2 Kommentare zu “[M] Dreiviertelring

  1. München ist – auch aus historischen Gründen als vergleichsweise junge Residenzstadt – stark monozentrisch geprägt. Die Überlastung von S- und U-Bahn ist weniger ein Kapazitätsproblem einzelner Linien als ein strukturelles Defizit des Netzes: Es fehlen leistungsfähige Tangentialverbindungen, sodass sich nahezu alle Verkehrsströme auf das Zentrum konzentrieren. Daraus entsteht ein Teufelskreis: Weil viele Stadtteile lange dörflich geprägt blieben, drängen sich Querverbindungen scheinbar nicht „von selbst“ auf und werden folglich meist nur mit Bus oder Tram realisiert. Diese Verkehrsmittel sind jedoch nicht in der Lage, die U-Bahn substantiell zu entlasten.

    Eine tangentiale U-Bahn in München ist aus mehreren Gründen keine so gute Idee, da zum einen viele bestehende Tunnel unterquert werden müssen, was zu utopischen Kosten und Bauzeiten führen kann, siehe 2. Stammstrecke, sowie bieten Schnellbahnen nicht die verdammt wichtige Feinerschließung, denn anders als im Stadtzentrum wo Knotenpunkt auf einem Fleck liegen, sind Arbeitsplätze, und Wohnhäuser verteilt. Zulasten der Geschwindigkeit ist eine Straßenbahn daher eine bessere Option, da sie meistens durch eigene Gleiskörper und Vorrangschaltungen gut durch den Straßenverkehr kommt, nötige Feinerschließung bietet, und große Kapazitäten bietet, da man große Fahrzeuge einsetzen kann, und Takte i.d.R. bis zu 3 Minuten Sträuchern kann. Tangentialverbindungen sind  in der Regel nicht so stark nachgefragt wie Radialverbindungen.

    Im Gegenteil, die Straßenbahn behält ihre wichtige Rolle für die Feinerschließung und den Kurzstreckenverkehr. Ein Kardinalfehler der Münchner Verkehrsplanung war es hingegen, wie auch in anderen deutschen Städten, der U-Bahn auch diese Aufgabe zuzuschreiben. Dies hat maßgeblich zu ihrer heutigen Überlastung beigetragen.

    Eine U-Bahn gehört da hin, wo sich viele Verkehrswege bündeln, da spielt es keine Rolle ob man 800 Meter oder 5 Kilometer fährt. Die Straßenbahn ist in Städten wie München ein wichtiges, kapazitätsstarkes Ergänzungsmittel, das da zum Einsatz kommt, wo man Feinerschließung benötigt, oder die Nachfrage keine U-Bahn rechtfertigt. Man nutzt Straßenbahnen genauso für längere Wege.

    Der entscheidende Mehrwert der U10 liegt darin, dass sie über die Ringfunktion hinaus als leistungsfähige Nord-Süd-Achse durch Haidhausen wirkt.

    Die Nord-Süd-Achse für Haidhausen ist nicht überlastet, im Gegenteil: oft ist der T5 überdimensioniert. Wenn sie dir so wichtig ist kannst du ja eine Linie Rosenheimer Platz – Effnerplatz anbieten, wäre durchaus eine gute Idee.

    1. Eine tangentiale U-Bahn in München ist aus mehreren Gründen keine so gute Idee, da zum einen viele bestehende Tunnel unterquert werden müssen, was zu utopischen Kosten und Bauzeiten führen kann, siehe 2. Stammstrecke,

      2. Stammstrecke ist ein gutes Stichwort. Schweineteuer, aber hätte es dazu eine brauchbare Alternative gegeben, die wesentlich billiger ist? Die Kosten sind hoch, aber die Folgen verpasster Investitionen ins U-Bahnnetz lassen sich in München tagtäglich beobachten. Spart man das Geld ein, weil U-Bahn so teuer ist, wird das Geld stattdessen in den Straßenbau fließen. Verkehrsprobleme – und davon gibt es in München reichlich – sind volkswirtschaftlich gesehen immens teuer.

       

      sowie bieten Schnellbahnen nicht die verdammt wichtige Feinerschließung, denn anders als im Stadtzentrum wo Knotenpunkt auf einem Fleck liegen, sind Arbeitsplätze, und Wohnhäuser verteilt.

      Für die Feinerschließung ist die U10 auch nicht gedacht, siehe unten. Arbeitsplätze und Wohnhäuser sind aber ein gutes Stichwort, davon gibt es auch außerhalb des Stadtkerns viele.

       

      Zulasten der Geschwindigkeit ist eine Straßenbahn daher eine bessere Option, da sie meistens durch eigene Gleiskörper und Vorrangschaltungen gut durch den Straßenverkehr kommt, nötige Feinerschließung bietet, und große Kapazitäten bietet, da man große Fahrzeuge einsetzen kann, und Takte i.d.R. bis zu 3 Minuten Sträuchern kann.

      Das Prinzip funktioniert vielleicht in Graz oder Leipzig. In München kannst du die Verkehrsprobleme nicht mehr nur mit Bus und Tram lösen, dafür ist die Stadt zu groß. Für die Entlastung der Innenstadt ist das nicht mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Außerdem ist München zugestaut bis zum Gehtnichtmehr. U-Bahnen gibt es nicht umsonst, damit der Verkehr an der Oberfläche übersichtlicher bleibt. Und wenn der Fahrradverkehr gefördert wird und mehr Fahrradspuren kommen, wird das viele weitere Tramprojekte unmöglich machen.

       

      Tangentialverbindungen sind in der Regel nicht so stark nachgefragt wie Radialverbindungen.

      Kann man nicht verallgemeinern, es gibt auch stark genutzte Tangential- und schwach frequentierte Radialverbindungen.

       

      Eine U-Bahn gehört da hin, wo sich viele Verkehrswege bündeln, da spielt es keine Rolle ob man 800 Meter oder 5 Kilometer fährt. Die Straßenbahn ist in Städten wie München ein wichtiges, kapazitätsstarkes Ergänzungsmittel, das da zum Einsatz kommt, wo man Feinerschließung benötigt, oder die Nachfrage keine U-Bahn rechtfertigt. Man nutzt Straßenbahnen genauso für längere Wege.

      Mein Punkt ist, dass ich die Stationsabstände größer gewählt habe, damit erstens Linien des Oberflächenverkehrs nicht kannibalisiert und zweitens die U-Bahn ihren Schnelligkeitsvorteil besser ausspielen kann. In anderen Metropolen gäbe es auf der Ludwigstr einen fetten Tram-/Buskorridor, parallel zur U-Bahn wohlgemerkt. Siehe Prag, Amsterdam, Rotterdam oder London. Dass die U-Bahn Feinerschließung mit überbezirklichen Verbindungen kombiniert, funktioniert vielleicht im kleinen Nürnberg, wo die U-Bahn ansonsten nicht voll genug wäre. Aber in München oder auch im Ruhrgebiet ist man mit dieser Herangehensweise grandios gescheitert.

       

      Die Nord-Süd-Achse für Haidhausen ist nicht überlastet, im Gegenteil: oft ist der T5 überdimensioniert.

      Weil viele Fahrgäste mit der Schnellbahn ost-west nach Haidhausen fahren und am Marien- oder Odeonsplatz (beide bekanntlich nicht die besten Umsteigebahnhöfe) umsteigen müssen. Mein Ziel ist es, mittels alternativer Korridore das Schnellbahnnetz zu entzerren und die wichtigsten Knotenpunkte zu entlasten. Und nord-süd durch Haidhausen lassen sich die Verkehrsströme meiner Meinung nach ziemlich gut bündeln.

      Wenn sie dir so wichtig ist kannst du ja eine Linie Rosenheimer Platz – Effnerplatz anbieten, wäre durchaus eine gute Idee.

      Als Tram oder U-Bahn?

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