Stadtbahn Hannover: Ausbau D-West Goetheplatz – Glocksee (- Leinebrücke)

 

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Beschreibung des Vorschlags

Der Abschnitt Goetheplatz – Glocksee der D-Strecke der Stadtbahn Hannover gehört zu den am langsamsten befahrbaren Abschnitten. Auf der Braunstraße liegt die Höchstgeschwindigkeit bei lediglich 20 km/h (ostwärts) bzw. 30 km/h (westwärts), auf dem Goetheplatzkreisel sind nur 20 km/h erlaubt und in der Kurve am Glocksee sogar nur 10 km/h (Quelle: Openrailwaymap). Während andere Abschnitte der D-Strecke zur Anhebung der Höchstgeschwindigkeit eine Untertunnelung erforderlich machen (D-Innenstadt, Limmerstraße), lässt sich auf diesem Abschnitt ein oberirdischer Ausbau gut realisieren. Zudem ermöglicht dieser Ausbau auch eine Verlängerung der Haltestellen auf 75 m, sodass dort auch dreiteilige Züge halten könnten.

 

Umbau Goetheplatz:

Die bestehende Kreisellösung halte ich für hochgradig ineffizient, da hierdurch enge Kurven erforderlich werden. Ein Gleisdreieck bietet bei gleicher Weichenzahl (6 Stück) und gleicher betrieblicher Flexibilität weitere Kurvenradien. Es sind nach meinen Messungen ca. 130m auf dem durchgehenden D-Gleis Goethestraße -> Braunstraße und 80 m auf dem abzweigenden Gleis Braunstraße -> Humboldtstraße statt bisher jeweils ca. 30 m. Damit sollte eine Anhebung der Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h zumindest auf den Gleisen zwischen Goethestraße und Braunstraße möglich sein, da die Gleise hier im Bereich der Weichen und Kreuzungen noch gerade sind.

 

Ausbau Braunstraße:

Die Strecke durch die Braunstraße verläuft schnurgerade, sodass ich keinen Grund sehe, die Tempolimits hier so gering anzusetzen. Im Straßenverkehr ist bei Street View kein Tempolimit zu erkennen. Außerdem gibt es hier sogar ausreichend Platz, um einen eigenen Bahnkörper zu errichten. Dazu müsste lediglich die Überholspur der Braunstraße in Fahrtrichtung Westen entfallen (was verschmerzbar sein sollte, da eine solche in Gegenrichtung nicht besteht und sie eh nicht bis an den Glocksee heranreicht). Allerdings sollte dann ein Überholverbot für Fahrräder eingerichtet werden, am besten einhergehend mit Tempo 30 auf der Straße, da in Richtung Westen kein separater Radweg besteht und jener in Richtung Osten unzureichend ist.

 

Ausbau Glocksee:

Am Glocksee soll die enge Kurve entschärft werden. Dazu sollen die durchgehenden Gleise Braunstraße <-> Spinnereistraße (Leinebrücke) in einem deutlich großzügigeren Bogen über eine bisherige Grünlage verlegt werden. Der Auto-, Bus- und Radverkehr rutscht dementsprechend eine Spur nach Nordwesten auf das bisherige Gleis von der Leinebrücke kommend. Die Aus-/Zufahrt vom/zum Betriebshof Glocksee kann demzufolge nur noch eingleisig stattfinden, was ich für verkraftbar halte, da eigentlich zu keiner Uhrzeit gleichzeitig ein- und ausgerückt wird. Gleichermaßen muss auch die Aus-/Zufahrt in Richtung Goetheplatz bzw. von dort kommend auf ein Gleis reduziert werden, da der verlängerte Bahnsteig eine Einfädelung in das Gleis in Richtung Goetheplatz behindert.

Die genaue Gestaltung des Glocksee habe ich hier noch einmal dargestellt.

 

Ausbau Spinnereistraße (Leinebrücke):

Ebenso ist mir unerklärlich, warum die Höchstgeschwindigkeit auf der Leinebrücke nur 30 km/h betragen soll. Entweder liegt die ORM hier falsch oder ein Ausbau auf 50 km/h wäre hier ebenfalls sinnvoll.

 

Fahrzeitauswirkung:

Der betroffene Streckenabschnitt ihn Leinebrücke ist etwa 500 m lang. Durch eine Anhebung der Höchstgeschwindigkeit von schätzungsweise 15 km/h auf 25 km/h könnten also 48 Sekunden Fahrzeit eingespart werden. Verbunden mit einem Ausbau der Leinebrücke könnte hier über eine Minute Fahrzeit gewonnen werden.

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11 Kommentare zu “Stadtbahn Hannover: Ausbau D-West Goetheplatz – Glocksee (- Leinebrücke)

  1. Also mit Richtlinien zur genauen Straßenraumgestaltung kenne ich mich nicht so gut aus, daher nur mal so ein paar Ansätze, wo es eventuell Schwierigkeiten geben könnte:

    Umbau Goetheplatz: Ich glaube eine Geschwindigkeit von 50 km/h ist dort nicht realisierbar, weil du dort Außenbogenweichen hast. Als maßgebend für die Vmax von Schienenbahnen sind ja nicht nur die Radien (und ggf. Überhöhungen) sondern auch, inwiefern die Bahnen quasi außen mit den Schienenkränzen anlaufen und da es dort zwangsweise Unterbrechungen der Fahrfläche gibt, muss die Vmax reduziert werden. Oder du legst die Weichen und Kreuzungen auf gerade Abschnitte vor die Kurven. Für Weichen ist das weniger ein Problem, da man hier vorgezogene Zungeneinrichtungen verwenden kann, für Kreuzungen kenne ich jedoch keine Lösung. Eine Rolle spielt auch, ob die Bahnen an den Herzstücken auf den Spurkränzen laufen oder nicht.

    Umbau Glocksee: Ein Bahnsteig in der Kurve ist immer nachteilig und daher nach Möglichkeit zu vermeiden. Zum einen ergeben sich größere Spalten zwischen Tür und Bahnsteig und zum anderen lässt sich die Zuglänge nicht mehr so einfach überblicken und es bedarf dafür zumindest technischer Systeme (Kameras). Weiterhin frage ich mich wie man nun von der Königsworther Straße auf die Braunstraße kommen soll. Dort liegt ja nun ein Hochbahnsteig. Allgemein wird nun die Verkehrsführung an der Kreuzung erschwert, da man teilweise recht lange Wege hat, bis man die Kreuzung wieder verlassen hat, sodass hier entweder sehr lange Ampel(-umschalt-)phasen entstehen oder man die Kreuzungen mit mehreren Ampeln aufteilen muss. Beides dürfte die Leistungsfähigkeit des Knotens ein gutes Stück reduzieren. Oder wie stellst du dir das genau vor?

    Sicher kann man das ein oder andere noch beheben, aber ich kann das mangels Fachwissen nicht abschließend beurteilen oder Lösungen finden. Es könnte aber eine Ecke komplizierter werden, als man auf den ersten Blick denken mag.

    1. Zudem bräuchte es bei diesem Umbau am Goetheplatz umfangreiche Beampelung für Busse und den MIV, was gerade zur HVZ deutlich die Kapazität des Kreisverkehrs herabsetzen würde und auch ein nicht zu unterschätzendes Gefahrenpotenzial für den umlaufenden Radweg wäre. Etwas mehr Durchfahrtsgeschwindigkeit gegen eine deutlich kompliziertere Verkehrsregelung, deutlich weniger Kapzität auch für Busse und mehr Gefahrenpotenzial einzutauschen, ist aus meiner Sicht deshalb nicht zielführend.

      1. Zudem bräuchte es bei diesem Umbau am Goetheplatz umfangreiche Beampelung für Busse und den MIV, […]

        An welcher Stelle sollten zusätzliche Ampeln erforderlich sein? Das kann ich leider nicht ganz nachvollziehen, denn überall, wo eine Kreuzung Schiene/Straße eingezeichnet ist, befindet sich ja auch jetzt schon eine.

        […] und auch ein nicht zu unterschätzendes Gefahrenpotenzial für den umlaufenden Radweg wäre.

        Warum? Die Verkehrsführung am Goetheplatz bleibt meinem Verständnis nach unverändert, nur die genaue Lage der Gleise ändert sich.

    2. Ich glaube eine Geschwindigkeit von 50 km/h ist dort nicht realisierbar, weil du dort Außenbogenweichen hast.

      Außenbogenweichen würde ich höchstens in der Humboldtstraße einsetzen, die anderen sind gebogene reguläre Weichen. Aber wie du geschrieben hast, geht es ja durch vorgezogene Zungen auch komplett mit normalen Weichen.

      Als maßgebend für die Vmax von Schienenbahnen sind ja nicht nur die Radien (und ggf. Überhöhungen) sondern auch, inwiefern die Bahnen quasi außen mit den Schienenkränzen anlaufen und da es dort zwangsweise Unterbrechungen der Fahrfläche gibt, muss die Vmax reduziert werden. Oder du legst die Weichen und Kreuzungen auf gerade Abschnitte vor die Kurven. Für Weichen ist das weniger ein Problem, da man hier vorgezogene Zungeneinrichtungen verwenden kann, für Kreuzungen kenne ich jedoch keine Lösung. Eine Rolle spielt auch, ob die Bahnen an den Herzstücken auf den Spurkränzen laufen oder nicht.

      Das kann alles gut sein, klingt zumindest absolut plausibel. Allerdings gibt es ja auch an anderen Stellen im Netz der Stadtbahn Hannover ähnliche Lösungen. Bei den Zufahrten zu den Betriebshöfen kommen ja immer Gleisdreiecke zum Einsatz, also auch Kreuzungen. Da sind in den meisten Fällen 50 km/h erlaubt, so dass ich nicht denke, dass Kreuzungen diese Geschwindigkeit verhindern.

      Ein Bahnsteig in der Kurve ist immer nachteilig und daher nach Möglichkeit zu vermeiden.

      Richtig, aber die Kurve ist nicht sehr eng. Die Bahnsteige am Kröpcke (B- und C-Strecke) liegen in einer ähnlich engen Kurve, Kameras kommen dort übrigens nicht zum Einsatz, Spiegel dürften ausreichen.

      Weiterhin frage ich mich wie man nun von der Königsworther Straße auf die Braunstraße kommen soll.

      Zu Recht! Ich werde mir was überlegen.

      Allgemein wird nun die Verkehrsführung an der Kreuzung erschwert, da man teilweise recht lange Wege hat, bis man die Kreuzung wieder verlassen hat, sodass hier entweder sehr lange Ampel(-umschalt-)phasen entstehen oder man die Kreuzungen mit mehreren Ampeln aufteilen muss. Beides dürfte die Leistungsfähigkeit des Knotens ein gutes Stück reduzieren. Oder wie stellst du dir das genau vor?

      Na ja, das betrifft nur die Fahrtwege von der Leinebrücke in Richtung Königsworther Straße oder Theodor-Krüger-Straße, letzterer ist auch vergleichsweise unbedeutend. Es würde ein BÜ mit der Stadtbahnstrecke entstehen und dann auf dem gleichen Fahrweg weiter hinten die eigentliche Straßenkreuzung. Dabei sollte die Ampelschaltung so ausgelegt werden, dass bei Einschalten des BÜ die dahinterliegende Ampel kurz eine Grünphase einschiebt, sodass sich kein Verkehr auf dem BÜ staut. Ja, das reduziert die Leistungsfähigkeit sicherlich ein wenig, ich halte das aber durchaus für verschmerzbar.

      Es könnte aber eine Ecke komplizierter werden, als man auf den ersten Blick denken mag.

      Definitiv!

      1. Da sind in den meisten Fällen 50 km/h erlaubt, so dass ich nicht denke, dass Kreuzungen diese Geschwindigkeit verhindern.“

        In allen diesen Fällen fahren die Züge aber über den geraden Strang. Ich halte aber das Anlaufen mit den Spurkränzen in der Kurve über eine Weiche oder Kreuzung für problematisch, und bei Kreuzungen lässt sich das eben auch nur schwer verhindern. Kann aber trotzdem sein, dass man höhere Geschwindigkeiten als aktuell fahren kann, nur 50 halte ich für schwierig. Müsste ein Fachplaner nochmal besser beurteilen können, als ich.

        In den anderen Punkten kann ich dir weitestgehend zustimmen bzw. bin gespannt auf deine weitere Ausarbeitung.

         

        1. In allen diesen Fällen fahren die Züge aber über den geraden Strang.

          Nein, die Züge auf dem abzweigenden Gleis fahren immer in der Kurve über die Kreuzung.

          In den anderen Punkten kann ich dir weitestgehend zustimmen bzw. bin gespannt auf deine weitere Ausarbeitung.

          In Teilen habe ich es bereits angepasst, insbesondere am Glocksee. Ich werde das auch noch mal in die Beschreibung aufnehmen, schaffe ich aber vor dem Wochenende definitiv nicht mehr.

          1. Nein, die Züge auf dem abzweigenden Gleis fahren immer in der Kurve über die Kreuzung.“

            Ah du meinst, dass die Züge auch wenn sie zum Betriebsbahnhof abzweigen mit 50 km/h fahren können? Ehrlich gesagt bezweifle ich das. Woher hast du die Angaben denn? Von openrailwaymap.org? Da kann man glaube ich in solchen Fällen nicht drauf vertrauen. So soll ja der Abzweig zum Betriebshof Döhren mit 60 km/h befahrbar sein und das bei den Radien? No way. In diesem Führerstandsvideo fährt man mit 15 km/h durch die Kurve.

            1. Ah du meinst, dass die Züge auch wenn sie zum Betriebsbahnhof abzweigen mit 50 km/h fahren können? Ehrlich gesagt bezweifle ich das. Woher hast du die Angaben denn? Von openrailwaymap.org? Da kann man glaube ich in solchen Fällen nicht drauf vertrauen. So soll ja der Abzweig zum Betriebshof Döhren mit 60 km/h befahrbar sein und das bei den Radien? No way. In diesem Führerstandsvideo fährt man mit 15 km/h durch die Kurve.

              Ja richtig, die Infos sind von der ORM. Beim genaueren Drübernachdenken gebe ich dir aber Recht, das ist nicht so wahnsinnig realistisch. Auf den gerade durchgehenden Gleisen halte ich die 50 km/h aber für gut möglich wenn man die Lage der Kreuzungen verschiebt, auf den abzweigenden, die im Bogen über die Kreuzung fahren müssen, sollten aber auf jeden Fall mehr als 15 km/h möglich sein, denn die Bogenradien, auch in den Kreuzungen, sind hier ja wesentlich größer.

    1. Stimmt, danke für den Link, den Anfang der Bauarbeiten hatte ich ja auch schon mal gesehen. Die Planungen für die Braunstraße decken sich ja im Wesentlichen mit meinen Überlegungen, die am Glocksee leider nicht. Nichtsdestotrotz könnte man meinen Vorschlag bei den nächsten turnusmäßigen größeren Instandhaltungsarbeiten noch umsetzen, auch wenn der neue Bahnsteig dadurch größtenteils unbrauchbar wird.

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