Beschreibung des Vorschlags
Ulrich Conrad hat eine Straßenbahn von Gelsenkirchen-Buer nach Hassel vorgeschlagen. Ich selbst finde die Idee sehr gut. Seine Tram sollte, wie er geschrieben, evtl weiter nach Marl weiterführen. Jedoch wäre das parallel zur S9 aber vielleicht denkbar. Ich habe hier jedenfalls die Idee die Straßenbahn ab Hassel in eine andere Richtung weiterzuführen und zwar nach Dorsten, einer Nachbargemeinde Gelsenkirchens im Kreis Recklinghausen mit 50700 Einwohnern. Okay laut Wikipedia sind es etwa 75000 Einwohner, jedoch muss man bedenken, dass zu Dorsten neben der eigenlich zusammenhängenden Kernstadt Dorsten (Altstadt + Hardt, Östrich, Holsterhausen, Hervest und Feldmark) noch die nördlichen Eingemeindeten Dörfer Deuten, Rhade, Lembeck und Wulfen mit Barkenberg gehören und diese wirken, da ihre Ortseingänge doch stets mindestens 4 km vom nächsten Haus in Dorsten-Hervest entfernt sind, eher wie eigene Dörfer nördlich von Dorsten, daher habe ich sie hier nicht mitgezählt.
Die Straßenbahn kann entlang der B224 komplett auf eigenem Bahnkörper entstehen. Allerdings führt sie überwiegend von dieser Straße entfernt, um Altendorf-Ulfkutte und Feldmark deutlich besser erschließen zu können. Entlang des Rossiniweges ist aufgrund der geringen Straßenbreite nur eine eingleisige Führung möglich.
Am ZOB Dorsten neben dem Bahnhof Dorsten besteht Anschluss an diese schicke Straßenbahn über Hervest nach Marl. Die beiden Straßenbahnlinien teilen sich zwischen Dorsten Gemeindedreieck und Dorsten ZOB/Bf den Linienweg. Vom Gemeindedreieck fährt diese Straßenbahn weiter nach Holsterhausen, um den zweiten Stadtteil mit 13000 Einwohner im eigentlichen Dorsten anschließen können.

Von Gelsenkirchen Hbf bis nach GE-Hassel würde man im Falle einer entsprechend verlängerten Tramlinie 302 mindestens 35 Minuten benötigen. Ich schätze einmal sehr grob, dass die Fahrzeit dieser Tramlinie GE Hbf – Dosten ca. 60 Minuten betragen würde.
Eine Stunde Fahrtzeit benötigt man aktuell auch, wenn man von Gelsenkirchen Hbf über Essen Hbf (deutlicher Umweg) nach Dorsten fährt. Die Tramlinie hier bietet demnach keine Zeitersparnis (kann sie auch gar nicht).
Eine Feinerschließung zwischen Gelsenkirchen und Dorsten bietet sich zudem auch nicht an, dafür ist das Gebiet zwischen Dorsten ZOB und GE-Hassel zu dünn besiedelt.
Es würde noch deutlich schneller von Gelsenkirchen nach Dorsten gehen, wenn man die RB43 besser „verwertet“ oder alternativ die beiden Bahnhöfe Essen Dellwig und Essen Dellwig Ost zu einem (einheitlichen) komfortablen Umstiegsbahnhof umwandelt. Das wäre in jedem Fall wichtiger, aus meiner Sicht höchste Priorität.
Bei einer Aufwertung der RB43 denke ich insbesondere an einen Haltepunkt in GE-Schalke Nord (Verknüpfung zu Buslinien 380 und 381 an der Haltestelle Freiligrathstr.) Die Fahrzeit zwischen Dorsten und GE Hbf würde sich um 25% verkürzen, nämlich nur noch 45 Minuten betragen (20 Min Fahrzeit RB43 Dorsten – GE-Schalke Nord; 17 Min Fahrzeit 380/381 GE-Schalke Nord – GE Hbf, 8 Min Umstiegszeit am neuen Bf. Schalke-Nord).
Fazit: anstatt die Tramlinie 302 nach Dorsten zu verlängern, oder überhaupt eine Straßenbahn, würde ich eher die RB43 verstärken und den einen oder anderen zusätzlichen Haltepunkt vorschlagen. Ansonsten wäre da das Thema „Essen-Dellwig“ und nach wie vor die SB28, die ich von Dorsten ZOB Richtung Dorsten-Holsterhausen verlängern bzw. weiter als SB18 Richtung Schermbeck verkehren lassen würde. Ich meine aber, dass die SB28 schon einmal nach Schermbeck fuhr? Warum wurde dies zurückgenommen?
Einen Haltepunkt Schalke Nord fände ich auch gut. Ich habe ihn selbst schon vorgeschlagen, aber an der Kreuzung mit der Straßenbahnlinie 302. Zum Thema SB18: Das hat wohl mit Konzessionsgründen zu tun, aber soweit ich weiß, sind SB18 und SB28 umlauftechnisch verbunden. Trauriger finde ich aber die fehlende Durchbindung in Schermbeck zwischen dem SB21 Wesel – Schermbeck und dem SB18 Schermbeck – Dorsten. Dorsten und Wesel sind schließlich beides etwa gleichgroße und gleichbedeutende Mittelstädte und zugleich große Knotenpunkte des ÖPNV und der Eisenbahn. So etwas gehört nicht in der Kleinstadt dazwischen gebrochen.
Dein Haltepunkt Schalke Nord ist ebenfalls sehr gut. Die Schnittstelle zur 302 ist wichtiger, ich hatte nur daran gedacht, dass bei einem Bf. an der Freiligrathstr etwas mehr Wohnhäuser in der Nähe sind, damit der Fahrgast besonders abends kein mulmiges Gefühl hat. Viel Unterschied ist da aber nicht.
Einen durchgebundenen Schnellbus von Dorsten nach Wesel fände ich auch gut. Wenn es einen solchen gäbe, Könnte man die SB28 auch trotzdem in den Norden Dorstens verlängern.
Eine Straßenbahn für Dorsten würde ich lieber über eine Verlängerung von Oberhausen, Bottrop und Bottrop Kirchhellen realisieren, da man hier eine freie Bahntrasse hätte.
Deine Idee von Januar würde im Zusammenspiel mit einer bereits politisch in Erwägung gezogenen Linie Bergeborbeck-Bottrop perfekte Voraussetzungen bieten um weiter nach Norden zu gehen:
https://extern.linieplus.de/proposal/oberhausen-osterfeld-bottrop-zob/
https://www.waz.de/staedte/bottrop/stadt-bottrop-laesst-die-rueckkehr-der-strassenbahn-rechnen-id227581525.html
Den großen Vorteil würde ich darin sehen, dass diese Verlängerung dann nicht nur Dorsten anbindet sondern auch eine Anbindung innerhalb Bottrops an dessen vom Bahnverkehr abgeschnittene Stadtteile Eigen und Kirchhellen ermöglicht.
Zieht man das ganze bis nach Dorsten könnte der Dorstener Bahnhof einen attraktiven Umsteigepunkt für Kirchhellen in Richtung Herne bieten.
Gelsenkirchen wäre mit einer Taktverdichtung des RB43 und dem bereits angesprochenen Haltepunkt Schalke Nord gut geholfen.