Beschreibung des Vorschlags
Die SBB beschwert sich häufig, dass Züge aus Deutschland zu spät seien und lässt sie ab Schaffhausen oder Basel nicht mehr weiterfahren (selbst wenn es sich um weniger als 10 Minuten handelt). Darunter fällt auch die Gäubahn, eine Strecke von der Stuttgart nach Singen. Diese wird wiederum primäre von einem Schnellzug befahren, der von Stuttgart nach Zürich (oder Konstanz) fährt. Von Stuttgart bis Singen fährt dieser Zug als RE und von Singen als IC/EC nach Zürich, wobei er durchgehend typische IC-Wagen einsetzt.
Trotz dessen, dass es sich um einen IC handelt (auch wenn er als RE bezeichnet wird) und deshalb nur wenig Haltestellen auf seiner weiten Fahrt hat, um eine möglichst hohe Geschwindigkeit zu bekommen, ist ein großer Abschnitt der Strecke eingleisig. Genau genommen von Neckarhauser bei Horb (am Neckar) bis hinter Tuttlingen, wo der IC auf die Gleise der zweigleisigen Schwarzwaldbahn trifft, welche jedoch erst bei Hattingen vereint werden. Die Strecke zwischen den Haltestellen Rottweil und Tuttlingen ist also vollständig eingleisig und auch die Strecke vor bzw. nach ihnen ist teilweise eingleisig. Dies setzt voraus, dass ICs aus Zürich und ICs aus Stuttgart an diesen Bahnhöfen gleichzeitig ankommen, damit das Gleis für die weiterfahrt frei ist. Eine Verspätung, die bereits in Zürich oder Schaffhausen, also der Schweiz, einstanden ist sorgt also dafür, dass ICs aus Stuttgart warten müssen und verspätet an der Grenze ankommen, wo ihnen nur ungerne die Weiterfahrt erlaubt und teilweise sogar untersagt wird. Ein weiteres Problem ist, dass die Strecke zusätzlich von zwei RE-Linien befahren wird, deren Strecke durch bzw. in den eingleisigen Bereich führen. Also selbst wenn die ICs beide pünktlich am Kreuzungsbahnhof ankommen, ist die eingleisige Strecke unter Umständen immer noch durch einen RE blockiert.
Da die gesamte Gäubahn, bzw. der Abschnitt zwischen Neckarhausen und der Schwarzwaldbahn, ursprünglich zweigleisig war und erst nach dem zweiten Weltkrieg unter den Franzosen eingleisig gemacht wurde, ist sie in meinen Augen ein guter Kandidat um ein zweites Gleis zubekommen und den Bahnverkehr zu stabilisieren und dafür sorgen, dass die ICs aus Stuttgart mit keiner oder weniger Verspätung ankommen. Die Tunnel der Gäubahn müssten breit genug für zwei Züge gebaut sein und im Gegensatz zu vielen anderen Strecken, nicht bzw. wenig erweitert werden, wenn ein zweites Gleis verlegt werden soll.
Natürlich kann man durch ein zweites Gleis nicht verhindern, dass der IC durch vorausfahrende Züge gebremst wird, jedoch würde sich das nur auf eine Fahrtrichtung auswirken und nicht automatisch auf beide Fahrtrichtungen. Ich weiß auch, dass es Probleme mit der Elektrifizierung des zweiten Gleises geben, da diese beim ersten Gleis bereits durchgeführt wurde und dass die Rheintalstrecke das größere Problem beim Thema Verspätungen darstellt. Aber eine zweigleisige Gäubahn ist bei weitem kein solches Mammutprojekt wie die Tunnel unter Baden-Baden und Offenburg.
Ich entschuldige mich dafür, dass ich nicht 100% auf den Gleisen der Gläubahn geblieben bin, da es eine sehr lange Strecke ist und ich etwas herausgescrollt habe, auch wenn sie in meinem Fall nur von Neckarhausen bis Hattingen geht und nicht von Stuttgart bis Zürich. Da es sich jedoch lediglich um das Nachfahren einer bereits existierenden Strecke handelt, ist dieses Problem wahrscheinlich nicht so schwerwiegend wie bei komplett neuen Strecken. Auch entschuldige ich mich, wenn ich bei „Verkehrsmittel“ das Falsche ausgewählt habe. Da es sich jedoch eher um die Strecke handelt, die IC- (und Schweizer-) freundlicher gemacht werden soll, nicht um den IC und die REs, die darauf fahren, fand ich „Bahninfrastruktur“ am passendsten (deshalb hab ich auch keine Bahnhöfe eingezeichnet).

Seit der ehemaligen Zweigleisigkeit vor dem zweiten Weltkrieg kann sich sehr viel getan haben. Eventuell wurde hier die gesamte Zeit der Platz für ein zweites Gleis freigehalten, das solltest du dann aber entweder durch eine gute Zeichnung oder durch Belege (manchmal findet man die Infos schon auf Wikipedia, häufig muss noch tiefer im Internet suchen) zeigen.
Ich habe Artikel zu geplanten Ausbau und Bilder zu Ausbauplänen gefunden. Zwar sahen nicht alle Pläne aus, als würden sie von der Deutschen Bahn stammen, jedoch wurde auch in den Artikeln der Deutschen Bahn nie erwähnt oder gezeigt, dass die Gleise nicht direkt nebeneinander verlaufen würden. Das einzige was gegen eine Zweigleisigkeit spricht, ist dass die Machbarkeitsstudie bei Tuttlingen noch nicht abgeschlossen sei, das Projekt erst nach S21 angefangen wird und die Strecken nicht mehr über Stuttgart-Vaihingen sondern unterirdisch über Stuttgart-Flughafen verlaufen soll (okay, letzteres spricht nicht gegen ein zweites Gleis, aber gegen das Panorama).
Das einzige was mich etwas stutzig gemacht hat, war ein Plan, welcher ein weiters Gleise/Gleise gezeigt hat, das kurz vor Singen Hbf in die Gegenrichtung abbiegen soll, weshalb der IC nach dem Umbau in Singen-Landesgartenschau halten und danach in korrekter Reihenfolge der Zugteile nach Schaffhausen. Dieser Plan war wahrscheinlich aber auch nur eine Skizze eines Fahrgasts.
Auch wenn das eigentliche Projekt erst nach S21 stattfinden soll, wurde der Abschnitt Horb bis Neckarhausen bereits vor einigen Jahren zweigleisig gemacht.
(Schade, dass die Deutsche Bahn die Idee mit dem Ausbau schon ohne mich und LiniePlus hatte 😉 )