Beschreibung des Vorschlags
Aus der derzeitigen Niederflurstadtbahn-Linie 62 wird die Hochflur-Stadtbahnlinie 62. Der Ausbau beinhaltet neben dem rechtsrheinischen Umbau der Haltestellen in Bonn-Beuel, Bonn-Limperich und Bonn-Ramersdorf auch zwei Neubaustrecken. Zum einen die Hardtbergbahn, zum anderen eine Neubaustrecke von Königswinter-Oberdollendorf nach Königswinter-Oberpleis.
Hardtbergbahn:
Die Strecke wird 8,2 km lang, hat aber einen längeren Tunnelabschnitt zwischen dem großen Bundesministerium in Hardtberg und dem Hauptbahnhof. Im Tunnel liegt der U-Bahnhof Uni-Campus Poppelsdorf, der zentral über den U-Bahnhof erschlossen wird. Die Hardtbergbahn ist schon ewig auf der Wunschliste der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn. Für sie existiert bereits eine Bauvorleistung am Hauptbahnhof. Der Bonner Westen ist sehr dicht bebaut mit viel mehrstöckiger Bebauung. Auch befinden sich dort mehrerer Bundesministerien und die Hardthöhe (Bundesverteidigungsministerium). In das Gebiet fahren die dichtesten Buskorridore. Deswegen möchte ich eine Stadtbahn dorthin vorschlagen. Meine Trasse verläuft vom Hauptbahnhof bis kurz vor das Bundesministerium (für Arbeitsschutz) in Hardtberg unterirdisch und fährt erst dort oberirdisch. So können die engen und verwinkelten Straße in Endenich gut passiert werden. Außerdem kann so der Universitäts-Campus in Poppelsdorf optimal erschlossen werden. Dort ist die Universität ein kleines Stadtviertel und Universitäten sind ja auch Verkehrshotspots. So wird eine Strecke geschaffen, an der viele Verkehrshotspots liegen: Uni-Campus Poppelsdorf, die Einwohner Endenichs, die vielen Bundesministerien in Hardtberg und die Hardthöhe, sowie die viele Wohnbebbauung am Brüser Berg.
Die oberirdischen Haltestellen sind:
- Hardthöhe
- Heinkelstraße
- Fockestraße
- Hallestraße
- Basketring
- Geschwister-Scholl-Straße
- Villemombler Straße
- Bundesministerium (Schiefelingsweg)
- Der Eingang zum Bundesministerium liegt eigentlich auf der parallelen Rochusstraße. Es ist aber günstiger einen weiteren Eingang am Schiefelingsweg zu schaffen, als den Tunnel über die parallele Rochusstraße zu verschwenken.
Die U-Bahnhöfe sind:
- Hainstraße (optional)
- Sportpark Endenich
- Alfred-Bucherer-Straße (im Netzplan: Max-Bruch-Straße)
- Uni-Campus Poppelsdorf
- St.-Petrus-Krankenhaus
- Bonn Hauptbahnhof
Oberdollendorf – Oberpleis:
Hier sind 8,3 km Neubaustrecke notwendig. Mit ihnen möchte ich die Königswinterer Ortsteile Heisterbacherrott (2000 EW) und Oberpleis (8800 EW) anschließen. Oberpleis hat außerdem den großen Omnibusknotenpunkt im Siebengebirge. Das ist übrigens auch ein Grund, warum auch hier wieder ein langer Tunnel notwendig ist. Oberpleis liegt nämlich aus Bonner Sicht sozusagen hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen und dort trifft der Bonner auf Schneewittchen :). Die Topographie macht es hier dann etwas schwierig. Oberdollendorf liegt auf 70 m Höhe, Heisterbacherrott auf 181 m und Oberpleis auf 144 m. Thomasberg hat zwar 4700 EW, liegt aber auf 217 m Höhe und ich weiß nicht, ob die Deutschen gerne U-Bahnhöfe nach Vorbild der Metro St.-Petersburg annehmen (50 m Tiefe bis zur U-Bahn-Station). In Oberdollendorf zweige ich am Abzweig der Linie 66 ab, da man sonst für den Stadtbahnausbau die B42 (vielleicht künftige BAB 59 Bonn – Sinzig) neu trassieren müsste (und das im Tunnel). Dann unterquert die U-Bahn das Gebirge mit einem Tunnel bergauf. Heisterbacherrott wird ebenfalls untertunnelt, bevor die Strecke erst kurz vor Oberpleis oberidisch verkehrt. Das begünstigt die Stadtbahn bezüglich der Linienführung im Höhenplan. Die Kuppe der U-Bahn in Heisterbarrott liegt 20 m unter der Straße, sodass nach Oberpleis nur noch 15 m Höhenunterschied liegen.
Die Stationen sind hier (von Bonn aus gesehen):
- Heisterbacherrott (U-Bahnhof)
- Grengelsbitze (U-Bahnhof)
- Bellinghausen Abzweig
- Oberpleis Freizeitzentrum
- Oberpleis Schulzentrum
- Oberpleis ZOB
Im Großen und Ganzen denke ich mir, werden von dieser Stadtbahn der Bonner Westen mit den vielen Bundesministerien und auch die Orte im Siebengebirge sehr profitieren.

Bonn wird sich diese Tunnel niemals leisten können: Die Stadt hat nur 330.000 Einwohner. Der Stadtbahntunnel ist ein Relikt aus Zeiten, als Bonn Hauptstadt war und das Kosten-Nutzen-Verhältnis völlig egal war, da man ja in der Hauptstadt eine U-Bahn aus Prestigegründen brauchte.
Nun ja, da könnte was dran sein. Bonn schreibt laut seiner Website über die Westbahn, dass sie oberirdisch fahren soll. Dabei ist sowohl eine Variante A über den Campus Poppelsdorf als auch eine Variante C über die Endenicher Straße in die engere Planung gerückt. Wie es in Endenich und dahinter weitergehen soll, war nicht eindeutig daraus lesbar. Ich denke aber mal, dass die Westbahn über die B56 oder die Euskirchener Straße bis zum Bundesministerium an der Rochusstraße fährt und dann nordöstlich dieses tangiert, um dann auf meine eingezeichnete Strecke Richtung Hardthöhe zu gelangen. Das wäre dann auch für die Linie 62 denkbar, aber dann würde ich die Linie 62 in Niederflurtechnik führen, da sie sich oberirdisch besser verträgt. In Hochflur ist die Strecke ja nur einigermaßen durch Lengsdorf-West und auf dem Büser Berg möglich, da die Straße ja breit genug ist für Hochbahnsteige in Straßenmitte.
So wäre zumindest eine kostengünstige Alternative in den Westen Bonns möglich. Aber Richtung Königswinter-Oberpleis wäre nur eine Tunnelstrecke möglich, da es die Topographie nun einmal erfordert. Immerhin liegt da ein sehr hoher Berg im Siebengebirge zwischen, auf dem sich wenig zu erschließendes Gebiet befindet, und, wenn du da nicht große Schwierigkeiten mit der Steigung haben willst und gleichzeitig auf dem Berg nicht wirklich erschließungswürdiges Gebiet hast, dann ist ein Tunnel die einzige sinnvolle Lösung. So erlaubt der Stadtbahntunnel nach Oberpleis eine deutliche Beschleunigung gegenüber der Buslinie 520, die bisher der Zubringer von Oberpleis zur Stadtbahn in Oberdollendorf bzw. zur Regionalbahn am benachbarten Bahnhof Niederdollendorf ist. Die Linie 520 kann bei meiner Planung nicht eingestellt werden, aber ausgedünnt werden.
dann ist ein Tunnel die einzige sinnvolle Lösung
Wenn das die einzig sinnvolle Lösung ist, dann ist eben die Idee einer Stadtbahn nach Oberpleis nicht sinnvoll: 6km Tunnel für ~15000 Einwohner ist überhaupt nicht finanzierbar.
Ich frage mich, ob es einen Grund gibst, warum du die Strecke exakt unter dem Petersberg hindurch führst. Ein solcher Tunnel wäre für das Ziel, wie schon Baum erläutert hat, indiskutabel.
Es stellt sich aber auch die Frage, warum du nicht den Weg über Oberdollendorf und entlang des Dollendorfer Bahcs gewählt hast, wo die Steigungsverhältnisse eine oberirdische Führung durchaus erlauben würden. Die Strecke wäre nur unwesentlich länger, ließe aber eine deutlich bessere Erschließung von Oberdollendorf, Kloster Heisterbach und Heisterbacherrott zu. Alles natürlich mit Niederflurzügen, wie es heute zeitgemäß wäre.
Zur Hardthöhe bietet sich auch diese Trasse an. 😉