Beschreibung des Vorschlags
Die Achse und Alpenquerung Prag – Graz via Linz hat viel ungenutztes Potential. Eine Direktverbindung gibt es nicht und der hochrangigste Fernverkehr hält in OÖ viel zu oft. Deshalb schlage ich eine zweistündliche Fernverkehrsverbindung vor die den Namen verdient.
Das neue Interregio Konzept im Inneralpinen Verkehr würde letzteres sogar noch verschlimmern mit geplanten ca. 17 Halten zwischen Linz und Graz (Im Vorschlag: 5). Hier ist ein guter Artikel dazu. Diese Entwicklung ist besonders absurd, wenn man bedenkt, dass die Pyhrnbahn bereits kräftig ausgebaut wird, was mehr verschieden schnelle Verkehre ermöglichen sollte, im Vergleich zum Interregio „Hybrid“.
Aber auch die Summerauerbahn soll ausgebaut werden. Das Land OÖ und Tschechien zeigen momentan großes Interesse und wenn die neue Innkreisbahn nicht wäre, wäre wohl auch Geld vom Bund dafür da. Momentan wird auch eine Studie erarbeitet die das Potential auf der Strecke ermittelns soll.
Sidenote: Ich habe teilweise nicht die bestehenden Bahntrassen nachgezeichnet, sondern geplante Ausbaustrecken und meinen Vorschlag zwischen tschechischer Grenze und Selzthal. Wie genau der Neubau des Bosrucktunnels ausschaut habe ich nicht gefunden, das ist eine freie Interpretation davon. Zwischen Budweis und der ö. Grenze will die České dráhy zwar schon bald ausbauen, dazu konnte ich jedoch ebenso nichts Näheres finden, daher der gerade Strich.
Bestehende Vorschläge:
Keine
Halte:
Grundsätzlich orientiere ich mich an den bestehenden Verbindungen (EC330-337 „Jižní expres“ und IC501, 501, 507 und 603) Der Eurocity zwischen Prag und Budweis hält tatsächlich nur in Tabor. Da sehe ich noch einen Halt in Benešov (16k EW, um den Bahnhof dicht besiedelt) und in Veselí nad Lužnicí (6k EW, Knotenpunkt mit 2 Bahnlinien) vor.
Zwischen Budweis und Linz ähnelt das Haltemuster dem einer S-Bahn. Bis auf Pregarten sehe ich keinen Halt vor. So wie es momentan ist, sogar nicht in Freistadt. Dafür ist Freistadt zu nah an Pregarten, der Bahnhof zu weit weg von der Stadt und das Busangebot zu dünn. Wenn der Bahnhof wie im verlinkten Vorschlag verlegt wird und die Busverbindungen gestärkt werden, wäre ein Halt durchaus sinnvoll.
Nach Linz ist der nächste eindeutige Halt Kirchdorf (mit Micheldorf 11k EW). Zwischen Kirchdorf und Linz hält der IC noch in Traun, Neuhofen a.d. Krems, Rohr-Bad Hall und Kremsmünster. Traun zähle ich zum Einzugsgebiet Linz und Rohr-Bad Hall ist keinen Halt wert. Das ist reiner Etikettenschwindel so weit wie der Bahnhof von Bad Hall weg ist. Die verbleibenden Gemeinden sind sehr ähnlich groß, aber Kremsmünster hat eine Buslinie zum Bahnhof mehr, ist dichter an diesem besiedelt und würde – wenn gebaut – an der Neuerrichtung der Steyrtalbahn liegen.
Rottenmann wäre zwar eine nette kompakte Gemeinde mit 5k EW, ist aber sehr nah an Selzthal und die 2 Buslinien in der Gemeinde verkehren auch zum Bahnhof Selzthal.
Fahrzeit:
Die momentane Direktverbindung über Wien: 6h 49min (Nach Ausbau: 4h?!)
Momentane Verbindung via Linz ohne Umsteigezeit: 6h 53min
Ausbauplan Linz-Prag: -1h 15min-> 2h 30min
Ausbau Linz – Selzthal: -15min -> 1h 15min
10 Halte weniger: -> -15min
Zukünftige Fahrzeit: ca. 5h
Aber der EC soll nicht unbedingt vom Ausbau der Achse abhängen. Es geht ja sowieso mehr um die Verbindung der Städte. Die sollte man schon mit der jetzigen Infrastruktur als Verlängerung der tschechischen ECs realisieren. Dafür kann man vorübergehend je nach Auslastung der Pyhrnbahn die ÖBB ICs aussetzen.

Ich finde meine eigenen Vorschläge auch gut, schreibe das aber für gewöhnlich nicht darunter.
Einen kleinen Scherz wird man sich noch erlauben dürfen 😀
Hab einen zweiten Account erstellt für Vorschläge außerhalb Oberösterreich
Im Gegensatz zu deiner Beschreibung und dem verlinkten Artikel finde ich in der Broschüre des zuständigen Bundesministeriums nur 16 der 17 Zwischenhalte. Ein zusätzlicher Halt in Frohnleiten erhöht die Fahrzeit aufgrund der sich an den Bahnhof anschließenden 80km/h-Kurve gar nicht so dramatisch. Auf dem einzigen durchgängig einigermaßen schnell befahrbaren Abschnitt (Leoben – Selzthal) befindet sich – so, wie heute auch – nur ein Zwischenhalt. Der hat zwar gewechselt, für die Fahrzeit dürfte das aber unerheblich sein. Auch auf dem letzten Abschnitt bis Linz sind die zu deinem Vorschlag zusätzlichen Halte fast ausschließlich auf dem überwiegend nur mit 70-80km/h befahrbaren Abschnitt Selzthal – Kirchdorf. In Anbetracht der Tatsache, dass auf der Strecke ansonsten nur ein Zweistundentakt besteht, finde ich es absolut gerechtfertigt, hier ein paar zusätzliche Halte mitzunehmen. Die gesamte Zeitersparnis durch das Einsparen der 11 Zwischenhalte dürfte bei kaum mehr als 20 Minuten liegen.
Auf heutiger Infrastruktur müsste deine Direktverbindung Graz – Prag etwa 10 Minuten schneller sein als der bereits direkt verkehrende RJ über Wien. Nach Eröffnung des Semmeringbasistunnels dürfte sich das dann umgekehrt haben. Und die anderen Orte zwischen Graz und Linz rechtfertigen keine Direktverbindung nach Prag.
Ob nun 16 oder 17 ist wurscht.
Da weder der D601/502 noch die ICs in Frohnleiten halten und ich eine hochrangige Verbindung vorschlagen will sehe ich keinen Grund dort einen Halt einzuplanen.
„Auch auf dem letzten Abschnitt bis Linz sind die zu deinem Vorschlag zusätzlichen Halte fast ausschließlich auf dem überwiegend nur mit 70-80km/h befahrbaren Abschnitt Selzthal – Kirchdorf.“
Hinterstoder und Micheldorf kann man wirklich getrost auslassen. Kirchdorf-Linz ist quasi vollständig mit 100km/h oder mehr befahrbar.
Klar sind Frohnleiten und Neuhofen a.d. Krems die nächsten Orte, die man anbinden würde, aber irgendwo muss man halt die Linie ziehen (pun not intended).
Inwiefern soll ein Zweistundentakt im Vergleich zum dichteren Takt eines ICs mehr Halte rechtfertigen?
Eine Zeitersparnis von 20 Minuten ist sehr viel! Und es ist ja nicht so als würden die ausgelassenen Gemeinden sonst komplett ohne Bahn dastehen.
„Nach Eröffnung des Semmeringbasistunnels dürfte sich das dann umgekehrt haben. Und die anderen Orte zwischen Graz und Linz rechtfertigen keine Direktverbindung nach Prag.“
Entlang beider Routen wird momentan und in Zukunft kräftig gebaut. Die Fahrzeiten werden nicht allzu stark divergieren. Stündlich alternierend Züge über Linz und über Wien fahren zu lassen schafft mehr Verbindungen für alle. Dass die angefahrenen regionalen Zentren einen merkbaren Unterschied machen, finde ich schon.
Es sei trotzdem angemerkt und könnte von dir korrigiert werden.
In Frohnleiten leben über 6.000 Menschen und es gibt nur eine stündliche Verbindung nach Leoben. Da finde ic den Vorschlag nicht so abwegig, einen Interregio dort halten zu lassen, wenn der zeitliche Aufwand sich in Grenzen hält.
In Micheldorf leben 6.000 Menschen. Da finde ich einen Stundentakt nicht so abwegig.
Habe ich etwas anderes behauptet? Und auf dem Abschnitt sind ja auch nur noch zwei Zwischenhalte in Orten mit je um die 7.000 EW.
Ne, aber mit dem Zweistundentakt des Regionalverkehrs wären die Orte halt nur sehr schlecht angebunden. Da ist die eher geringe Fahrzeitverlängerung für den Interregio dann das kleinere Problem.
Die 30 Minuten Fahrzeitersparnis durch den Semmering-Basistunnel wird die Strecke über Linz nicht erreichen.
Dann sollte aber der S-Bahn Takt verdichtet werden, oder der IC bzw. Schnellzug dort halten, oder ein neuer Regionalzug die Strecke bedienen, aber es muss nicht der EC, den ich bewusst über diese Verbindungen platziere, dort halten.
Es geht besser als der Status Quo. Einfach dicht getaktete und vernetzte Regionalzuglinien einrichten und darüber hochrangige ICs und ECs. Wäre vorteilhaft gegenüber S-Bahnen die den Namen nicht verdienen, REXs die es nicht sind und noch eigenartigeren IR Konzepten. Alles nur weil man sich vor dem Namen Regionalzug scheut.
„einen Interregio dort halten zu lassen“ Wahrscheinlich würde ein Interregio dort halten.
„In Micheldorf leben 6.000 Menschen. Da finde ich einen Stundentakt nicht so abwegig.“ Was genau hat hier einen Stundentakt?
„Habe ich etwas anderes behauptet?“ Ja, nämlich „überwiegend nur mit 70-80km/h“ Linz – Kirchdorf ist doch ein gutes Stück länger als Kirchdorf – Selzthal. Und dazwischen sind 4 Abschnitte mit >80km/h.
„Ne, aber mit dem Zweistundentakt des Regionalverkehrs wären die Orte halt nur sehr schlecht angebunden. Da ist die eher geringe Fahrzeitverlängerung für den Interregio dann das kleinere Problem.“ Es ist kein Interregio. Dann müsste wieder der Regionalverkehr verbessert werden, wenn das das Problem ist.
Ich bin auch Verfechter der einfachen lokbespannten Züge und die haben eben nicht die Beschleunigung für zahlreiche Halte.
„Die 30 Minuten Fahrzeitersparnis durch den Semmering-Basistunnel wird die Strecke über Linz nicht erreichen.“ 15 Minuten sind auf der Pyhrnbahnschon relativ bald drinnen, nochmal so viel weniger aufgrund der Ausdünnung der Halte, der Ausbau der Summerauerbahn bahnt sich schon langsam am Horizont an, aber vor allem die Tschechen drücken beim Ausbau aufs Gas. Ist nur wegen der Sprachbarriere nicht so leicht zu verfolgen was da genau wie weit ist.