Beschreibung des Vorschlags
Einführung
Die M10 in Berlin ist eine der wenigen Straßenbahnlinien Berlins die in den Westen hinein ragt. Sie verbindet die Warschauer Straße tangential nördlich zum Bezirk Mitte mit dem Hauptbahnhof und den unmittelbar westlich des Bezirks Mitte liegenden Gebieten. In Zukunft soll sie über den Mierendorffplatz mit dem Bahnhof Jungfernheide verbunden werden.
Diese Planungen sind sinnvoll, aber relativ klein gedacht, in Proportion zum Potential der Linie. Ich schlage hiermit also eine Aufteilung der Linie auf eine weitere Strecke, die nach der Turmstraße gen Süden abzweigt, vor.
Verlauf
Die neue Strecke verläuft über die Straße „Alt-Moabit“ und die Franklinstraße in Richtung Ernst-Reuter-Platz. Grund hierfür ist, dass so die TU und die U2 am besten angebunden wird. Danach geht die neue Linie auf eigenem Gleiskörper zwischen den Spuren der Otto-Suhr-Allee in Richtung Westend und bietet außer der U7 und der Ringbahn, sowie vielen Einwohner*innen noch das Schloss Charlottenburg an, was der Linie auch einen touristischen Wert verleiht. Danach verläuft die Linie weiter in Richtung Ruhleben und bindet außer der Klinik Westend noch weitere Wohngebiete, sowie einen Kleingartenverein an. An der U Ruhleben fährt sie die gleiche Schleife wie die Busse, mit einem Bahnsteig zum Aussteigen und einem Bahnsteig zum Einsteigen.
Vorteile
Mit diesem Verlauf würde die neue Linie die nördlichen Teile der TU direkt mit dem Hauptbahnhof und vielen Einwohner*innen verbinden. Außerdem bestehen Ausbaumöglichkeiten in Richtung Spandau, sowie die Möglichkeit einer Zweigstrecke zum Olympiastadion. Ich habe die Linie hier nicht weitergeführt, da die U2 in Zukunft bekanntermaßen nach Spandau verlängert werden soll. Die Linienwege wären dann parallel.
Takt
Die im T5 fahrende Linie würde ab der Turmstraße abwechselnd nach Jungfernheide und nach Ruhleben fahren, wo es dann jeweils einen T10 gäbe. Man kann die Linie aber auch öfter fahren lassen. Man könnte auch über eine Wendeschleife östlich des Hbfs nachdenken, damit die neue Zweigstrecke zwar den Hbf gut anbindet, aber es in den Gebieten dahinter Taktmäßig nicht „übertreibt“.
Ähnliche Vorschläge
– Dieser hier bindet nicht die TU an und hat einen völlig anderen Streckenverlauf als meiner. Außerdem ist er veraltet, da er die Erweiterung zur Turmstraße ignoriert.
– Dieser hier hat zunächst den gleichen Verlauf wie mein Vorschlag, verschenkt aber dann das Potential westlich der TU, indem er auf paralleler Linienführung zur U2 am Zoo endet.
– Dieser hier hat das gleiche Problem.
Falls ich Vorschläge vergessen habe oder es Anmerkungen/Lob gibt, freue ich mich über Nutzung der Kommentarfunktion 🙂

Cooler Vorschlag, aber insgesamt wäre die M10 damit zu lang, außerdem missachtet die Linie, dass der hauptsächliche Verkehrsstrom vom Zoo ausgeht. Da halte ich es eher für sinnvoller, dass man die M45 zu einer Straßenbahn macht.
Kannst du mir sagen warum du die Linie insgesamt zu lang findest?
Der Schwung zum Zoo klingt sinnvoll, aber es braucht ja trotzdem eine Verbindung zum restlichen Netz, da macht die Führung zur Turmstraße schon am meisten Sinn. Dort ist ja auch eine Doppelkreuzweiche, man könnte die Linie also auch dort enden lassen.
Der Strom vom Zoo wird ja über die U2 geführt, ich halte das für ein wenig redundant.
Die M10 krankt jetzt schon an ihrer Länge und ist seit der Verlängerung zum nordbahnhof bis heute zu einer der verspätungsanfälligen Straßenbahnen Berlins geworden. Eine M10 von Warschauerstraße/Hermannplatz bis nach Ruhleben wäre ein Monster einer Tram und hätte eine ungefähre Länge von 26km.
Ich hätte ein paar Anmerkungen:
1. Es wird nicht wirklich klar, ob es sich bei Ihrem Vorschlag um eine Verlängerung der M10 handelt, oder um eine neue Linie, die vom U-Turmstraße zum U-Ruhleben führt.
Wenn es eine Verlängerung sein soll, muss ich mich BR 621 anschließen. Die M10 ist jetzt schon unzuverlässig, eine derarte Erweiterung halte ich für Unklug, vor allem, wenn sich daraus keine nennenswerte Netzeffekte ergeben.
Wenn es eine neue Linie sein soll, frage ich mich, wer diese nutzen soll. Der M45 zeigt den großen Verkehrsfluss doch recht deutlich. Von Spandau zur City West. Soll der dann zwischen Spandau un Ruhleben pendeln?
2. Ein paar Details zur Führung fände ich angebracht. Wo soll die Straßenbahn auf eigenem Gleis fahren, wo im Mischverkehr mit Bussen oder MIV? Die Kurve am Ernst-Reuter-Platz sieht etwas gewagt aus. Wie soll da der Bahnsteig liegen und beginnen/enden dann einfach zwei Autospuren mitten auf dem Platz?
3. Die Vorteile könnten Sie auch noch etwas erläutern.
„TU direkt mit dem Hauptbahnhof (…) verbinden“ erklärt sich mir auch nicht ganz. Wer soll davon profitieren? Die TU wird derzeit von Stadtbahn (S-Tiergarten) und U2 (U-Ernst-Reuter-Platz) erreicht. für die Ost-West-Relation ist die Stadtbahn doch wesentlich schneller, als die Straßenbahn und für die Regionalbahnfahrgäste gibt es am Potsdamer Platz Umstiegsmöglichkeit zur U2.
Ich glaube, es bräuchte einfach eine etwas feinere Ausarbeitung, um den Vorschlag ordnungsgemäß ausdiskutieren zu können.
Moin, vielen Dank für den Kommentar.
Tendenziell hatte ich an eine Verlängerung gedacht, da die vorgeschlagene Strecke m.E. nur etwa 10 Minuten mehr Fahrtzeit hat als die ohnehin schon geplante Strecke zum Bahnhof Jungfernheide. Ich fahre die M10 aber auch eher selten, das übersteigt möglicherweise mein Einschätzungsvermögen. Es gibt am Hbf eine Wendeschleife, die aber aus westlicher Sicht davor liegt. Ich sehe hier keine wirkliche andere Möglichkeit, kann aber auch schwer einschätzen ob der Vorschlag daran schon scheitert. Wobei mich das wundern würde, da die Verlängerung zur Jungfernheide der BVG ja scheinbar kein (ausreichend großes) Problem darstellt.
Also kurz: ich weiß es einfach nicht, tendiere aber eher zu einer einfachen Verlängerung der M10, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass die (geschätzten) 10 Minuten Fahrtzeit die Zuverlässigkeit so stark beeinflussen.
Der Nutzen besteht in erster Linie für die Gebiete der Stadtteile Moabit, Charlottenburg und Westend, die durch den Schienenverkehr bisher gänzlich unergründet sind. Außerdem hat die Strecke, wie beschrieben, durch die Anbindung des Schlosses Charlottenburg auch einen touristischen Wert, auch weil dort außer dem Schloss einige Museen ansässig sind. Außerdem handelt es sich bei dieser Linie, wie bei vielen geplanten Linien, um eine Linie mit Erweiterungspotential. Eine „erste Baustufe“ quasi. So wie in Hamburg die U4 zum Moldauhafen bspw..
Es ist also eine Erweiterung nach Spandau möglich, dieser Vorschlag soll aber zunächst den Fokus auf den Nutzen bei direkter Anbindung der Stadtteile unmittelbar südwestlich der Turmstraße legen.
Vielen dank für diesen Hinweis! Das werde ich bei Gelegenheit nochmal überarbeiten. Bei der Kurve am Ernst-Reuter-Platz habe ich mir tatsächlich überlegt, dass das westgewandte Gleis auf der aktuellen Parkplatzspur fährt und der angrenzende Bürgersteig zum Bahnsteig wird und dass das ostgewandte Gleis über die Fahrspuren des Kreisverkehrs auf die Grünfläche fährt, dort hält und dann wieder über den Kreisverkehr in die Marchstraße einbiegt. Da sind jeweils Ampeln mit Haltestrichen, die könnte man einfach ein wenig nach hinten setzen, dann würde der Verkehrsfluss auch nicht allzu stark eingeschränkt.
Profitieren sollen, wie oben gesagt, in erster Linie die Einwohnerinnen und Einwohner der durchfahrenen Stadtteile.
Hier ist der Grund, warum ich oben geschrieben habe „die nördlichen Teile der TU“. Die Fläche der TU ist stattlich und es ist für einen Fahrgast, der zu den nördlichen Instituten in der Marchstraße oder am Einsteinufer möchte (oder der UdK wenn wir schon dabei sind), ist es angenehmer meine projizierte Straßenbahnstrecke vom Hauptbahnhof zu nutzen, als vom Zoo zu laufen.
Ich hoffe das konnte etwas Klarheit schaffen.
Gibt tatsächlich schon sehr viele Vorschläge zur Anbindung dieses Bereichs, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Dazu gehören auch die offiziellen Planungen nach Jungfernheide. Am Ende sollte man hier nicht immer nur linienweise denken, sondern es braucht ein Gesamtkonzept, welche auch weitere, zukünftige Linien berücksichtigt. Dieses habe ich in diesem Bereichsnetz mal versucht darzustellen. Deine Idee mit einer Schlenker über die TU finde ich auch nicht verkehrt, sehe sie aber eben auch gut als Ergänzung zur Strecke nach Jungfernheide.