Fernbahnhof Flensburg-Weiche

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Beschreibung des Vorschlags

Für den Bahnhof Flensburg-Weiche gibt es schon ein paar wenige Vorschläge. Künftig wird dieser Bahnhof ja der neue Fernverkehrshalt von Flensburg, während die Regionalzüge von Weiche aus bis in die Innenstadt zum ZOB fahren sollen. Ein entsprechendes Fahrplankonzept ist demnach auch schon Teil des Deutschlandtakts. 

Ziel des Vorschlags

Der Bahnhof Weiche wird zu einem Regional- und Fernbahnhalt ausgebaut. Im Gegensatz zu den vorangegangenen Vorschlägen versuche ich aber den Bestand mit einzelnen Neubauabschnitten besser zu kombinieren, um einen kompletten Umbau zu vermeiden. So ist z.B. das südliche Gleis quasi der heutige Bestand und kann auch während den Bauarbeiten befahren werden, ebenso das nördliche Gleis. Die Kurve Weiche – Padborg wird komplett außerhalb des heutigen Verlaufs mit einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h geführt, sodass der Neubau ohne größere Einschränkung bzw. Sperrung der Bestandsstrecke (bis auf Sperrungen bei der Gleisverschwenkung) möglich ist. Ebenso werden die bestehenden Gleise südlich des Personenbahnhofs für eine Güterzugüberholung grundsätzlich weitergenutzt und durch einen teilweisen Neubau ergänzt.

Personenbahnhof

Der Personenbahnhof weist 4 Gleise mit 3 Bahnsteigkanten auf. Grundsätzlich können die beiden nördlichen Gleise im Linienbetrieb von/nach Padborg und die beiden südlichen von/nach Flensburg-Innenstadt bedient werden. Durch vielfältige Gleiswechsel können jedoch aus Richtung Innenstadt alle vier Gleise erreicht werden, ebenso aus Richtung Niebüll, was auf Grund der höheren Belastung aus Richtung Innenstadtbahnhof notwendig erscheint. Die Weichenverbindungen ermöglichen insbesondere im Westkopf zahlreiche parallele Fahrmöglichkeiten für eine hohe betriebliche Flexibilität.

Gleisbelegungen (Süd = Gleis 1, Nord = Gleis 4), Abfahrtszeiten in min

  • Gleis 1: 18 RE74 nach Flensburg ZOB, 42 R2.1 SH nach Flensburg ZOB, 
  • Gleis 2: 19 RE2.1 SH nach Hamburg, 41 RE 74 nach Schleswig-Kiel
  • Gleis 3: 46 E3 SH nach Flensburg ZOB, 56 FV DK2 (HH – Dänemark) alle zwei Stunden
  • Gleis 4: 05 FV DK2 (Dänemark – HH) alle zwei Stunden, 14 E3 SH nach Niebüll

Demnach finden im Rahmen des Deutschlandtakts (+ zusätzlicher RE74 Kiel-Schleswig-Flensburg) pro Stunde jeweils 2 Abfahrten pro Bahnsteigkante statt. Es kann somit davon ausgegangen werden, dass zum einen im Störungsfall flexibel disponiert werden kann, zusätzliche Leistungen (z.B. Zu- und Abbringerverkehre zum Fernverkehr) auch noch integriert werden können und der Güterverkehr an Gleis 3 und 4 ohne größere Störung durchfahren kann. Eine weitere Reduktion der Weichenverbindung erscheint diskutabel, würde aber die Flexibilität im Betriebsablauf reduzieren.

Geschwindigkeiten

Die durchgehenden Streckengleise Padborg – Flensburg – Schleswig sind mit 120 km/h befahrbar. Für die Fahrbeziehung zum Innenstadtbahnhof wäre eine Weichengeschwindigkeit von 80-100 km/h anzustreben, ebenso für den Abzweig nach Niebüll, zumindest von Gleis 3&4 aus. Alle anderen Weichenverbindungen sollte mit min. 60 km/h befahrbar sein. Die Überholgleise des Güterverkehrs müssen mit 80 km/h erreichbar sein. 

Überholbahnhof Güterverkehr

Südlich des Personenbahnhofs befindet sich ein Überholbahnhof mit jeweils zwei seitenrichtigen Überholgleisen, welche für das Abstellen bzw. Warten von langen Güterzügen genutzt werden kann. Hierfür werden die Gleisachsen verschwenkt, in dem das „alte“ Gleis Ri. Norden das neue Überholgleis wird und das Gleis Ri. Süden neu als Hauptgleis Ri. Norden fungiert. Die Gegenrichtung entsprechend, wobei ich teilweise auch Neubauten auf der Westseite vorschlage, um ggfs. parallel dazu noch bestehende Güterverkehrsanlagen für die Ortsbedienung weiter nutzen zu können. Im Südkopf ist daher eine Verschwenkung der Gleisachsen notwendig.

Mit der Gleisverbindung der Hauptgleise im Südkopf des Überholbahnhofs sind auch parallele Gegengleisfahrten zwischen Personenbahnhof und Überholbahnhof möglich, was z.B. hilft, wenn Zugbegegnungen z.B. zwischen PV Flensburg-ZOB – Schleswig mit dem Güterverkehr nach Dänemark im Bereich der Gleisverbindungen des Personenbahnhof stattfinden. Hierdurch wird die betriebliche Flexibilität erhöht.

Städtebauliche Integration

Der Vorschlag sieht grundsätzlich vor, dass das Gleispaar aus Padborg näher an das Gleispaar aus Flensburg-Innenstadt verlegt wird und somit die Gleisanlagen in zentraler Ortsmitte von Flensburg-Weiche mit deutlich größerer betrieblicher Flexibilität und geringeren Flächenbedarf auskommen. Für die Flächen nördlich der Gleisanlagen kann daher ein neuer Bahnhofsvorplatz mit weiteren Mobilitätsangeboten, Park&Ride und Bushaltestelle entstehen in Verbindung mit einem ergänzenden Wohngebiet mit idealerer Mobilitätsanbindung. Entsprechende Potentialflächen sind im Plan dargestellt.

Grundsätzlich können aber auch die bestehenden Gleisanlagen alternativ erhalten oder ausgebaut werden, wozu ich aber auf Grund der Lage an der Landesgrenze in Verbindung mit zunehmenden Mehrsystemloks ohne notwendigen Lokwechsel sowie der künftig reduzierten Belastung durch den Fehmarnbelt-Tunnel keine wirkliche Nachfrage sehe und ich daher eher ein Potential für städtebauliche Nachverdichtung dargestellt habe. 

Vergleich mit anderen Vorschlägen

  • Link: Auf Grund der zu erwartenden Verlagerung der Güter- und Fernverkehre auf den Fehmarnbelt muss der Bahnhof zwar alle künftigen Verkehre abwickeln können, eine höhenfreie Ausfädelung sehe ich jedoch nicht als notwendig an. Dies zeigt sich auch durch oben dargestellte Gleisbelegung. Die flexiblen Weichenverbindungen mit parallelen Fahrwegen vereinfacht den Betrieb sogar ggü. dem Vorschlag mit Überwerfungen. Die Durchfahrt mit 120 km/h für den Durchgangsgüterverkehr erachte ich in meinem Vorschlag als ausreichend.
  • Link: Wäre ein minimaler Ausbau, jedoch ohne Potential zur Beschleunigung sowie mit weniger Fahrmöglichkeiten insbesondere für die neue Relation Niebüll – Flensburg. Finde das persönlich zu wenig für einen Fernverkehrshalt für Flensburg.
  • Link: Auch dieser Vorschlag sieht ein aufwendigen, vollständigen Neubau vor mit zahlreichen Überwerfungen, welchen ich an dieser Stelle im Netz nicht als notwendig sehe.

Metadaten zu diesem Vorschlag

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