Beschreibung des Vorschlags
Ich möchte eine Buslinie vorschlagen, welche aus drei Abschnitten besteht.
1. Streckenabschnitt (S+U Hauptbahnhof – An der Urania):
Der Berliner Hauptbahnhof ist in fast alle Himmelsrichtungen mit Bus, U-Bahn, Straßenbahn oder S-Bahn verbunden. Lediglich im Südwesten gibt es eine große Lücke. Das mag auch soweit nicht problematisch erscheinen, da sowieso niemand im Tiergarten wohnt. Gleichzeitig gibt es aber auch keine Möglichkeit ohne Umwege ins Botschaftsviertel oder weiter in die City West zu kommen.
Diese Linie das Problem beheben. Sie startet am Hauptbahnhof und führt zur Rathenower Straße. Dort biegt sie Richtung Tiergarten nach links ab und führt dann über den großen Stern bis An der Urania.
Pendlern zwischen S+U Hauptbahnhof und City West bietet diese Linie eine schnellere Direktverbindung (Zeitersparnis: ~5min) und erspart so das Umsteigen am vollen Bahnhof Zoo.
Zwar erreicht der Bus nicht direkt die U-Bahnlinien 1,2 und 3, dafür wird aber zwei Haltestellen später die U3 erreicht (damit ist die kurze U1 auch nicht so wichtig). Ein größeres Problem ist allerdings das Verfehlen der U2. Vom Hauptbahnhof könnte man zwar auch die S-Bahn nehmen, aus dem Bereich der Lietzenburger Straße wäre diese Relation aber praktisch. Dennoch glaube ich, dass sich ein Umweg zum Wittenbergplatz oder Nollendorfplatz (+3min) nicht lohnen würde.
2. Streckenabschnitt (An der Urania – Olivaer Platz)
Die Linie fährt nun südlich des Augsburger Damms in der Lietzenburger Straße entlang. Dabei entlastet sie einerseits die Busse auf dem Kurfürstendamm, andererseits sorgt sie für die Feinerschließung im Kiez. Diese ist mit bis zu 400 Metern zur nächsten Haltestelle nämlich wirklich schlecht. Zwischen dem Kurfürstendamm und dem Hohenzollerndamm gibt es nur den 249er, zwischen Kurfürstendamm und Nachodstraße/Hohenstaufenstraße befindet sich nur den U-Bahnhof Augsburger Straße. 5 neue Haltestellen sollen daher errichtet werden, davon kann an einer zur U3 umgestiegen werden. Nur die U9 wird leider verpasst, diese ist aber auch fußläufig am Kurfürstendamm erreichbar.
3. Streckenabschnitt (Olivaer Platz – S Charlottenburg)
Nachdem der Bus am Olivaer Platz wieder auf den Kurfürstendamm fährt erreicht er als nächstes den wichtigen Umsteigeknoten Adenauer Platz, dort gibt es eine Umsteigemöglichkeit zur U7 und mehreren Buslinien.
Dann geht die Fahrt zur Endhaltestelle S Bahnhof Charlottenburg weiter. Diese dürfte besonders für Fahrgäste aus der Lietzenburger Straße ein wichtiger Knotenpunkt sein, der auch als Alternative zum Bahnhof Zoologischer Garten dient.
Fazit:
Die neue Buslinie 145 soll vom S+U Hauptbahnhof bis zum S Charlottenburg führen.
Dadurch schafft sie eine neue Verbindungen zwischen Hauptbahnhof und der City West, die Pendlern das Umsteigen erspart. Im zweiten Teil der Linie, wird der Kiez um die Lietzenburger Straße erschlossen. Zwar werden nicht alle Umsteigepunkte erreicht, das ist aber auch nicht zwingend nötig, da notfalls bestehende Linien genutzt werden können. Die gesamte Fahrzeit beträgt knapp eine halbe Stunde. In der Hauptverkehrszeit wäre ein 10-Minuten-Takt angebracht (Einsatz von acht Bussen).

Sehr guter Vorschlag! Ich hätte nicht gedacht, dass es selbst in Berlin noch solche Lücken in der ÖPNV Abdeckung gibt.
Aufbauend auf deine Idee habe ich hier eine Line 219 vom S+U Hauptbahnhof zum U Theodor-Heuss-Platz oder eventuell S Westend entworfen. In zweiter Fassung fährt sie ab Amtsgerichtsplatz eine andere Route, in beiden Fassungen verpasst sie anders als dein 145er nicht den S+U Nollendorffplatz samt U1, U2 und U4.
Mir ist nicht klar, wozu diese Linie gut sein soll. Du erzählst zwar ausführlich, wo sie verlaufen soll, doch dafür ist ja die Zeichnung da. Eine wirkliche Begründung für diesen Linienverlauf fehlt. Die Aussage, die Linie solle „neue Verbindungen schaffen und Straßen, die bisher noch nicht vom Bus befahren werden … befahren, um den Bewohnern lange Wege zu den Haltestellen ersparen“ ist mir viel zu allgemein. Das kann man über jeden Vorschlag zu einer neuen Buslinie sagen. Warum aber gerade dieser Verlauf? Warum nimmst du in Kauf, dass die U1, die U2 und die U9 an Stellen gekreuzt werden, wo keine Stationen sind? Warum verfehlst du das wichtigste Zentrum im Westen Berlins, die Gegend um den Zoo?
Also wozu diese Linie?
Genau die selbe Frage hat sich mir auch gestellt. Gut zusammengefasst.
Ich finde die Idee gar nicht so abwegig, wenn man sie etwas modifiziert!
Der Hauptbahnhof ist jenseits der Stadtbahn vor allem von Ostberlin (U55, M5, M8, M10, 142, 147) und aus den benachbarten Wedding und Moabit teils mit Ausläufern nach Spandau und Reinickendorf (120, 123, 142, 147, 245) gut zu erreichen. Der M41er und M85er fahren mit Kreuzberg und Neukölln sowie Schöneberg und Steglitz noch den Süden an. Der 245er fährt zwar bis nach Charlottenburg, endet aber wieder an der Stadtbahn, die er stets nördlich begleitet. Im Bereich zwischen M85er und Stadtbahn klafft somit eine Lücke auf, was Direktverbindungen zum Hauptbahnhof angeht. Wichtige Modifikation wäre, dass der Bus einen Schlenker zum Nollendorffplatz (U1, U2, U4) macht. Zudem müsste er mit einer verkürzten Linienführung des 187ers kombiniert werden, was dessen langer und somit auch verspätungsanfälliger Route gut tun würde.
Ein zweites Argument ist, dass zwischen Tauentzienstraße und Kurfürstendamm einerseits sowie 204er und U3 andererseits jenseits der U-Bahnhöfe Augsburger Straße und Viktoria-Luise-Platz, dessen Linien beide eine Nord-Süd-Verbindung sind, während dieser Bus eine Ost-West-Verbindung wäre, auch eine Lücke mit durchgängig recht dicht bebauten Gebiet liegt. Das Verpassen der U9 oder auch des Zoologischen Gartens ist sicherlich problematisch und es wäre denkbar, die Linie zu halbieren und beidseitig zum Zoo zu führen, allerdings gibt es auch in anderen Bezirken Linien die das Zentrum verfehlen. Spontan fiele mir das der 131er in Spandau oder 181er in Steglitz ein. Anders als der Autor hielte ich aber einen Schlenker zum S Charlottenburg für unverzichtbar, man könnte dennoch sämtliches identisches Gebiet im Westen Charlottenburgs neu erschließen. Die Endhaltestelle ZOB halte ich für weniger überzeugend als eine erweiterte Linienführung durch Westend zum dortigen S-Bahnhof, auch das würde der Feinerschließung dienen. Ebenfalls unglücklich bin ich mit der völlig verfehlten Nummerierung.
Zusammenfassend sehe ich in der modifizierten Linie drei Funktionen erfüllt: Eine Direktverbindung zum Hauptbahnhof von bisher schlecht erreichbaren Teilen des Westberliner Zentrums, eine Entlastung des 187ers sowie eine Feinerschließung dicht besiedelter Teile Schönebergs und Charlottenburgs.
Danke.
Ich hätte auch noch fragen müssen, was überhaupt ein BVG-Bus am ZOB soll. Der ist schließlich ausschließlich für Reisebusse da! Auch das Verfehlen von Stationen an der Stadtbahn zwischen Charlottenburg und Westkreuz ist nicht nachvollziehbar. Der U-Bahnhof Adenauerplatz ließ sich wohl beim besten Willen nicht auch noch umgehen. 🙂
Letzten Endes halte ich diese Idee für so schlecht, dass sich eine weitere Diskussion nicht lohnt.
Wir haben bis vor ein paar Jahren mit dem 218er und früher auch mit E-Wagen (104, 105, 149) auf dem ZOB gestanden. Zumindest hätte eine Linie auf der Lietzenburger den Vorteil, dass die Haltestellen dort immer freigehalten werden.
Dass die BVG den ZOB nutzte, war mir neu. Danke für den Hinweis.
Ein Bus in der Lietzenburger Straße, wie einst der 69er, könnte tatsächlich sinnvoll sein, auch über den Kracauerplatz fuhren mal, als er noch Holtzendorfplatz hieß, Busse. Auch eine Nord-Süd-Verbindung durch den Tiergarten ist sinnvoll, aber die gibt es ja auch. Die hier vorgeschlagene Kombination scheint mir aber nicht sinnvoll. Du kannst jedoch gerne anderer Meinung sein. 🙂
Ich habe diesen Vorschlag ja auch modifizieren wollen. 🙂
Bezüglich einer Nord-Süd-Verbindung im Tiergarten sehe ich auf jeden Fall eine deutliche Verbesserung zum Status Quo. Der 106er kommt vom Lindenhof übers Südkreuz und der 187er von Lankwitz über Friedenau. Zwischen Kaiser-Wilhelm-Platz und Nollendorffplatz fahren die Linien schon parallel. Ist da eine Verkürzung des 187ers und eine Linie, die aus dem Südwesten kommt, nicht eher eine Verbesserung und böte sich die Lietzenburger Straße, durch die, wie du richtig sagtest, der 69er einst fuhr, nicht an? Einst kam ja auch der 16er aus dem südwestlichen Steglitz, Wilmersdorf und Schöneberg, während der 24er aus Tempelhof und Kreuzberg kam. Zudem wirft die M10 ja auch noch einmal die Frage auf, ob der Hauptbahnhof nicht eine passendere Endstation als die Turmstraße wäre.
Die Gegend um den Kracauerplatz könnte, wie du sagtest, auch einen Bus gut vertragen. Eine Führung zum S Charlottenburg sollte dennoch hergestellt werden. Eine faktische Wiedereinführung einer 74er/65er-Mischung hast du an anderer Stelle ja zurecht als weniger sinnvoll dargestellt, da der 204er hier irgendwann durch die Ringbahn (und den ja auch nicht weit entfernten 104er) keine Gäste mehr fand. Da finde ich eine Streckenführung in Westend parallel zum 309er schon besser.
Der 16er war aber auch nicht mehr zeitgemäß, da konnte man sogar 9m-Busse einsetzen.
Ich habe meinen Vorschlag noch einmal überarbeitet.
Neu ist unter anderem, dass die Linie nur bis zum S Charlottenburg führen soll. So spart man sich den Weg über den Kracauerplatz, der lieber vom 309 bedient werden sollte. Der ist noch relativ kurz und erschließt sowieso schon den Bezirk Charlottenburg, weshalb die zwei neuen Haltestellen am Kracauerplatz und an der Friedbergstraße die Linie gut ergänzen.
Der Bus 145 ist dann etwas kürzer mit den wichtigen Endpunkten S+U Hauptbahnhof und S Charlottenburg. Damit ist die Linie fokussiert sich die Linie auf die Verknüpfung zwischen Hauptbahnhof und City West sowie der Erschließung im Bereich der Lietzenburger Straße, außerdem ist die Linie nicht so verspätungsanfällig.