Beschreibung des Vorschlags
>—< = Brücke/Viadukt
]—-[ = Tunnel
Frankreichs Schnellzugnetz ist vollständig von Paris aus ausgerichtet. Wer quer durchs Land fahren möchte muss oftmals lange Umwege über Paris in Kauf nehmen, um mit dem TGV ans Ziel zu kommen. Zudem ist der Umstieg in Paris zwischen verschiedenen TGV Linien nicht so leicht möglich, da die 4 wichtigsten Linien aus ganz Frankreich an 4 Verschiedenen Bahnhöfen abfahren.
Um dieses Problem anzugehen schlage ich eine Südtangente durch den gesamten Süden Frankreichs vor. Zusätzlich zur bereits geplanten LGV Bordeaux-Toulouse soll eine neue LGV von Toulouse nach Narbonne gebaut, wo sie an die geplante LGV Montpellier-Perpignan in Richtung Montpellier angeschlossen wird. Die Trassenführung ist nach 2 Kriterien ausgelegt:
1. Möglichst nur auf freiem Gelände bauen. Es müssten so gut wie keine Bauwerke abgerissen werden um diese Linienführung zu ermöglichen. Dadurch sollte das Projekt in der Bevölkerung und den Gemeinden zu keinem Widerstand führen.
2. Topographie. Die Topografie in der Gegend ist nicht die geeignetste für so ein Projekt, vor allem nicht in Kombination mit dem 1. Kriterium. Um die Kosten gering zu halten habe ich geringfügige Steigungen und Gefälle in Kauf genommen, um Tunnel und Brücken zu vermeiden.
Der minimale Kurvenradius beträgt 5500 Meter, die maximale Steigung 35 pro Mille (wie bei der LGV Est). Damit können locker 320 km/h erreicht werden.
Diese neue LGV ermöglicht eine neue TGV Linie von Bordeaux (oder auch von Spanien via Bayonne) über Toulouse an die gesamte Mittelmeerregion. Die genaue Linienführung wäre: Bordeaux – (Agen) – (Montauban) – Toulouse – (Carcassonne) – (Narbonne) – (Béziers) – Montpellier – Nîmes – Avignon – Aix-en-Provence – Marseille – Toulon – Nizza
Die Haltestellen in Klammern sind optional.
Mit allen optionalen Haltestellen enthalten wären um die 9 Millionen Menschen an die neue TGV Linie angeschlossen, ohne allen optionalen Haltestellen ca. 8,18 Millionen Menschen. Zusätzlich dazu kommen noch weitere Fernreisende, die die beschleunigte Südtangente durch Frankreich zum Transit nutzen.
Einer der größten Vorteile dieser Option ist der Kosten-Nutzen-Faktor: Es müssen nur etwa 140 km an Schienen neugebaut werden, davon nur sehr wenig in Tunneln oder auf Brücken, und trotzdem wird so ein hohes Fahrgastpotential aufgemacht.
Auch muss nur ein Bahnhof neugebaut werden, nämlich Carcassonne TGV. Der Bahnhof hat 2 Halte und 2 Durchfahrtsgleise für die TGVs und liegt direkt an der Strecke „Ligne de Bordeaux-Saint-Jean à Sète Ville“, sodass Übergang zur TER besteht. Der neue TER Bahnhof hat zwei Haltegleise und liegt direkt neben dem TGV Bahnhof, um einen möglichst schnellen und einfachen Umstieg zu ermöglichen.
Kurz nach Narbonne besteht Übergang von der neuen LGV zur Bestandsstecke „Ligne de Bordeaux-Saint-Jean à Sète Ville“, um bei Störungen und einer eventuellen Teilinbetriebnahme eine Ausweichstrecke vorhanden zu haben. Zusammengeführt werden die beiden Strecken dann wieder kurz vor Toulouse.

Ich verweise auf den (leider nur französischen) Wikipediaartikel zum Projekt: Ligne nouvelle Toulouse-Narbonne