Beschreibung des Vorschlags
Sowohl Daniel Nieveling als auch ich sind der Meinung, dass man den Berliner Metrobus M46 durch eine Straßenbahn ersetzen sollte. Was bei der Linie M46 aber auffällt ist ihre parallele Streckenführung in Schöneberg parallel zu Berlins kürzester und nachfrageschwächsten U-Bahn-Linie U4. Eine U-Bahn-Linie, die man nicht ganz zwingend braucht und deren Verlängerung oft zu kostspielig erscheint und an vielen Stellen es die Straßenbahn günstiger machen könnte. Ich habe z. B. als Verbesserung vorgesehen, die U4 zum S-Bahnhof Schöneberg statt zum S-Bahnhof Innsbrucker Platz zu führen, weil sie dort an die Ringbahn und Nord-Süd-S-Bahn Anschluss hätte und nicht nur wie am Innsbrucker Platz ausschließlich an die Ringbahn. Doch da bekam ich als Kommentar, dass der bergmännische Tunnel unwirtschaftlich sei und man für das Geld gleich die Straßenbahn vom Bahnhof Zoo zum Südkreuz bauen könnte und diese es gleich besser könnte.
Deswegen habe ich mir überlegt, ob man nicht vielleicht die U4-Infrastruktur nutzen könnte, um daraus eine U-Straßenbahn zu machen, also eine Straßenbahn, die im Tunnel fährt. Die Bahnsteige würden dafür abgesenkt werden und die Stromschienen durch eine Oberleitung ersetzt.
Die Rampe am Victoria-Luise-Platz entsteht auf der Martin-Luther-Straße und mündet dann über eine Kurve in den Tunnel der U4. Falls die U2/U3 Potsdamer Platz – Krumme Lanke über den Nollendorfplatz abkürzt, soll die Rampe am Rand des Victoria-Luise-Platzes verlaufen. Die Rampe ist 80 m lang und kann so noch 6 m mit 8 % Steigung überwinden. Alternativ wird der gestrichelt eingezeichnete Tunnel gebaut.
Der U-Bahnhof Innsbrucker Platz wird durch eine oberirdische Straßenbahnhaltestelle und eine Rampe ersetzt.
Die Strecke ist zwar ein wenig länger als über die Martin-Luther-Straße, würde aber in Sachen Fahrzeit sehr gut konkurrieren, da sie durch die durchgehende unabhängige Infrastruktur schneller ist.

Das geht baulich überhaupt nicht, die Tunnel sind doch viel zu niedrig für eine Straßenbahn.
Abgesehen davon, dass Harry völlig Recht hat, stelle ich auch deine Aussage „Die Strecke ist zwar ein wenig länger als über die Martin-Luther-Straße, würde aber in Sachen Fahrzeit sehr gut konkurrieren, da sie durch die durchgehende unabhängige Infrastruktur schneller ist.“ sehr in Frage. Warum sollte eine so kurvenreiche und längere Verbindung schneller sein? Auch in der Dominicus- und der Martin-Luther-Straße wären eigene Bahnkörper möglich. Zusammen mit Ampelvorrangschaltungen dürfte die Straßenbahn dort schneller sein.
Okay, ich habe es ja nur gut gemeint.
Mir ging es hier um eine nachhaltige Lösung für die Berliner U4. Wenn die U4 selbst durch eine potentielle Straßenbahn Konkurrenz bekommt, dann muss ihre Strecke nur noch betrieben werden, weil sie eben als Stolz der einst selbstständigen Stadt Schöneberg noch vorhanden ist. Eine Straßenbahn Bahnhof Zoo – Wittenbergplatz – Schöneberg ließe sich weitaus billiger realisieren als eine U4-Verlängerung und ist verkehrlich deutlich sinnvoller, da sie im Gegensatz zur U4 die City West vernünftig erreicht. Auch ließe sich die Straßenbahn weitaus billiger über Schöneberg nach Tempelhof fortsetzen. Also U4 nur aus historischen Gründen der Vergangenheit da und muss on Top bedient werden, obgleich sie geringere Nachfrage, als die oberirdische Straßenbahn besitzt. Da kann man die U4 ja gleich aufgeben.
So kam ich eben auf die Idee mit der U-Straßenbahn, wie man es ja in anderen Städten wie Essen, Bochum, Düsseldorf, Dortmund, Hannover, etc. macht. Dort ist ja eine Stadtbahn ein Kompositum aus Straßenbahn und U-Bahn bzw. die unterirdische Bahn auch nichts anderes als eine unterirdisch verkehrende Straßenbahn. Und für eine unterirdische Straßenbahn ist die Infrastruktur in Form des U4-Tunnels schon vorhanden und er könnte die Basis für eine wirtschaftliche Straßenbahn bieten, die im Gegensatz zur U4 auch die City West erreicht und über Schöneberg hinaus weiterfährt. Aber wenn es eine oberirdische Straßenbahn auch von der Fahrzeit her auf der Martin-Luther-Straße schneller als durch den U4-Tunnel wäre, dann würde der Umbau der U4 zur U-Straßenbahn auch wenig bringen und nur teurer als der Straßenbahnneubau sein.
Wäre eine Verlängerung der U4 nach Steglitz denn die einzige Möglichkeit, die U4 längerfristig wirtschaftlich zu betreiben?
Seit 1966 wird die Linie 4 als Stummellinie betrieben, weil sie nunmal da ist. Damals war sie auch nur die drittkürzeste Linie, nach der Linie 5 (Deutsche Oper – Richard-Wagner-Platz) und der Linie 3 (Wittenbergplatz – Uhlandstraße). Man wird sie auch weiterhin so, wie bisher betreiben können.
„Wäre eine Verlängerung der U4 nach Steglitz denn die einzige Möglichkeit, die U4 längerfristig wirtschaftlich zu betreiben?“
Die Frage wäre eher, ob diese Variante denn wirtschaftlich wäre. Immerhin gibt es da noch die S1 in der Nähe. Außerdem wäre eine Straßenbahn entlang der B1 ausgesprochen wichtig, um auch die weiter außerhalb liegenden Stadtteile mit der Schiene anbinden zu können. Eine solche U4-Verlängerung dürfte die Straßenbahn nach Steglitz, die immerhin im Koalitionsvertrag von 2016 bereits versprochen wurde, ins Reich der Utopie verdammen.
Man könnte die U4 aber recht einfach in Richtung Kreuzberg verlängern. Einzig der Wiedereinbau einst vorhandener Weichen am Nollendorfpülatz wäre erforderlich. Die Tunnelanlagen dazu sind vorhanden. Ich hatte das hier vorgeschlagen.
Ansonsten erscheint mir höchstens eine Fortsetzung zum Bahnhof Friedenau sinnvoll, um auch einen Anschluss zur Wannseebahn bieten zu können. Das hatte ich auf Linie Plus Berlin mal vorgeschlagen, aber keine Lust diesen Vorschlag hier zu wiederholen, zumal er auf viel Kritik stieß.
Wäre eine Verlängerung der U4 nach Steglitz denn die einzige Möglichkeit, die U4 längerfristig wirtschaftlich zu betreiben?
Das ist überhaupt keine Lösung. Der wichtigste Verkehrsstraße geht entlang der Schloßstraße-Rheinstraße-Hauptstraße etc. und nicht entlang der U4.
Die U4 einfach so lassen wie sie ist und gut ist.
Eine ähnliche Idee hatte ich auch hier bereits.