Seilbahn über die Elbe – Finkenwerder-Klein Flottbek [Hamburg]

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Beschreibung des Vorschlags

Moin,

nachdem die SPD-Fraktion in Bergedorf eine Anbindung des neuen Stadtteils Oberbillwerder per Seilbahn gefordert hat, und zwar entweder in die City, was ich für albern halte oder zur U2, was ich für erwägenswert, aber nicht besonders notwendig halte, habe ich mich gefragt, wo in Hamburg diese Technologie den ÖPNV tatsächlich deutlich verbessern könnte.

Einführung

Seilbahnen eignen sich besonders gut dafür, topologische oder anderweitige große Hindernisse für bodengebundene Trassen zu überwinden. Das ist natürlich vor allem die Elbe. Außerdem spielen sie ihre Stärken bei Punkt-zu-Punkt-Verbindungen mit höherem Fahrgastaufkommen aus. Da sie aber nicht besonders schnell sind oder besonders viele Fahrgäste transportieren können, sollten sie andere Verkehrsträger ergänzen und nicht allzu lange Strecken bedienen.

Aus meiner Sicht bietet sich der Airbus-Pendelverkehr nach Finkenwerder hier an. Täglich nutzen wohl etwa 5.000 Pendelnde die Fähre ab Teufelsbrück, dazu kommen noch einige weitere tausend Menschen, die mit dem Auto aus dem Nordelbischen anfahren, wohl vorwiegend durch den überlasteten Elbtunnel; außerdem die Menschen, die anderweitig in Finkenwerder arbeiten und wohnen.

Eine Dreiseilumlaufbahn kann wohl so 2.000 bis maximal 5.000 Personen pro Stunde und Richtung befördern, was eigentlich dem zu erwartenden Verkehrsaufkommen gerecht werden sollte. 

Trasse

Um eine tragende Rolle im elbquerenden Pendelverkehr übernehmen zu können, muss die Anfahrt möglichst schnell und die Integration in das Schnellbahnnetz nahtlos sein. Für das peripher westlich liegende Finkenwerder ist die S1 das Verkehrsmittel der Wahl – in 22 min kommt man vom Hbf dorthin. In die S1 kann in Altona auch aus Richtung Pinneberg und später aus Kaltenkirchen gut umgestiegen werden.

Der Halt in Klein Flottbek ist etwa auf der Länge des Airbus-Werks. Außerdem ist hier nördlich der Haltestelle mehr als genug Platz für die Seilbahnstation. Im Folgenden steigt die Bahn auf eine ausreichende Höhe an, um die Bahnstrecke zu queren und folgt dem Verlauf der Baron-von-Voght-Straße. Obwohl der Überflug über öffentlichem Grund stattfindet, kommt es hier zur Einsicht in benachbarte Grundstücke, was sich in diesem sensiblen Bereich durch eine Verdunkelung der Kabinen vielleicht vermeiden ließe. Es gibt aber keine taugliche alternative Trassenführung, da der Derbypark meines Wissens in Privathand ist und es auch hier zu Einsichtnahmen kommen würde.

Im Folgenden wird der städtische Jenisch-Park überschwebt. Hier wäre eine Station problemlos umsetzbar, sie ist aber nicht dringend nötig, da der Park meist nicht allzu viele Fahrgäste anziehen wird. Bei Verzicht auf eine Station wäre sicher auch der Eingriff geringer, da vor allem die Stützen wahrnehmbar wären.

Der Jenisch-Park ist denkmalgeschützt. Das ist eine Herausforderung, die aber nicht unüberwindbar sein muss. Aus meiner Sicht würde der Park in seinem Wesen durch 3-4 relativ schlanke Stützen und den Schatten vorbeiziehender Kabinen nicht tangiert werden. Wer das anders sieht, der wird diesen Vorschlag natürlich ohnehin von vornherein mehr oder weniger erzürnt ablehnen. Solange aber die Anwohner des Elbvorortes nicht geschlossen einer Überschwebung ihrer Grundstücke zustimmen, gibt es zu dieser Trassierung keine Alternative.

Im Folgenden gibt es noch einen Halt am Elbufer. Hier muss zunächst ein gewisser Höhenunterschied nach unten überwunden werden, aber für den Umstieg in die Buslinien auf der Elbchaussee sollte hier dennoch eine Station gebaut werden. Um die Anfluggrundlinie nicht zu stören, muss der Halt noch im Park gebaut werden, auch wenn dadurch der Umstieg weniger komfortabel wird. Die Station ist um einige Meter aufgeständert, so dass der Straßenverkehr nicht gestört wird. 

Danach folgt die Elbquerung. Hierfür muss es wieder sehr steil nach oben gehen (70-80 m), damit die Durchfahrthöhe der Schiffe nicht tangiert wird. Das ist aber technisch mit der gezeichneten Trasse und den umsetzbaren Steigungen moderner Seilbahnen machbar. 

Am anderen Elbufer wiederholt sich das Spiel. Im Raum des Rüschparks soll es noch einen Halt geben, da auch hier einige Arbeitsplätze vorliegen und dieser Ort für Finkenwerder z.B. mit dem Rad, zu Fuß oder auch mit dem Bus teils besser erreichbar ist.

Danach wird ein Gewerbegebiet überquert und die Seilbahn endet am Airbus-Werkstor. Hier erfolgt dann der Umstieg in den Werksverkehr, sofern man nicht bereits am Ziel ist. 

Verkehrswirkung

Die Seilbahn sollte mit einer Geschwindigkeit von mindestens 20 km/h im Schnitt verkehren können. Bei drei Minuten Umsteigezeit wäre man vom Hbf innerhalb von 36 min am Werkstor – und das, ohne dem zu den Hauptverkehrszeiten stark überlasteten Straßenverkehr ausgeliefert zu sein. 

Mit Bus, Bahn und Fähre kann man heute gut und gern mit einer Stunde oder noch mehr Zeit rechnen. 

36 min entsprechen etwa der Fahrzeit mit dem Pkw im Optimalfall. Allerdings verlängert sich diese zu den Stoßzeiten wie gesagt gerne auch auf 1 h+.

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7 Kommentare zu “Seilbahn über die Elbe – Finkenwerder-Klein Flottbek [Hamburg]”

  1. Ich sehe 2 Probleme:

    1. Die Seilbahn ist direkt in der Einflugschneise und müsste mindestens 100m hoch sein.
    2. Die wohlhabende Bevölkerung in Klein Flottbek will vermutlich nicht, dass man einen Einblick aus der Luft auf deren Grundstücke bekommt.
    1. 1.) Danke für den Hinweis.

      a) (Einflugschneise) Der Abschnitt im Jenisch-Park ist eigentlich kein Problem, da die Bahn hier nicht in großer Höhe verlaufen soll, nämlich nicht mehr als 10-20 m. Ich habe den Abschnitt direkt am Elbufer aber überarbeitet und weitestgehend aus der Abflugfläche herausgenommen.

      b) (Höhe) Sie muss hoch sein, 100 m sind vielleicht aber etwas viel. Die Hafeneinfahrt muss ja keine höheren Schiffe durchlassen als durch den Suezkanal (70 m) kommen. Ich denke, mit 85-90 m hohen Stützen kommt man gut zurecht.

      2. Habe ich im Text angesprochen. Die Belange der Nachbarn gilt es im Planfeststellungsverfahren zu berücksichtigen. Am Ende sollte dort herauskommen, dass sie nicht schwer genug wiegen um das Projekt zu verunmöglichen. Die Einsichtnahme lässt sich technisch sogar verunmöglichen.

  2. Zum Thema „Bau einer Seilbahn über die Elbe“ gab es am 24. August 2014 einen Bürgerentscheid, in dem ein solches Projekt mit 76% abgelehnt wurde. Insofern ist angesichts dieses deutlichen Votums eine solche Idee langfristig für dieses Jahrhundert politisch vom Tisch, das ist eine heiße Herdplatte, die niemand mehr anfassen wird.

    Dazu ist deine Trasse aus anderen Gründen unmöglich – deine 70-80 Meter hohen Stützen zur Elbüberquerung stehen VIEL ZU NAH an der Einflugschneise des Werksflugplatzes.

    1. Der Bürgerentscheid bezog sich auf einen völlig anderen Teil der Stadt. Es ging dabei auch nicht um alltägliche Verkehrsbedürfnisse sondern einen Pendelbetrieb zum Musiktheater. Im übrigen sind Ergebnisse von Bürgerentscheiden kein Grund, ein Projekt hier nicht vorzuschlagen: Sie sagen ja wenig zur Sinnhaftigkeit aus, sondern nur zur Beliebtheit in der Öffentlichkeit zu einem bestimmten Zeitpunkt.

      Die Querung wurde überarbeitet und aus der Abflugfläche herausgerückt.

      1. „Der Bürgerentscheid bezog sich auf einen völlig anderen Teil der Stadt. Es ging dabei auch nicht um alltägliche Verkehrsbedürfnisse sondern einen Pendelbetrieb zum Musiktheater. Im übrigen sind Ergebnisse von Bürgerentscheiden kein Grund, ein Projekt hier nicht vorzuschlagen“

        Das hat nichts mit dem zu tun, was ich geschrieben habe. Ich habe geschrieben: Das Thema „Bau einer Seilbahn über die Elbe“ ist in Folge des Volksentscheids politisch vom Tisch, das ist eine heiße Herdplatte, die niemand mehr anfassen wird. Und an einer solchen politischen Realität ändert dein Einwand nichts.

         

        Das Problem bzgl der Einflugschneise lässt sich mit einer mikroskopischen Änderung, wie von dir nun vorgenommen, nicht lösen, sondern nur mit einer makroskopischen. Es reicht nicht aus, einen Korridor von wenigen hundert Metern Breite freizuhalten, durch den die Flugzeuge durchzielen müssen. Der von dir dargestellte Standort steht immer noch in massiver Kollision mit der Approach-Surface und/oder der Approach-Transition-Surface des Flughafens. Eine kleine Umplanung wird hier nichts helfen: Ein solches Bauwerk ist am Standort Teufelsbrück grundsätzlich nicht möglich.

        1. Doch, das hat sehr viel mit dem zu tun, was du schriebst. Ob etwas eine heiße Herdplatte ist oder nicht, hat relativ wenig mit der Frage zu tun, ob es denn sinnvoll wäre.

          Mit der Gewissheit, die du vorgibst, kannst du die luftrechtliche Genehmigung doch gar nicht vorwegnehmen. Es hängt vor allem davon ab, wann und wo man mit den Stützen und Seilen in welche Höhe gelangt. Eine bodennahe Seilbahn sollte ja kein relevantes Hindernis darstellen.

          1. hat relativ wenig mit der Frage zu tun, ob es denn sinnvoll wäre.

            Aber sehr viel mit der Frage, ob die Chance, dass sich Entscheider mit einem solchen Konzept beschäftigen, über 0% liegt.

             

            Mit der Gewissheit, die du vorgibst, kannst du die luftrechtliche Genehmigung doch gar nicht vorwegnehmen.

            Doch. Approach-Surface und/oder der Approach-Transition-Surface sind luftfahrtrechtlich festgeschrieben, und dass an der Stelle, wo du hier die Elbe überqueren willst, 70 m hohe Seilbahnstützen damit kollidieren, lässt sich mit primitiven Mitteln nachprüfen, ohne eine falsche Gewissheit bzgl luftfahrtrechtlicher Genehmigungen zu simulieren.

             

            Eine bodennahe Seilbahn sollte ja kein relevantes Hindernis darstellen.

            Wenn du den Hamburger Hafen vom Seeschiffverkehr abkoppeln willst, stimmt deine Aussage.

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