Beschreibung des Vorschlags
Derzeit ist das Naherholungsgebiet Tankumsee im öffentlichen Nahverkehr besonders aus Braunschweig so gut wie gar nicht zu erreichen.
Um mit Bus und Bahn zum See zu kommen muss man entweder in Gifhorn in den Bus wechseln und in Isenbüttel umsteigen, oder von Calberlah den Bus nehmen, wobei man dort auch nur mit Umstieg hinkommt. Die Linie 183 zum See verkehrt in den Schulferien sogar nur als Anruflinientaxi und an den Wochenenden gar nicht. Bei bis zu 300.000 Besuchern pro Jahr am See (Quelle) ist das mehr als dürftig.
Gleichzeitig entsteht in Isenbüttel derzeit ein neuer Haltepunkt, an dem die RB47 stündlich, langfristig halbstündlich halten soll. Isenbüttel wird der dem Tankumsee nächste Bahnhaltepunkt sein, an dem direkte Züge aus Braunschweig halten. Calberlah ist einen knappen Kilometer näher, aber ja auch schon mit der Linie 183 (mehr schlecht als recht) an den See angebunden.
Deswegen hier mein Vorschlag:
In der Saison fährt vom geplanten Busbahnhof Isenbüttel ein direkter Bus zum Tankumsee, der zwischendrin eventuell noch ein paar mal halten kann. In circa 10 Minuten würde dieser die knapp 6,5 Kilometer lange Strecke zurücklegen. Wichtig wäre in Isenbüttel ein garantierter Anschluss an die RB47, damit der Bus bei den häufig vorkommenden Verspätungen nicht leer fährt und die Passagiere eine Stunde warten lässt. Wenn man einige Minuten Umstiegszeit mit einberechnet, kommt man dann in ungefähr 45 Minuten von Braunschweig zum Tankumsee. Das ist ähnlich schnell, wie man mit dem Auto ist.
Wie genau der Bus auf dem Weg hält, müsste man nach einer ausführlicheren Untersuchung klären. Es bietet sich aber an, noch mindestens einmal im Ort Isenbüttel zu halten, um diesen touristisch zu stärken. Ich habe einfach mal die zentrale Haltestelle Hauptstraße als Halt eingezeichnet. Der Ort Isenbüttel bekäme damit einen zusätzlichen Bus aus der Ortsmitte zum etwas denzentralen neuen Haltepunkt.
Die neue Linie sollte im 60- oder 30-Minuten-Takt verkehren. Vermutlich reicht ersteres aus, weil damit alle Züge der RB47 erreicht werden können. Eventuell sollte es in den Abend- und Morgenstunden an warmen (Wochenend-)Tagen zusätzliche Fahrten geben, um im 30-Minuten-Takt zu fahren. Außerhalb der Saison müsste analysiert werden, ob sich der Betrieb der Linie rechnet. Eventuell könnte sie als Minibus, Anruflinientaxi (bzw. Flexxo) und/oder mit reduziertem Takt verkehren.
Zur Umsetzung der Linie braucht es keine weiteren Investitionen in die Infrastruktur. Alle Haltepunkte existieren bereits (die Bushaltestellen am Hp. Isenbüttel sind im Bau). Eventuell müssten die Haltestellen am See noch barrierefrei ausgebaut werden. Aufgrund der kurzen Strecke reicht die Beschaffung eines Solobusses mit einer Kapazität von circa 100 Personen zur Bedienung dieser aus. Bei einem 60-Minuten-Takt könnte man in Isenbüttel oder am See eine Ladestation bauen, um einen elektrischen Bus zu verwenden. Außerdem könnte der Haltepunkt Isenbüttel mit einem hübschem Zusatzschild „Tankumsee“ versehen werden. Die Investitionen dafür sind gering, während die Schilddr die Identifikation von Isenbüttel mit dem Tankumsee, der ja im Gemeindegebiet Isenbüttel liegt, bei vorbeifahrenden Pendlern stärken würde.
Über die Saison könnte der Bus, je nachdem wie gut er angenommen wird, über 50.000 Menschen transportieren (6 Monate*30 Tage*3 Fahrten*100 Passagiere). Das entspricht ungefähr 20% der Besucher des Tankumsees und 10.000-30.000 eingesparten Autofahrten.
Ich denke, es sollte deshalb im Interesse der Gemeinde Isenbüttel und den umliegenden Orten liegen, diese Buslinie einzurichten, besonders da sie für nicht-autofahrende (wie mich) den Tankumsee als Wochenendausflug deutlich attraktiver macht, wodurch sich dessen wirtschaftliche Position stärken lassen sollte.
