Beschreibung des Vorschlags
Der Streckenabschnitt zwischen Neckarsulm und Bad Friedrichshall Hbf ist ein Nadelöhr des Heilbronner Nord-SPNV. Sowohl die Frankenbahn nach Würzburg als auch die beiden Streckenäste über das Neckartal und das Elszenstal nach Heidelberg-Mannheim münden in Bad Friedrichshall in eine zweigleisige Strecke, was zu einigen Konflikten aufgrund des Mischverkehrs von Stadtbahn, MEX, RE und Güterverkehr führt.
Nach aktuellem Fahrplan vom Juni 2026 verkehren auf der Strecke: zwei Stadtbahnen der Linie S 42 im Halbstundentakt Richtung Bad Rappenau, eine Stadtbahn der Linie S 41 im Stundentakt nach Mosbach, ein stündlicher MEX 18 nach Osterburken, ein stündlicher RE 8 nach Würzburg und jeweils stündlich alternierend ein RE 10(a/b) über Mosbach oder Sinsheim nach Mannheim. Insgesamt verkehren somit 6 Züge je Stunde je Richtung, davon drei Stadtbahnen, zwei RE und ein MEX. Eine rein rechnerische Zugfolge von 10 Min.
Laut dem Zukunftfahrplan des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg https://www.zukunftsfahrplan.de/files/content/downloads/Zukunftsfahrplan_Broschuere_barrierefrei.pdf soll jedoch im Zeithorizont 204x folgendes Linienkonzept zur Anwendung kommen; ein stündlicher Rhein-Neckar MEX 4 über Sinsheim nach Mannheim (heute: RE 10b), ein stündlicher RE 8 nach Würzburg, ein halbstündlicher RB 86 nach Osterburken (heute: MEX 18), eine halbstündliche S 42 Richtung Bad Rappenau, eine halbstündliche S 41 nach Mosbach und ein stündlicher RE 15 nach Neckarsulm, welcher jedoch zweistündlich bis Mosbach-Neckarelz verkehrt. Letzteres zeigt den Engpass, denn das Zielkonzept im Sinne der Mobilitätsgarantie sieht eine stündliche Durchbindung nach Mosbach-Neckarelz vor. Denn von 6 Zügen sollen auf 8–9 Züge die Stunde je Richtung verdichtet werden; rein rechnerisch 6,7–7,5 Min. Zugfolge.
Aktuell benötigen MEX und RE ca. 5 Min., während die Stadtbahn 8-9 Min. benötigt. Mit dem neuen Haltepunkt Bad Friedrichshall Süd erhöht sich die Fahrtzeit auf ca. 10-11 Min. Somit ergeben sich mehr Konflikte und ein regulärer Takt von RB 86 und S 41 sowie S 42 wird erschwert.
Daher scheint ein drittes Gleis zwischen Neckarsulm und Bad Friedrichshall angebracht zu sein. Somit könnten je nach betrieblicher Lage Züge ausweichen. Die Stadtbahnen können jedes Gleis verwenden, um alle Zwischenhalte anzufahren. Denkbar wären viele reguläre Betriebskonzepte, zum Beispiel eine exklusive Nutzung der S 42 in beiden Richtungen, um keinerlei Kreuzungen zu verursachen, oder jede Stadtbahn in dieselbe Richtung fahren zu lassen, wodurch sich Güterzüge dazwischen eingliedern könnten. Außerhalb der HVZ ermöglicht es zudem für die Anschlussstellen Audi und Salzbergwerk die Einfahrt in Bad Friedrichshall ohne das Streckengleis in Richtung Neckarsulm zu blockieren.
Das dritte Gleis ermögliche auch eine Weiterführung des RB 82 aus Frankfurt am Main über Mosbach-Neckarelz nach Heilbronn. Diese Verbindung wäre in etwa gleich schnell zu HN-HD/MA-FFM, allerdings ohne Umstieg!
Auch wäre mit den heutigen Kapazitäten und dem Konzept 204x ein Fernverkehr für Heilbronn überhaupt nicht realisierbar, da dieser zwangsläufig diesen Abschnitt befahren würde.
Zudem wäre es eine Überlegung wert, eine weitere Stadtbahnlinie S 43 einzuführen, welche halbstündlich von Heilbronn nach Möckmühl führen würde. Diese erlaubt es dem RB 86 zwischen Möckmühl und Osterburken Zeit zu gewinnen und MEX-artig zu halten. Eine Verlängerung Richtung Lauda wäre somit wünschenswert. Zudem würde das Stadtgebiet der Nordstadtbahn somit eine starke Taktverbesserung zum 10-Minuten-Takt erhalten können.

Eine dreigleisige Strecke ist einfach nur die halbe Miete, vor allem wenn man schon zwei Bündel hat, nämlich einmal den überregionalen Verkehr und dann die Stadtbahn. Daher mein Vorschlag: Das ganze auf 4 Gleise erweitern oder bleiben lassen
Das finde ich zu undifferenziert. Wenn man den Ausbau lässt, dann hat man tatsächlich einen künftigen Engpass, auf Grund der unterschiedlichen Fahrzeiten und sicherlich sinnvollen Taktverdichtungen. Eine Viergleisigkeit ist aber tatsächlich auf Grund der bestehenden Straßen und Bebauungen nicht ohne weiteres umsetzbar.
Was ich mir noch vorstellen könnte, wäre ein zweigleisiger Begegnungsabschnitt auf dem westlichen neuen Gleispaar rund um Kochendorf. Dann könnte man auf den neuen Gleisen als logische Verlängerung der Stadtbahnstrecke die S-Bahnlinien mit Zwischenhalten verkehren lassen und bei 5-6 Minuten Fahrzeit auch theoretisch die S-Bahn als geschlossenes System in einem 10-15 Minuten-Takt verkehren lassen, sodass der Fernbahn eine durchgehende Zweigleisigkeit zur Verfügung steht. All das schließt der Vorschlag aber auch gar nicht aus, deswegen ich den auch sehr sinnvoll finde als Kompromiss zu einer (meiner Meinung nach nicht umsetzbaren) Viergleisigkeit.
So viel Potential ist da dann im Jagsttal nicht mehr als das man zusätzlich zu RB und RE noch eine S-Bahn mit anderem Halteschema braucht (mit dem RE 8 gibt es ja auch genau diese beschleunigte Verbindung). Sinnvoller fände ich da eher, z.B. weiterhin nur im Stundentakt nach Mosbach-Neckarelz zu fahren und dazu halbstündlich versetzt als S-Bahn nach Osterburken (mit Innenstadtanbindung Heilbronn). Dazu korrespondierend in der jeweiligen anderen halben Stunde eine RB von / und zum Hauptbahnhof Heilbronn mit schnellen Anschluss (oder Durchbindung) nach Stuttgart – und einer Korrespondenz zwischen RB und S z.B. in Neckarsulm oder Bad Friedrichshall.