Beschreibung des Vorschlags
Offiziell geplant ist ein Ausbau des südlichen Innenrings für Regionalbahnen, mit einer Station am S Neukölln oder S Hermannstr. Für S Neukölln sprechen die höheren Fahrgastzahlen, die Vernetzung mit der längsten Berliner U-Bahn-Linie 7, und die kürzeren Wege Richtung Südosten. Allerdings ist dort wenig Platz. Zudem halten S41 aus Sonnenallee und S46/47 aus Köllnische Heide am selben Gleis, was häufig zu Verzögerungen führt.
Daher dieser Vorschlag zum Umbau: Der jetzige zweigleisige S-Bahnhof wird zum Richtungsbahnsteig nach Westen, S41 und S46/47 halten auf seperaten Gleisen. Westlich der Karl-Marx-Str. wird ein neuer zweigleisiger Kombibahnsteig erreichtet. Auf dem nördlichen halten alle S-Bahn-Züge nach Osten, auf dem südlichen die Regionalbahnzüge in beide Richtungen (laut Deutschlandtakt verkehren nur 2 Züge/h, diese treffen sich in Zehlendorf und Ostkreuz, also genügt ein Bahnsteig). Abgänge zu Karl-Marx-Str., Siegfriedstr. und Ringbahnstr. werden gebaut, ebenso ein Zugang zum U7-Verteilergeschoss, wo heute ein Laden ist. Vom östlichen Bahnsteig soll ein Abgang zur Lahnstr. ergänzt werden.
Das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs war auch einmal für Wohnungsbau vorgesehen, daher sollte man schnellstmöglich Fläche für Eisenbahninfrastruktur sichern.

An sich ein sinnvoller Vorschlag, dem S-Bahnhof Neukölln ein paar weitere Bahnsteigkanten zu spendieren und für die Regionalzüge ist Neukölln sicherlich auch attraktiver als Hermannstraße, auch wenn bei letzterem sicherlich die U8 der attraktivere Anschluss ist (Alexanderplatz).
Ein ähnlichen Vorschlag hatte ich auch einmal in einem anderen Entwurf gemacht. Ich verstehe ehrlicherweise nicht, warum es diese beiden „getrennten“ Bahnsteige braucht und warum diese nicht parallel liegen können? Die Fläche zwischen bestehendem Bahnsteig und Kaufland ist ja auch im weiteren Verlauf Bahnfläche. Und man könnte die Bahnsteige dann auch mit denselben Verbindungstunnel erschließen bzw. an die U-Bahn anbinden. Das überzeugt mich hier nicht so, bzw. ich sehe auch kein Argument, warum es nicht anders gehen könnte.
Parallel kann man auch bauen. Allerdings wird es teurer, weil man anstelle der Böschung Spundwände einsetzen muss. Außerdem ist eine Entzerrung der Fahrgastströme durchaus gewollt, in Neukölln wird viel umgestiegen, Verbindungstunnel, Fahrstuhl und Bürgersteig sind eng und überlaufen.
Aber das würde doch jetzt hier nur noch schwieriger werden, da man von der Südwestseite z.B. gar nicht so direkt in die U7 kommt, während der bestehende Bahnhof ja einen direkten U-Bahnzugang hat. Und Umsteigebeziehungen übereck (z.B. bei Bauarbeiten) müssten dann die Straße queren? Außerdem hat ja der bestehende Bahnsteig auch ein Ausgang im Norden. Von dem würde man in diesem Entwurf also gar nicht mehr die Fahrtrichtung Ostkreuz / Schöneweide erreichen. Die Kosten für eine Spundwand sind sicherlich nicht von der Hand zu weisen, aber ohne Größenordnung bzw. den Vergleich zu den übrigen Kosten bzw. der Abwägung mit den verkehrlichen Nachteilen dieser Variante ist das schwer zu bewerten.
Der Kombibahnsteig soll ebenfalls einen direkten U7-Zugang bekommen. Der Fußgängertunnel vom Kombibahnsteig mündet, gegenüber des besteheneden, in den U7-Nordausgang. Der Weg wird genauso kurz werden wie heute.
Der Umstieg von Südost nach Nordost wird tatsächlich länger, Bauarbeiten finden aber selten statt, und in Hermannstr. kann auch bahnsteiggleich umgestiegen werden.
Ich sehe bei diesem Vorschlag eher Nachteile gegenüber einem komplett gesonderten Regionalbahnsteig.
Zunächst einmal, für die S-Bahn ist die dritte Bahnsteigkante natürlich nur positiv. Der bequemere Umstieg ist auch schön, aber er nützt nur einer begrenzten Anzahl an Fahrgästen (nur für die Relation von Steglitz nach Schöneweide ist er wirklich relevant).
Für die Regionalbahn wäre der Vorschlag aber eher schlecht. Zwar ist nach dem derzeitigen Fahrplan keine Zugkreuzung in dem Bereich vorgesehen. Allerdings gibt es mit der Verbindungskurve in Schöneberg und der Ausfädelung der Görlitzer Bahn (die wahrscheinlich nur höhengleich funktionieren wird) schon Zwangspunkte, da muss man nicht noch einen weiteren eingleisigen Bereich einfügen. Hinzu kommt dann noch, dass ja nicht nur der Regio von der Stammbahn hier fahren würde; auch Güterzüge und Bereitstellungsfahrten könnten hier lang geführt werden, Regionalbahnen und Fernbahnen bei Bauarbeiten auf der Stadtbahn oder im Nord-Süd-Tunnel umgeleitet werden, oder langfristig sogar planmäßig Regionalzüge von Spandau über den Südring verlaufen. Mit nur einem Regionalbahnsteig würde man sich da vieles kaputt machen. Natürlich könnte man dafür auch einen weiteren Außenbahnsteig im Süden bauen. Aber dann müsste man entweder auf dem Südring im Linksverkehr fahren, oder man hätte nur noch relativ sinnlose bahnsteiggleiche Umstiege zwischen Regio und S-Bahn. Und man könnte nicht flexibel das Gleis wechseln.
Insofern glaube ich, dass es besser ist, wenn die Regionalbahn zwei Gleise mit einem Mittelbahnsteig bekommt.