Beschreibung des Vorschlags
In diesem Vorschlag geht es um eine zweigleisige, etwa zu je einer Hälfte ober- und unterirdische Neubaustrecke zwischen Hagen-Herbeck und dem Hagen-Altenhagen mit 4 neuen unterirdischen Stationen. Der östliche, oberirdische Teil folgt im wesentlichen der A46 und endet an deren westlichen Ende. Dort verläuft die Bahnstrecke unterirdisch weiter zunächst unterhalb der Tennisanlage und der Grünanlage an der Bredelle, danach unterhalb der Saarland- und der Heinitzstraße bis zum Emilienplatz. Danach führt die Bahnstrecke weiter in einem Bogen bis zum Hauptbahnhof, wo sie unter den anderen Bahnlinien weiterführt und nördlich des Hauptbahnhofes wieder aus dem Untergrund hinaustritt.
Der Neubau dieser Strecke hätte mehrere Vorteile. Zum Einen wäre diese Strecke eine Alternative zu einer NBS Hohenlimburg-Oberhagen, indem sie die Ruhr-Sieg-Strecke von Süden in den Hagener Hauptbahnhof einfahren lässt. So müsste die RE16 in Hagen keinen Richtungswechsel mehr vornehmen und der IC34 könnte in Hagen halten. Die RB91 nach Iserlohn könnte zudem gestrichen werden und durch eine verlängerte RB40 ersetzt werden. Des Weiteren würde es mit dem Halt Hagen Stadtmitte erstmals einen zentralen Halt in der Hagener Fußgängerzone geben, wo sich die meisten lokal und regional wichtigen Ziele befinden. Als dritten Vorteil wird der bisher nicht an den Schienenverkehr angebundene Osten des Stadtbezirks Mitte erschlossen.
Klar ist, dass die Umsetzung dieses Vorschlags mit sehr hohen Kosten verbunden wäre, allerdings halte ich die Vorteile für überwiegend. Die Steigung der Strecke beträgt meinen groben Berechnungen nach teilweise bis zu 30‰ und ist damit zwar vergleichsweise hoch, aber machbar.
Zu den neuen Stationen:
Die Station Hagen Stadtmitte befindet sich in etwa unterhalb des Friedrich-Ebert-Platzes und schließt den zentralen Bereich der Innenstadt mit der Fußgängerzone und dem Busbahnhof Stadtmitte an. Dort wohnen etwa 7.000 Menschen. Besonders frequentierte Ziele sind hier zum Beispiel das Rathaus, die beiden Einkaufsgalerien und das Kunstquartier. Die nächsten Stationen sind Hagen Hauptbahnhof (1000m), Hagen-Oberhagen (900m) und Hagen-Remberg (850m). An diesem Haltepunkt könnte auch ein Empfangsgebäude entstehen, beispielsweise anstelle des Hauses Kampstraße 2.
Die Station Hagen-Remberg schließt das Rembergviertel, das südliche Fleyerviertel, das Klosterviertel, östliche Teile Altenhagens und den westlichen Teil Eppenhausens an. Das entspricht einer Bevölkerung von ca. 15.000. Große Ziele sind hier das Landgericht, die drei Gymnasien und der Sportpark Ischeland mit Ischelandhalle (3.000), Ischelandstadion (16.500) und der geplanten ARENAhagen (5.000). Die nächsten Stationen sind Hagen Stadtmitte (850m) und Hagen Fernuniversität (1300m).
Die Station Hagen Fernuniversität schließt das nördliche Fleyerviertel, das Hochschulviertel und den östlichen Teil Eppenhausens an. Besondere Ziele hier sind die Fernuniversität und die Fachhochschule. Die Einwohnerzahl beträgt hier ungefähr 9.000. Die nächste Station ist Hagen-Remberg (1300m).
Die Station Hagen Hauptbahnhof (tief) ist direkt verknüpft mit dem restlichen Hagener Hauptbahnhof, wo Anschluss zu weiteren Fern- und Nahverkehrszügen, Fernbussen und zum Busbahnhof Hauptbahnhof besteht. Die nächsten Stationen sind Hagen Stadtmitte (1000m) und Hagen-Wehringhausen (1150m).

Der östliche Teil sieht ja ganz gut aus, der westliche sprengt jedoch wahrscheinlich den Kostenrahmen. Da gefällt mir eine Anbindung in Hagen-Oberhagen besser. Oder selbst wenn man den Goldbergtunnel aufbohrt, ist es wahrscheinlich einfacher als einen neuen Tiefbahnhof in Hagen Hbf zu errichten. Auch ist die Haltestellendichte recht hoch, was gerade bei unterirdischen Stationen ein recht hoher Kostenfaktor ist, wo man also vsl. als erstes den Rotstift ansetzen würde, um das Projekt wirtschaftlicher zu machen. Auch solltest du bedenken, dass die Fernuni in Hagen zwar deutschlandweit bekannt ist, aber eben weil sie eine Fernuni ist, eben nur relativ wenig Studierende und Arbeitende dorthin wollen.
Ich halte die Haltepunkte schon für recht sinnvoll gewählt. Im Innerstädtischen Bereich einer Großstadt 1,1km Luftlinie Abstand durchschnittlich zwischen vier Stationen ist nicht viel, aber vertretbar. Zwar sind die Abstände nicht 100% gleichmäßig, aber da wollte ich mich eher an Bevölkerungsschwerpunkten und gut erreichbaren Punkten orientieren, als an der reinen Entfernung. Um Kosten zu sparen, könnte man den Halt Hagen Fernuniversität auch oberirdisch ausführen, allerdings müsste dann die Tennisanlage an der Bredelle verschwinden. Die Fernuniversität ist natürlich nicht mit einer Präsenzuniversität zu vergleichen, die Zahl der Besucher pro Tag dürfte trotzdem im 4-stelligen Bereich liegen. Außerdem soll auf dem Campus der Fernuni der Neubau der FH entstehen.
Es ist schon sehr sinnvoll, Hagen Hbf und Hagen-Hohenlimburg mit einem direkten Tunnel zu verbinden, aber ich schließe mich Intertrain an, dass deine Variante übertrieben ist. Sicherlich viel kostengünstiger, ist eine Neubaustrecke zwischen Delstern und Hohenlimburg, die sogar schon öffentlich diskutiert wird (s. meinen Kommentar mit dem Link zur Ruhrschiene). Bei der Verbindung Delstern – Hohenlimburg bedarf es weder eines Tunnelbahnhofs Hagen Hbf, noch einer Aufbohrung des Goldbergtunnels. Gleichzeitig ist der Tunnel möglichst kurz und die Strecke insgesamt viel geradliniger als deine Strecke, die so eher einem N von Hagen Hbf nach Hohenlimburg gleicht.
Den Vorschlag hatte ich schon oben verlinkt. Welche der beiden Varianten günstiger ist könnte ich tatsächlich nicht sagen. Beide Tunnel sind ähnlich lang (4,5km zu 4km), bei meinem Vorschlag kommen allerdings noch die oberirdische Teilstrecke und die unterirdischen Stationen hinzu. Dafür könnte etwa die Hälfte des Tunnels ausgehoben statt gebohrt werden. Die andere Variante wäre zwar billiger, aber auch nur ohne Elektrifizierung. Für diese müsste der Goldbergtunnel vergrößert und den modernen Sicherheitsstandards angepasst werden, was auch hohe Kosten mit sich brächte. Die beiden Strecken sind übrigens auch etwa gleichlang zwischen Hohenlimburg und Hagen Hbf (11km mein Vorschlag, 11km anderer Vorschlag, 16 km+Wendezeit momentan, 7km Luftlinie), weil meine sich den Umweg über den Goldbergtunnel spart.