Beschreibung des Vorschlags
Um den Nahverkehr in Minden gemäß des VEPs kapazitätsgerecht ausbauen zu können, bedarf es vielen Veränderungen und Verbesserungen. Dazu schlage ich neben dem schlecht ausgebauten Busnetz hiermit eine Straßenbahn in Minden vor.
Ich hatte vor einiger Zeit bereits einen bzw. mehrere Vorschläge zu dem Thema Tram in Minden veröffentlicht, aber meist die Rückmeldung bekommen, dass diese Pläne zu ambitioniert sind. Dem gebe ich recht und möchte hier ein angepasstes, deutlich realistischeres System vorschlagen, was vor allem durch weniger Streckenlänge und Fahrten durch dichter besiedelte Ortsteile rentabler wird.
Die Straßenbahn soll grundsätzlich aus zwei Linien bestehen, die sich teils in einzelne Äste aufteilen.
Dazu hier der Verlauf und alle Informationen zur Linie 2.
Die Linie 1 habe ich bereits vorgeschlagen.
Zusammen sollen beide Linien dafür sorgen, dass die wichtigsten Orte und Einrichtungen verlässlich mit der Stadtmitte verbunden werden, und gleichzeitig eine Anbindung möglichst vieler Einwohner an das Netz ermöglichen.
Grundlegendes
Die Linie 2 soll zwischen den Endpunkten NATO-Kaserne und Dankersen bzw. Osterhahlen und Meißen verkehren. Dazu soll ab der Station NATO-Kaserne im 20-Minutentakt Richtung Dankersen abgefahren werden. Um 10 Minuten versetzt sollen in Osterhahlen die Straßenbahnen in Richtung Meißen losfahren. So entsteht im Streckenabschnitt vom Halt an der Wittelsbacherallee bis zur Station „Viktoriastraße“ ein 10-Minutentakt. Gleichzeitig werden auch hier, ähnlich wie bei der Linie 1 durch die Verästelung möglichst viele Einwohner angebunden.
Grundsätzlich sollten alle Stationen Anschluss an das Busnetz in Minden bekommen. Dazu bedarf es einiger Umstellungen und Verbesserungen im Bussystem.
Der Ast zur NATO-Kaserne könnte auch optional bzw. langfristig zur Kaufmannsbrede verlängert werden, um so eine Tangentialverbindung zwischen den beiden Linien zu ermöglichen.
Verlauf
Beginnend beim Punkt Osterhahlen, verläuft die Strecke entlang der Königsstraße. Auf den ersten Halt Grundbach folgt die Station „Wittelsbacherallee“, ab der sich der Ast zur NATO-Kaserne abzweigt bzw. zusammenkommt. Nun gilt der 10min-Takt. Entlang der Königsstraße folgen die Haltestellen Preußenring und Königstor. Schließlich folgt die Station Ringstraße, bevor gleichnamige Straße überquert wird. Ab dem Halt am Bildungszentrum biegt die Trasse ab und folgt nun dem Straßenverlauf des Königswalls bzw. später Schwichowall. Auf Höhe der heutigen Bushaltestelle entsteht der Stopp am Simeonsplatz. Anschließend biegt die Straßenbahn auf den Klausenwall ab. Jetzt folgen die beiden großen Umsteigehalte am ZOB und an der Schlagde. Anschließend wird die Weserbrücke befahren bevor der Halt „Zwischen den Brücken“ erreicht wird. Danach folgt die äußerst wichtige Anbindung an den (Haupt-)Bahnhof. An der darauf folgenden Haltestelle teilen sich die beiden Äste auf in Richtung Dankersen und Meißen. Ersterer folgt der Bachstraße und erreicht die gleichnamige Station vor dem Halt an der Ulrikenstraße, bevor die Tram in selbige abbiegt. Schließlich folgt der Halt „Dankerser Straße“ und zuletzt der Endpunkt Dankersen. Der Meißen-Ast folgt nach der Station „Viktoriastraße“ der gleichnamigen Großsstraße und erreicht die Stationen Sedanstraße und Grille. Zuletzt folgt beim „Hauss 33“ der Endpunkt Meißen.
Ergänzung zur Bahnhofsunterführung:
Da die maroden Eisenbahnbrücken über der Viktoriastraße so oder so früher oder später dringlich saniert werden müssten, was eine Vollsperrung der Straße und Bahnstrecke bedeuten würde, könnte man diese Gelegenheit nutzen und den Straßenraum Richtung Süd vergrößern, um dort Platz für eine zweispurige Tramtrasse zu schaffen.


Ich verweise hier nochmals auf meinen Kommentar zu deinem Vorschlag für die Straßenbahnlinie 1. Minden benötigt lediglich ein deutlich besseres Bussystem.
Dankersen möchtest du gleich mit zwei Ästen anbinden, dabei leben in den Stadtteilen Meißen, Dankersen und Rechtes Weserufer nur 14.000 Menschen überwiegend in EFH mit entsprechender Motorisierung. Aus Dankersen ist man mit dem Rad in 5 Minuten am Bahnhof und in 10 Minuten am Bahnhof.
Wie möchtest du in die Unterführung am Bahnhof noch eine Straßenbahn quetschen? Hier wurde die Straße gerade erst von drei auf zwei Spuren verkleinert, um einen Radweg unterzubringen.
Ich bleibe Dabei: Aufgrund der geringen Urbanisierung Mindens und der runden Stadtstruktur mit recht kurzen Wegen ins immer unbedeutendere Zentrum ist eine Straßenbahn eine Nummer zu groß. Suche dir mal das aktuelle Busliniennetz heraus, hier gibt es genug Verbesserungspotential (unnötig am ZOB gebrochene Linien, sehr kurze Linien, schlechte Anbindung des Bahnhofs, unsinnige Schleifen an den Endpunkten mit unzähligen Haltestellen im Einrichtungsbetrieb).
Moin Ostwestfale, ich verstehe deinen Standpunkt, dennoch würde ich dir in dem puncto Tram widersprechen. Ich sehe deutliches Potential in Minden, vor allem bei der Linie 1.
Über die Abzweigungen in Dankersen kann man streiten und diskutieren, letztenendes bringt nur eine Potentialanalyse Klarheit. Natürlich kann man auch nur einen Ast durch das rechte Weserufer verlegen, dennoch würde ich die Option eines zweiten Asts hier offen halten.
Beim Thema Busnetz stimme ich dir voll und ganz zu – es ist teils echt ein graus. Die Linien sind so schlecht getastet, insbesondere in Wohnsiedlunge und -quartieren, die eigentlich genügend Nachfrage hervorbringen. Das Busnetz sollte mal von Grund aus neu durchdacht werden, mit engeren Frequenzen, mehr Stationen im Stadtgebiet und einer besseren Anbindung des Bahnhofs.
Aber gerade deshalb würde sich ein Straßenbahnnetz meiner Meinung nach gut machen: eine Regelmäßige Verbindung zwischen Aussenbezirken und Stadtmitte wäre endlich gegeben, und man kommt zügig von A nach B.
Naja, der Endpunkt Meißen läge fast mitten im nichts, da südlich keine Bebauung besteht. Linie 1 würde nicht von Endpunkt zu Endpunkt genutzt, da die Beiden Endpunkte nur 5 Autominuten bzw. maximal 15 Radminuten auseinander liegen. Man sollte sich lieber auf realistische Verbesserungen in einem kostengünstigeren Busnetz konzentrieren. Der Aufwand für eine Straßenbahn stünde in keinem Verhältnis zum Nutzen.
Der Endpunkt Meißen liegt in der Tat ziemlich weit ausserhalb und ohne großes Einzugsgebiet. Da könnte man variieren und notfalls auch nur einen Ast nach Minden-Ost verlegen. Mir geht es hauptsächlich darum, dass ich alle möglichen Szenarien einmal eingezeichnet habe, was davon umgesetzt werden soll/kann, kann man noch entscheiden.
Zur Linie 1, es stimmt, man benötigt ca. 8min um genau zu sein, um mit dem Auto von Minderheide nach Dützen zu fahren. Jedoch geht es nicht schwerpunktmäßig darum, dass die Nordstädtler in die Südstadt fahren können, sondern eher darum, die Innenstadt mit den Wohnbezirken zu verbinden.