Beschreibung des Vorschlags
Typisch für das hannoversche Stadtbahnnetz ist, dass das Dreieck Hauptbahnhof/Steintor/Kröpcke in der Innenstadt den einzigen Knotenpunkt verschiedener Stammstrecken darstellt. Außerhalb der City kommen sich A-, B-, C- oder D-Strecke dagegen gerne mal nahe, aber eben ohne sich zu berühren, geschweigedenn auf gemeinsame Gleise zu fahren. Die Stadtbahn Hannover ist rein radial mit vielen Zweigen, aber kennt keine Querverbindungen oder Äste, die sich außen wiedervereinen. Einzige Ausnahme hiervon ist Laatzen, wo sich die Linien 1 und 2 auf einem etwa 3,0 km langen Abschnitt in zwei Parallelstrecken aufteilen, die sich im Norden Laatzens verzweigen, aber im Süden Laatzens wieder zusammenfließen. Hierbei handelt es sich aber um zwei Linien der A-Strecke und nicht um zwei Linien verschiedener Strecken.
Dekompte hat vorgeschlagen, Misburg Süd ans Stadtbahnnetz anzuschließen, aber mit der in Anderten endenden Linie 5, da die Linie 7 in Misburg-Nord einer Sackgasse endet. Die Grundidee finde ich nicht schlecht, aber Misburg von beiden Seiten durch Stümmellinien anzuschließen, ist doch wirklich nur die halbe Miete. Wenn man so etwas macht, dann bitte auch richtig in Form eines Lückenschlusses zwischen den Linien 5 (C-Strecke) und 7 (A-Strecke). Damit könnte man auch außerhalb der Innenstadt eine hübsche Querverbindung bekommen, diesmal in Form einer Osttangente.
Linie 7 zur Osttangente Buchholz – Misburg – Anderten – Kronsberg – Messe/Expo machen:
Ich möchte die Linie 7 als Osttangente ab Misburg entwickeln. Zunächst wird ihre Endstelle Misburg in Misburg-Nord umbenannt und in einen Trog verlegt, damit die 7 über die Sackgasse hinaus verlängert werden kann, denn dafür muss sie wohl oder übel in einen Tunnel. Klar kann man sie auch außen entlang der Buchholzer Straße trassieren, doch die Haltestelle „Misburg“ liegt perfekt zentral. Über dem U-Bahnhof mit Mittelbahnsteig entsteht dann ein Busbahnhof in Rondel-Form. Nach einem Kurzen Tunnel fährt sie im BEreich „Weiße Erde“ wieder oberirdisch und erreicht im Bereich des Misburger Hafens den Vorschlag Dekompte. Dort soll nach seiner Info das ehemalige Deurag Nerag Gelände, welches auf Höhe der Bushaltestelle “Am Hafen” (Nordgelände) und südlich der Kreisstraße (Südgelände) an die Anderter Straße angebunden ist, mit Mehrfamilienhäusern, Schulen und Kitas bebaut werden. Dieses Neubaugebiete und auch die übrigen Gewerbebetriebe in Anderten-Misburg wird die neue Stadtbahntrasse erschließen. Die Stadbahn erreicht dann den Bahnhof Hannover-Misburg/Anderten mit Umstieg zur S-Bahn und fährt weiter bis Anderten zur Schleuse.
In Anderten Schleuse soll der Umstieg zur Linie 5 hergestellt werden. Diese wird ein Stück verlängert und bekommt im Bereich der Auffahrt zum Südschnellweg ihre Kehranlage. Auch die Buslinie 125 bräucht im Bereich der Schleuse Anderten eine Kehrmöglichkeit, um mit der Linie 7 verknüpft zu werden. Die 7 soll selbst nicht die Haltestelle Anderten der 5 erreichen, da es leichter ist, sie direkt in Seitenlage zum Südschnellweg zu trassieren.
Hinter Anderten Schleuse unterquert die Stadtbahn den Südschnellweg und erreicht auf der anderen Seite ein Wohngebiet um die Hermann-Hesse-Straße peripher, ehe sie im Bereich Bemerode an die Strecke der Linie 6 anschließt. Den Anschluss soll per Gleisdreieck erfolgen, auch wenn es vorzugsweise von beiden Seiten nur in Richtung Kronberg – Expo befahren werden soll. Am Expo-Plaza ist die gemeinsame Endstelle mit der Linie 6.
Ich habe übrigens vorgeschlagen, die Linie 6 ab Expo-Plaza nach Laatzen zu verlängern. Gerne kann die Linie 7 diese Neubaustrecke der Linie 6 mitbenutzen und so eine sehr große Osttangente City – Buchholz – Misburg – Anderten – Kronsberg – Messe/Expo – Laatzen schlagen, mit Anschluss an die S-Bahnen in Hannover-Misburg/Anderten und Laatzen Mitte und. Ob ein Parallelbetrieb der Linie 6 und 7 im Abschnitt Messe/Expo – Laatzen wirtschaftlich sinnvoll ist, muss dann aber geprüft werden.
Auch wenn der Vorschlag, gegenüber dem in ihm integrierten Vorschlag von Dekompte aufgrund des kurzen Tunnels in Milsburg sowie der Querverbindung Anderten – Kronsberg teurer ist, so bietet er aufgrund der langen Osttangente mehr Vorteile für den ÖPNV, da Misburg nicht nur eine direkte Linie 7 in die City hat, sondern alle Teile Misburgs auch gut an das Zentrum Buchholz angeschlossen sind und Leute, die von Buchholz, Misburg oder Anderten zur Messe wollen nicht mehr den zeitraubenden Umweg über die Innenstadt fahren müssen und auch aus Richtung Osten kommend die Messe nun auch über einen Umstieg in Misburg/Anderten erreichbar ist und somit nicht alle am Hauptbahnhof umsteigen müssen.
Damit man besser erkennen kann, was davon neugebaut werden muss, habe ich die Neubaustrecken in violett und die Bestandstrecken in grau eingezeichnet.

Diese Tangenten sind ja durchaus eine wertvolle Ergänzung für das ansonsten komplett sternförmig strukturierte hannöversche Netz, aber von der Nachfrage her können sie mit den Sternrelationen natürlich trotzdem nicht mithalten. Insofern halte ich den baulichen Aufwand, der hier im Vorschlag betrieben werden müsste, für deutlich zu hoch. Da muss eine komplett oberirdische Streckenführung reichen. Die Endhaltestelle in Misburg ist dabei ein Problem, mit einer Führung im Straßenraum bis zur Ludwig-Jahn-Straße wäre das aber denkbar.
An der Schleuse in Andersen wird eine dritte Brücke vom Platz her nicht einfach dazwischenpassen. Die sollte eher nördlich der Lehrter Straße verlaufen, dann sollte die Trasse direkt auf die Südseite des Südschnellwegs wechseln. Eine Brücke wäre hier baulich günstiger.