Beschreibung des Vorschlags
Bereits von 1897 bis 1987 bestand eine Bahnverbindung zwischen Schieder und Blomberg. Hiermit möchte ich einen Wiederaufbau dieser Verbindung in abgeänderter Form und eine Verlängerung bis nach Detmold vorschlagen. Neben der Wiederanbindung von Bloomberg mit immerhin gut 8.000 Einwohnern und mehreren Industriebetrieben dient diese Strecke insbesondere auch einer verbesserten Verbindung des Kipper Landes, insbesondere Detmolds, mit dem Weserbergland (Bad Pyrmont, Hameln).
Streckenbeschreibung:
Die Strecke zweigt in Schieder nach Norden von der Bahnstrecke Hannover – Altenbeken ab. In Schieder soll dazu nördlich ein drittes Bahnsteiggleis entstehen. Die Strecke verläuft weiter nach Westen und durchquert ein kleines Waldgebiet, um die historische Trasse am Diestelbach wieder zu erreichen. Dieser Trasse folgt die Strecke nach Blomberg, wo zunächst am Südbahnhof mit Ausweichgleis und anschließend am Haltepunkt Mitte (historischer Endpunkt) gehalten wird. Im Stadtgebiet sind leider an einigen Stellen niveaugleiche Straßenkreuzungen möglich, lediglich am Kreisverkehr Lehmbrink/Schiederstraße halte ich eine Straßenunterführung für denkbar. Theoretisch könnte aber auch auf die Bahnhofsstraße und/oder die Straße „Zum Niederntor“ verzichtet werden. Nordwestlich von Blomberg führt die Strecke weiter nach Istrup (1.459 Einwohner), wo nach Überbrückung der B252 ein weiterer Haltepunkt südlich des Ortskerns entsteht. Hier könnte nach Bedarf ein weiteres Ausweichgleis entstehen. Nach Westen wird die Strecke nördlich an Wellentrup vorbei nach Brüntrup (489 Einwohner) fortgeführt, wo bei Bedarf ein weiterer Haltepunkt entstehen könnte. Dort werden die Cappeler und die Vahlhauser Straße überbrückt. Südlich der Siedlung Flötenpfeife muss die Strecke in einem leichten Einschnitt verlaufen. Nach ebenerdiger Querung eines Feldweges und Unterführung unter der Dorfstraße wird der Detmolder Ortsteil Diesteltrup erreicht, wo nach niveaugleicher Querung der Dahlsheider Straße nördlich des Ortes gehalten wird. Nach Überführungen weiterer Landstraßen über die Strecke wird der im Einschnitt liegende Haltepunkt Detmold Ost erreicht. Ab hier würde ich einen zweigleisigen Begegnungsabschnitt vorsehen, der die Strecke mit einer großen Rechtskurve in den Detmolder Bahnhof führt. Dafür ist es erforderlich, im Bereich der Falkenkrugstraße den Fluss Werre etwas zu verschwenken.
Betriebskonzept:
Die Fahrzeit zwischen Detmold und Schieder würde ich auf maximal 25 Minuten schätzen, abhängig vom Ausbaustandard könnte es aber sicherlich auch etwas weniger sein. Grundsätzlich basieren die Abfahrtzeiten auf dem von mir im Rahmen dieses Vorschlages weiterentwickelten Taktknoten in Lage aus dem D-Takt. Ich habe mal zwei verschiedene Szenarien für ein mögliches Betriebskonzept entwickelt, wobei ich Szenario A bevorzugen würde.
Szenario A: Flügelung RE82
Dieses Szenario sieht vor, dass der RE82 (Bielefeld – Lage – Detmold – Altenbeken) in Detmold geflügelt wird. Der hintere Zugteil würde nach Blomberg weiterfahren. Als Endpunkt der Linie erscheint mir Hameln sinnvoll, wo ein bahnsteiggleicher Umstieg zur endenden S-Bahn von und nach Hannover möglich wird. Die S-Bahn aus Hannover müsste dazu etwa 3-5 Minuten früher verkehren, was aber kein Problem darstellen dürfte. Dies ist aus Gründen der Fahrplanstabilität eh zu empfehlen – die 6 Minuten-Wende in Bad Pyrmont ist nicht nur sportlich. Im Falle einer Verspätung kann der RE82 aus Hameln in Detmold hinten an den Altenbekener Zugteil gehängt werden und nicht wie planmäßig vorgesehen umgekehrt. Eine Zugbegegnung würde südlich von Detmold stattfinden, entweder im Hp Detmold Ost oder auf einer westlich davon angelegten Begegnungsstrecke. Die Anschlüsse zur S-Bahn Richtung Altenbeken – Paderborn in Schieder wären nicht so berühmt, die Umsteigezeit würde in jeder Richtung etwa 25 Minuten betragen. Auf der Strecke Schieder – Hameln wird nur in Bad Pyrmont gehalten.
| RE82 | |
|---|---|
| Hameln ab | :12 |
| Schieder an | :34 |
| Schieder ab | :35 |
| Blomberg-Mitte | :40 |
| Detmold an | :00 |
| Detmold ab | :06 |
| Lage an | :13 |
| Lage ab | :15 |
| Bielefeld an | :35 |
| RE82 | |
|---|---|
| Bielefeld ab | :23 |
| Lage an | :43 |
| Lage ab | :45 |
| Detmold an | :52 |
| Detmold ab | :57 |
| Blomberg-Mitte | :17 |
| Schieder an | :22 |
| Schieder ab | :23 |
| Hameln an | :45 |
Szenario B: Elektrifizierung, Flügelung S51
Bei diesem Szenario wäre die Strecke bis Lage zu elektrifizieren, in Schieder würde die in Zukunft nach Paderborn verlängerte S51 geflügelt werden. Dadurch würde eine vergleichsweise schnelle Direktverbindung von Detmold und Lage nach Hannover entstehen. Leider passt die Linie nicht mehr in den von mir verlinkten Taktknoten Lage rein, sodass hier Wartezeiten von ca. 20 Minuten entstehen würden. Wegen notwendiger Begegnungen müssten der Abschnitt Lemgo – Detmold und der Bahnhof Istrup zweigleisig ausgebaut werden.
| S51 | |
|---|---|
| Hameln ab | :23 |
| Schieder an | :48 |
| Schieder ab | :53 |
| Blomberg-Mitte | :58 |
| Detmold | :18 |
| Lage an | :25 |
| S51 | |
|---|---|
| Lage ab | :33 |
| Detmold | :40 |
| Blomberg-Mitte | :00 |
| Schieder an | :05 |
| Schieder ab | :10 |
| Hameln an | :35 |
Vergleich zu anderen Vorschlägen:
Es existiert bereits ein Vorschlag von Lorwo zur Anbindung Blombergs an eine Verbindung Detmold – Bad Meinberg – Blomberg – Barntrup – Bad Pyrmont, die mir persönlich zu umwegig erscheint, ich würde hier von einer höheren Fahrzeit ausgehen. Weiterhin dürfte die neuzubauende Strecke länger sein. Ich selbst hatte vor einiger Zeit hier eine Reaktivierung der Begatalbahn über Aerzen, Barntrup und Dörentrup vorgeschlagen. Diese beiden Vorschläge würden am Ende wohl zueinander in Konkurrenz stehen, da sie im überregionalen Verkehr jeweils die gleiche Relation stärken (Lage – Hameln), die von mir angepeilten Fahrzeiten sind nahezu identisch. Vorteil wäre die schnellere und direkte Einbindung Detmolds, außerdem würde Blomberg wieder angebunden werden und die Neubaustrecke wäre deutlich kürzer. Nachteil wäre die logischerweise fehlende Anbindung von Dörentrup, Barntrup, Aerzen und Hameln-West.

Interessanter Vorschlag!
Ich gebe dir Recht, dass dort eine Ost-West Verbindung fehlt. Ich hatte bisher allerdings immer die Variante einer NBS Barntrup – Lügde für wahrscheinlicher gehalten. Damit würde man Lemgo (40.000 EW) statt detmold (75.000 EW) auf der Ost-West-Achse bedienen, was sicherlich für Detmold spräche. Andererseits kommt man von Detmold auch direkt zum Fernverkehrsknoten Herford, wo die IC’s nach Osten abfahren, von Lemgo müsste man nochmal in Lage umsteigen.
Ich hatte bisher allerdings immer die Variante einer NBS Barntrup – Lügde für wahrscheinlicher gehalten.
Ja, das ist auch eine Möglichkeit, dazu gibt es ja auch Vorschläge von Lorwo und vom Tramfreund. Der Aspekt, dass Lemgo damit eine Anbindung in zwei Richtungen erhalten würde, ist sicherlich auch nicht von der Hand zu weisen.
Für meinen Vorschlag spricht aber halt aus meiner Sicht auch, dass Blomberg mit angebunden wird, Dörentrup und Barntrup an der Strecke Lemgo – Lügde sind zusammen gerade mal so groß wie Blomberg (3.574 Einwohner in Dörentrup, 5.379 in Barntrup stehen 8.161 in Blomberg gegenüber). Hinzu kommt die höhere wirtschaftliche Bedeutung Blombergs, dort arbeiten nach meinen Recherchen um die 5.000 Personen alleine bei Phoenix Contact. Dementsprechend sind dort auch die Parkplätze dimensioniert, man hätte also durchaus Pendlerpotential, dass es so in Dörentrup und Barntrup nicht gibt.
So ein Neubau von reinen Regionalverkehrstrecken außerhalb von Ballungszentren ist (leider) recht unrealistisch, dafür ist das NKV einfach zu schlecht. Auch wenn in diesem Fall nicht ganz wenig Anwohner angebunden werden, stehen dem enorme Kosten gegenüber. Als halbwegs realistisch sehe ich dagegen eine reine Anbindung Blombergs aus Richtung Osten, als Flügelung der S51 von Hannover aus. Damit würde eine Großteil des Potentials erreicht, bei nur einem relativ kleinen Kostenanteil.
Jetzt komme ich hier endlich auch mal zum Antworten…
So ein Neubau von reinen Regionalverkehrstrecken außerhalb von Ballungszentren ist (leider) recht unrealistisch, dafür ist das NKV einfach zu schlecht.
Das ist so sicherlich richtig, trifft ja auf viele oder sogar die meisten Vorschläge hier zu. Wie bei vielen anderen Vorschlägen würde ich auch hier annehmen, dass bei anderen politischen Rahmenbedingungen aber Realisierungschancen bestehen würden.
Als halbwegs realistisch sehe ich dagegen eine reine Anbindung Blombergs aus Richtung Osten, als Flügelung der S51 von Hannover aus. Damit würde eine Großteil des Potentials erreicht, bei nur einem relativ kleinen Kostenanteil.
Ja, das halte ich auch für denkbar und wünschenswert. Man müsste sich einen Weiterbau ja auch nicht für die Zukunft verbauen.