Beschreibung des Vorschlags
Um Baumaßnahmen schnell zu realisieren, greift die Deutsche Bahn gerne auch zu Kompromissen, wie z.B. übergesetzlicher Lärmschutz, um Klagen der Anlieger zu verhindern, die das Projekt in die Länge ziehen könnten. Genau einen solchen Hebel soll diese Spange darstellen. Aber anders als bei übergesetzlichem Lärmschutz profitieren hier nicht nur die direkten Anlieger.
Ziel soll es sein, dass jeder Personenzug aus Norden über den Heide Park geleitet wird und dort auch hält. Folglich werden quasi die Gleise der Strecke Soltau-Buchholz mit der Strecke Soltau-Lüneburg/Winsen(Luhe) getauscht.
Inspiriert ist die Strecke von dem Schieneplus-Konzept („R-Option“ auf Seite 185-188 hier). Allerdings wird dort die Strecke 9111 zurückgebaut und der Verkehr aus Buchholz hält nicht am Heidepark (keine Verbindungskurven und der eben genannte Rückbau machen dies unmöglich).
Betriebskonzept:
An dem Bahnhof „Heide Park“ sollen die Regionalbahnen aus Lüneburg, Winsen (Luhe) und Buchholz/Hamburg halten. Außerdem soll der RE200 (Hamburg-Hannover) über die NBS auch hier halten (analog: Intertrain). Somit hätte der Heide Park eine direkte und stündliche Zugverbindung nach Hamburg und Hannover.
Ähnliche Vorschläge:
Es gibt den oben genannten Vorschlag von Schieneplus, der die Inspiration dieser Variante ist. Ungefähr den gleichen Streckenverlauf hat auch fabi hier schon vorgeschlagen. Und Thorben hat auch eine Führung über den Heide Park vorgeschlagen, allerdings von der Buchholzer Strecke. Mein Vorschlag ist schließlich eine Mischung aus den beiden Varianten.

Ich denke, man kann es auch übertrieben. Ein Freizeitpark ist m.E. nichts, was zu allen Tages–und Jahreszeiten unbedingt einen Bahnanschluss braucht, bzw. keinen so hochwertigen. Mit vernünftigen Anschlüssen in Soltau würde es denke ich reichen, eine Regionalbahnlinie (vmtl. nach Lüneburg) dort halten zu lassen.
Sehe ich ähnlich und deshalb habe ich mich auch in meinem NBS-Ergänzungsvorschlag dagegen entschieden, den Heide-Park umfassender einzubinden.
Nachteilig ist (abgesehen von Kosten und Wiederständen vor Ort) hier, dass es zu nicht ganz zu vernachlässigenden Fahrzeitverlängerungen kommt.
Das behaupte ich zum Glück auch nirgends. Die Bahn gibt aber (gerne) Geld für Extramaßnahmen aus, wenn im Gegenzug die Projekte schneller realisiert werden. Auf der Vogelfluglinie wird z.B. über 200 Millionen Euro für übergesetzlichen Lärmschutz ausgegeben, um die Realisierungschancen zu steigern. Von dem Geld profitieren verhältnismäßig wenige, bzw. die Aussicht aus dem Zug verschlechtert sich sogar enorm.
Ich fände besser, wenn diese Extramaßnahmen mehr der Allgemeinheit zugute kommen, als nur wenigen Anliegern. Hier im Heide Park wäre das der Fall. 2023 waren fast 1,7 Millionen Gäste im Heidepark. Also >4600 Gäste pro Tag. (die Saison geht von Ende März bis Ende Oktober, also sogar >8000 Gäste pro Tag). Die riesigen Parkplätze davor zeigen das Volumen. Mit einem direkten Bahnanschluss nach Hamburg und Hannover ließe sich die Besucheranzahl bestimmt nochmal um 30% steigern. Außerhalb der Saison, also zwischen November und März, könnten die Züge über den Bestand fahren.
Also nochmal zusammengefasst: Die Strecke ist nicht dringend notwendig, aber wenn die Bahn ohnehin „Schmiergeld“ verteilt, dann lieber in Projekte, die vielen nützen.