Beschreibung des Vorschlags
Der Kölner Bezirk Porz mit mehr als 117.000 Einwohnern sowie dem Kölner Flughafen ist erst seit 1975 Teil der Stadt, und immer noch deutlich schlechter angebunden als die meisten anderen Stadtteile. Die Anbindung Richtung Kölner Innenstadt ist mit der Stadtbahnlinie 7 sowie der Siegstrecke und Flughafenschleife recht gut ausgeprägt, Schienenbasierte Verbindungen aus den verschiedenen Porzer Stadtteilen zum Bezirkszentrum (Station Porz Markt) fehlen allerdings größtenteils. Außerdem gibt es anders als in anderen Bezirken keine Verknüfpung zwischen Stadt- und Eisenbahn, obwohl die Station Steinstraße und der Bf. Steinstraße sowie die Station Porz Markt und der Bf. Porz nur jeweils etwa 500m voneinander entfernt sind.
Um diese Probleme zu lösen, möchte ich basierend auf dem derzeitigen Busnetz mehrere Stadtbahnlinien einführen, sodass Porz sein eigenes kleines Stadtbahnnetz, welches natürlich eng in das des Rest Kölns integriert ist, kriegt. Die neuen Linien kriegen dabei einen für Kölner Standards vergleichsweise schlechten Ausbaugrad, bei dem sie zu großen Teilen auf der Straße fahren, während die Linie 7 bei ihrem gut ausgebauten Streckenverlauf bleibt und gemäß der offiziellen Planungen sogar nach Langel verlängert wird. Zusätzlich zu dieser habe ich inzwischen eine Linie 10 über Rath-Gremberghoven-Porz-Urbach-Grengel-Wahnheide-Wahn vorgeschlagen. Hier möchte ich die zweite wichtige Linie des Netzes vorschlagen, ich nenne sie Linie 8. Ich plane auch noch eine vierte Linie (6), die aber nur noch Lücken füllt die in der Zwischenzeit auch ohne diese gut weiterhin von Bussen abgedeckt werden können.
Außerdem erschließt diese Linie mit Humboldt und Gremberg zwei Stadtteile die bisher nur durch die alle 10 Minuten fahrenden Busse 153 und 159 erschlossen sind durch die Stadtbahn, und so direkt an die Kölner Innenstadt.
Vom Bus- zum Stadtbahnnetz
Das bisherige Busnetz in Porz ist recht gut ausgeprägt. Alle Linien, außer der 154, die ich im Folgenden nenne fahren dabei mit Gelenkbussen, inzwischen fast alle davon elektrisch (nur für die Linien 151/152 fehlt noch eine Schnellladestelle an der (H) Porz Markt die derzeit im Bau ist, daher fahren hier teilweise noch Dieselbusse). Die Linien 151 und 152 ergänzen sich fast auf dem gesamten Linienweg zu einem 10-Minuten-Takt und sollen in meinem Netz durch diese Linie 8 zwischen (S) Frankfurter Straße und Urbach ersetzt werden. Zwischen Mülheim und (S) Frankfurter Straße sollen die Busse weiterhin erhalten bleiben, oder langfristig durch eine andere Stadtbahnlinie ersetzt werden, bspw. eine Verlängerung der 13.
Die anderen wichtigen Busse sind die Linien 160, 161 und 162. Der Südteil der alle 20 Minuten fahrenden 162 wird dabei ebenfalls von dieser Linie ersetzt, die Linie 160 soll hingegen durch die 10 abgedeckt werden. Die dann noch nicht durch die Stadtbahn erschlossenen Teile von Porz übernimmt die Linie 161, welche mit dem Schlenker der 160 über Eil Kirche weiterhin zwischen Porz Markt und Flughafen fährt.
Strecke:
Nördlich (S) Frankfurter Straße
Die Strecke zweigt an der Severinsbrücke von der der Linie 7 und damit von der Ost-West-Achse ab. Damit dieser Vorschlag realisiert werden kann wird also ein Ausbau der Ost-West-Achse auf mehr Kapazität (42+ Bahnen pro Stunde und Richtung) vorrausgesetzt. Bis Gremberg ist die Linie noch mit eigenem Bahnkörper ausgelegt, ab dort gibt es allerdings auch teils große Teile straßenbündigen Bahnkörper. Daher sollte, wenn nach Ausbau der Ost-West-Achse möglich, die neue Linie am besten mit den Linien zusammen fahren, die ebenfalls vielen solchen Bahnkörper haben.
Die Strecke beginnt in Mittellage im Deutzer Ring, wo die erste wirklich neue Haltestelle Im Hasental entsteht. Es folgt der Wechsel in Seitenlage, direkt über der östlichen Zubringerstraße entsteht hierbei eine Haltestelle im Rohbau. In der Mitte der östlichen Zubringerstraße soll die rechtsrheinische Vollendigung der Ringe-Linie verlaufen, zu der hier ein Umstieg möglich wird. Nur wenig später verlässt die Strecke dann die Trasse neben dem Deutzer Ring und biegt nach rechts nach Humboldt ab.
Dort behält die Strecke aufs erste ihren eigenen Bahnkörper, indem der bisher nur für Fuß- und Radfahrer genutzte Platz teilweise auch ihr gewidmet wird. Hier entstehen nacheinander die Stationen (H) Burgenlandstraße, (H) Westerwaldstraße und (H) An der Lenzwiese. In Gremberg habe ich nun zwei Trassierungsmöglichkeiten eingezeichnet, eine günstigere mit straßenbündigem Abschnitt, und eine teurere Alternative, die einen komplett eigenen Bahnkörper hat. Letztere hat den Vorteil, dass man so bis zum S-Bahnhof Frankfurter immer mindestens einen besonderen Bahnkörper hätte, auf diesem Abschnitt also auch Bahnen die länger als 75m sind einsetzen könnte; außerdem wäre die völlige Trennung vom MIV deutlich weniger Verspätungsanfällig.
Sowohl die Eisenbahnstrecke als auch der Vingster Ring werden unterquert, zwischen den beiden gibt es allerdings genug Platz um im Einschnitt die Station Kuthstraße zu bauen, die das südliche Ende von Vingst besser anbindet. Die (H) Langendahlweg bindet weiterhin das „Waldbadviertel“ an, bevor die Strecke Richtung Süden schwenkt, die A4 überquert und dann auf die Frankfurter Straße trifft, ab wo sie als besonderer Bahnkörper in der Mitte der Straße verläuft. Der Frankfurter Straße wird nun fast bis zum Ende der Strecke gefolgt, da diese in Porz meistens mindestens so groß wie andere grob parallel laufende Straßen ist, sodass möglichst viel besonderer Bahnkörper möglich ist. Die Alternative Humboldtstraße liegt hingegen etwas zentraler, ist meiner Meinung nach für eine Straßenbahn aber eher schlechter geeignet.
Südlich (S) Frankfurter Straße
Auf der Frankfurter Straße ist die erste Haltestelle gleich eine der wichtigsten: der S-Bahnhof Frankfurter Straße kriegt einen direkten Umstieg zur Stadtbahn. Hinter der Haltestelle soll außerdem eine Wendeanlage entstehen, da dies ein logischer Schlusspunkt für Verstärkerfahrten aus der Innenstadt ist. Falls die Linie 13, oder eine andere Stadtbahnlinie, aus Mülheim bis hierhin verlängert wird, sollte diese Linie einen weiteren Bahnsteig neben dem der Linie 8 kriegen. Dafür müssten allerdings die darüber liegenden Brücken deutlich aufgeweitet werden.
Die Strecke verläuft ab hier weiter in der Mitte der Frankfurter Straße auf besonderem Bahnkörper über die (H) Hansestraße zur (H) Am Hochkreuz, wo sie das erste Mal auf die Linie 10 trifft, welche hier in Hochlage die Frankfurter Straße überquert. Zwischen den Bahnsteigen sollen direkte Aufzüge entstehen, um den Umstieg möglichst einfach zu gestalten. Auch die (H) Motorenwerke Deutz liegt weiterhin in der Mitte der Straße, bevor südlich der Theodor-Heuss-Straße, etwa auf Höhe der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung, die Straßenbahnstrecke auf die Straße führt, wo sie während der Durchquerung von Eil bleiben wird.
In Eil entstehen drei Stationen, die (H) Heumarer Straße, die (H) Eil Kirche und die (H) Im Falkenhorst. Direkt nach letzter verschwenkt die Straßenbahn wieder in Seitenlage, wo sie bis kurz vor der Kreuzung mit der Kaiser- bzw. Waldstraße bleibt. An dieser Kreuzung trifft die Strecke erneut auf die Linie 10, welche dieses Mal ebenfalls ebenerdig verläuft, sodass hier in zwei Richtungen Verbindungskurven entstehen. Direkt hinter der Kreuzung hält die 8 dann an der (H) Urbach Kaiserstraße. Nachdem die Strecke weiter auf der Frankfurter Straße verläuft wird dann auch die (H) Elsdorf erreicht. Am südlichen Ende des Stadtteils Elsdorf verlässt die Strecke dann die Frankfurter Straße, um zuerst parallel zu dieser zu verlaufen.
Nachdem die Strecke die Flughafenschleife überquert läuft diese im Bogen in Richtung Schulzentrum Wahn, welches dann eine Haltestelle kriegt, die außerdem den Norden des Stadtteils Wahn anbindet. Nach wenigen Metern Streckenverlauf auf der Nachtigallenstraße wird dann ein letztes Mal die Frankfurter Straße überquert, von wo aus die Strecke neben der Nachtigallenstraße zum Bahnhof Porz-Wahn verläuft, wo die Linien S12 und S19, bzw. zukünftig S12, S13 und S16, halten. Meiner Meinung nach sollte außerdem auch der RE6 um einen Halt bis hierhin verlängert werden. Außerdem fährt bis hier hin die bereits mehrfach genannte Linie 10, die die Stadtbahnhaltestelle allerdings aus der anderen Richtung erreicht.
Langfristige weitere Verlängerung
Vorerst wird durch diesen Vorschlag Porz-Wahn zum großen Umsteigeknoten zwischen Bus und Bahn, an dem es nicht direkt eine weitere Stadtbahnverlängerung braucht. Die Strecke kann aber noch weiter durch Wahn verlängert werden, wenn die Buslinien 160 und 162 komplett ersetzt werden sollen sollte diese Verlängerung über Lind zum DLR führen. Hierfür kann die Linie aber nicht mehr einfach über die Frankfurter Straße geführt werden.
In die andere Richtung endet die Strecke in der Ost-West-Achse, von der aus verschiedene Linienenden möglich sind. Entweder die Linie endet einfach am Neumarkt oder mit Verbindungskurve am Bf. Messe/Deutz, oder sie wird auf eine linksrheinische Linie durchgebunden. Hierfür geeignet halte ich, wenn mit der zukünftigen Ausgestaltung der Ost-West-Achse kompatibel, einen neuen Streckenast wie dieser in die Weststadt.
Betrieb
Die gesamte Strecke soll von der neuen Niederflur-Linie 8 tagsüber alle 10 Minuten befahren werden. Der Abschnitt zwischen Innenstadt und (S) Frankfurter Straße ist außerdem Kandidat für einen 5-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit. Da die Strecke mitten durch die Innenstadt führt sollte direkt auf 60m-Züge gesetzt werden.
Das Busnetz wird im Ausgleich stark eingekürzt. Die Linien 151 und 152 werden auf den Abschnitt Leverkusen-Mülheim-Frankfurter Straße eingekürzt. Die Linie 162 entfällt ebenfalls zwischen Porz-Markt und Bf. Wahn. Zusammen mit der Linie 10 können außerdem noch die 160 zwischen Porz-Markt und Bf. Wahn und die 154 zwischen Porz-Markt und Königsforst gestrichen werden.
Für den starken Ausbau der Stadtbahn im Bereich von Porz, sollte Porz seinen eigenen Stadtbahn-Betriebshof kriegen. Denkbar wären hierfür verschiedene Standorte, etwa im Gewerbegebiet bei der (H) Maarhäuser Weg, als Erweiterung bzw. Teilersatz des Busbetriebshofs Porz oder an einer beliebigen Stelle entlang der Strecken wo viel Platz für so ein Gelände ist. Einen reinen Ausbau der Abstellmöglichkeiten, wie es sie bisher entlang der Linie 7 gibt, halte ich bei einem eigenen kleinen Straßenbahnnetz in Porz nicht für sinnvoll, da diese hierfür recht große Dimensionen annehmen müssten, bei denen sich die zusätzlichen Vorteile eines richtigen Betriebshofes bereits lohnen.
Existierende Vorschläge
Ich habe sehr viele Vorschläge die eine bessere Anbindung von Porz nach Köln vorschlagen gefunden, aber keine die wirklich gut den existierenden Verkehrsflüssen der Busse folgen und auch die Mobilität innerhalb des Bezirks Porz abdecken wollen. Die Vorschläge welche nur die Linie 7 im Takt verstärken oder verlängern möchten lasse ich hierbei komplett aus.
Verbindung entlang der Frankfurter Straße:
- Köln-Mülheim – Köln-Porz von Ulrich Conrad
Dieser Vorschlag verbindet die Zentren von Mülheim und Porz über die Frankfurter Straße miteinander. Der Großteil von Porz wird hierbei allerdings verfehlt, da ab der (H) Am Hochkreuz in Richtung Porz Markt gefahren wird, weshalb dieser Vorschlag eine ganz andere Rolle als dieser einnimmt. - Linie 13: Bayenthal – Gürtel – Mülheim – Frankfurter Str. – Porz – Zündorf – Niederkassel von Monteverdi
Auch dieser Vorschlag verläuft ab der (H) Am Hochkreuz in Richtung Porz Markt, sodass auch hier der Großteil von Porz verfehlt wird. - Köln: Neue Linie 8 – Von Vogelsang nach Porz von alex8055
Auch dieser Vorschlag verläuft ab der (H) Am Hochkreuz in Richtung Porz Markt.
Verschiedenes:
- Köln-Porz – Wahnheide – Troisdorf – Siegburg von Ulrich Conrad
Dieser Vorschlag, der anders als der Name vermuten lässt nur bis Troisdorf verläuft, hat durch seinen Abzweig von der Linie 7 ein ganz anderes Ziel, hier wird wie der Titel sagt auch nicht Wahn sondern Wahnheide angebunden. Auch die Verlängerung bis Spich und Troisdorf halte ich nicht mehr für die Aufgabe der Stadtbahn, da dies eigene Orte sind, die über die S-Bahn schneller an Porz und Köln angebunden sind. - K SL8 Urbach Grengel Lind Wahnheide Elsdorf Porz Wahn KVB Köln neue Stadtbahnlinie 8 von b_hoepfner
Dieser Vorschlag ähnelt dem vorherigen recht stark und hat hauptsächlich die selben Schwachstellen. - Köln – Linie 2 von Lev-Chempark nach K-Lind via Deutz – KVB von alex8055
Dieser Vorschlag ist im Teil Urbach-Lind nahezu identisch wie der vorherige, weshalb ich auf diesen Teil nicht weiter eingehen werde. Was ihn allerdings besonders auszeichnet, ist die Verknüfung der Frankfurter Straße im Norden mit der Humboldstraße bis zur Feuerwehr. Allerdings halte ich die Führung parallel der Humboldtstraße für extrem konfliktanfällig, auf diese Art eine eigene Bahntrasse zu „erzwingen“ halte ich nicht für möglich oder sinnvoll. - Köln: Gremberghoven via Porz bis Troisdorf von alex8055
Auch dieser Vorschlag hat wieder Ähnlichkeiten zum vorherigen, auch hier halte ich die Streckenführung parallel zur Humboldtstraße für sehr konfliktreich und so nicht machbar. Außerdem werden hier sogar Gebäude durchquert. Die Anbindung an den Flughafen ist eine recht zeitaufwändige Stichfahrt. Eine Trassierung durch die Wahner Kaserne halte ich ebenfalls nicht für möglich, und auch hier halte ich die Fortführung bis nach Troisdorf nicht für den Zweck einer Straßenbahn, da hier die S-Bahn die deutlich schnellere Verbindung ist. - Köln: Stadtbahn Anbindung Gremberg von alex8055
Dieser Vorschlag hat in der Trasse Innenstadt-Frankfurter Straße sehr viele Ähnlichkeiten zu diesem Vorschlag, ab der (H) Am Hochkreuz gehen aber auch hier beide Vorschläge auseinander, da alex8055 schon wieder die bereits bemängelte Führung entlang der Humboldtstraße wählt. Die Folgende umwegige Fahrt über Grengel, Wahnheide und Lind nach Wahn übernimmt in meinem Konzept größtenteils die Linie 10 sowie für Lind die angesprochene potenzielle Verlängerung dieser Linie.
