Beschreibung des Vorschlags
Zwischen Celle und dem knapp 45 Kilometer entfernten Soltau besteht derzeit keine schnelle Eisenbahnverbindung. Möchte man heute zwischen den Orten reisen, ist man auf das Auto angewiesen oder muss den Umweg über Uelzen oder Hannover machen. Durch diesen ist man auf der Schiene mindestens 90 Minuten unterwegs, gegenüber den rund 50 Minuten mit dem Auto. Gleichzeitig böte sich durch den geplanten Neubau der Schnellfahrstrecke Hannover – Hamburg die einmalige Chance, den Regionalverkehr zu beschleunigen und wieder konkurrenzfähig zu machen. Besonders Soltau könnte nicht nur durch den von der Bahn angedachten Haltepunkt Soltauer Heide an der Neubaustrecke sondern auch durch eine Schnelle Verbindung direkt in die Stadt von dieser profitieren.
Vorschlag
Von der SFS (der relevante Abschnitt hier in Grau) würde eine knapp vier Kilometer lange Kurve zur von der Schieneninfrastruktur Ost-Niedersachsen GmbH betriebenen Strecke Celle – Soltau errichtet. Die Kurve die ich hier eingezeichnet habe hat einen Radius von ungefähr 1600 Metern und würde damit eine Geschwindigkeit von 200km/h erlauben. Allerdings wäre die Errichtung von zwei Brückenbauwerken über die K41 und eine Straße am Bahnhof Lührsbockel erforderlich. Bei einem Radius von unter 560 Metern könnte die Ausfädelung nördlich der Unterführung der K41 errichtet werden und es wären keine zusätzlichen Brückenbauwerke erforderlich. Zu prüfen ist die optionale Errichtung eines Haltepunktes Wietzendorf.
Zusätzlich muss die Strecke der SinON vom Abzweig der Kurve bis Soltau elektrifiziert werden. Es wäre außerdem von Vorteil, die Streckenhöchstgeschwindigkeit auf dem etwas über sechs Kilometer langen Abschnitt auf mindestens 100km/h anzuheben.
Varianten
Die geplante Führung der SFS würde es auch erlauben die Ausfädelung ins Netz der SinON südlich von Wietzendorf an einer Stelle, an der die SFS und die Strecke Soltau – Celle parallel liegen und nur wenige Meter voneinander entfernt sind, anzuordnen, sodass ein Haltepunkt im 4.000-Einwohner-Ort errichtet werden könnte. Dieser könnte dann allerdings nicht mehr von den neuen REs Hamburg – Hannover auf der SFS bedient werden und die Fahrtzeit Celle – Soltau würde um einige Minuten verlängert.
Bedienung
Über die Kurve würden schnelle Regionalzüge von Celle nach Soltau verkehren, die nach Bremen bzw. Hannover durchgebunden werden könnten. Ab Wietzendorf ergibt sich eine Überlagerung mit der neuen RE Hamburg – Hannover, auf der SFS, deren Umsetzung sich zumindest im Gespräch befindet.
Außerdem böte die Strecke eine attraktive und vollständig elektrifizierte Ausweichroute für den Güterverkehr Bremerhavens in und aus Richtung Süden (via Hildesheim) und Osten (via Braunschweig/Wolfsburg), der über Lehrte Hannover vollständig umfahren könnte.
Vorteile
Zwischen Celle und Soltau liegen über die SFS und neue Kurve ungefähr 45 Kilometer, was bei einer Höchstgeschwindigkeit von 160km/h und zwei Zwischenhalten eine Fahrzeit von um die 25 Minuten ergibt. Mit dem Auto ist man derzeit circa 45 Minuten zwischen den Orten unterwegs. Zwischen Hannover und Soltau könnte die Fahrzeit mit dem Zug von derzeit 67 Minuten mit der RB38 auf 53 Minuten um eine Viertelstunde schrumpfen.
Auf der Amerikalinie, der Strecke von Uelzen nach Langwedel bei Bremen, plant die Bahn ebenfalls die Elektrifizierung der Strecke und den Ausbau von 80km/h auf 100km/h. Derzeit braucht die RB zwischen Soltau und Bremen 61 Minuten. Rechnen wir einfach mal pessimistisch eine Zeitersparnis von fünf Minuten nach Elektrifizierung und Modernisierung der Strecke ein. Damit ist man von Bremen in 56 Minuten in Soltau, über die neue Kurve in weiteren 25 in Celle und von dort in 27 Minuten in Hannover. Insgesamt ergibt sich eine Fahrzeit von 108 Minuten zwischen Hannover und Bremen. Da die RE8 über Nienburg und Verden die Strecke in 81 Minuten schafft, sollte eine Verlängerung nach Bremen gut geprüft werden, ich denke aber, dass das Fahrgastpotential trotzdem durchaus da sein könnte.
Um einen Stundentakt auf der Strecke zu fahren bräuchte man in diesem Fall dann außerdem vier neue Fahrzeuge, eben weniger, wenn die gefahrene Strecke kürzer wird. Einen Stundentakt auf der Strecke Celle – Soltau könnte man mit einem einzigen neuen Fahrzeug bewältigen.
Bei Reaktivierung der Strecke von Celle nach Braunschweig, bzw. Plockhorst, die ich hier irgendwann noch einmal vorstellen und dann verlinken werde, könnte man die Strecke Soltau – Celle – Braunschweig in 55 Minuten zurücklegen, gegenüber 85 Minuten mit dem Auto und die Strecke Soltau – Celle – Wolfsburg in 50 Minuten mit dem Zug gegenüber über 90 Minuten mit dem Auto. Außerdem könnte die Direktverbindung zwischen Magdeburg bzw. Braunschweig und Bremen (wieder) angeboten werden.

Absolut sinnvoll. Daher habe ich die Idee auch in diesem Vorschlag schon inkludiert. Nichtsdestotrotz gut hier nochmal ein paar mehr Details für die Kurve und ihren Nutzen herausgearbeitet zu sehen.
Den Vorschlag kannte ich gar nicht, danke, dass du mich drauf aufmerksam machst. Da wurde in den Kommentaren ja auch ordentlich diskutiert.
Im Konzept von SchienePlus vom VCD ist die Kurve auch mit drin, das habe ich eben erst gesehen. Da sehe ich die Errichtung eines neuen Soltauer Hauptbahnhof östlich vom aktuellen aber ein wenig kritisch.
Besonders wenn man die Kurve mit höhengleicher Ausfädelung plant, ähnlich wie die Kurve Sorsum, würden sich mit meiner Variante die Mehrkosten prinzipiell nur auf etwas über einen Kilometer Schiene, drei Weichen und ein paar Kilometer Oberleitung beschränken, wofür man eine wirklich leistungsfähige Infrastruktur zwischen Celle und Soltau bekäme.