Beschreibung des Vorschlags
Langfristig strebt der Regionalverband Großraum Braunschweig eine schienengebundene Verbindung zwischen Helmstedt und Wolfsburg an, deren Führung vermutlich grob diesem Vorschlag ähneln wird. Mein Vorschlag zielt darauf ab, den vielen Pendlern von Helmstedt nach Wolfsburg und zurück schon jetzt einen schnelle Verbindung im SPNV zu geben, die langfristig durch die direktere Strecke ersetzt werden kann. Besonders durch die 2028 geplante Eröffnung des Haltepunktes Wolfsburg-Sandkamp in der Nähe eines Eingangstores des VW-Werks verkürzt die Reisezeit von Helmstedt zum VW-Werk im Vergleich zum Bus noch weiter. Besonders vor dem Hintergrund des Baus dieser Station böte sich die Möglichkeit, die Machbarkeit dieser neuen Linie zu überprüfen.
Strecke
Die Linie beginnt in Helmstedt, hält unterwegs an allen Stationen, unter anderem Königslutter, macht in Weddel Kopf und verkehrt dann auf der Weddeler Schleife via Fallersleben und Wolfsburg-Sandkamp zum Wolfsburger Hauptbahnhof.
Laut Pendleratlas pendeln derzeit ungefähr je 2.000 Menschen aus Helmstedt und 2.000 Menschen aus Königslutter nach Wolfsburg. In die andere Richtung sind es ca. 500 und 200. Dazu kommen ungefähr 1.500 mehr aus den restlichen Orten entlang der Strecke (Süpplingen, Frellstedt, Schandelah). Insgesamt sind das um die 6.200 Berufspendler, die durch die Strecke profitieren könnten. Dazu kommen Menschen, die in Wolfsburg einkaufen oder anderweitige Dinge verrichten.
Infrastruktur
Größere Ausbauten an der Infrastruktur sind für diese neue Linie nicht nötig. In Helmstedt kann sie das Kopfgleis (Gleis 4) nutzen. In Wolfsburg müsste man prüfen, ob die Errichtung eines weiteren Gleises notwendig wäre. Da dort westlich des Bahnhofsgebäudes reichlich Flächen vorhanden sind, sollte das keine unmögliche Aufgabe darstellen.
In Weddel ist (siehe Kommentar von Intertrain) vermutlich eine weitere Bahnsteigkante notwendig, da der Bahnhof schon jetzt a seine Kapazitätsgrenze stößt. Da die Errichtung eines dritten Gleises von der Ostzufahrt des Braunschweiger Rangierbahnhofes (Abzw. BS-Buchhorst) nach Weddel im Bundesverkehrswegeplan bereits im vordringlichen Bedarf geführt ist, beschränkt sich die notwendige Infrastruktur auf eine weitere Bahnsteigkante. Diese könnte südlich des neuen Gleises angeordnet werden. Damit ließe sich die Erschließung durch eine Rampe bzw. Treppe von der Bauernstraße relativ einfach realisieren.
Die Strecke ist durchgehend elektrifiziert und für 120km/h bzw. 160km/h Höchstgeschwindigkeit ausgebaut. Die Bahnsteige sind überall 76 Zentimeter über Schienenoberkante hoch.
Der geplante Haltepunkt Wolfsburg-Sandkamp wird ab seiner Fertigstellung ebenfalls von der Linie bedient.
Bedienung
Da parallel der Landesbus verkehrt, der zumindest im Stundentakt erhalten bleiben sollte, und auch die Fahrt mit Umstieg in Weddel noch möglich ist, ließe sich auf dieser Strecke vermutlich maximal ein Stundentakt rechtfertigen, der eventuell außerhalb der Hauptverkehrszeit noch weiter ausgedünnt wird. Dementsprechend benötigte man zwei elektrische Triebzüge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160km/h, beispielsweise solche, die heute schon auf der RE-Linie Hildesheim – Wolfsburg eingesetzt werden.
Zeitersparnis
Heute fährt der Landesbus die Strecke zwischen den beiden Städten in 62 Minuten. Mit dem Zug braucht man 58 Minuten inklusive 20 Minuten Umstiegszeit. Die Zukünftige RB-Linie bräuchte 23 Minuten von Helmstedt nach Weddel und 15 Minuten von Weddel nach Wolfsburg, insgesamt also 38 Minuten. Dazu kommt das Kopfmachen in Weddel, veranschlagt man dafür 7 Minuten, beträgt die Fahrzeit insgesamt 45 Minuten.
Damit ist die neue Linie 13 Minuten schneller als die derzeitige Bahnverbindung und 17 Minuten schneller als die derzeitige Busverbindung.
Königslutter bekommt eine neue umsteigefreie Verbindung nach Wolfsburg. Die Fahrzeit beträgt 33 Minuten statt derzeit 46 Minuten.
Ausblick
Langfristig sollte diese Linie wie erwähnt durch einen Zug über eine direktere Neubaustrecke ersetzt werden. Trotzdem könnte man eine Beschleunigung des Abschnitts Weddel – Helmstedt Hbf von derzeit 120 auf 160km/h erwägen. Diese würde die Fahrt zwar nur um wenige Minuten verkürzen, aber auch den chronisch verspäteten IC-Linien 55 und 56 etwas mehr Puffer verschaffen und die Fahrt der RB 40 von Magdeburg nach Braunschweig etwas verkürzen.
Sollte sich der Neubau einer Strecke als unmöglich erweisen könnte man auch über eine Verbindungskurve zur Weddeler Schleife bei Schandelah nachdenken, die die Fahrt um weitere 7 Minuten verkürzen könnte. Insgesamt wären so eventuell Fahrzeiten von Helmstedt nach Wolfsburg von um die 35 Minuten möglich.

Die Idee finde ich grundsätzlich nicht verkehrt, ich hatte sie ja selbst in einem Kommentar unter dem Vorschlag von Brownlaw ins Spiel gebracht (allerdings mit Verbindungskurve). Größtes Problem dieses Vorschlags ist die Wende in Weddel. Gerade der Abschnitt Braunschweig – Weddel ist sehr stark aus- um nicht zusagen überlastet, da sich hier die Verkehre Lehrte/Hildesheim – Wolfsburg/Magdeburg die Gleise teilen müssen. Verstärkt wird der Effekt noch durch die höhengleiche Kreuzung. Hier ist einfach extrem viel Güterverkehr unterwegs, siehe auch dieser Vorschlag. Kurzum: Mindestens ein drittes Gleis zum Wenden in Weddel und/oder eine höhenfreie Kreuzung braucht es für diese Verbindung. Oder eben eine Verbindungskurve, die vsl. in einem ähnlichen Rahmen läge, da es keine großartigen Hindernisse gibt.
Ich habe mir das auch nochmal angeschaut und muss dir Recht geben. Ohne Ausbau in Weddel reichen die Kapazitäten im Bahnhof wohl einfach nicht.
Ein drittes Gleis zwischen dem Abzweig Braunschweig-Buchhorst und Weddel wird im Bundesverkehrswegeplan allerdings sogar schon im vordringlichen Bedarf mit Chance auf Realisierung bis 2030 geführt. Ich bin mir sicher, dass der Regionalverband mit dem entsprechendem politischen Willen auch eine weitere Bahnsteigkante finanziert bekommen könnte, zumal sich deren Erschließung mit einer Rampe von der westlich liegenden Straße recht einfach umsetzen ließe. Das Nutzen-Kosten-Verhältnis der ganzen Maßnahme beträgt 1,7. Ich muss sagen, dass ich nicht ganz genau weiß, wie das funktioniert, aber das ist ordentlich und selbst, wenn man den Abzweig Weddel kreuzungsfrei gestalten würde, kann ich mir vorstellen, dass das NKV nicht unter 1 sinkt. Dementsprechend würde ich die Notwendigkeit einer weiteren Bahnsteigkante in Weddel nicht als Ausschlusskriterium für diesen Vorschlag betrachten.
Darin liegt sogar, finde ich, ein weiterer Vorteil dieser Linie. Da sie ja vermutlich nur solange so verkehren würde, wie die direktere Strecke Helmstedt – Velpke – Wolfsburg nicht existiert, würden die Kapazitäten, die für sie geschaffen werden, nach der Fertigstellung der Neubaustrecke wieder frei, wodurch der Abschnitt (Braunschweig -) Weddel – Helmstedt langfristig entlastet wird. Das ganze setzt natürlich voraus, dass die NBS überhaupt realisiert wird.
Ehrlich gesagt sehe ich, dass die Nachteile gegenüber einer guten Umsteigeverbindung in Weddel überwiegen, da die Wende nicht schneller ist als ein gut geplanter Umstieg und durch das Kreuzen der Gleisstränge mehr Kapazitäten bindet.
Außerdem wird Braunschweig, das aus beiden Richtungen das wichtigere Ziel ist, nicht direkt erreicht. Denkbar wäre das für mich nur, wenn jeweils ein guter Umstieg nach Braunschweig sichergestellt ist. Also bspw. BS – WOB, BS – HE und WOB – HE jeweils im T60 und in Weddel gute Umstiege von WOB -> HE auf HE -> BS und von BS -> HE auf HE -> WOB sowie von HE -> WOB auf WOB -> BS und von BS -> WOB auf WOB -> HE. Das würde aber bedeuten, dass zu Beginn der Wende von HE -> WOB BS -> HE halten muss und zum Ende hin WOB -> BS sowie umgekehrt. Das funktioniert am besten, wenn das Wendegleis ein Stumpfgleis am gleichen Mittelbahnsteig ist. Die aufgezeigte Konstellation bei HE -> WOB ist sowieso kreuzungsfrei, bei WOB -> HE kann der zu Beginn haltende BS -> WOB halt erst abfahren, wenn WOB -> HE da ist und HE-> BS kann erst nach der Ankunft von WOB -> HE einfahren.