Beschreibung des Vorschlags
Die Berliner S21 stellt sich mehr und mehr in die Tradition anderer Deutscher Großprojekte. Erste Bauarbeiten wurden schon im Jahre 2000 eingeleitet mit geplanter Eröffnung 2006. Nun wird der erste BA wohl noch dieses Jahr in Betrieb gehen. Bei einer ähnlichen Verspätung der weiteren BA ist mit einer Fertigstellung der Strecke frühestens 2066 zu rechnen. Und auch wenn dies vielleicht etwas arg pessimistisch ist, scheinen die geplanten Eröffnungsdaten für die weiteren BA bis zum Bahnhof Südkreuz (so zum Potsdamer Platz bis 2035) doch unrealistisch.
Daran lässt sich ohne weiteres auch nichts ändern. Der Tunnelbau unter Spree und Reichstag ist nuneinmal komplex. Auch der letzte BA, mit Einfädelung auf die Ringbahn setzt verm. eine Erweiterung des Südkreuzes um einen Bahnsteig voraus.
Dagegen wirkt der mittlere Teil (BA 3a) recht simpel: Auf die rein oberirdische Ausfädelung aus Anhalter und Stammbahn, den S-Bahnhof Gleisdreieck und die Landwehrkanalsquerung folgt ein kurzes Tunnelstück zum Potsdamer Platz. Letzteres ist von Süden aus allerdings wenig interessant, da dorthin schon die bestehenden S-Bahnen fahren.
Mein Vorschlag also wie folgt:
Der südliche Teil des Bauabschnitts 3a wird vorgezogen. Den (noch nicht allzu detaillierten, daher ist meine Zeichnung eher symbolisch zu verstehen) Planungen der DB entsprechend wird die S21 bis hinter den S Gleisdreieck rein oberirdisch gebaut. Hinter dem Gleisdreieck wird eine Wende- und Abstellanlage errichtet. Bei Fertigstellung von BA 2 (Hbf-Potsdamer Platz), sowie des Tunnels vom Potsdamer Platz zum Landwehrkanal wird dieser ohne Störung des Betriebs in die neue Strecke eingebunden.
Bedienung:
Die S1 Verstärker zwischen Zehlendorf und Potsdamer Platz fahren nicht zum Potsdamer, sondern enden am Gleisdreieck. Sie fahren auch über die HVZ hinaus einen ganztägigen T10.
Dies ermöglicht erstmals den Umstieg zur sonst aus Süden schwer zu erreichenden Hochbahn. Bei Sperrungen des Nord-Süd-Tunnels können auch die anderen Linien, zumindest teilweise, dort enden.
Vorteile:
Das der Bau der S21 sinvoll ist, werde ich in Anbetracht umfangreicher NKU nicht weiter erörtern. Zweck dieses Vorschlags ist es lediglich, möglichst früh möglichst viel Nutzen aus ihr zu ziehen. Der 2 BA wird wegen Spreequerung und Reichstagsumfahrung, vermutlich noch lange auf sich warten lassen. Mein Vorschlag macht mit den Relevantesten Vorteil der S21 für den Süden frühzeitig nutzbar: Die S1, wichtigste der Nord-Süd-Linien, verpasst die Hochbahn, die meistbefahrenste U-Bahnstrecke der Stadt. Der Umstieg über die U7 oder U2 ist wenig attraktiv. Mein Vorschlag rückt diesen wichtigen BA in greifbare Nähe und macht ihn unabhängig von der Verschleppung der Bauarbeiten weiter nördlich; aufgrund der rein oberirdischen Führung dürfte er sich wesentlich früher und ohne größere Verzögerungen umsetzen lassen.
Der Umstieg zur U-Bahn am Gleisdreieck kompensiert auch den (vorläufigen) Wegfall des Halts Potsdamer Platz durch die Verstärker: Die Fahrzeitersparnis von der südlichen S1 in Richtung Osten auf der Hochbahn beläuft sich auf ca. 8 Minuten, während die Weiterfahrt mit der S1 in Richtung Norden nur fünf Minuten auf sich warten lässt.

Wenn man die S1 Verstärkerfahrten am Gleisdreieck enden lässt (statt via Anhalter Bhf am Potsdamer Platz), hat man zwar einen Umstieg zur U1, aber keinen Umstieg mehr zur S2, S25 und S26. Diesen Nachteil sollte man auch erwähnen.
Da es die S1 Verstärker aktuell nicht gibt, ist es ja auch keine Verschlechterung des Angebots, sondern eine Verbesserung, die neue Umstiege erlaubt.
Was die Weiterfahrt Richtung Norden angeht: Einen nominellen Umstieg zu S2/25/26 gibt es am S Yorkstraße, auch wenn der nicht wirklich praktikabel ist.
Am Gleisdreieck wird aber nicht nur auf die U1 getroffen, sondern auch auf die U3 und die U2. Letztere fährt auch Richtung Norden, fährt ebenso wie die S2/25/26 den Potsdamer Platz an und kreuzt auch die Stadtbahn.
Wenn es unbedingt mit der S-Bahn nach Norden muss, nimmt man eben die nächste Bahn, fünf Minuten später. Dagegen spart der Halt Gleisdreieck für Fahrgäste Richtung Osten ca. 8 Minuten (und diverse 100m Fußweg) gegenüber dem Umstieg Yorkstraße, Möckernbrücke.
Es gibt aktuell keine S1-Verstärker?
Was sind das denn für Fahrten auf den Seiten 2 und 6 des Fahrplans?
Das ist etwas peinlich. Ich war der Überzeugung gewesen, die S1 solle erst künftig auf einen T5 verdichtet werden. Dafür muss ich mich entschuldigen. Den Vorschlag habe ich entsprechend angepasst.
Der Verstärker nimmt exakt den Weg wie die regulären Züge. Wer also auf die S2 S25/26 umsteigen will soll halt „gefälligst“ nicht den Verstärker nehmen. Es werden nämlich (abgesehen vom zusätzlichen Umstieg am Gleisdeeieck) keine neuen Relationen begründet.
Ich verstehe die Ablehnung nicht wirklich.
Ein Umstieg in S2/25/26 entfällt. In Richtung Süden ist der unerheblich; es gibt kein Umsteigepotential. Bleibt nur die Weiterfahrt in Richtung Norden. Der Umstieg zur U2 bleibt erhalten, weiter die S1 alle fünf Minuten versetzt. Der Umstieg zur Regionalbahn entfällt, allerdings ist es für Anwohner südlich der Ringbahn schneller, über die Ringbahn zum Südkreuz zu fahren. Zum Südkreuz fahren auch die Busse 106 und 204 vom S Julius-Leber-Brücke. Und am S Yorkstraße fahren auch S2/25/26 im T5 zum Potsdamer. An allen Stationen fährt die S1 weiterhin alle 10 Minuten zum Potsdamer Platz und darüber hinaus.
Das ist, in meinen Augen, wirklich tragbar, zumal es sich ja hierbei nur um ein Interrimsstadium handelt, bis die Verstärker über den Hbf fahren.
Dagegen steht der Umstieg zur U1 und U3. Der spart zur City West und in Richtung Kreuzberg jeweils ca. 8 Minuten. Das steht für mich in keinem Vergleich (zumal die S1 Verstärker ja sowieso zugunsten der S21 gestrichen werden sollen). Dazu ist der Umstieg wesentlich attraktiver als bisher (mit dem Bus zur City West und mit der U7, Hochbahn nach Osten).
Von Ablehnung war hier nie die Rede. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass dein Vorschlag für bestimmte Relationen auch Nachteile mit sich bringt. Du wägst ab und argumentierst dass der Vorteil überwiegen würde. Dann passt doch alles und wir haben auch nichts unter den Tisch gekehrt.
Ich stimme dir vollständig zu. Die Kritik bezog sich nicht auf den Vorschlag von dir Sonderbeauftragte den Beitrag, der die fehlenden Umsteigemöglichkeiten bemängelte. Meine Aussage dahinter: Für alle Fahrgäste von/nach Zehlendorf bis Yorkstrasse bleiben die Umsteigebeziwhungen erhalten, sie müssen dan Züge des Haupttaketes nehmen. Dafür wird für Fahrgäste von/nach Zehlendorf bis Yorkstrasse eine zusätzliche Umsteigemöglichkeit am Gleissreieck geboten, wenn sie die Züge der Zwischentake nehmen.
Je früher der Umstieg gebaut wird, desto besser. Und natürlich muss das Gleisdreieck von Beginn an den Bahnhof „Papestrasse“ (aka Südkreuz) angebunden sein
Dann hatte ich dich missverstanden.
Ein Pendelbetrieb? Vielleicht Gleisdreieck – Priesterweg? Der müsste die Kapazitätsreserven und Infastruktur haben, um im laufenden Betrieb am Gleis wenden zu können und bindet dazu die Bustrasse Lichtenrade – Mariendorf – Steglitz (M/X76) an.