Kassel: Straßenbahntunnel in der Innenstadt

 

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Beschreibung des Vorschlags

Nahezu alle Linien der Kasseler Straßenbahn durchfahren bislang die Königsstraße in der Innenstadt, die abgesehen vom Straßenbahnverkehr eine Fußgängerzone ist. Darunter fallen auch die Züge der Regiotram. Der dortige Zugverkehr ist nicht nur für die Besucherinnen und Besucher störend, die dort nur eine eingeschränkte Breite der Fahrbahn nutzen können, es behindert auch der Fußverkehr die Bahnen, die sich mit niedriger Geschwindigkeit in enger Taktfolge durch die Straße schieben. Daher denke ich schon länger über verschiedene Maßnahmen nach, die ergriffen werden könnten, um den Bahnverkehr in der Innenstadt unter die Erde zu bekommen. Ein schlichter Tunnel unter der bisherigen Trasse kommt allerdings nicht in Frage, da er entweder eine Rampe vor dem historischen Rathaus oder drei einzelne Rampen auf der Westseite erfordern würde. Dieser Vorschlag sieht hingegen einen Tunnel vom Scheidemannplatz bis zum Stern vor, der von allen Linien befahren wird. Sämtliche in diesem Vorschlag nicht dargestellte Infrastruktur wird auch nicht benötigt und kann daher nach Abschluss der Arbeiten entfernt werden. 

Streckenbeschreibung:

Die Strecke vom Ständeplatz kommend Richtung Scheidemannplatz taucht hinter der Haltestelle Stadtmuseum auf Ebene -1 ab und führt zweigleisig zur Neuen Haltestelle Wolfsschlucht mit Außenbahnsteigen. Von dort führt sie weiter zur Haltestelle Königsplatz, die sich am gleichen Ort wie die aktuelle gleichnamige Haltestelle befindet, nur eine Ebene tiefer. Von dort aus führt sie unter der Königsstraße entlang und taucht auf, bevor die Haltestelle am Stern erreicht wird. Eventuell ist der dortige Bahnsteig am stadtauswärts führenden Gleis aufgrund der Steigung nicht mehr nutzbar. Dann müsste er an den drei aus der Innenstadt führenden Gleisen jeweils neu errichtet werden, was aber insbesondere in Richtung Holländischer Platz nicht ohne weiteres möglich ist. Eventuell kann die Haltestelle auch aufgelassen werden, da sich in jeder Richtung andere Haltestellen in der Nähe befinden und die Umsteigefunktion wegfällt, ein Umstieg zu den Bussen ist auch an der Mauerstraße möglich. Bei einer Auflassung könnte die Strecke bis zum Stern auch viergleisig geführt werden, diese Möglichkeit habe ich hier dargestellt.

Die Regiotramstrecke verbleibt vom Hauptbahnhof kommend im Tunnel und sinkt in Richtung Innenstadt auf Ebene -2 hinunter, um an der Haltestelle Wolfsschlucht die andere Strecke zu unterqueren. Dann steigt sie wieder auf -1 auf, um am Königsplatz den Bahnsteig der Richtung Stern führenden Straßenbahnen mitzunutzen. Dieser Bahnsteig ist dann ein Innenbahnsteig und somit nur für Zweeirichtungsfahrzeuge nutzbar, was aber eine Eigenschaft aller Regiotrams ist. Weiter verläuft die Strecke parallel zur ersten Strecke. In der Gegenrichtung muss die erste Strecke nicht unterquert werden, weshalb die Strecke auf Ebene -1 bleiben kann und an der Wolfsschlucht ebenfalls einen Inselbahnsteig nutzt.

Mit dieser Streckenführung entfällt die bisher aus allen Richtungen nutzbare Kreisstrecke in der Innenstadt, die insbesondere für Verstärkungstakte und für Betriebsfahrten genutzt wird und auch in Zukunft bei einer Erweiterung des Netzes auf einer Innenstadtseite bedeutend sein wird. Für von Westen kommende Fahrten (Auestadion, Wilhelmshöher Allee und Friedrich-Ebert-Straße) kann die Schleife Ottostraße nach Durchfahrt des Innenstadttunnels genutzt werden. Für die von Osten kommenden Fahrten sieht es schwieriger aus. Hier könnte der ehemalige Tunnel unter dem Hauptbahnhof wieder in Betrieb genommen und mit dem Regiotramtunnel verknüpft werden, es wäre dann eine Fahrt Stern – Lutherplatz – Erzbergstraße – Hauptbahnhof (U) – Wolfsschlucht (U) – Königsplatz (U) – Stern möglich, theoretisch ginge es auch in Gegenrichtung, dann werden am Stern aber mehr Trassenkreuzungen erforderlich, dafür sind es am Hauptbahnhof weniger. Die dortige Strecke ist allerdings deutlich weniger ausgelastet, weshalb ich die vorgestellte Führung empfehlen würde.

 

Haltestellen:

Durch den Umbau ändert sich das Haltestellennetz an einigen Stellen:

  • Ständeplatz: entfällt, da alle Bahnen auch auf der anderen Seite der Kreuzung am Stadtmuseum halten
  • Rathaus: entfällt, stattdessen kann die naheliegende Haltestelle an der Fünffensterstraße genutzt werden
  • Scheidemannplatz: entfällt, stattdessen kann die naheliegende Haltestelle an der Wolfsschlucht (U) genutzt werden
  • Friedrichsplatz: entfällt, stattdessen kann die naheliegende Haltestelle an der Wolfsschlucht (U) genutzt werden
  • Am Stern: entfällt unter Umständen, stattdessen können die benachbarten Haltestellen genutzt werden

 

Liniennetz:

Das bestehende Liniennetz wird geringfügig an die neue Infrastruktur angepasst:

  • RT1: Hümme – … – Hauptbahnhof (tief) – Königsplatz (U) – Holländische Straße
  • RT4: (Wolfhagen – … –) Zierenberg – … – Hauptbahnhof (tief) – Königsplatz (U) – Holländische Straße
  • RT5: (Heinebach – … –) Melsungen – … – Hauptbahnhof (tief) – Königsplatz (U) – Leipziger Straße
    • Hier ist die Fahrt ab Hauptbahnhof zum Auestadion nicht mehr möglich, deshalb soll die Linie stattdessen zur Leipziger Straße führen
  • Li. 1: Wilhelmshöhe – Bf. Wilhelmshöhe – Wilhelmshöher Allee – Stadtmuseum – Königsplatz (U) – Holländische Straße – Vellmar Nord
  • Li. 3: Mattenberg – Helleböhn – Bf. Wilhelmshöhe – Wilhelmshöher Allee – Stadtmuseum – Königsplatz (U) – Weserspitze – Klinikum Kassel – Ihringshäuser Straße
  • Li. 4: Druseltal – Bf. Wilhelmshöhe – Stadthalle – Bebelplatz – Stadtmuseum – Königsplatz (U) – Bettenhausen – Kaufungen – Helsa – Hessisch Lichtenau
  • Li. 5: Baunatal – Mattenberg – Auestadion – Stadtmuseum – Königsplatz (U) – Holländische Straße
  • Li. 6: Brückenhof – Auestadion – Stadtmuseum – Königsplatz (U) – Weserspitze – Ihringshäuser Straße
  • Li. 7: Mattenberg – Helleböhn – Bf. Wilhelmshöhe – Goethestraße – Stadtmuseum – /(Hauptbahnhof (U) –) Königsplatz (U) – Weserspitze – Wolfsanger
  • Li. 8: Hessenschanze – Teichstraße – Bebelplatz – Stadtmuseum – Königsplatz (U) – Bettenhausen – Kaufungen-Papierfabrik

Außerdem sind folgende Netzerweiterungen denkbar:

  • Lutherplatz -> Hauptbahnhof (U) -> Königsplatz (U) -> Bettenhausen – Lohfelden (z.B. hier)
  • Lutherplatz -> Hauptbahnhof (U) -> Königsplatz (U) -> Bettenhausen – Heiligenrode (z.B. hier)
  • Lutherplatz -> Hauptbahnhof (U) -> Königsplatz (U) -> Bettenhausen – Sandershausen (z.B. hier)
  • Harleshausen – Rothenditmold – Hauptbahnhof (U) – weiter auf einer der obigen Linien (z.B. hier)

 

Chancen der Strecke:

Durch diese Strecke wird es möglich, dass alle Linien in der Kasseler Innenstadt den gleichen Linienweg haben. Außerdem wird die Fahrt durch die Innenstadt beschleunigt und dort entsteht eine richtige Fußgängerzone ohne Straßenbahnverkehr.

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Metadaten zu diesem Vorschlag

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18 Kommentare zu “Kassel: Straßenbahntunnel in der Innenstadt

  1. Prüfe bitte einmal die Länge und Lage deiner Rampen. Ich glaube nicht, dass 30 m für eine Tunnelrampe ausreichen. Hinzu kommt, dass am Ständeplatz auch noch anschließend Gebäude unterfahren werden sollen, was eine größere Tiefe erforderlich macht. Anschließend geht das Gelände auch noch hinunter und weitere Gebäude sollen unterfahren werden! Welches Gefälle wird da wohl erforderlich? Die benachbarte Straße heißt nicht umsonst „Treppenstraße“!

    1. Danke für den Hinweis, ist jetzt korrigiert. Von der Haltestelle Stadtmuseum bis zur ersten Gebäudeunterquerung sind es jetzt ca. 160 m, das sollte auf jeden Fall ausreichen, 11 m Höhendifferenz. Notfalls legt man die Haltestelle noch etwas ins Gefälle. Die Treppenstraße hat ein Gefälle von gut 6%, für Straßenbahnen also kein Problem. Die Trasse vom Hbf kann unter der Kurfürstenstraße noch weiter absinken, falls erforderlich.

      Die Rampe am Hbf existierte so ja früher, ist also unproblematisch.

      Die Rampe in der Königsstraße verläuft ja mit der Topographie, die bringt da vom Königsplatz aus ganze 5 m, das ist schon fast genug für die gesamte Rampe.

  2. Wolfsschlucht sollte nicht in der Ausfädelung liegen, das macht die Sache unnötig kompliziert. Ich finde auch den Abstand zu Königsplatz etwas kurz.

    Fahrten, die aus Osten kommen und in Kassel enden, können auf der Route Stern – Königsplatz U – Wolfsschlucht – Hauptbahnhof ebenfalls zur Schleife Ottostraße geführt zu werden. Das wäre fahrgastfreundlicher als diese riesige Blockschleife.

    Ich bin auf 36 Züge/h gekommen, die durch den Tunnel müssten. Mit spezieller Signaltechnik mag das möglich sein, bei Verspätungen bringt es aber das ganze System durcheinander. Daher wäre der viergleisige Ausbau bis Stern zu begrüßen, verteuert das ganze aber nicht unerheblich. Ich bin da etwas zwiegespalten. Vielleicht könnte man die Strecke über den Scheidmannplatz miteinbeziehen?

    Fazit: Interessante Idee für die Zukunft, sicherlich nicht Prio 1. Eventuell für Kassel noch etwas „zu groß“

    1. Wolfsschlucht sollte nicht in der Ausfädelung liegen, das macht die Sache unnötig kompliziert. Ich finde auch den Abstand zu Königsplatz etwas kurz.

      Na ja, die Lage in der Ausfädelung bietet auch Vorteile, es müssen weniger Zuwegungen angelegt werden. Aber grundsätzlich ist die Haltestelle dort wahrscheinlich nicht unbedingt erforderlich, da hast du schon Recht.

      Fahrten, die aus Osten kommen und in Kassel enden, können auf der Route Stern – Königsplatz U – Wolfsschlucht – Hauptbahnhof ebenfalls zur Schleife Ottostraße geführt zu werden. Das wäre fahrgastfreundlicher als diese riesige Blockschleife.

      Stimmt grundsätzlich, hatte ich nur so gewählt, weil weniger Kreuzungen am Stern erforderlich sind. Aber die zusätzliche Kreuzung betrifft keine stark beanspruchte Strecke, von daher ist auch dein Vorschlag gut denkbar.

      Ich bin auf 36 Züge/h gekommen, die durch den Tunnel müssten.

      7 Tramlinien * 4 Züge/Stunde und Linie + 3 RT-Linien * 2 Züge/Stunde und Linie machen bei mir 34 Züge/Stunde. Vielleicht habe ich aber auch was übersehen, dann berichtige mich gerne. Klar ist das viel, allerdings sind 2-Minuten-Takte bei Schnellbahnsystemen im Innenstadtbereich nicht unüblich. Eine Minute Fahrzeugabstand ist meiner Kenntnis nach kein Problem und zumindest in Hannover Gang und Gäbe. Von daher sehe ich jetzt auch kein großes Verspätungsrisiko.

      Daher wäre der viergleisige Ausbau bis Stern zu begrüßen, verteuert das ganze aber nicht unerheblich.

      Ich glaube, die Mehrkosten halten sich in Grenzen. Bis zum Königsplatz ist es eh viergleisig, das ist eigentlich nur noch die Rampe. Frage ist halt ob der Halt am Stern entfallen darf.

      Vielleicht könnte man die Strecke über den Scheidmannplatz miteinbeziehen?

      In welcher Form? Die oberirdische Strecke vom Stadtmuseum an erhalten? Bin ich ehrlich gesagt nicht so dafür, welche Linie soll das nutzen?

      Fazit: Interessante Idee für die Zukunft, sicherlich nicht Prio 1. Eventuell für Kassel noch etwas „zu groß“

      Danke für die grundsätzliche Zustimmung! Dass der Vorschlag eher langfristig Chancen hat als kurzfristig, ist auch mein Gedanke gewesen.

      1. die Lage in der Ausfädelung bietet auch Vorteile, es müssen weniger Zuwegungen angelegt werden.

        Okay, stimmt auch.

        7 Tramlinien * 4 Züge/Stunde und Linie + 3 RT-Linien * 2 Züge/Stunde und Linie machen bei mir 34 Züge/Stunde.

        Du hast recht, ich bin irgendwie auf 30 Linien + 6 RT-Linien gekommen.

        Klar ist das viel, allerdings sind 2-Minuten-Takte bei Schnellbahnsystemen im Innenstadtbereich nicht unüblich.

        Klar ist das üblich, allerdings wäre es hier ein 1,8-Minuten-Takt bzw. 105,9-Sekunden-Takt. Mir fällt jetzt auf Anhieb keine Tunnelstrecke ein, die dermaßen dicht befahren wird, außer die Stammstrecke der S-Bahn-München, allerdings mit LZB und teilweise spanischen Bahnsteigen. Außerdem ist diese Strecke trotzdem nicht vollständig unabhängig (Am Stern)

        Eine Minute Fahrzeugabstand ist meiner Kenntnis nach kein Problem und zumindest in Hannover Gang und Gäbe. Von daher sehe ich jetzt auch kein großes Verspätungsrisiko.

        Meine Sorge ist eher, dass eine Tram, die bereits verspätet in den Tunnel einfährt, die hinteren ausbremst, und somit Verspätungen übertragen werden.

        Bis zum Königsplatz ist es eh viergleisig

        Achso, da habe ich meine Gedanken sehr unvollständig aufgeschrieben. Ich wollte noch schreiben, dass es die viergleisige Strecke nicht braucht, solange es nur zweigleisig in eine Straßenkreuzung gibt, weil die Kapazitäten des 3. und 4. Gleises dadurch kaum genutzt werden können. Die hohen Kosten sprach ich an, weil der viergleisige Tunnel gegenüber einem zweigleisigen nicht unerheblich teurer ist. Entschuldige das Missverständnis.

        In welcher Form?

        Wie gesagt, hab vergessen alles aufzuschreiben was ich wollte. Ich meinte als zweite Stammstrecke, anstelle eines viergleisigen Tunnels.

        1. Außerdem ist diese Strecke trotzdem nicht vollständig unabhängig (Am Stern)

          Völlig richtig, das ist ein Nadelöhr. Allerdings ist es im Status quo mit der Kreuzung dort auch nicht wirklich besser.

          Achso, da habe ich meine Gedanken sehr unvollständig aufgeschrieben. Ich wollte noch schreiben, dass es die viergleisige Strecke nicht braucht, solange es nur zweigleisig in eine Straßenkreuzung gibt, weil die Kapazitäten des 3. und 4. Gleises dadurch kaum genutzt werden können.

          Das ist nicht richtig, denn durch die viergleisige Ausführung der Stationen sind Haltezeitverlängerungen, die es gelegentlich in der HVZ geben wird, nicht mehr so problematisch.

          Ich meinte als zweite Stammstrecke, anstelle eines viergleisigen Tunnels.

          Ah ok, kann man sicherlich drüber nachdenken, halte ich aber für baulich schwierig zu lösen im Bereich der Tunneleinfahrt am Stadtmuseum.

          1. Das ist nicht richtig, denn durch die viergleisige Ausführung der Stationen sind Haltezeitverlängerungen, die es gelegentlich in der HVZ geben wird, nicht mehr so problematisch.

            Natürlich, aber für Kassel ist das halt ein wenig überdimensioniert. Keine Stadt dieser Größe hat einen Tram-Tunnel, manche sogar überhaupt keinen Trambetrieb. Da sollte man es nicht übertreiben.

            1. Natürlich, aber für Kassel ist das halt ein wenig überdimensioniert. Keine Stadt dieser Größe hat einen Tram-Tunnel, manche sogar überhaupt keinen Trambetrieb. Da sollte man es nicht übertreiben.

              Na ja, so lang ist die Tunnelstrecke ja nun auch nicht, das halte ich nicht für vollkommen übertrieben. Das daraus entstehende Potential für die Entwicklung der Stadt sollte eine solche Maßnahme durchaus rechtfertigen können. Gerade auch in Zeiten, in denen wir eine Mobilitätswende planen, ist ein solcher Ausbau sinnvoll und wird auch andere Städte dieser Größenordnung noch treffen, hoffe ich.

              1. Ok, ich klang da vielleicht etwas zu kritisch, grundsätzlich finde ich den Vorschlag ja sehr gut. Ich wollte nur anmerken, dass es hier eventuell Probleme mit der Wirtschaftlichkeit geben kann, so ein Tunnel (samt bergmännisch zu errichtende Haltestellen) wird recht teuer, da müsste man schauen, ob man das Projekt eventuell etwas ausschlankt.

                Deshalb auch noch ne Frage: Muss die Haltestelle Hauptbahnhof/Rainer-Dierichs-Platz wirklich unterirdisch sein? Oberirdisch würde denke ich vom Platz ausreichen, die Tunnelrampe könnte man in die Kurfürstenstraße verlegen, mit einer Rampenhaltestelle Scheidmannplatz (die RT-Bahnen fahren vom Hbf im Untergrund direkt zur Wolfsschlucht)

  3. Gute Idee. Wohl noch eine der wenigen Städte auf LiniePlus, wo bislang noch kein Innenstadttunnel vorgeschlagen wurde 😀

    Was mir beim ersten Blick missfällt und sowohl dir als auch anderen schon aufgefallen ist, ist dass hier auf dem westlichen Abschnitt zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden und auf dem östlichen dann aber mehr oder weniger der Status Quo bestehen bleibt, einschließlich höhengleicher Kreuzungen. Das bringt dann nur einen deutlich verringerten verkehrlichen Nutzen. Stattdessen sollte man den Flaschenhals komplett auflösen.

    Ansonsten: Ein bisschen umwegig ist die Führung für die Linie 5 und 6 jetzt ja schon, aber aufgrund der Beschleunigung dürfte das wohl zu verschmerzen sein.

    1. Wohl noch eine der wenigen Städte auf LiniePlus, wo bislang noch kein Innenstadttunnel vorgeschlagen wurde 😀

      Ja, die Topographie der Zulaufstrecken und ihre Anordnung sind auch denkbar ungünstig.

      Stattdessen sollte man den Flaschenhals komplett auflösen.

      Wie? Die einzige Möglichkeit, die mir jetzt einfallen würde, wäre, die Strecke zum Lutherplatz aufzugeben und die beiden anderen Strecken jeweils mit separaten Tunneln anzuschließen. Als Ersatz für die von Westen nicht mehr zu erreichende Schleife am Polizeipräsidium könnte dann eine neue Strecke durch die Kurt-Wolters-Straße dienen, oder die Schleife an der Leipziger Straße wird mitbenutzt. Wenn du noch andere Ideen hast, schreib die gerne, dann überlege ich noch mal

      Ansonsten: Ein bisschen umwegig ist die Führung für die Linie 5 und 6 jetzt ja schon, aber aufgrund der Beschleunigung dürfte das wohl zu verschmerzen sein.

      Ich denke mal, die Fahrzeitverlängerung würde bei unter einer Minute liegen, genau so wie auch für die 1 und die 3. Das halte ich für verschmerzbar. Für die 4, die 7 und die 8 reduziert sich die Fahrzeit um etwa eine Minute und für die RT-Linien wohl um etwa 5 Minuten.

  4. Ich finde das Argument, dass Straßenbahnen keinen Platz in der Innenstadt haben, immer ganz besonders dann interessant, wenn die Tunnelrampen 160 m einer engen Straße wegnehmen (wo eine Querung dann unmöglich ist) und das als Verbesserung verkauft wird. Kassel hat in der Innenstadt breite Straßen und es ist definitiv nicht der Straßenbahnverkehr, der unter die Erde gehört. Besser man begräbt den MIV. Daher bin ich gegen diesen Vorschlag.

    1. Grundsätzliche Zustimmung, allerdings soll hier ja die Fußgängerzone untertunnelt werden.

      Die Tunnelrampen wären nur an den Rändern des Ortskern, würden also nicht ganz so stören.

    2. Grundsätzlich ist deine Argumentation ja nachvollziehbar, aber eben etwas zu pauschal. Denn in Kassel ist der interessante und relevante Teil der Innenstadt definitiv westlich des Königsplatzes, was östlich davon ist, ist wirklich nicht so interessant. Sind halt nur Neubauten mit (meiner subjektiven Meinung nach) nicht so interessanten Läden.

      Kassel hat in der Innenstadt breite Straßen und es ist definitiv nicht der Straßenbahnverkehr, der unter die Erde gehört.

      Na ja, in der oberen Königsstraße behindert der Tramverkehr den Fußverkehr schon erheblich. Und er fordert eben auch beim Bummeln permanente Aufmerksamkeit, um nicht von einer der in einer der dicht verkehrenden Trams erfasst zu werden.

      Außerdem sind da viele extrem enge Kurven, die mit den vergleichsweise schweren RT-Fahrzeugen befahren werden müssen. Die Schienen gehen dort, so weit ich weiß, regelmäßig kaputt, was für Sperrungen sorgt.

      Besser man begräbt den MIV.

      Das Eine schließt doch das andere nicht aus. Eine unter-die-Erde-Verlegung der Frankfurter Straße, die städtebaulich sehr zu begrüßen wäre, bleibt davon unberührt.

  5. Ich begrüße den Vorschlag sehr; kurzgesagt sprichst du mir direkt aus der Seele.

    Ich hätte allerdings noch anzumerken, dass die Sternkreuzung einiges an Verspätung bringen kann, da viele Autos, Busse und Trams aufeinander treffen. Daher schlage ich vor den Tunnel unter dem Stern hindurchzuführen.

    Die Tunnelausfahrt in Richtung Holländische Straße würde hinter dem Holländischen Platz liegen, wodurch seine Haltestelle zur unterirdischen Station werden würde (Holländischer Platz (U)).

    Die Ausahrt in Richtung Altmarkt würde unmittelbar hinter der Sternkreuzung liegen.

    Bei der Tunnelausfahrt in Richtung Lutherplatz müsste man gucken, wie lang die Rampe sein müsste und wo man sie baut, da es in diese Richtung ja bergauf geht.

    1. Des Weiteren würde ich vorschlagen für die Regiotram eine weitere Tunnelstrecke zu errichten, damit auch die RT5 am Königsplatz halten kann.

      Für den Späteren Verlauf hätte ich die Idee, die 5 von Vellmar bis VW-Werk Schleife fahren zu lassen, damit RT1 und RT4 nach Großenritte verlängert werden können. Ähnliches sehe ich bei der 4 vor: die 4 fährt dann nur noch bis Papierfabrik (in der HVZ weiter nach Oberkaufungen), RT5 und RT9 (Reaktivierung; diesmal erst ab Wabern) fahren dann nach Helsa/HeLi.

      1. Ich begrüße den Vorschlag sehr; kurzgesagt sprichst du mir direkt aus der Seele.

        Vielen Dank für diese Zustimmung!

        Ich hätte allerdings noch anzumerken, dass die Sternkreuzung einiges an Verspätung bringen kann, da viele Autos, Busse und Trams aufeinander treffen. Daher schlage ich vor den Tunnel unter dem Stern hindurchzuführen.

        Das haben ja jetzt schon einige angemerkt. Ich arbeite deshalb an einem zweiten Entwurf mit Tunnel unterm Stern hindurch.

        Die Tunnelausfahrt in Richtung Holländische Straße würde hinter dem Holländischen Platz liegen, wodurch seine Haltestelle zur unterirdischen Station werden würde (Holländischer Platz (U)).

        Das halte ich auch für sinnvoll, wenngleich natürlich nicht ganz billig.

        Bei der Tunnelausfahrt in Richtung Lutherplatz müsste man gucken, wie lang die Rampe sein müsste und wo man sie baut, da es in diese Richtung ja bergauf geht.

        Auf die werde ich wohl gänzlich verzichten, die Strecke ist bereits über den Hbf-Tunnel angebunden.

        Des Weiteren würde ich vorschlagen für die Regiotram eine weitere Tunnelstrecke zu errichten, damit auch die RT5 am Königsplatz halten kann.

        Ja muss sie ja, sie kann nicht mehr zum Auestadion fahren sondern muss zur Leipziger Straße.

        Für den Späteren Verlauf hätte ich die Idee, die 5 von Vellmar bis VW-Werk Schleife fahren zu lassen, damit RT1 und RT4 nach Großenritte verlängert werden können.

        Die VW-Schleife wird doch stillgelegt. Und warum RT nach Großenritte? Die Fahrzeuge sind teurer und schwerer, das wird dort nicht benötigt. Außerdem ist die Direktverbindung zur Uni auch ganz attraktiv für Studierende aus dem LK, denke ich.

        Ähnliches sehe ich bei der 4 vor: die 4 fährt dann nur noch bis Papierfabrik (in der HVZ weiter nach Oberkaufungen), RT5 und RT9 (Reaktivierung; diesmal erst ab Wabern) fahren dann nach Helsa/HeLi.

        Auch hierin sehe ich jetzt ehrlich gesagt nicht den großen Mehrwert. Die RT-Linien sind sicherlich auch verspätungsanfälliger.

        1. Die VW-Werk-Schleife müsste für mein Vorhaben natürlich reaktiviert werden.

          Nach Baunatal und Kaufungen hätten die RTs folgenden Mehrwert: sie sind breiter und länger wodurch sie mehr Fahrgäste fassen. Auf solche langen Strecken bieten sie auch ein besseres Fahrgefühl.
          Verspätungsanfälliger sind sie natürlich, da könnten komfortablere Fahrzeuge, die ausschließlich für Gleichstrom geschaffen sind Abhilfe schaffen, in dem sie im HBF (tief) starten und die Fahrgäste komfortabel an ihr Ziel bringen.

          Des weiteren würde ich eine Weitere Tunnelstrecke in Richtung Rathaus vorschlagen, die von den Linien 1, 3, 5 und 6 genutzt werden kann. Für ortskundige mag es kein Problem sein, von der Station Wolfsschlucht (U) zum Friedrichsplatz zu laufen. Für Touristen ist es aber eher schwierig. Darunter würden denke ich auch die dort angesiedelten Geschäfte leiden.

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