Beschreibung des Vorschlags
Typisch für das hannoversche Stadtbahnnetz ist, dass das Dreieck Hauptbahnhof/Steintor/Kröpcke in der Innenstadt der einzige Knotenpunkt verschiedener Stammstrecken darstellt. Außerhalb der City kommen sich A-, B-, C- oder D-Strecke dagegen gerne mal nahe, aber eben ohne sich zu berühren, geschweigedenn auf gemeinsame Gleise zu fahren. Die Stadtbahn Hannover ist rein radial mit vielen Zweigen, aber kennt keine Querverbindungen oder Äste, die sich außen wiedervereinen. Einzige Ausnahme hiervon ist Laatzen, wo sich die Linien 1 und 2 auf einem etwa 3,0 km langen Abschnitt in zwei Parallelstrecken aufteilen, die sich im Norden Laatzens verzweigen, aber im Süden Laatzens wieder zusammenfließen. Hierbei handelt es sich aber um zwei Linien der A-Strecke und nicht um zwei Linien verschiedener Strecken.
Wenn wir gerade in der Ecke sind, möchte ich gerne eine solche Querverbindung vorschlagen. Die Linie 6 (C-Strecke) endet im Osten der Messe am EXPO-Gelände. Von ihrer Endstelle aus verkehrt sie aber noch 500 m bis zur Wendeschleife im Parc Agricole. Hier kann man ganz billig direkt an der Wendeschleife eine Stadtbahnhaltestelle errichten, die den Expo-Park besser erschließt und das sogar ohne einen einzigen Meter Neubaustrecke – außer natürlich man müsste hier aus Gründen des Messeverkehr die Wendeschleife erweitern. Erst hinter der Wendeschleife beginnt die eigentliche Neubaustrecke. Im Gegensatz zur Idee von gelöschter Benutzer halte ich mich aber an die Würzburger Straße, damit die Stadtbahn im Gegensatz zu seinem Vorschlag auch das Leine-Center in Laatzen erreichen kann, denn jenes bildet zusammen mit dem angrenzenden Marktplatz und dem Rathaus das Stadtzentrum Laatzens. Während gelöschter Benutzer die Linie 6 auf der Wülferoder Straße trassiert und an einer gleichnamigen Haltestelle fernab des Zentrums im Bereich Engerode/Erich-Kästner-Schulzentrum halten lässt, fährt bei mir die Linie 6 über die Würzburger Straße zentrumsnah und kann den Bereich Laatzen Mitte/Leine-Center optimal über die Zentralen Haltestellen „Würzburger Straße“ und „Laatzen Zentrum“ erschließen. Letztere ist eine gemeinsame Haltestelle mit der Linie 1 (A-Strecke), auf deren Strecke sie nun einmündet. Damit gäbe es dann eine Berührung der B- und C-Strecke außerhalb der City (Kröpcke, Aegi[dientorplatz]).
Im Prinzip kann die Linie 6 schon an der Wendeschleife Laatzen an der Kreuzung Erich-Panitz-Straße Ecke Wülferoder Straße enden. Aber jetzt kommt’s: Sowohl von mir vorgeschlagen, als auch offiziell geplant, ist ein S-Bahnhof Laatzen Mitte am westlichen Ende der Wülferoder Straße genau neben der Stadtbahnhaltestelle „Laatzen Ginsterweg“. Dieser bietet natürlich nicht nur eine gute Erschließung von Laatzen, sondern auch Potential für einen großen Umsteigepunkt und gerade für so eine Querverbindung wie die Linie 6 ist er praktisch, da er so Laatzen, Expo-Gelände, Kronsrode, Kronsberg und Bemerode gut an die S-Bahn nach Hildesheim anschließt. Deswegen möchte ich die 6 nicht an der Wendeschleife der Linie 1 wenden lassen, sondern noch über die westliche Wülferoder Straße zum S-Bahnhof Laatzen Mitte führen. Dort ist der Endpunkt gut platziert und wenden kann die Linie 6 dort per Gleiswechsel.
Falls das aber betrieblich zu sehr mit der 2 kollidiert, muss eine richtige Kehranlage dorthin. Weil jetzt nicht so viel Platz am Ginsterweg ist, schlage ich eine Wendeschleife oder Kehranlage einfach weiter südlich entlang der Linie 2 vor, wo mehr Platz ist. Da Leerfahrten zwischen Endstelle und Wendemöglichkeit aber Verschwendung im ÖPNV sind, sollte die Wendeschleife/Kehranlage natürlich an der nächsten Stadtbahnhaltestelle der Linie 2 liegen, sprich in „Rethen/Steinfeld“. Da Hannover eh mit Zweirichtern fährt, habe ich hier eine Kehranlage als Stumpfendstelle gewählt. Die Haltestelle wird viergleisig ausgebaut und bekommt zwei Richtungsbahnsteige. Außen hält die Linie 2 und innen die Linie 6, die sogar zwei Haltestellen hat und somit überschlagend wenden kann.
Damit man besser erkennen kann, was davon neugebaut werden muss, habe ich die Neubaustrecken in violett und die Bestandstrecken in grau eingezeichnet.

Die Verlängerung EXPO – Laatzen-Zentrum ist ja auch Gegenstand offizieller Planungen. Bei Laatzen-Zentrum – Hp. Laatzen-Mitte bin ich aber kritisch. Wenn der Anschluss nach Hildesheim im Vordergrund steht, tut es eine Weiterfahrt bis nach Gleidingen auch, in Rethen besteht eine Umsteigemöglichkeit. Die Umsteigemöglichkeit am Hp. Laatzen-Mitte wäre für den Umstieg nach Hannover gut, aber bei der (auch perspektivisch) sehr schlechten Taktung auf der S4 ist der Bedarf da auch nicht wirklich gegeben, die direkt ins Zentrum fahrende Stadtbahn zu verlassen.