Beschreibung des Vorschlags
Verlängerung der Namboku-Linie bis Shinagawa
Bahnhof Shinagawa
Der Bahnhof in Shinagawa ist ein zentraler Umsteigebahnhof von JR East und Keikyu für Züge nach Süden (Flughafen Haneda, Kawasaki, Yokohama), nach Norden (Saitama, Chiba, Ibaraki) und lokale „S-Bahn“-Linien (Umstieg in Richtung „Tokyo Hbf“, Shinjuku, Ikebukuro, etc.). Im Jahr 2003 kam der Bahnhof der Tokaido-Shinkansen (HGV) hinzu und im Jahr 2027 soll Shinagawa die Endstation der Chuo-Shinkansen (Magnetschwebebahn, ebenfalls HGV) werden. Bisher liegt der Bahnhof Shinagawa am südlichen Rand des S-Bahn-Ringes der Yamanote-Linie und hat trotz seiner großen Bedeutung keinen Anschluss an das U-Bahnnetz von Tokyo.
Namboku-Linie
Nur 1,7 km nördlich vom Bhf. Shinagawa treffen sich die beiden, in Nord-Süd-Richtung verlaufenden, Mita- und Namboku-Linien am U-Bhf. Shirokane-takanawa. Von dort, bis zum westlich gelegenen Bhf. Meguro am S-Bahn-Ring, befahren die beiden Linien gemeinsam dieselbe Strecke. Ab Meguro werden Züge auf die Tokyu Meguro-Linie und ab 2022 bis zur Sotetsu-Linie (voraussichtlich nur Züge der Mita-Linie) durchgebunden. Mein Konzept sieht vor, den Parallelbetrieb der beiden U-Bahnen zwischen Meguro und Shirokane-takanawa einzustellen, sodass nur noch die Mita-Linie diesen Abschnitt befährt, und die Namboku-Linie nach Süden weiterzuführen.
Linienführung
Ich würde die Kehranlage des Bahnhofs verwenden, um kreuzungsfrei nach Süden ausfahren zu können (Video, Diagramm). Zwei Möglichkeiten sehe ich für die Linienführung, zum einen über den U-Bahnhof Takanawadai (A-06) oder über den U-Bahnhof Sengakuji (A-07).
Für Sengakuji spricht die Eröffnung des Bahnhofs Takanawa-Gateway auf den Gleisen der JR im Jahr 2020, inklusive freiwerdender Baugrund für Hochhäuser mit Hotels, Büros, Handel und Gastronomie. Hier könnte in Zukunft eine erhöhte Nachfrage bestehen, wahrscheinlich größer als über Takanawadai. (Zum Vergleich die täglichen Passagierzahlen: Takanawadai 7 300, Sengakuji 111 700. Man muss jedoch erwähnen, dass hier ein Betreiberwechsel stattfindet. Das heißt, die Fahrt der Keikyu-Linie von Shinagawa auf die Asakusa-Linie wird an diesem Bahnhof tariflich unterbrochen und als Umsteigen gezählt, ohne dass zwangsläufig ein Umstieg in einen anderen Zug oder Betreten der Bahnsteige stattfindet.)
Dagegen spricht jedoch der Parallelverkehr mit gleich drei Linien (Keikyu, Yamanote und Keihin-Tohoku) von Sengakuji nach Shinagawa, weswegen ich die Route über Takanawadai gewählt und eingezeichnet habe. Außerdem wird die Kurve beim Ausfädeln weniger eng.
Nach Shinagawa würde ich die Linie um einen Bahnhof bis Tennozu Isle verlängern. Dort bestehen Umsteigemöglichkeiten zur Rinkai-Linie und zur Tokyo Monorail.
Weiter südlich in den Bezirken Yashio, Tokai und Jonanjima sehe ich keinen großen Bedarf für einen U-Bahnanschluss. Dort befinden sich zwar der Tokyoter Güterbahnhof und das Shinkansen-Betriebswerk, ansonsten jedoch ist die Gegend eher geprägt von Industrie und Containerterminals.
Update 07/2020
JR East hat den Bau der Haneda Airport Access Line (PDF, japanisch) beschlossen, ein 5 km langer Tunnel vom Flughafen Haneda zum JR Frachtterminal für den Personenverkehr. Nach dem Tunnel verzweigt sich die Strecke folgendermaßen:
- Ost-Yamanote-Route: Über eine Strecke des Güterverkehrs nach Tamachi sollen Züge der Utsunomiya-, Takasaki-, und Joban-Linien durchgebunden werden.
- West-Yamanote-Route: Über die Rinkai- und Saikyo-Linie sollen Züge in Richtung Shinjuku und Ikebukuro durchgebunden werden.
- Rinkaibu-Route: Über die Rinkai- und Keiyo-Linie sollen Züge in Richtung Shin-Kiba und Soga durchgebunden werden.
Unter der Voraussetzung, dass bei der Neubaustrecke ein Personenbahnhof im Gebiet des Frachtterminals gebaut wird, gäbe es die Möglichkeit, die Namboku-Linie bis hierhin zu verlängern. So haben Kunden an drei U-Bahnhöfen (Shinagawa, Tennozu Isle und evtl. zukünftig Frachtterminal) die Möglichkeit, in Züge nach Haneda umzusteigen, wobei die Fahrzeit über die Access Line am kürzesten wäre. Falls keine Pläne für einen Personenbahnhof in dieser Gegend bestehen, hat die Verlängerung über Tennozu Isle hinaus keinen großen verkehrlichen Nutzen.
Linienkonzept Namboku-Linie
[• Frachtterminal (umsteigen zu: Haneda Airport Access Line)]
• Tennozu Isle (umsteigen zu: Tokyo Monorail (MO-02), Rinkai-Linie (R-05))
• Shinagawa (umsteigen zu: Shinkansen, JR East überregionale Linien (JT-03, JO-17, JJ), Yamanote-Linie (JY-25), Keihin-Tohoku-Linie (JK-20), Keikyu-Linie (KK-01))
• Takanawadai (umsteigen zu: Asakusa-Linie (A-06))
• Shirokane-takanawa (N-03; umsteigen zu: Mita-Linie (I-03)) bis Akabane-iwabuchi (N-19)
• Durchbindung Saitama Rapid Railway Line
Linienkonzept Mita-Linie
• Verkehr wie bisher von Nishi-Takashimadaira (I-27) bis Meguro (I-01)
• Durchbindung Tokyu Meguro-Linie
• Durchbindung Sotetsu-Linie

Das finde ich einen sehr durchdachten Vorschlag, an dem es nichts zu kritisieren gibt!
Danke für das Feedback