Reaktivierung Steinhuder-Meer-Bahn Wunstorf – Steinhude – Loccum – Leese

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Beschreibung des Vorschlags

Bis 1964 wurde zwischen Wunstorf und Rehburg Personenverkehr auf der schmalspurigen Steinhuder Meer-Bahn betrieben, bis 1935 führte die Strecke weiter über Leese bis nach Uchte. Parallel zu diesem zweiten Abschnitt gab es bis 1961 Personenverkehr auf der Bahnstrecke Stadthagen – Leese. Die Streckenführung dieser beiden historischen Strecken halte ich jedoch für unglücklich, insbesondere der Südabschnitt von Stadthagen – Leese ist sehr dünn besiedelt und durch die Führung über Stadthagen ergeben sich lange Umwege nach Hannover. Durch die Verwendung von Meterspurgleisen auf der Steinhuder Meer-Bahn war es auch nicht möglich, die Züge von Steinhude aus nach Hannover durchzubinden. Da das Steinhuder Meer jedoch ein bedeutendes Naherholungsgebiet der Region Hannover ist und da die Region um Leese und Stolzenau bisher nur unzureichend nach Hannover angebunden ist, möchte ich eine Wiederaufnahme dieser Verbindung vorschlagen.

 

Streckenbeschreibung:

Zwischen Wusntorf und Bokeloh wird die noch bestehende Normalspurstrecke weitergenutzt. Die Kurvenradien liegen dort bei mindestens 300m, was eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 80 km/h möglich macht. Im Stadtgebiet von Wunstorf soll im Zentrum an der IGS und im Gewerbegebiet „Am hohen Holz“ mit mehreren Verbrauchermärkten gehalten werden. Ein weiterer Halt entsteht in Bokeloh (2.250 EW). Der nächste Bahnhof liegt in Steinhude (5.120 EW) direkt am Meer, er ist mit zwei Bahnsteiggleisen aufgebaut, wodurch hier eine Zugbegegnung möglich ist. Durch seine Lage werden die Promenade und das Zentrum optimal erschlossen, sodass die Anbindung insbesondere für Touristen optimal ist. Aufgrund der Lage des Bahnhofs ist ein Kopfmachen der Züge in Steinhude erforderlich. Sollte Güterverkehr im größeren Ausmaß anfallen, so könnte dieser den Kopfbahnhof Steinhude über eine seperate Kurve umfahren.

Nach dem Kopfmachen verläuft die Strecke nördlich an Altenhagen und Hagenburg (zusammen 4.580 EW) vorbei, im Norden von Hagenburg wird gehalten. Ab hier existieren auch kaum noch enge Kurven, sodass ich eine Höchstgeschwindigkeit von 120 – 140 km/h für realisierbar halte. Würde die Strecke nun weiter über Winzlar und Rehburg führen, so könnte in Loccum nicht zentral gehalten werden. Daher schlage ich vor, die Strecke südlich an den Rehburger Bergen vorbeizuführen. Nach einem Halt bei Sachsenhagen (1.980 EW), der auch die meisten OT der Stadt Wölpinghausen (1.603 EW) gut anbindet, führt die Strecke in einem kurzen Tunnel auf etwa 70 m Höhe unter der Straße in Bergkirchen durch, die Topografie macht das an dieser Stelle erforderlich. Nach Überquerung der L371 trifft die Strecke dann südlich von Münchehagen auf die historische Trasse Stadthagen – Leese, die bisher an nahezu keiner Stelle überbaut ist. Der Halt in Münchehagen (1.950 EW) soll eine zentralere Lage erhalten. Im Bereich des Haltes in Loccum (2.915 EW) muss wahrscheinlich ein Haus abgerissen werden, das halte ich aber für vertretbar, da im Umfeld viele freie Grundstücke vorhanden sind.

Die Bahnübergänge auf dem Abschnitt bis nach Bokeloh sollen im Wesentlichen erhalten bleiben und technisch gesichert werden. Auf dem folgenden Abschnitt, der rechtlich als Neubau zu betrachten ist, sollen nur wenige Bahnübergänge errichtet werden. Diese Bahnübergänge sind eingezeichnet und dienen in der Regel nur der Erschließung weniger Häuser in Ortsrandlage, lediglich der Bahnübergang in Loccum liegt an der Rehburger Straße, die auch Durchgangsverkehr aufweisen dürfte.

 

Betrieb:

Die Nachfrage dürfte auf dem Abschnitt bis Steinhude/Hagenburg wesentlich höher sein, als auf dem folgenden Abschnitt. Daher schlage ich vor, die Strecke bis dort mit einer stündlichen S-Bahn zu bedienen und die Gesamtstrecke nur mit einer stündlichen Regional- oder Express-S-Bahn zu bedienen. Eine Durchbindung der Linien jenseits von Hannover wäre prinzipiell denkbar, insbesondere bei der S-Bahn gibt es aber Stand jetzt keine sinnvollen Möglichkeiten zur Durchbindung. Die Linien sollten zwischen Wunstorf und Steinhude/Hagenburg um etwa 30 Minuten versetzt verkehren.

Linie Abschnitt Takt
S (Hagenburg -) Steinhude – Bokeloh – WU-West – WU-Zentrum – Wunstorf – Dedensen/Gümmer – Seelze-Lohnde – Seelze – Letter – H-Leinhausen – H-Nordstadt – H-Hbf 60
RB Leese – Loccum – Münchehagen – Wölpinghausen-Bergkirchen/Sachsenhagen – Hagenburg – Steinhude – WU-Zentrum – Wunstorf – Seelze – H-Leinhausen – H-Nordstadt – H-Hbf 60

 

Vergleich zu ähnlichen Vorschlägen:

Es existiert bereits ein recht ähnlicher Vorschlag von niklas.torf, der allerdings ausgesprochen rudimentär ausgearbeitet ist und an zahlreichen Stellen gegen die technischen Grundlagen zur Errichtung von Eisenbahnstrecken verstößt (insbes. in Steinhude, Loccum und Leese). Daraus folgt, dass sich meine Streckenführung insbesondere zwischen Hagenburg und Loccum massiv von der von Niklas unterscheidet.

Bei der Trassierung bis nach Steinhude entspricht mein Vorschlag weitestgehend dem von 103612, weitere Vorschläge zur Wiederanbindung von Steinhude haben bereits Viafer und fabi, diese Vorschläge enthalten aber alle keine Anbindung von Hagenburg, Sachsenhagen, Münchehagen, Loccum und Leese an Hannover.

Metadaten zu diesem Vorschlag

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7 Kommentare zu “Reaktivierung Steinhuder-Meer-Bahn Wunstorf – Steinhude – Loccum – Leese

  1. Wie wäre es, die reaktivierte StMB auf die S51 durchzubinden, die bisher in Seelze endet? Wenn diese vom stündlichen HVZ-Verstärker zur durchgehend halbstündlich verkehrenden Linie ausgebaut würde, könnte man zwischen Wunstorf und Hannover einen attraktiven durchgehenden Viertelstundentakt einrichten. Oder noch besser: S21 und S51 tauschen die nördlichen Linienäste und der Viertelstundentakt ginge von Wunstorf bis Barsinghausen.

    1. Ja, das wäre eine interessante Möglichkeit. Wobei ich das Haltemuster der S51 im Norden von Hannover unpraktisch finde. Es ist lediglich auf diejenigen ausgelegt, die aus Seelze ins Zentrum wollen. Aus Seelze erreicht man ja mit den anderen Verbindungen gut Leinhausen (Übergang zur 4 & 5) und die Nordstadt (Übergang zur 6 und ggf zu anderen S-Bahnen), sodass die Halte im Moment wirklich nicht so wichtig sind. Wenn die S51 die StMB bedient, sollten die Halte mMn aber angefahren werden um die Einbindung in den Gesamtverkehr zu verbessern.

      Was den Tausch von S21 und S51 betrifft. Kann man zwar grundsätzlich machen, halte ich aber für schwierig. Ein Viertelstundentakt ist zwischen Egestorf und Barsinghausen von der Kapazität her schwierig und auch von der Nachfrage her nicht unbedingt nötig, das sehe ich beides bei der S51 eher.

  2. Bis Steinhude ist es durchaus realistisch: Anschluss größerer Orte in Pendlerentfernung zum Großraum Hannover mit nur mäßigem Aufwand. Wäre vielleicht vergleichbar mit Dachau – Altomünster, nur eine Nummer kleiner. Danach… Weiß ich nicht genau. Könnte man auf jeden Fall in einem zweiten Schritt offen halten. Aber wäre es nicht sinnvoll, das größere Sachsenhagen etwas zentrumsnäher zu erreichen?

    1. Aber wäre es nicht sinnvoll, das größere Sachsenhagen etwas zentrumsnäher zu erreichen?

      Generell definitiv. Habe mir gerade noch mal die Topographie etwas gründlicher angeguckt, wahrscheinlich ginge es südlich an Bergkirchen vorbei, dann wäre die Strecke recht dicht an Sachsenhagen dran. Zentral durch den Ort halte ich für nicht machbar, dann müsste man südlich an den Bergen vorbei, was ein großer Umweg wäre.

      Schaue mir das die Tage noch mal im Detail an und plane dann ggf um.

        1. Danke, so gefällt es mir schon deutlich besser. Man könnte die parallel laufende Hagenburger Straße auch neu trassieren, um die Anzahl der Querungen etwas zu minimieren. Außerdem wäre zu überlegen, ob für Steinhude wirklich ein Kopfbahnhof die sinnvollste Lösung ist. Aufgrund der endenden S-Bahn und einem möglichen zweistufigen Projekt, könnte man dies mit „Ja“ beantworten, andererseits baut man sich da ein betriebliches Hindernis fest ein, insbesondere wenn hier möglicherweise mal Güterverkehr fahren soll. Die Entscheidung müssen aber wohl die Steinhuder treffen, abhängig davon ob sie eher pro zentrumsnahem Bahnhof sind oder diese Bahn lieber nicht in ihrer Nähe wollen.

          1. Man könnte die parallel laufende Hagenburger Straße auch neu trassieren, um die Anzahl der Querungen etwas zu minimieren.

            Könnte man machen. Ist die Frage, was letztendlich günstiger ist.

            Außerdem wäre zu überlegen, ob für Steinhude wirklich ein Kopfbahnhof die sinnvollste Lösung ist. Aufgrund der endenden S-Bahn und einem möglichen zweistufigen Projekt, könnte man dies mit „Ja“ beantworten, andererseits baut man sich da ein betriebliches Hindernis fest ein, insbesondere wenn hier möglicherweise mal Güterverkehr fahren soll.

            Meiner Meinung nach ist der zentrale Halt essentiell, um Touristen direkt an ihr Ziel zu bringen. Für Pendler mag es nicht so schlimm sein, wenn sie zunächst mit dem Fahrrad/Auto zum nächsten Bahnhof fahren müssen, Touristen haben das häufig nicht vor Ort und müssen daher direkt ans Ziel gebracht werden. Recht ähnlich hat man ja in Starnberg den Bahnhof direkt am Seeufer, was meiner Kenntnis nach gut funktioniert.

            Was den Güterverkehr betrifft (der ja nur als Umleiterverkehr von Hannover nach Nienburg – Bremen/Maschen in Frage käme), könnte man auch noch ein Gleisdreieck ergänzen (zeichne ich noch mal ein). Damit sich das lohnt bräuchte es aber schon einiges an Güterverkehr.

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