Beschreibung des Vorschlags
Der Bahnhof Gesundbrunnen ist der zentrale Verteiler für den Verkehr aus Norden Richtung Berliner Innenstadt und Ringbahn. Aktuell ist die Nord-Süd-Stadtbahn (Tunnel) zwischen Gesundbrunnen und Südkreuz jedoch chronisch überlastet. Um mehr Züge aus Brandenburg direkt nach Berlin bringen zu können, ohne den bereits gesättigten Tunnel oder die wenigen Bahnsteige am Bahnhof Gesundbrunnen weiter zu belasten, schlage ich den Ausbau des Bahnhofs Gesundbrunnen um zwei zusätzliche Mittelbahnsteige (4 Gleise) vor.
Als Standort für diese Erweiterung dient die Fläche südlich der bestehenden Bahnsteige, auf der sich derzeit das Kaufland-Gebäude befindet. Mein Vorschlag sieht vor, das Gebäude baulich zu integrieren: Die Verkaufsflächen könnten in einem Neubau oberhalb der Gleisanlagen untergebracht werden, sodass die Einzelhandelsfunktion am Standort erhalten bleibt, während darunter die notwendige Schieneninfrastruktur entsteht.
Die geringere Nachfrage auf Nebenstrecken im Norden Brandenburgs ist nicht allein strukturell bedingt, sondern resultiert auch aus dem aktuellen Betriebskonzept. Notwendige Umstiege in Löwenberg oder Eberswalde mindern die Attraktivität des ÖPNV erheblich. Um das volle Potenzial dieser Strecken zu heben, sind umstiegsfreie Direktverbindungen bis zum Berliner S-Bahn-Ring notwendig.
Ziel: Entlastung der Nord-Süd-Achse & mehr Direktverbindungen aus Nordbrandenburg
Durch zusätzliche Endstellenkapazitäten in Gesundbrunnen können Linien aus dem Norden dort enden oder beginnen, anstatt in den überfüllten Tunnel einfahren zu müssen. Dies schafft Platz im Fernbahntunnel für die schnellen ICE/IC-Verbindungen und den RE-Kernverkehr, während gleichzeitig das Angebot für das nördliche Umland ausgeweitet werden kann.
Vorgesehenes Linienkonzept: 5-8 Fahrtenpaare pro Stunde
Die 4 neuen Bahnsteiggleise sollen insbesondere folgende Linien aufnehmen, die dann auch entspannte Wendezeiten ermöglichen sollten:
- Netz der Heidekrautbahn (RB27): Direkte Einbindung mit 2–3 Zügen pro Stunde bis Gesundbrunnen.
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Kombinierte Linien (Flügelzug-Konzepte):
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RB-Züge aus Rheinsberg-Lindow (RB54) und Neustadt/D.-Neuruppin (Neu): gekoppelt zwischen Herzberg und Berlin, mit allen RB-Halten zwischen Löwenberg und Oranienburg
- RB-Züge aus Templin-Zehdenick (RB12) und Lychen-Fürstenberg-Dannenwalde-Gransee (Neu): gekoppelt zwischen Löwenberg und Berlin, mit allen RB-Halten zwischen Fürstenberg und Oranienburg, damit mögliche Beschleunigung RE5 durch Wegfall der Halte Dannenberg und Löwenberg
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RB-Züge aus Templin-Joachimsthal (RB63) und Wriezen-Bad Freienwalde (RB60): gekoppelt zwischen Eberswalde und Berlin, mit allen Halten zwischen Eberswalde und Bernau, zusätzlich zur RB24
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Verstärkerzüge: Entlastungsfahrten für die Hauptlinien RE3 (Stralsund) und RE5 (Rostock/Stralsund) zur Hauptverkehrszeit.
Bauliche Herausforderungen & Diskussion
Zwei wesentliche Punkte stellen bei diesem Vorhaben die größten Hürden dar, für die ich gerne lösungsorientierte Ansätze in der Community diskutieren möchte:
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Denkmalschutz (Swinemünder Brücke): Die historische Brücke überspannt das fragliche Areal. Da sie unter Denkmalschutz steht, müsste geprüft werden, wie die neuen Gleise und Bahnsteige darunter positioniert werden können.
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Gleisführung und Einfädelung: Die Gleise müssten die gerade erwähnter Swinemünder Brücke unterqueren, im Anschluss jedoch die Ring-Fernbahngleise überqueren um in die Mittellage zwischen den Gleisen der Stettiner Bahn zu gelangen.
Ich bin gespannt auf auf eure Einschätzungen: Seht ihr Möglichkeiten, die Gleisführung im Bereich der Swinemünder Brücke zu realisieren? Welche betrieblichen Vorteile oder Probleme seht ihr in der Endpunkt-Bildung in Gesundbrunnen zur Entlastung des Tunnels? Oder habt ihr noch eine andere Idee als die Bahnsteige südlich des Bestands zu errichten?
Verwandte Vorschläge:
- B: Kapazitätserweiterung Bahnhof Gesundbrunnen
Diesen Vorschlag sehe ich als sinnvolle Ergänzung an, um zusätzlich die Kapazität der bestehenden Durchgangsgleise zu erweitern.

Ob die Kapazitätserweiterung notwendig ist, mag ich nicht zu beurteilen, verschlechtern wird sie die Situation aber wohl kaum. Die Umsetzung, wie du sie hier vorschlägst hat allerdings einige Nachteile. Erstens ist das der erforderliche Abriss des Gewerbegebäudes und des zugehörigen Parkhauses, zweitens (die von dir angesprochene) höhengleiche Kreuzung der neuen Gleise mit den Gleisen der Ringbahn. Drittens ergeben sich sehr lange Umsteigewege von den neuen Bahnsteigen zur S-Bahn (knapp 180 Meter Fußweg von deinem Gleis 24 nach Gleis 1). Zusätzlich kann, insofern die Swinemünder Brücke selbst kein größeres Hindernis darstellt, das östlich von ihr gelegene Grundstück zum Problem werden, sollte es irgendwann einmal bebaut werden.
Um Abhilfe zu schaffen, könnte man überlegen, einen Mittelbahnsteig statt da, wo du die beiden angeordnet hast, unter der Zufahrtsstraße zwischen Gleis 10 und dem Gebäude zu bauen. Dort sind von der Wand des Gebäudes bis zum Gleis 10 des Bahnhofs derzeit ungefähr 20 Meter Platz. Durch den neuen Bahnsteig hätte man immerhin zwei weitere verfügbare Gleise. Verlängerte man die Brücke der Badstraße, könnte man nördlich vom Humboldthain eine Kehranlage für Regionalzüge errichten, wie es für die U-Bahn oft gemacht wird.
Sollte diese Kehranlage nicht benötigt werden, könnte man die Kopfgleise sogar östlich von der Einfahrt zum Parkhaus, ungefähr auf Höhe der östlichen Überführung des Bahnhofs enden lassen. Dieselbe müsste verlängert (und Barrierefrei ausgebaut) werden, wodurch der Fußweg zur S-Bahn auf ungefähr 120 Meter verkürzt würde. Dadurch könnte man zwei Kopfgleise schaffen, ohne dass man weitere neue Brückenbauwerke errichten müsste. Die Auffahrt zur Parkgarage des Geschäftsgebäudes müsste allerdings immer noch baulich angepasst werden.
Auf der östlichen Seite könnte das Gleis zu den beiden neuen Bahnsteiggleisen dann südlich von der höhenungleichen Kreuzung mit der Ring-S-Bahn aus dem östlichsten Gleis der Stettiner Bahn ausfädeln und müsste nur noch ein Ringbahngleis höhengleich kreuzen.