Beschreibung des Vorschlags
Die Mülheimer Straßenbahnlinie 102 endet derzeit an der Haltestelle Uhlenhorst. Dieser Vorschlag sieht eine interkommunale Verlängerung der Straßenbahn ab Mülheim-Uhlenhorst über den Uhlenhorstweg, den Worringer Reitweg und die Bissingheimer Straße bis zum Bahnhof Wedau vor. Dort würde sie das Neubaugebiet 6-Seen-Wedau an das Mülheimer Straßenbahnnetz anbinden. Sollte zudem die Reaktivierung der Ratinger Weststrecke erfolgen, würde der Mülheimer Süden zusätzlich besser in Richtung Düsseldorf angebunden werden. Die Strecke zwischen Uhlenhorst und Bahnhof Wedau könnte voraussichtlich in etwa 4 bis 6 Minuten befahren werden (PKW 5 Minuten).
Darüber hinaus wäre eine weitere Verlängerung ab dem Bahnhof Wedau in Richtung Hüttenheim beziehungsweise zum Sternbuschweg denkbar.
Für die Streckenführung über den Worringer Reitweg wären vermutlich Eingriffe in die Landschaft erforderlich. Zudem weist dieser Abschnitt eine größere Steigung auf und eine Fahrbahnabsenkung unter der A3-Brücke wäre vermutlich erforderlich. Alternativ wäre eine Streckenführung über die Uhlenhorststraße sowie die Kreuzung L138/L60 bis zur Bissingheimer Straße möglich. Nachteilig wären hierbei jedoch die größere Streckenlänge sowie die schlechtere Anbindung Bissingheims.
In allen Varianten würde die Verlängerung dazu beitragen, bestehende Netzlücken zu schließen und das Straßenbahnnetz im westlichen Ruhrgebiet besser miteinander zu verknüpfen.
Vorteile des Vorschlags
- Bewohner des Neubaugebiets 6-Seen-Wedau und Umgebung erhielten eine bessere Verbindung nach Mülheim beziehungsweise in das östliche Ruhrgebiet über den Mülheimer Hauptbahnhof.
- Der Duisburger Süden, insbesondere Bissingheim und Wedau, würde besser an den schienengebundenen Nahverkehr angebunden werden.
- Bewohner des Mülheimer Südens könnten über den Bahnhof Wedau besser in Richtung Düsseldorf pendeln. Voraussetzung hierfür wäre die Reaktivierung der Ratinger Weststrecke, deren Nutzen durch eine Verlängerung der Linie 102 vermutlich zusätzlich steigen würde.
- Für einige Relationen könnten zentrale Umsteigepunkte wie Duisburg Hbf oder Mülheim Hbf entlastet werden, da eine neue Verbindung zwischen Mülheim und Wedau mit Anbindung in Richtung Düsseldorf entstehen würde.
- Ein höheres Fahrgastaufkommen auf der Linie 102 ab der Haltestelle Uhlenhorst könnte die Wirtschaftlichkeit der Linie verbessern.
Nutzen für das Gesamtnetz
- Verbesserung der interkommunalen Verbindungen zwischen Mülheim und dem Duisburger Süden.
- Direkte Anbindung des Entwicklungsgebiets 6-Seen-Wedau an das Mülheimer Straßenbahnnetz.
- Schaffung zusätzlicher Tangentialverbindungen abseits der zentralen Umsteigepunkte in Duisburg und Mülheim.
- Potenziell weniger Umstiege für Fahrgäste zwischen dem Mülheimer Süden, Wedau und Düsseldorf.
- Langfristige Perspektive für eine stärkere Vernetzung der Straßenbahn- und Stadtbahnnetze im westlichen Ruhrgebiet.
- Die Strecke könnte langfristig Ausgangspunkt weiterer Netzergänzungen in Richtung Hüttenheim, Sternbuschweg oder Uerdingen werden.
Mögliche Bedenken
- Rund zwei Kilometer der Strecke würden durch den Duisburger Stadtwald verlaufen. Dort bestehen keine direkten Anwohnerpotenziale. Zudem könnten zusätzliche Wartungskosten, etwa durch regelmäßigen Rückschnitt der Vegetation, entstehen.
- Teilweise Parallelverkehr zur Linie 901 (Entfernung etwa drei bis vier Kilometer). Die Linien würden jedoch unterschiedliche Verkehrsbeziehungen bedienen: Während die Linie 901 vor allem den innerstädtischen Nord-Süd-Verkehr innerhalb Duisburgs übernimmt, würde die verlängerte Linie 102 primär eine direkte Verbindung zwischen Mülheim, Bissingheim und Wedau schaffen.
Vergleich zum Bus
Eine reine Busanbindung könnte langfristig an Kapazitätsgrenzen stoßen. Im Neubaugebiet 6-Seen-Wedau sind bis zu 3000 Wohnungen geplant, zusätzlich entstehen neue Arbeitsplätze, unter anderem im Technologie-Quartier. Eine Straßenbahn bietet hierfür höhere Kapazitäten, eine bessere Fahrqualität und langfristig größere Entwicklungspotenziale.
Mögliche Haltestellen
- Uhlenhorst
- Katzenbruch
- Parkplatz Worringer Reitweg
- Hermann-Grothe-Straße
- Bahnhof Wedau
- … (a) Technologie-Quartier, DB Cargo, Mozartstraße, Sternbuschweg, …
- … (b) Wedauer Straße, Kalkweg, …
- … (c) Masurenallee, Neidenburger Straße, Sittardsberger Allee … bis Uerdingen?
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Für eine 3,6 km lange Strecke mit 3 Zwischenhalten erscheinen mir 4-6 Minuten ziemlich optimistisch. Realistischer wären wohl eher 7-9 Minuten.
Ich würde allerdings auf den Halt mitten im Wald an dem Parkplatz eher verzichten, der würde wohl kaum bis überhaupt nicht genutzt werden, dafür bremst er die Bahn schön aus auf einer Strecke, wo mit Höchstgeschwindigkeit gefahren werden kann.
Hi, auf jeden Fall eine interessante Idee für die Relation, jedoch würde ich eher diesen Vorschlag (inklusive Straßenbahnzulaufstrecken) priorisieren und dann ist fraglich, inwiefern eine zusätzliche Straßenbahnverbindung überhaupt noch benötigt wird. Ein Umstieg in Richtung Düsseldorf/Duisburg von Straßenbahn auf Regionalverkehr wird so oder so notwendig sein, und je früher dieser passiert, desto schneller ist im Endeffekt die Verbindung.
Die Strecke zwischen Wedau in Richtung Westen wäre auf jeden Fall wünschenswert, jedoch würde ich das keinesfalls als Verbindung aus dem Mülheimer Netz bauen, da die von dir erwähnte Linie in Meterspur ist. Jegliche Straßenbahnen in Duisburg sollten auch in das Duisburger Netz integrierbar sein und sollten daher in Normalspur gebaut werden.