Köln: Linie 7 nach Wesseling und/oder Brühl Mitte

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Beschreibung des Vorschlags

Aktuell planen der Rhein-Sieg-Kreis und die Städte Köln und Bonn eine Verlängerung der Linie 17 von Köln-Sürth über eine neue Rheinbrücke bei Langel nach Bonn (siehe hier). Im Rahmen dieses Projekts soll auch die Linie 7 zu einem neuen Umsteigepunkt „Langel Süd“ verlängert werden. Mit der neuen Rheinbrücke entsteht auch eine attraktive neue Verbindung für den lokalen Verkehr zwischen den links- und rechtsrheinischen Orten in dieser Region (Sürth, Godorf, Zündorf, Porz, Niederkassel, Wesseling), die auch deutlich schneller als das Auto ist, schließlich gibt es zwischen der Rodenkirchener Brücke (A4) und der Bonner Nordbrücke (A565) bisher keine Rheinbrücke. Allerdings wird das große Potential dieser neuen Brücke im bisher offiziell geplanten Liniennetz nur teilweise genutzt: Die Linien 7 und 16 werden nicht direkt verbunden. Zum Beispiel wären bei Fahrten zwischen Wesseling und Zündorf/Porz zwei Umstiege erforderlich, was die Nutzung des ÖPNV auf dieser Strecke wieder deutlich unattraktiver machen würde.

Ich schlage daher vor, die Linie 7 nicht in Langel Süd enden zu lassen, sondern sie über die neue Brücke bis Wesseling zu verlängern. Die nötigen Baumaßnahmen halten sich in Grenzen:

  • Zusätzliche Verbindungskurve zwischen der Haltestelle Godorf und der neuen Brücke (wäre auch ohne die Linie 7 zur Anbindung des neuen (größeren) Betriebshofs Wesseling sinnvoll)
  • Zusätzliche Niederflurbahnsteige in Godorf und Wesseling Nord
  • Zusätzlicher Bahnsteig in Wesseling und Aufschotterung des bisherigen Bonner Gleises, sodass in der Mitte zwei Niederflurgleise liegen

Vorgeschlagene Taktung: 10-Minuten-Takt HVZ, 20-Minuten-Takt NVZ

 

Variante: Verlängerung nach Brühl Mitte

Die Linie 7 könnte auch über die bestehende, bisher aber nicht im Linienbetrieb befahrene „Querbahn“ nach Brühl Mitte verlängert werden. So würde auch eine Direktverbindung zur Linie 18 hergestellt werden. Außerdem könnten Brühl Ost und Berzdorf mit neuen Haltestellen an das Stadtbahnnetz angeschlossen werden.

Da auf der Querbahn weiterhin Güterverkehr stattfindet, hätte die Bedienung mit Niederflurfahrzeugen auch den Vorteil, dass Niederflurbahnsteige mit Güterverkehr eingeschränkt kompatibel sind. Es wären also keine Ausweichgleise oder Gleisverschwingungen erforderlich. Es würde nur ein etwas größerer Spalt zwischen Zug und Bahnsteigkante verbleiben als man ihn sonst von den Kölner Niederflurbahnsteigen kennt. Vorbild dafür sind die Bahnsteige an den Haltestellen Haus Vorst, Marsdorf und Stüttgenhof.

Nötige Baumaßnahmen:

  • Neue Verbindungskurve in Wesseling Nord
  • Neue Haltestellen Berzdorf Ost, Berzdorf Nord und Brühl Ost
  • Neue Niederflurbahnsteige in Brühl Nord
  • Ausbau Wendegleis in Brühl Mitte mit zusätzlichem Niederflur-Bahnsteig
  • Ausbau der Stromversorgung auf der Querbahn (vermutlich durch Ausbau der Unterwerke, siehe Kommentare hier)

Vorgeschlagene Taktung: 10-Minuten-Takt ganztägig bis Wesseling Nord, dann im Wechsel nach Brühl Mitte und Wesseling

Mögliche zusätzliche Linie:

Für eine optimale Bedienung der Querbahn würde ich eine neue Linie Hürth Mitte ↔ Hürth-Fischenich (S-Bahn) ↔ Brühl-Vochem ↔ Wesseling einführen, ebenfalls im 20-Minuten-Takt. Dazu wären eine zusätzliche Verbindungskurve in Wesseling sowie weitere Kombibahnsteige in Richtung Hürth nötig. Dann würde die Querbahn in H-Form in alle Richtungen bedient. Eine solche Linie habe ich schonmal im Rahmen eines Knotenbahnhofs Fischenich vorgeschlagen.

 

Verwandter Vorschlag:

Weirdaholic schlägt hier eine Linie zwischen Wesseling und Niederkassel über die geplante Brücke vor. Ich denke aber, dass die Linie 7 die attraktiveren Verbindungen schaffen würde. Fahrten zwischen Wesseling und Niederkassel wären in meinem Vorschlag weiterhin mit einem Umstieg oder mit der Personenfähre möglich.

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7 Kommentare zu “Köln: Linie 7 nach Wesseling und/oder Brühl Mitte

  1. Der Vorschlag klingt sehr sinnvoll.

    Der einzige Punkt, der bei mir Nachfragen auslöst:
    Wie aufwendig ist es, die Niederflurwagen auch nach EBO zuzulassen?

    Evtl. muss man den Vorschlag deshalb etwas zurückstutzen.

    Die Strecke in Langel und die neue Rheinbrücke sollen ohnehin nach BoStrab betrieben werden. Auf der Rheinuferbahn gilt AFAIK bis Rodenkirchen EBO. Es sollte aber kein Problem sein, von der neuen Brücke bis Godorf und ggf. sogar bis Wesseling getrennte EBO- und BoStrab-Strecken parallel zu haben.
    Die Verlängerung nach Brühl geht aber nur mit EBO.

  2. So etwas habe ich mir auch schon überlegt, danke dass du das jetzt auch Mal tatsächlich ausgearbeitet hast. Ich frage mich nur: wofür die Hälfte der Züge nach Wesseling fahren lassen? Wenn man alle Züge nach Brühl fahren lässt könnte man sich den Umbau in Wesseling sparen. Im Vergleich dürfte Brühl auch das wichtigere Ziel sein.

    Was in Brühl dann aber immer noch fehlt ist die Verknüpfung Eisenbahn-Stadtbahn. Jedes Konzept bei dem regelmäßiger Stadtbahnverkehr auf der Querbahn vorgeschlagen wird sollte eigentlich auch eine Verlegung des Bahnhofs auf das Gelände nördlich der Querbahn beinhalten. Ich weiß nicht genau was dort bisher für ein Betrieb sitzt, halte es aber für wahrscheinlich dass man dort mit einem Flächentausch genug Platz für die vier Bahnsteige mit Gleisen hinkriegt. Ein langfristiger weiterer Ausbau (zwei S-Bahn, zwei Regional, zwei bahnsteiglose Durchfahrtsgleise) wäre auch hier schwierig, aber vermutlich nicht anspruchsvoller als am jetzigen Ort. Fraglich wäre hier nur ob die Straße Am Volkspark für Busse tauglich gemacht werden kann damit auch diese den neuen Bahnhofsstandort erreichen. Da der alte Bahnhof nicht für güterzugtaugliche Überholgleise ausgebaut werden kann würde ich diesen komplett zurückbauen und den gewonnen Platz den anliegenden Grünflächen zuschlagen.

    1. Danke auch an dich für das Feedback!

      wofür die Hälfte der Züge nach Wesseling fahren lassen? Wenn man alle Züge nach Brühl fahren lässt könnte man sich den Umbau in Wesseling sparen. Im Vergleich dürfte Brühl auch das wichtigere Ziel sein.

      Meine Vermutung wäre, dass ein 20-Minuten-Takt nach Brühl erstmal einfach reicht. Zum Vergleich: Wenn die 18 in ein paar Jahren zwischen Brühl und Bonn vollständig zweigleisig ist, wird ein durchgängiger 10-Minuten-Takt die Nachfrage wahrscheinlich ganz gut widerspiegeln, hoffentlich kommen auch irgendwann längere Züge. Da die 18 aber die deutlich attraktiveren Ziele bietet als die 7 glaube ich, dass die 7 mit einem 20-Minuten-Takt nach Brühl gut bedient wäre. Das gibt dann die Möglichkeit, die anderen Fahrten nach Wesseling zu schicken und so den Stadtkern direkt anzubinden. Wesseling ist mit 38.000 gegenüber Brühls 45.600 Einwohnern gar nicht mal so klein und Wesseling Nord bindet leider fast nur das Industriegebiet an.

      Ich würde aber einfach mal alle drei Varianten (alle Züge nach Wesseling, alle Züge nach Brühl Mitte, Bedienung im Wechsel) ergebnisoffen in eine Machbarkeitsstudie schicken und schauen, was das größte Potential hat.

      Wenn es darum geht, den Stationen entlang der Querbahn eine attraktivere Anbindung zu geben, könnte man eine weitere Linie Hürth Mitte <-> Fischenich (S-Bahn) <-> Brühl-Vochem <-> Berzdorf <-> Wesseling einführen, ebenfalls im 20-Minuten-Takt. Diese Linie hatte ich schonmal als Teil dieses Vorschlags vorgestellt. So würde die Querbahn dann „H-förmig“ bedient werden. Dazu müsste dann noch die hier eingezeichnete Bauvorleistung vervollständigt werden. Da stellt sich dann nur wieder die Frage, ob Hochflur oder Niederflur.

      Was in Brühl dann aber immer noch fehlt ist die Verknüpfung Eisenbahn-Stadtbahn. Jedes Konzept bei dem regelmäßiger Stadtbahnverkehr auf der Querbahn vorgeschlagen wird sollte eigentlich auch eine Verlegung des Bahnhofs auf das Gelände nördlich der Querbahn beinhalten.

      Das habe ich auch lange gedacht. Seitdem ich aber häufiger nach Brühl fahre glaube ich, dass der aktuelle Brühler Bahnhof für die Brühler Anforderungen gar nicht so schlecht liegt: Die Innenstadt ist gut fußläufig erreichbar (ca. 700m zum Marktplatz), während der Standort an der Querbahn spürbar weiter weg liegen würde (ca. 1,2km zum Marktplatz). Außerdem steht man, wenn man aus dem Bahnhof kommt, direkt vor dem Schloss Augustusburg (Welterbestätte). Das ist (auf die Stadtgröße von Brühl heruntergerechnet) ein ähnlicher Effekt, wie dass man aus dem Kölner Hbf kommt und direkt den Dom sieht. Das ist die perfekte Visitenkarte für die Stadt, während man am Querbahn-Standort im Industriegebiet stehen würde. Gleichzeitig würde Brühl auch eher weniger von der Verknüpfung Querbahn <-> Linke Rheinstrecke profitieren, das würde eher Wesseling zugutekommen.

      Insgesamt glaube ich deshalb, dass es sehr schwer wäre, die Brühler von der Verlegung des Regionalverkehrs-Bahnhofs zu überzeugen. Ein zusätzlicher Halt der S17 wäre aber bestimmt denkbar.

      Ich weiß nicht genau was dort bisher für ein Betrieb sitzt, halte es aber für wahrscheinlich dass man dort mit einem Flächentausch genug Platz für die vier Bahnsteige mit Gleisen hinkriegt. Ein langfristiger weiterer Ausbau (zwei S-Bahn, zwei Regional, zwei bahnsteiglose Durchfahrtsgleise) wäre auch hier schwierig, aber vermutlich nicht anspruchsvoller als am jetzigen Ort. Fraglich wäre hier nur ob die Straße Am Volkspark für Busse tauglich gemacht werden kann damit auch diese den neuen Bahnhofsstandort erreichen.

      Daran sollte es nicht scheitern, vielleicht wäre auch das Autohaus südlich der Querbahn ein Kandidat für einen Neubau an anderer Stelle.

      Wenn es nur um die S-Bahn geht, wäre aber die Frage, ob eine Verknüpfung in Fischenich nicht besser wäre, um auch die Linie 18, potentiell die 5 und die S15 zu verknüpfen. Das war die Hauptidee hinter dem Vorschlag, den ich oben schonmal verlinkt habe. Du hattest sowas ja auch schonmal vorschlagen, bevor die DB mit ihren Plänen zur Verlegung der Eifelstrecken-Gleise kam.

  3. Hi,
    in der Liste der Baumaßnahmen müsste aber auch die Stromversorgung der Querbahn gelistet werden. Andernfalls sind die Fahrten weiterhin auf 40 km/h begrenzt. (Erklärung des aktuellen Zustands in den Blog-Kommentaren hier)

    Zudem ist die Kompatibilität des Güterverkehrs mit den Niederflurbahnsteigen nicht vollständig gegeben. (https://www.hgk.de/2025/haltestellen-und-haltepunkte-im-oepnv-netz-der-hgk-ag-sind-jetzt-barrierefrei-zugaenglich/)

    1. Vielen Dank für die beiden wichtigen Hinweise!

      in der Liste der Baumaßnahmen müsste aber auch die Stromversorgung der Querbahn gelistet werden. Andernfalls sind die Fahrten weiterhin auf 40 km/h begrenzt. (Erklärung des aktuellen Zustands in den Blog-Kommentaren hier)

      Das habe ich ergänzt. Es hört sich so an, als wären die Unterwerke nicht ausreichend dimensioniert und würden nicht genug Strom bereitstellen für im Zweifel mehrere gleichzeitig beschleunigende Züge.

      Zudem ist die Kompatibilität des Güterverkehrs mit den Niederflurbahnsteigen nicht vollständig gegeben. (https://www.hgk.de/2025/haltestellen-und-haltepunkte-im-oepnv-netz-der-hgk-ag-sind-jetzt-barrierefrei-zugaenglich/)

      Stimmt, das hatte ich nicht mehr im Kopf als ich den Vorschlag erstellt habe. Wahrscheinlich ist ein größerer Spalt als üblich das Problem, oder? Dann wäre die Frage, ob das im Neubau noch zulässig ist.

  4. Die Grundidee die Querbahn (die Reaktivierung) ist schon lange ein Thema) mit der neuen Rheinbrücke zu verknüpfen, ist super!

    Die Linie 7 würde dann aber definitiv zu lang.

    Meiner Meinung nach wäre es sinnvoller den Abschnitt Zwischen Brühl und Langel Süd als eigene Hochflur Linie zu betreiben und die Linie 7 wie geplant in Langel Süd enden zu lassen.

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