Beschreibung des Vorschlags
Willich leidet bereits seit langem an einer schwachen ÖPNV-Anbindung. Obwohl es inmitten mehrerer Großstädte liegt (Düsseldorf, Krefeld, Mönchengladbach, Viersen), besteht zu keiner dieser Städte eine wirklich brauchbare Verbindung. Eine besondere Schwachstelle stellt die Verbindung nach Düsseldorf dar, die nur über mühsame Umwege, lange Strecken und viele Zugausfälle (RE10) überhaupt gegeben ist.
Das ist insbesondere deswegen ärgerlich, weil viele Willicher nach Düsseldorf pendeln, um zur Arbeit oder zur Universität zu gelangen. Fast alle tun dies mit dem Auto, da es keine verlässliche Verbindung nach Düsseldorf gibt. Die Nachfrage ist also durchaus vorhanden, da sich viele Willicher nach Düsseldorf orientieren und sich aufgrund der aktuellen mehr als suboptimalen Situation nach einer verlässlichen Verbindung, egal auf welche Art und Weise, sehnen. Nachtschwärmer, die in der Düsseldorfer Altstadt feiern gehen möchten, haben meist gar keine Verbindung mehr für den Rückweg.
Daher entwarf ich diesen Linienvorschlag als Pendant Willichs zu den anderen Schnellbuslinien in Düsseldorf, welche die Großstadt bereits jetzt mit kleineren umliegenden Städten wie Kaarst, Meerbusch, Langenfeld, Haan, Ratingen, Ratingen-Lintorf etc. verbinden.
Es handelt sich um eine Direktverbindung von Willich, Wekeln und Schiefbahn aus über die A52 nach Heerdt, Oberkassel, Stadtmitte (mit Anschlüssen Richtung Hauptbahnhof und an die Wehrhahn-Linie), Bilk inkl. dem dortigen Bahnhof und die Universität, die diverse zentrale Umstiegspunkte in Düsseldorf anfährt und die interessantesten Orte für Pendler bedienen dürfte.
Gegen den Vorschlag könnte sprechen, dass der Weg über die A52 bis nach Schiefbahn für eine Busverbindung recht lang ist. Da die Verkehrspolitik Willichs aktuell vollständig auf den Pkw-Verkehr ausgelegt ist erscheint eine Bahnlinie erstmal jedoch kaum umsetzbar (leider), weswegen ein Schnellbus als einzige mögliche (und theoretisch auch relativ zügig umsetzbare) Option bleibt. Eine U74 über Meerbusch nach Willich dürfte aktuell bspw. am teilweise fehlenden Platz für eine eigene Trasse und dem mangelnden Willen in der Politik, solch große Baumaßnahmen umzusetzen, scheitern.
Die Schnellbuslinie würde wahlweise an Düsseldorf-Südpark oder aber Universität Süd – an beiden Stationen gibt es Wendeschleifen – starten, möglicherweise auch abwechselnd und damit die Universität anbinden, die ebenfalls von einer Erweiterung des ÖPNV-Angebots auch innerhalb von Düsseldorf profitieren dürfte. Über die Route des Metrobusses M3 fährt sie dann die H „Moorenstraße“ an, weicht dann jedoch leicht von dessen Linienführung ab, um über „Merowingerplatz“ die zentrale Station „Bilk S“ zu erreichen. Als erste Linie, welche die beiden Haltestellen verbindet, könnte die Linie auch die H „Bilker Allee / Friedrichstraße“ anfahren. Dafür müsste dort aufgrund der Einbahnstraßen allerdings ein neuer Bussteig eingerichtet werden, damit die Busse keinen großen Umweg fahren müssen.
Von dort aus biegt sie auf die Route der bestehenden Schnellbuslinien 780, 782, 785 und SB50 in Richtung Langenfeld, Haan, Hilden und Solingen ab, um das Düsseldorfer Stadtzentrum und die Altstadt anzubinden. Über die Oberkasseler Brücke führt sie dann nach Oberkassel und hält dort am „Belsenplatz“, bevor sie entlang der Route des Metrobusses M3 das Gewerbegebiet „Am Seestern“ anbindet, zum „Nikolaus-Knopp-Platz“ führt und neben der U75-Trasse weiter nach Heerdt hinein fährt. Bis zum „Handweiser“ werden alle Stationen der U75 ausgelassen, um die Linie zu beschleunigen. Dort besteht eine hervorragende Umstiegsmöglichkeit in Richtung Neuss. Die H „Gewerbegebiet Zülpicher Straße“ ist die letzte Station, bevor die Busse auf die A52 einbiegen.
Über die A52 fährt die Linie schließlich bis zur Ausfahrt „Schiefbahn“, hält dort jedoch nur an „Schiefbahn Kirche“, um Zeit einzusparen. Über die Landstraße fährt sie nach Wekeln hinein und hält dort am „Bonnenring“. Aktuell halten die in Wekeln verkehrenden Schnellbusse (SB 86) zwar an der Station „Am Anger“. Ich halte einen Halt am Bonnenring angesichts der zentraleren Lage in Wekeln und der besseren Anschlussmöglichkeiten auch an die Gewerbegebiete (053) jedoch für sinnvoller.
Letztlich führt die Linie von Wekeln ins Zentrum Willichs, wo sie ebenfalls nur die wichtigsten Haltepunkte, insbesondere den Knotenpunkt „St. Töniser Straße“ bedient. Sie endet an der Station „Halskestraße“, wo Anschluss an die Gewerbegebiete Willichs, nach Anrath und nach Neersen besteht. Optional könnte man die Linie zur besseren Erschließung des Ortszentrums in Willich auch von der Haltestelle „Bonnenring“ aus entlang der Strecke der aktuellen Linie 036 über „Willich Kirche“ zur „Parkstraße“ führen, bevor sie die Haltestelle „St. Töniser Straße“ bedient. Das würde jedoch auch zu einer längeren Fahrtzeit führen.
Zur HVZ könnte die Linie im T20 oder T30 verkehren, zur NVZ und am Wochenende im T60. Gerade am Wochenende wäre die Linie auch ein großer Gewinn für Düsseldorf-Oberkassel, da die Metrobuslinie M3 dort nicht verkehrt und die Haltestelle „Ferdinand-Braun-Platz“ wochenends bisher gar nicht angefahren wird. Das würde sich mit Einführung der Linie ändern. Wünschenswert wäre am Wochenende auch die Einrichtung eines Nachtverkehrs, der in der Nächten von Freitag auf Samstag sowie Samstag auf Sonntag wenigstens im T120 fährt.
Ich würde mich sehr über Kommentare und Anregungen freuen!
