innenstadtseite bedeutend sein wird. Für von Osten kommende Fahrten wird der ehemalige Tunnel unter dem Hauptbahnhof wieder in Betrieb genommen und mit dem Regiotramtunnel verknüpft, es wäre dann eine Fahrt Königsplatz (U) – Wolfsschlucht (U) – Hauptbahnhof (U) – Polizeipräsidium – Hauptbahnhof (U) – Wolfsschlucht (U) – Königsplatz (U) möglich. Für von Westen kommende Fahrten entfällt die selten genutzte Möglichkeit, vom Stern über den Lutherplatz zur Ottostraße zu fahren, sie können zur Schleife Leipziger Straße fahren oder alternativ eine neu zu errichtende Schleife, beispielsweise am Staatstheater nutzen. Ob diese Schleife aber wirklich wirtschaftlich ist, ist fraglich. Außerdem ist eine weitere Strecke durch die Frankfurter Straße und den Steinweg eingezeichnet, die im Notfall zur Umleitung genutzt werden kann. Dort müsste eine Straßenspur in jeder Richtung für die Straßenbahnstrecke geopfert werden.

 

Haltestellen:

Durch den Umbau ändert sich das Haltestellennetz an einigen Stellen:

  • Ständeplatz: entfällt, da alle Bahnen auch auf der anderen Seite der Kreuzung am Stadtmuseum halten
  • Rathaus: entfällt, stattdessen kann die naheliegende Haltestelle an der Fünffensterstraße genutzt werden
  • Scheidemannplatz: entfällt, stattdessen kann die naheliegende Haltestelle an der Wolfsschlucht (U) genutzt werden
  • Friedrichsplatz: entfällt, stattdessen kann die naheliegende Haltestelle an der Wolfsschlucht (U) genutzt werden
  • Am Stern: entfällt, stattdessen können die benachbarten Haltestellen genutzt werden

 

Liniennetz:

Das bestehende Liniennetz wird geringfügig an die neue Infrastruktur angepasst:

  • RT1: Hümme – … – Hauptbahnhof (tief) – Königsplatz (U) – Holländische Straße
  • RT4: (Wolfhagen – … –) Zierenberg – … – Hauptbahnhof (tief) – Königsplatz (U) – Holländische Straße
  • RT5: (Heinebach – … –) Melsungen – … – Hauptbahnhof (tief) – Königsplatz (U) – Leipziger Straße
    • Hier ist die Fahrt ab Hauptbahnhof zum Auestadion nur möglich, wenn die Strecke durch den Steinweg errichtet wird, dann ist der Verlauf:
    • RT5: (Heinebach – … –) Melsungen – … – Hauptbahnhof (tief) – Königsplatz (U) – Friedrichsplatz Süd – Auestadion
  • Li. 1: Wilhelmshöhe – Bf. Wilhelmshöhe – Wilhelmshöher Allee – Stadtmuseum – Königsplatz (U) – Holländische Straße – Vellmar Nord
  • Li. 3: Mattenberg – Helleböhn – Bf. Wilhelmshöhe – Wilhelmshöher Allee – Stadtmuseum – Königsplatz (U) – Weserspitze – Klinikum Kassel – Ihringshäuser Straße
  • Li. 4: Druseltal – Bf. Wilhelmshöhe – Stadthalle – Bebelplatz – Stadtmuseum – Königsplatz (U) – Bettenhausen – Kaufungen – Helsa – Hessisch Lichtenau
  • Li. 5: Baunatal – Mattenberg – Auestadion – Stadtmuseum – Königsplatz (U) – Holländische Straße
  • Li. 6: Brückenhof – Auestadion – Stadtmuseum – Königsplatz (U) – Weserspitze – Ihringshäuser Straße
  • Li. 7: Mattenberg – Helleböhn – Bf. Wilhelmshöhe – Goethestraße – Stadtmuseum – /(Hauptbahnhof (U) –) Königsplatz (U) – Weserspitze – Wolfsanger
  • Li. 8: Hessenschanze – Teichstraße – Bebelplatz – Stadtmuseum – Königsplatz (U) – Bettenhausen – Kaufungen-Papierfabrik

Außerdem sind folgende Netzerweiterungen denkbar:

  • Lutherplatz -> Hauptbahnhof (U) -> Königsplatz (U) -> Bettenhausen – Lohfelden (z.B. hier)
  • Lutherplatz -> Hauptbahnhof (U) -> Königsplatz (U) -> Bettenhausen – Heiligenrode (z.B. hier)
  • Lutherplatz -> Hauptbahnhof (U) -> Königsplatz (U) -> Bettenhausen – Sandershausen (z.B. hier)
  • Harleshausen – Rothenditmold – Hauptbahnhof (U) – weiter auf einer der obigen Linien (z.B. hier)

 

Chancen der Strecke:

Durch diese Strecke wird es möglich, dass alle Linien in der Kasseler Innenstadt den gleichen Linienweg haben. Außerdem wird die Fahrt durch die Innenstadt beschleunigt und dort entsteht eine richtige Fußgängerzone ohne Straßenbahnverkehr.

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Metadaten zu diesem Vorschlag

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12 Kommentare zu “Kassel: Straßenbahntunnel in der Innenstadt V2

    1. Diese Variante gefällt mir besser.

      Das ist gut!

      Ich würde den Tunnel mit Blick auf die Kosten aber wirklich auf zwei Gleise reduzieren…

      Damit könnte man vielleicht auf 300m Länge zwei Gleise einsparen – das fällt kaum ins Gewicht und durch die Viergleisigkeit gibt es durchaus betriebliche Vorteile, die die Kosten eindeutig wettmachen dürften.

      1. Diese 300 Meter können schnell mal 40Mio+ Ausmachen, in Zeiten steigender Preise…

        Ich will die Vorteile gar nicht wegdiskutieren, aber wenn eine  Einsparung bei den Kosten möglich ist, sollte man das zumindest mal prüfen und abwägen. Ja, 32 Züge/Stunde sind recht viel, aber in Stuttgart prügelt man mit der Veranstaltungslinie U11 teils 38 Züge/Stunde oder sogar noch mehr durch den Tunnel, sowas scheint also auch ohne teilautomatischen Fahrbetrieb möglich zu sein.

  1. Ja, so gefällt mir das auch deutlich besser, die zweigleisige Engstelle, auf der alle Straßenbahnen fahren sollten, ist nun aufgelöst.

    Schön wäre es, wenn noch irgendeine oberirdische Verbindung erhalten bleiben könnte, schon allein um den Tunnel irgendwie bei Störungen umfahren zu können. Ich sehe aufgrund der Rampen im Straßenraum aber gerade auch keine Möglichkeit dazu.

    1. Schön wäre es, wenn noch irgendeine oberirdische Verbindung erhalten bleiben könnte, schon allein um den Tunnel irgendwie bei Störungen umfahren zu können. Ich sehe aufgrund der Rampen im Straßenraum aber gerade auch keine Möglichkeit dazu.

      Klar, betrieblich wäre das natürlich sinnvoll. Andererseits gibt es bei den meisten anderen Straßen- oder Stadtbahnsystemen auch nur wenige Umfahrmöglichkeiten und der Betrieb ist trotzdem stabil.

      Die einzige Möglichkeit zum Umfahren die ich sehe, ist eine Strecke durch die Frankfurter Straße.

  2. Ich habe mir gerade mal die Schleife am Staatstheater angesehen. Bitte überprüfe doch dort einmal die Kurvenradien und die Länge der Haltestelle. Ich fürchte, so passt das nicht.

  3. Ich befürchte die Trassenführung zwischen Stadtmuseum und Wolfsschlucht ist so nicht machbar. Die unterfahrenen Gebäude am Ständeplatz haben teilweise bis zu 3 Untergeschosse (u.A. Tresorräume und Schutzräume), Denke da wird die Steigung zu viel werden.

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