Beschreibung des Vorschlags
Status quo
Aktuell fährt die U5 bekanntlich ab der Hauptwache als Straßenbahn. Vor allem der Abschnitt zwischen Musterschule und Feuerwehrstraße verfügt nicht einmal über einen eigenen Gleiskörper, was das gesamte Unterfangen störanfällig und unsicher macht. Da Frankfurt sich – anders als Hannover – für eine vollwertige U-Bahn entschied, dann aber kein Geld mehr hatte, fahren nun vollwertige U-Bahn-Fahrzeuge als Straßenbahn. Das ist nicht nur unschön, sondern auch unpraktisch. Mit der geplanten Verlängerung Richtung Frankfurter Berg bekommt die U5 nicht nur ein vergrößertes Einzugsgebiet, sondern auch einen Umstiegspunkt für Pendler aus dem und in das Umland. Damit steigen sowohl das Fahrgastaufkommen erheblich (Hochhaussiedlung, S-Bahn) als auch die Anforderungen an Schnelligkeit und Pünktlichkeit. Hier sehe ich meinen Vorschlag als förderfähige Lösung, die auch denjenigen zugutekäme, die den ÖPNV nicht nutzen.
Trassenführung
Die hier skizzierte Trasse würde im Großen und Ganzen der alten Trasse folgen, einschließlich aller Stationen. Da wir in Richtung Westen die A-Trasse und in Richtung Osten die Straßenbahn haben, halte ich eine neue Linienführung nicht für notwendig. Insgesamt kommen wir somit auf 5 U-Bahn-Stationen sowie eine Stadtbahn-Haltestelle, die verschoben wird (Feuerwehrstraße). Die Stationen sind prinzipiell als einfache Inselbahnsteige geplant, um Platz und vor allem Kosten zu sparen. Die gesamte Strecke kann somit ohne tiefe Tunnelbohrungen konstruiert werden, was nochmals deutlich Kosten spart. Die einfache Unterpflasterkonstruktion hat ihre Kostengünstigkeit und Schnelligkeit als Vorteil, wird aber wahrscheinlich auf deutlich mehr NIMBYismus und „besorgte Bürger“ treffen.
Kosten-Nutzen
Die hier geplante Trasse würde die Fahrtzeit von der Haltestelle Feuerwehrstraße bis zur Hauptwache halbieren. Vor allem im Hinblick auf die geplante Verlängerung nach Frankfurter Berg würde die neue Verbindung damit attraktiver und zuverlässiger. Ebenfalls ließen sich mit dieser Variante vielfach mehr Unfälle und Tote durch die Stadtbahn verhindern. Frankfurt hätte damit auch endlich keinen Abschnitt mehr, wo Stadtbahn und Straßenverkehr sich dieselbe Spur teilen. Das Ergebnis: weniger Stau, weniger CO2 und gesteigerte Effizienz.
Betriebsstrecke / Tram
In Grau sichtbar sind nicht nur die Haltestellen, sondern auch eine neue Straßenbahntrasse auf der Homburger Landstraße. Da durch den Tunnel die alte Betriebsstrecke an der Glauburgstraße unbrauchbar wird, wäre diese Trasse ein angemessener Ersatz. Die Betriebsstrecke würde ebenfalls am Tunnelportal Feuerwehrstraße abzweigen, was die Umstrukturierung des Betriebs auf ein Minimum reduziert.
Ich freue mich auf euer Feedback.

Das halte ich nur bis südlich der Haltestelle Deutsche Nationalbibliothek für sinnvoll. Auf dem Rest der Strecke ist die U5 bereits heute weitgehend von der Straße getrennt. Nur zwischen den Haltestellen Hauptfriedhof und Marbachweg/Sozialzentrum müsste statt der bisherigen durchgezogenen Linie eine physische Trennung erfolgen (Platz ist dort genug).
Das ist eine sehr verkürzte Darstellung der Geschichte. Das ursprüngliche Netz wurde mit mehrstufigen Ausbauten geplant, deren Endzustand einer vollständigen U-Bahn entsprochen hätte. Der Wikipedia-Artikel hat einige Grafiken zu den Plänen von damals.
Problematisch waren zwei Dinge. Erstens, das bekannte Problem mit dem Geld, denn es war absehbar, dass der Vollausbau nicht sofort finanzierbar war. Deshalb der mehrstufige Plan. Zweitens hat man dann später festgestellt, dass es nicht so einfach ist, die teilfertigen Strecken weiter auszubauen, da die notwendigen Komplettsperrungen extrem teuer würden, denn einfach mal so die A-Strecke (beispielsweise) zu sperren und monate- oder jahrelang durch SEV zu ersetzen ist weder finanziell, ökologisch, noch politisch tragbar.
Neuere Projekte, wie zum Beispiel die erwähnte Verlängerung zum Frankfurter Berg, werden nicht unbedingt kreuzungsfrei geplant und haben auch keinen perspektivischen Ausbau dahingehend. Insofern kann man zum jetzigen Stand sagen, dass Frankfurt ein Stadtbahnsystem hat und sich dafür entschieden hat.
Sind dir die Planungen zur Ringstraßenbahn bekannt? Diese sieht ebenfalls eine Verbindung in der Homburger Landstraße vor.
Hast du dir andere Linienführungen angeschaut? Im Falle dessen, dass dieser Engpass beseitigt werden soll, fände ich einen Trassentausch mit der Sraßenbahn auf der Friedberger Landstraße ganz gut. G36K hatte mal einen Vorschlag hier vorgestellt.
Besonders gut gefällt mir daran, dass die U5 grundsätzlich weiterbetrieben werden kann und auch die Straßenbahn mit der Strecke durch die Homburger Straße weiterhin den Gravensteiner Platz anbindet.
Und das ist etwas, was mir in der hiesigen Betrachtung etwas fehlt, denn für den Bau der unterirdischen Abschnitte unter der Eckenheimer Landstraße müsste der Betrieb der U5 eingestellt und die Verbindung Konstablerwache nach Norden gekappt werden.
Eine ähnliche Situation hat – ebenfalls unfreiwillig – schon einmal stattgefunden: Wegen inkompatibler Fahrzeuge war die U5 von Preungesheim zwischen 1980 und 1998 gezwungen, an der Konstablerwache zu enden. Man hat alles versucht, das zu verhindern; eine (absichtliche) Wiederholung ist undenkbar.
Und damit kommen wir wieder zum ursprünglichen Problem, dass die Komplettsperrung einer Stadtbahnstrecke schlicht zu kostspielig ist. Nicht nur in den materiellen Kosten des Baus, sondern insbesondere in den verlorenen Einnahmen, den zusätzlichen Kosten durch SEV und dem volkswirtschaftlichen Schaden durch den Ausfall der Strecke.
Deshalb sehe ich diesen „einfachen“ Umbau als nicht umsetzbar an.
Die Planungen zur Ringstraßenbahn waren mir bis dato nicht bekannt, danke dass du sie verlinkt hast. Prinzipiell würde die Ringstraßenbahn ja das selbe Bedeuten wie meine Andeutung im Vorschlag. Ich denke auch, dass diese einen Trassentausch auf der Friedberger Landstraße unpraktisch macht. Dazu kommt, dass ein Tausch die Verkehrskapazitäten deutlich verschiebt. Wir hätten dann mit der U4 eine Straße weiter 2 U-Bahn korridore nebeneinander, während zwischen der U5 und U1 nur noch die Straßenbahn fährt. Was ich mir jedoch vorstellen könnte, wäre ein unterirdischer Betrieb bis zur Gießener Straße und ab dort dann oberirdisch bis zur Feuerwehrstraße. Somit wäre die Ringstraßenbahn größtenteils ungestört und die alte Trasse würde eventuell frei werden für die Tram, abgesehen davon dass man elegant den Friedhof umfährt.
Wo ich dir ebenfalls Recht geben muss, ist dass eine Vollsperrung schlicht nicht zeitgemäß umsetzbar ist. Das habe ich in meinem Vorschlag nicht beachtet, aber ja ein Ausfall der U5 auf praktisch ganzer länge wäre nicht vertretbar.
Andersrum wird ein Schuh draus: den nördlichen Alleenring kreuzen mit der gegenwärtigen Lage der U5 und dem Lückenschluss der D-Strecke auf gerademal 1,5km ganze 3 U-Bahnstrecken. Allein daher schon macht es Sinn die U5 nach Osten zu verschieben. Ringstraßenbahn ist da überhaupt kein Hinderungsgrund, die kann genausogut die Strecke durch die nördliche Eckenheimer nutzen, es gibt ja schließlich auch die Gleise durch die Glauburgstraße.
Bzw ist es nördlich der Glauburgstraße eh nicht mehr so wichtig ob es nur die Straßenbahn durch die Eckenheimer gibt oder zusätzlich auch für die Ringstraßenbahn weiterhin Gleise in der Friedberger. Ab dem Nibelungenplatz stadtauswärts ist die Friedberger ja eigentlich breit genug für 2 Fahrstreifen pro Richtung plus Straßenbahn wenn man diese furchtbaren Fahrradflächen anders anordnen würde. Die Platzprobleme hat man ja nur südlich der Glauburgstraße, und dort muss die Straßenbahn unbedingt aus der Friedberger raus und stattdessen in die Eckenheimer.
Ein guter Vorschlag der ja auch in einer ähnlichen Form ursprünglich geplant war. M.E. ist auch die Untertunnelung des Marbachwegs sinnvoll, da so die U-Bahn und Ringstraßenbahn jeweils eigene und getrennte Gleise haben.
Wie andere Kommentare bereits erwähnt haben, vermischt sich die U5 ab der deutschen Nationalbibliotek kaum mehr mit dem restlichen Straßenverkehr. Daher finde ich dass um die Station Hauptfriedhof ein kurzer, aber als Voll-U-Bahn gestalteter, oberidischer Abschnitt ebenfalls in Erwägung zu ziehen wäre, z.B. als Hochbahn. Eine ähnliche Streckenführung findet man z.B. in Paris bei den Métro-Stationen Bel-Air und Coteaux Beauclair (jeweils auf den Linien 6 und 11).
Ich halte absolut gar nichts davon, die U5 in der Eckenheimer zu belassen. Wenn man diese Linie tieferlegt – was unbedingt mal geschehen muss! – dann bitte nicht unter der Eckenheimer sondern unter der Friedberger. Damit entfallen die extrem Fahrzeit kostenden engen Kurven am Marbachweg, die Kosten sind deutlich niedriger da man nur bis kurz hinter die Einmündung der Gießener Straße unterirdisch bauen muss und auch nur 3 Tunnelstationen errichten muss, und die Tunnelrampe städtebaulich völlig unproblematisch am Ostrand des Hauptfriedhofs errichten kann. Außerdem ist kann dann die Friedberger wieder durchgängig zwei Fahrstreifen pro Richtung erhalten, was die katastrophale Verkehrssituation dort massiv entspannen dürfte.
Die Straßenbahn sollte dann stattdessen aus der Friedberger raus auf die derzeitigen U5-Gleise in der Eckenheimer verlagert werden. Kleine Anpassungen am Liniennetz sind nötig, aber nichts problematisches dabei.
Ich meine hier gibts auch schon irgendwo einen Vorschlag dazu.
Interessante Idee! Wenn man auch den Streckenast der zum Gravensteiner Platz auf U-Bahn umstellt, könnte man die Tunnelrampe sogar schon nördlich der Kreuzung mit der Nibelungenallee bauen. Ich habe das mal hier als Teil eines größeren Vorschlags aufgegriffen.
Wird die U5 hierdurch zur U-Bahn? Nein. Daher ist die richtige Kategorie „Stadtbahn (hochflur)“, selbst wenn der Streckenabschnitt in diesem Vorschlag komplett unterirdisch ist.
Ich stelle mir die Frage „brauchts das wirklich?“
Die oberirdische Strecke durch die Eckernheimer Landstraße ist für mich immer DAS Musterbeispiel, wie man Hochbahnsteige stadtverträglich in engen Innenstadtstraßen unterbringt. Das ist dort richtig vorbildlich gelöst. Auch hatte ich nie das Gefühl dort unnötig zu schleichen. Ganz im Gegenteil zum Geschleiche mit der Straßenbahn auf der Friedberger.