Beschreibung des Vorschlags
Der Norden Hannovers ist nur unzureichend an das Stadtbahnnetz angebunden. Die dicht besiedelten Stadtteile Vahrenheide und Sahlkamp werden derzeit lediglich im Zehn-Minuten-Takt mit Zwei-Wagen-Zügen bedient. Die Hochhaussiedlungen am Hinrichsring verfügen über keinen Bahnanschluss, und die Busverbindungen zu den Vier Grenzen reichen oft nicht aus. Viele Stadtteile sind nur mit mehreren Umstiegen erreichbar.
Eine Lösung bietet die Verlängerung der derzeit zum Hauptbahnhof verkehrenden Linie 9. Diese soll ab der Haltestelle Spannhagengarten weitergeführt werden – über den Hinrichsring sowie den Spessartweg bzw. Steigerwaldweg – bis zur Alten Heide und von dort weiter zum Neubaugebiet Gartenstadt Sahlkamp. An der Alten Heide bestünde ein Anschluss an die Linie 2, womit eine Verbindung zwischen A- und B-Linien außerhalb der Innenstadt geschaffen würde. Am Endpunkt Gartenstadt Sahlkamp wären perspektivisch Erweiterungen oder der Bau einer Ringlinie in Richtung Langenhagen denkbar.
Es gibt jedoch infrastrukturelle Herausforderungen. Die Spannhagenstraße ist relativ schmal, und die bestehende Kanalbrücke ist nicht für zweigleisigen Bahnverkehr oder größere Lasten ausgelegt. Ein Brückenneubau wäre möglicherweise erforderlich. Alternativ könnte die Brücke für den Autoverkehr gesperrt und eingleisig für die Bahn genutzt werden – dies könnte den Bahnverkehr jedoch behindern und wäre unter Umständen aufgrund der Traglast nicht realisierbar.
Auch die Haltestelle Spannhagengarten müsste nach Westen verlegt und als Linksaussteiger-Haltestelle neu gebaut werden, um einen schnellen Umstieg zu ermöglichen.

Wenn du schon in diese Richtung verlängerst, kannst du gleich einen Lückenschluss mit der SL1 in Langenhagen vorschlagen.
Der Lückenschluss führt hauptsächlich durch unbebautes Gebiet, gleichzeitig muss aber eine neue Brücke über die Autobahn gebaut werden und eine Lösung südöstlich der jetzigen Endhaltestelle Langenhagen gefunden werden um dort die Linie fortzusetzen. In unendlicher Vorraussicht hat man dort ja anscheinend extra keinen Platz für Verlängerungen gelassen…
Da kann ich es schon verstehen, dass man erstmal nur den Streckenabschnitt bis Sahlkamp vorschlägt.
Ich bin kein Fan von der Idee, weil man dann zwei Linien hätte (2 und 9), die sich gegenseitig die Fahrgäste wegnehmen würden. Sie führen auf verschiedenen Strecken, hätten aber dasselbe Ziel. Da ist es sowohl aus Sicht der Fahrgäste als auch in wirtschaftlicher Hinsicht sinnvoller, voll auf die Linie 2 zu setzen. Wenn sie die Fahrgäste mit dem heutigen Ausbaustandard+Rollmaterial nicht mehr transportieren kann, muss die Infrastruktur Linie 2 halt ausgebaut werden.
Wenn eine U-Bahn nach Laatzen, Mittelfeld, Sarstedt oder wohin auch immer gebaut werden muss, damit ein 5-Minuten-Takt mit 100-Meter-Zügen zu bewerkstelligen ist, dann ist das halt so. Zumindest die 2-Nord sollte ja, mit Ausnahme der Bahnsteiglänge, für den Betrieb von 100-Meter-Züge taugen, oder?
Die 2 in Richtung Alte Heide wird aktuell für 75m-Züge ausgebaut, bislang sind nur 50m-Züge möglich. Dieser Ausbau sollte nach den mir vorliegenden Zahlen (siehe hier) erstmal ausreichend sein, um die Nachfrage abzudecken. Außerdem besteht auf der B-Strecke auch Kapazität für eine weitere Linie, eine Taktverdichtung wäre also auch noch möglich.
Allgemein kann die zusätzliche Anbindung an die A-Strecke nicht schaden – ob so wie hier vorgeschlagen, über eine andere Brücke oder über Bothfeld, das sei mal dahingestellt, was sinnvoller ist. Denn mit einer zweiten Strecke könnte die Zuverlässigkeit deutlich verbessert werden. Außerdem ist auch die direkte Anbindung an die Lister Meile natürlich ein Vorteil und auch der Fakt, dass der Norden der List nicht so gut angebunden ist, spielt hier eine Rolle.
Wenn die 2 mittelfristig ausreichend Kapazitätsreserven aufweist, ist das natürlich umso besser, dann benötigt sie umso weniger Entlastung.
Die Neubaustrecke könnte sonst natürlich durch die bessere Anbindung der List gute Fahrgaszahlen generieren, allerdings weist die A-Nord bereits drei Äste auf. Für ein straßengängiges Stadtbahnsystem, welches stellenweise Aufgaben einer Schnellbahn wahrnehmen und dafür auch langfristig ausreichend Kapazitätsreserven aufweisen muss, halte ich das schon für die Grenze des Erträglichen. Für die Zukunft möchte man sich vielleicht die Möglichkeit offenhalten, nach Misburg Meyers Garten und Fasanenkrug jeweils alle fünf Minuten zu fahren. Kommunale Bahnnetze werden ja für Jahrhunderte gebaut. Auf halber Strecke einen vierten Außenast einzufügen und über die A-Strecke mit verkehren zu lassen, finde ich daher nicht vertretbar, das würde die A-Strecke kastrieren, zumal Sahlkamp ohnehin schon Stadtbahnanschluss hat. Daher sollte man erstmal auf Busse setzen.
Vielleicht führt man ja eines Tages Niederflurbahnen in Hannover ein, wenn man merkt, dass die Stadtbahn nicht Feinerschließung und übergeordnete Schnellbahnaufgaben gleichzeitig übernehmen kann und der Bus stellenweise nicht ausreicht. Vielleicht wäre dann eine Niederflurtram von Gartenstadt Sahlkamp nach Kleefeld/Pferdeturm über Alte Heide, Spannhagengarten, (wie in dem Vorschlag) Med. Hochschule (neu), Misburger Str sinnvoll (wenn die Fahrgäste es hergeben).
Wie schon in der Antwort auf Bueffel59 erwähnt finde ich, dass die Verbindung grundsätzlich eine Überlegung wert ist. Einige Fragen bleiben aber offen:
1. Aktuell ist eigentlich geplant, die 9 über die neue MHH zur Misburger Straße zu verlängern. Das verhindert dein Vorschlag, eine fünfte Linie auf der A-Strecke passt nicht, welche Alternative siehst du hier vor?
2. Warum nutzt du die Spannhagenstraße und nicht Am Listholze für die Trasse nördlich der Podbielskistraße? Die Brücke über den Mittellandkanal ist breiter und die Gebiete am Kanal liegen noch weiter weg von der Stadtbhan als an der Spannhagenstraße.
3. Du solltest etwas mehr Aufwand in die Zeichnung stecken. Die Trasse führt aktuell über Geh- und Radwege und durch Vorgärten. Das geht besser, es sollte schon klar werden, ob die Trasse auf der Fahrbahn oder auf einer der Seiten zulasten von Kleingärten geführt werden soll.
Warum bleiben all die Kommentare unbeantwortet?
Es tut mir leid für die späte Antwort, ich hatte die letzten Tage viel zutun.
1. Allgemein halte ich persöhnlich nicht so viel von der Anbindung der MHH am A-Netz und unterstütze eher eine Andindung am D-Netz angelehnt an diesen Vorschlägen: 1, 2, wobei im die Linie 10 bis Zoo, dann zum HCC und durch der Grünanlege vor dem Eilenridestadion über den Messeschnellweg nach Kleefeld weitergeführt werden soll. Tatsächlich habe ich mir ehrlich gesagt keine großen Gedanken darüber gemacht aber.
2. Ein wesentlicher Ziel der Idee war eine Anbindung der Hochhaussiedlung am Hinrichsring/Gorch-Fock-Weg, da dort eine hohe Siedlungsdichte vorhanden ist, anders als am Listholze, zumal dort die 122 in 10/15-Minutentakt fährt.
3. Platztechnisch würde es nur funktionieren, wenn auch Kleingärten rückgebaut werden. Ich werde in küntigen Vorschlägen solche Aspekte mehr berücksichtigen.