Beschreibung des Vorschlags
Legende zur Karte
grau: bestehende oder offiziell geplante Strecken
braun: zusätzliche Infrastruktur für diesen Vorschlag
@Admins: Ich habe mich mit der Auswahl der Kategorie etwas schwer getan. Lasst mich gerne wissen, wenn ich sie nochmal ändern soll.
Motivation
Im Rahmen des S-Bahn-Ausbaus in Köln ist geplant, die Eifelstrecke in Hürth-Fischenich aus der Ortslage heraus zu verlegen, da die Bahnübergänge durch die zusätzlichen Züge sonst zu lange geschlossen wären und um den Lärm zu reduzieren. Dabei soll südlich des Orts auch ein neuer Verknüpfungsbahnhof zwischen der geplanten S15 und der Linie 18 entstehen. An der geplanten Station sind damit Umstiege in 4 Richtungen (S15 nach Köln, S15 nach Erftstadt/Euskirchen/Kall, 18 nach Köln, 18 nach Brühl/Bornheim/Bonn) möglich.
Ich möchte mit diesem Vorschlag anregen, etwas größer zu denken und noch vier weitere Anschlussstrecken anzuschließen. Damit entsteht ein „Superknoten“ mit Umstiegsmöglichkeiten in 8 Richtungen.
Liniennetz
- S-Bahn-Linie S15: Kall ↔ Euskirchen ↔ Erftstadt ↔ Hürth-Fischenich ↔ Köln Süd ↔ Köln Hbf ↔ … (20-Minuten-Takt)
- S-Bahn-Linie S17: Bonn ↔ Brühl ↔ Hürth-Fischenich ↔ Köln Süd ↔ Köln Hbf ↔ … (20-Minuten-Takt)
- Stadtbahn-Linie 5: Brühl Mitte ↔ Hürth-Fischenich ↔ Meschenich Nord ↔ Rondorf ↔ Chlodwigplatz ↔ Heumarkt ↔ Köln Hbf ↔ … (10-Minuten-Takt)
- Stadtbahn-Linie 18: Bonn Hbf ↔ Bornheim ↔ Merten ↔ Brühl Mitte ↔ Hürth-Fischenich ↔ Hürth-Hermülheim ↔ Sülzgürtel ↔ Barbarossaplatz ↔ Neumarkt ↔ Köln Hbf ↔ … (10-Minuten-Takt)
- Stadtbahn-Linie 70: Wesseling ↔ Brühl Ost ↔ Hürth-Fischenich ↔ Hürth Mitte (20-Minuten-Takt)
Teilprojekte
Verlängerung der „StadtBahn Süd“ nach Fischenich (und weiter nach Brühl)
Die Verlängerung der Nord-Süd-Stadtbahn über Rondorf nach Meschenich (Projekt StadtBahn Süd) ist mittlerweile in relativ konkreter Planung. Eine der letzten Entscheidung war, dass die Strecke in Meschenich Nord enden soll, da man für eine straßenbündige Verlängerung über die Kölner Landstraße keine zufriedenstellende Lösung gefunden hat. Damit stellt sich auch eine weitere Verlängerung nach Brühl entlang der Kölnstraße schwierig dar.
Daher möchte ich vorschlagen, die Verlängerung über den neuen Knoten in Fischenich zu führen. Dort ergeben sich Umsteigemöglichkeiten zur S-Bahn, die es bei einer direkten Führung nach Brühl nicht gegeben hätte. Die Umstiegsmöglichkeit ist auch sehr interessant für Fahrgäste, die von der S-Bahn aus Richtung Euskirchen oder Bonn kommen und in die Kölner Südstadt fahren wollen.
Die Strecke kann hinter der bisher geplanten Endhaltestelle „Meschenich Nord“ die Ortslage direkt wieder verlassen. Dazu ist nur ein kurzer straßenbündiger Abschnitt über die Alte Fischenicher Straße nötig. Die linke Rheinstrecke wird unterquert. Zwischen der linken Rheinstrecke und dem Knotenbahnhof Fischenich werden die neuen Gleise direkt neben der verlegten Eifelstrecke verlegt. Ab Fischenich wird die bestehende Strecke der Linie 18 bis Brühl Mitte genutzt. Dort gibt es bereits Wendeanlagen für zwei Züge.
Die neue Strecke ist nur ca. 2/3 so lang wie es eine Verlängerung nach Brühl entlang der Kölner Landstraße und der Kölnstraße gewesen wäre.
Fischenicher Kurve für die S17
Die linke Rheinstrecke verläuft nur ca. 450m weiter östlich vom geplanten neuen Knotenbahnhof. Hier soll laut den Zielnetzen eine neue S-Bahn-Linie S17 zwischen Köln und Bonn fahren. Dazu soll die linke Rheinstrecke auf 3-4 Gleise ausgebaut werden, zwischen Hürth-Kalscheuren und Brühl Güterbahnhof ist dabei ein viergleisiger Abschnitt vorgesehen.
Damit der neue Knotenbahnhof eine schnelle Verbindung nach Bonn erhält, möchte ich daher vorschlagen, die S17 mit einer Schleife über Fischenich zu führen. Besonders hervorzuheben ist die Umstiegsmöglichkeit für Fahrgäste der S17, die in die Hürther Innenstadt fahren möchten, da der Bahnhof Hürth-Kalscheuren am äußeren Stadtrand liegt.
Die dazu nötige Verbindungskurve habe ich für ca. 80 km/h trassiert. Da die S17 in Fischenich in die S16-Strecke einfädeln kann, verkürzt sich der auszubauende Abschnitt im Vergleich zum bisher geplanten viergleisigen Ausbau entlang der linken Rheinstrecke zwischen Hürth-Kalscheuren und Brühl Güterbahnhof. Kreuzungsbauwerke zur höhenfreien Ein- und Ausfädelung wären wünschenswert, lasse ich aber erstmal offen, da ich noch keine Informationen zur geplanten Gleisanordnung südlich von Hürth-Kalscheuren gefunden habe.
Eine solche Fischenicher Kurve war schonmal Teil der offiziellen Zielnetze, ist aber in der Zwischenzeit wieder verschwunden. Angesichts der neuen Planungen zur Verlegung der Eifelstrecke möchte ich aber anregen, die Idee nochmal aufleben zu lassen.
Reaktivierung der „Querbahn“
Bei der Querbahn zwischen Brühl Nord/Vochem nach Wesseling handelt es sich um eine Strecke, die bereits von der Stadtbahn befahren wird, aber nur von Ein- und Ausrückfahrten vom Betriebshof Wesseling zur Strecke der Linie 18. 1981 wurde der regelmäßige Betrieb eingestellt. Hier auf der Plattform wurde eine Reaktivierung schon mehrfach vorgeschlagen (siehe z.B. hier, hier, und hier), auch im Nahverkehrsplan des Rhein-Erft-Kreises wird sie thematisiert. Dabei wird vor allem eine Verbindung zwischen Brühl Mitte und Wesseling diskutiert. Diese Verbindung hat im Gegensatz zu den bisherigen Buslinien allerdings den Nachteil, dass der Brühler Bahnhof nicht angefahren wird.
Ich möchte daher vorschlagen, die neue Linie von Wesseling nach Hürth Mitte statt nach Brühl Mitte zu führen. Zwischen diesen beiden Orten mit 60.000 bzw. 40.000 Einwohnern gibt es bisher keine attraktive ÖPNV-Verbindung. Außerdem werden sowohl Wesseling als auch das Hürther Zentrum an die S-Bahn am neuen Knotenbahnhof Fischenich angeschlossen.
Auf der Querbahn werden Brühl Ost und Berzdorf mit neuen Stationen an das Stadtbahn-Netz angeschlossen. Auch in Wesseling entstehen neue Bahnsteige. An den Stationen sind Ausweichgleise oder Gleisverschlingungen nötig, da die Güterzüge sonst nicht an den Hochbahnsteigen vorbei kommen. Um nach Hürth Mitte (ZOB) zu kommen, soll die Linie die geplante Stichstrecke (Linie 19) nutzen. Dazu muss eine neue Gleiskurve quer über den ehemaligen Güterbahnhof gelegt werden.
Die neue Linie 70 soll zunächst im 20-Minuten-Takt mit Kurzzügen verkehren.
Der Knotenbahnhof Fischenich
Wie in den Visualisierungen der Bahn zu sehen, soll die S-Bahn-Strecke über den Stadtbahn-Gleisen liegen. Daran möchte ich nichts ändern. Die S-Bahn-Station möchte ich allerdings als Keilbahnhof ausführen, sodass die S17 die Linie 18 nicht zwei Mal kreuzen muss. Damit erhält die S17 ihre eigenen Bahnsteige, die auch in der oberen Ebene liegen. Damit die Linie 5 die selben Bahnsteige wie die Linien 18 und 70 nutzen kann, werden die Stadtbahn-Bahnsteige im Vergleich zur offiziellen Visualisierung etwas in Richtung Süden verschoben. Die Umsteigewege bleiben trotzdem alle relativ kurz.
Der Bahnübergang an der Stelle des neuen Bahnhofs soll beseitigt werden. Die Straßenführung in der Umgebung des neuen Bahnhofs muss aber ohnehin angepasst werden.
Für die Stadt Hürth ergibt sich mit dem neuen Bahnhof die Chance, ein großes Stadtentwicklungsprojekt für einen modernen Stadtteil mit wenig Autos und kurzen Wegen rund um den Bahnhof zu planen.
Fazit
Mit seinen 8 Anschlussstrecken bietet der „Superknoten“ Hürth-Fischenich Umsteigemöglichkeiten auf 22 Relationen (Fußnote 1). Vor allem die Verbindungen zwischen den unterschiedlichen Orten in Hürth, Brühl, Wesseling, Erftstadt, Bornheim sowie den südlichen Kölner Stadtteilen werden dabei deutlich attraktiver. Da der neue Bahnhof weitgehend auf der „grünen Wiese“ geplant wird, gibt es hier aktuell noch große planerische Freiheiten, die genutzt werden sollten.
Die zusätzlichen Infrastrukturmaßnahmen aus diesem Vorschlag könnten sich sogar als günstiger herausstellen als die Verlängerung der Linie 5 entlang der Kölnstr./Kölner Landstraße sowie dem viergleisigen S-Bahn-Ausbau zwischen Hürth-Kalscheuren und Brühl Güterbahnhof.
Verwandte Vorschläge
- Bestehende Vorschläge zur Reaktivierung der Querbahn sind oben bereits verlinkt. Relativ nah kommt meinem Vorschlag noch der Vorschlag von alex8055, der auch eine interessante Weiterführung nach Frechen und Pulheim beinhaltet. In Kombination mit meinem Vorschlag wäre so auch Frechen ↔ Bonn mit Umstieg in Fischenich eine interessante Verbindung.
- Vorschläge zur Verlängerung der Linie 5 gibt es auch (hier und hier). Sie nutzen aber beide die Kölner Landstraße, was vor kurzen politisch abgelehnt wurde (siehe oben).
- Es gibt bereits ein paar Vorschläge für eine Führung der S17 über Fischenich, die sind durch die offiziellen Planungen zur Verlegung der Eifelstrecke aber leider alle nicht mehr in der Form umsetzbar (hier, hier, hier und hier).
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Fußnote 1:
7+6+5+4+3+2+1=28. Allerdings zähle ich die Verbindungen, bei denen man in Fischenich in seiner Bahn sitzen bleiben kann, nicht mit (also 5 weniger). Außerdem zähle ich die Verbindung von Hürth-Mitte in Richtung Sülz nicht mit, da es hier die umsteigefreie Linie 19 geben soll. Bei der Verbindung von Brühl Mitte nach Wesseling kann man auch schon in Brühl-Vochem umsteigen, diese Verbindung zähle ich aber trotzdem mit, weil sie neu ist.

Würde die Linie 70 mit Doppeltraktionen oder Solo-Wagen verkehren? Und wäre der sehr überfällige T5 auf der Linie 18 bis Schwadorf mir Verlängerung der Linie 5 nach Brühl überflüssig?
Hier würde ich erstmal mit Solo-Wagen planen, da es sich um eine neue Relation handelt, die erst etabliert werden muss. Wenn die Nachfrage steigt, würde ich erst auf einen 10-Minuten-Takt gehen, bevor ich die Linie auf Doppeltraktionen umstellen würde.
Der offizielle Plan ist ein T5 bis Hürth-Hermülheim und dann weiter als Linie 19 nach Hürth Mitte. Wenn man weitere Taktverstärkungen haben möchte, müsste erst der Kölner Innenstadttunnel entlastet werden oder man schafft Alternativen wie diese Verbindungskurve.
Für Brühl würde die Linie 5 tatsächlich Entlastung schaffen. Man könnte sie bei Bedarf auch bis Schwadorf verlängern, das halte ich allerdings maximal in der HVZ für nötig.
Ich könnte mir auch vorstellen, dass einige Fahrgäste, die mit der 18 aus Richtung Süden kommen, in Fischenich in die S-Bahn umsteigen, weil man damit je nach Ziel deutlich schneller in Köln ist.
An diesem Vorschlag hab ich nichts auszusetzen.