Beschreibung des Vorschlags
Laut DB InfraGo sind sowohl die Berliner Stadtbahn, sowie die Nord-Süd-Fernbahn überlastete Schienenwege. Eigentlich heißt das ganz klar dass Berlin gezielte Entlastungen braucht. Gehen wir drei Möglichkeiten durch;
tangentiale Routen
Tangentiale Routen sind, sofern sie nicht weit vom Stadtzentrum entfernt sind, zwar gute Ergänzungen, sind aufgrund deren Lage aber nicht in der Lage zentrale Hauptstrecken signifikant zu entlasten, da wichtige Ziele und Knoten oft nicht angebunden werden.
Geplantes Beispiel wäre hier eine Tangente aus Lichtenberg/Ostkreuz via Treptow, Neukölln, Südkreuz, Stammbahn/Zehlendorf. Nur zu! Aber diese Tangente entspricht nicht den Anforderungen einer Stadtbahn, weswegen sie nicht in der Lage ist viel Verkehr aufzunehmen. (Nicht wegen Kapazität, eher erschließungstechnisch)
Bestandsausbau
Sowohl auf der Stadtbahn, als auch auf der Nord-Süd-Fernbahn sind keine Erweiterungen möglich. Bei der Nord-Süd-Fernbahn ist der Raum um den Hauptbahnhof das Problem. Es ist schlichtweg kein Platz für 2 weitere Gleise. Um einen Ausbau der Stadtbahn zu realisieren, müssten entlang der gesamten Strecke massenhaft Gebäude abgerissen werden. Deswegen ist hier in der Praxis ein Ausbau auch keine so gute Option.
Neubau
Die beste Option wäre aus meiner Sicht ein Neubau einer Ost-West-Achse oder einer Nord-Süd-Achse. Ich bevorzuge den Neubau einer zweiten Nord-Süd-Achse, da man zuerst feststellen muss dass alle Fernverkehrsströme fast ausschließlich aus folgenden Richtungen kommen:
– Lankwitz/Lichterfelde (Züge aus Dresden, Halle/Leipzig) [Nordwest]
– Spandau (Züge aus Hamburg, Hannover) [Süd]
Das heißt dass mit einer zweiten Ost-West-Achse lediglich ein kleinerer Teil des Fernverkehrs abgewickelt werden kann (nämlich der aus Nordwesten der größenteils in Berlin endet), und um diese Kapazitäten wett zu machen, mehr Regionalverkehr über eine zweite Ost-West-Achse geführt werden müsste, was mit einer aufwendigen Umstrukturierung des gesamten Netzes um Berlin einherginge.
Besser wäre also eine zweite Nord-Süd-Achse, da hiermit Regionalverkehr gut abgewickelt kann, sowie auch der Fernverkehr, da durchgebunde Linien immer in Nord-Süd-Richtung verlaufen.
Verlaufsoptionen
Aus meiner Sicht nicht so gut, da A) keine neue Verbindungen entstehen, und B) schlichtweg wenig Platz ist. Der Tunnel müsste auf voller Länge unter -20 Meter tief liegen, sowie sollen unter Gebäuden gigantische viergleisige Stationen entstehen, wobei ich mich frage, Wie soll das baulich funktionieren!?
Auch ansonsten ist ein Ausbau der Nord-Süd-S-Bahn-Fernbahn wegen der Platzverhältnisse am und um den Hauptbahnhof nicht möglich.
westlich der Nord-Süd-Fernbahn
Im Westen gibt es bereits Nord-Süd-Achsen, wie die U7 oder die U9. Außerdem sind die einzigen möglichen Knotenpunkte Charlottenburg und Zoologischer Garten, welche aber nur für den Berliner Westen relevant sind. Will man in den Osten, dann wäre diese Achse sehr ungünstig.
östlich der Nord-Süd-Fernbahn
Nach der Logik aus dem vorherigen Absatz wären hier mögliche anfahrbare Knotenpunkte Ostbahnhof und Alexanderplatz. Wird der Alexanderplatz angefahren, so kommt noch gut sowohl in den Berliner Westen als auch in den Osten. Hier ist Umstieg zu Regionalverkehr, S- und U-Bahn zu Straßenbahn möglich. In diesem Vorschlag entscheide ich mich also um die Variante Alexanderplatz.
Infrastruktur
Bei Wedding fädeln zwei Gleise höhenfrei aus. Im Grünstreifen entsteht ein Tunnelportal. Aus Gesundbrunnen fädeln zwei Gleise höhengleich parallel zur Nord-Süd-S-Bahn aus. Bei Humboldthain entsteht ein Tunnelportal. Im Tunnel geschieht die Zusammenfädelung höhenfrei.
Der Tunnel verläuft unter der Gartenstraße und später unter der Sophienstraße. Auf Höhe der Weinmeisterstraße muss der Tunnel leider unter Gebäuden führen, weswegen der Tunnel tiefer liegen müsste.
Halt am Alexanderplatz
Durch die drei U-Bahn-Linien welche hier verkehren, ist der Alex für ein unterirdischen Halt die denkbar schwierigste Wahl. Aber möglich ist es. Ich konzipiere den Halt dreigleisig, welche die U5, die Alea 101 und die Rathauspassagen unterqueren. Klar, der Halt wird nicht günstig, da er 20-30 Meter unter der Erde liegen müsste, und der Halt sollte am Besten in offener Bauweise errichtet werden.
Aber zahlt sich das Aus?, wäre nun meine Frage.
Weiter führt die Strecke unter dem Mühlendamm, unterquert die U2 und weiter unter der Axel-Springer-Straße.
Am Halleschen Tor/Mehringdamm soll ein neuer Halt entstehen, da sich hier beste Umsteigebeziehungen in andere Teile Berlins bieten, nämlich U1/U3, U6 und U7.
Weiter nach Südkreuz, lässt sich der Verlauf an der Karte ablesen. Am Südkreuz werden die Gleise 5 und 6 für die neue Achse besetzt. Um dies auszugleichen, kann ein neues Gleis 9 entstehen. Selbstverständlich entsteht auch ein Abzweig für die Stammbahn, welche unter das Kiez „Rote Insel“ führt, und bei Schöneberg wieder auftaucht.
S-Bahn
Im Zuge dessen bietet sich eine interessante neue S-Bahn-Achse. Diese sollte allerdings nicht als Nord-Süd-Achse konzipiert sein, sondern als Ost-Süd-Achse. Auch als Ost-West-Achse wäre sie tauglich, denn eine Strecke ab dem Alex via Schöneberg und Ringbahn zum Westkreuz wäre in etwa 2 Kilometer länger als die heutige Strecke über die Stadtbahn. Als „Massenlösung“ eignet sie sich nicht, da auf der Ringbahn keine Konflikte mit den bereits 12× stündlich verkehrenden Linien S41 und S42 entstehen sollen. Eine weitere Tunnelachse ab Schöneberg durch Wilmersdorf Richtung Charlottenburg wäre ebenfalls überflüssig, da es bereits vergleichbare Achsen mit der S41/S42 sowie der U7 gibt. Sollte es langfristig gravierende Kapazitätsprobleme geben, könnte ich mir eine Strecke ab Kreuzberg entlang der heutigen U2 vorstellen, welche die S-Bahn auf der Stadtbahn wirklich zielgenau entlastet.
Ausfädeln soll sie am bereits viergleisigen Bahnhof Ostbahnhof. Danach folgt eine kurze Führung durch die Stralauer Vorstadt, welche ich auswähle damit am Alex der Platz unter der Erde optimal genutzt werden kann, denn hier soll zwischen U5 und Rathauspassagen ein Mittelbahnsteig entstehen.
Danach führt der S-Bahn-Tunnel parallel zur Fernbahn, mit Abstecher auf Höhe der Spreeinsel, ähnlich wie am „Anhalter Bahnhof“.
Zwischen Mehringdamm und Spreeinsel entstehen 2 Halte mit den Namen „Bundesdruckerei“ und „Franz-Klühs-Park“.
Unter dem Mehringdamm führen die Tunnel jeweils links und rechts der U6, bis sich beide Tunnel vollständig trennen, und der S-Bahn-Tunnel durch das Bergmannkiez führt. Hier entsteht ein Halt am Kreuzberg (nicht mit dem Bezirk zu verwechseln).
Der Halt Julius-Leber-Brücke wird mit dem Treffen dieser Achse mit der zweiten Nord-Süd-Achse nun ein wichtiger Knotenpunkt. Dieser soll viergleisig ausgebaut werden. An den Gleisen 1+2 halten Linien der Nord-Süd-Achse, an den Gleisen 3+4 die der Ost-Süd-Achse.
Neben der geplanten Cheruskurve, soll auch eine Kurve aus Nord-Richtung Richtung Westring entstehen.
Betriebskonzept
Fernbahn
Ich möchte alle Linien aus Jungfernheide durch den Tunnel führen, da wenn man den RE3 sowie den RE5 aus Gesundbrunnen via Alex führt, sich die Umsteigebeziehungen Richtung Westen verschlechtern würden, ebenfalls würde ich auch 3 von 5 stündlichen Fahrten aus Flughafen via Hauptbahnhof führen. Fernverkehr soll hier regulär nicht verkehren.
Im Zuge dessen möchte ich die Gelegenheit nutzen, um lange Linien wie die RE8 oder im D-Takt dann RE3 (Stralsund – Cottbus) und RE5 (Rostock – Falkenberg) zu splitten. 350 Kilometer für eine Regionalverkehrslinie mit vergleichsweise vielen Halten ist aus meiner Sicht einfach zu viel. Auch den RB21 aus Lichtenberg via Südring – Stammbahn – Außenring – Spandau – Nord-Süd-Fernbahn – Ludwigsfelde zu führen ist aus meiner Sicht Schwachsinn. Die RB21 sollte aus Berlin-Nord eine Verbindung via den Außenring stellen, und das geht am besten wenn man ihn bis Gesundbrunnen führt. Die Verbindung nach Ludwigsfelde sollen andere Züge übernehmen.
Folgendes Netz:
RE3: Stralsund Hbf/Schwedt – Angermünde – Gesundbrunnen – Berlin Hbf tief – Südkreuz – Flughafen BER
RE4: Stendal Hbf – Rathenow – Spandau – Alexanderplatz – Südkreuz – Ludwigsfelde – Jüterbog – Lutherstadt Wittenberg Hbf
RE5: Stralsund Hbf/Rostock Hbf – Neustrelitz Hbf – Oranienburg – Gesundbrunnen – Berlin Hbf tief – Südkreuz – Flughafen BER
RE6: Wittenberge – Pritzwalk – Neuruppin – Kremmen – Hennigsdorf – Tegel – Gesundbrunnen – Alexanderplatz – Südkreuz
RE8: Wismar – Schwerin Hbf – Wittenberge – Nauen – Spandau – Alexanderplatz – Südkreuz – Flughafen BER
RE9/FEX: Flughafen BER – Südkreuz – Berlin Hbf tief – Gesundbrunnen
RE13: Nauen – Spandau – Alexanderplatz – Südkreuz – Flughafen BER – Lübbenau – Cottbus Hbf
RE16: Falkenberg – Jüterbog – Ludwigsfelde – Südkreuz – Alexanderplatz – Gesundbrunnen
RE17: Elsterwerda/Finsterwalde – Wünstorf-Waldstadt – Blankenfelde – Südkreuz – Berlin Hbf tief – Gesundbrunnen – Lichtenberg
RB20: Oranienburg – Hennigsdorf – Golm – Potsdam Hbf – Wannsee – Zehlendorf – Südkreuz – Alexanderplatz – Gesundbrunnen
RB51: Rathenow – Spandau – Alexanderplatz – Südkreuz – Blankenfelde – Wünstorf-Waldstadt
RB55: Neuruppin – Kremmen – Hennigsdorf – Tegel – Gesundbrunnen – Alexanderplatz – Südkreuz – Ludwigsfelde
RB56: Beelitz – Wannsee – Zehlendorf – Südkreuz – Alexanderplatz – Spandau – Falkensee – Hennigsdorf – Oranienburg
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Insgesamt ist die zweite Nord-Süd-Fernbahn mit 10 Fahrten/Stunde belastet, und entlastet die erste Nord-Süd-Fernbahn um 6 Fahrten/Stunde, da diese Fernbahn auch nur zweigleisig bleibt.
S-Bahn
Im S-Bahn-Verkehr plane ich auch Umstrukturierungen. Linien via Ost-Süd-Achse: ^, Linien via S21: *
Linie S1
– Zwischentakte zwischen Zehlendorf und Potsdamer Platz entfallen
– tagsüber durchgängig T10 bis Oranienburg
Linie S2
– tagsüber durchgängig T10 bis Bernau
Linie S25
– verkehrt tagsüber durchgängig bis Gesundbrunnen im T10, Mo-Fr auch bis Tegel
– S25-Zwischentakte ersetzen S26 vollständig
Linie S3^
Erkner – Friedrichshagen – Ostkreuz – Warschauer Straße – Alexanderplatz – Mehringdamm – Schöneberg – Halensee – Westkreuz – Westend
– tagsüber durchgängig T10, HVZ zwischen Warschauer Straße und Friedrichshagen T5
– verkehrt Samstag/Sonntag nur bis Schöneberg
– Ersetzt S46 vollständig
Linie S5
– ab Charlottenburg abweichend nach Halensee
– Zwischentakte zwischen Mahlsdorf und Ostbahnhof entfallen
Linie S6^
Karower Kreuz – Wartenberg – Lichtenberg – Ostkreuz – Warschauer Straße – Alexanderplatz – Mehringdamm – Südkreuz
– tagsüber durchgängig T10
– Ersetzt S75 vollständig
Linie S8/S85
– S8 verkehrt Flughafen BER – Birkenwerder
– S85 verkehrt Grünau – Frohnau, und Sa/So Grünau – Pankow
Linie S9
– verkehrt tagsüber durchgängig zwischen Spandau und Adlershof im T10, zur HVZ auch bis Flughafen BER
Linie S10^
Mahlsdorf – Wuhletal – Lichtenberg – Ostkreuz – Warschauer Straße – Alexanderplatz – Mehringdamm – Schöneberg – Friedenau – Zehlendorf
– nur Mo-Fr zur HVZ im T10
– Ersetzt S1- und S5-Zwischentakte
Linie S11*
Waidmannslust – Gesundbrunnen – Wedding – Hauptbahnhof – Gleisdreieck – Schöneberg
– täglich durchgängig bis Gesundbrunnen im T20, Mo-Fr auch bis Waidmannslust
Linie S14*
Spindlerfeld – Schöneweide – Neukölln – Südkreuz – Gleisdreieck – Hauptbahnhof – Wedding – Gesundbrunnen – Pankow – Blankenburg
– täglich durchgängig im T10, nach Blankenburg nur Mo-Fr im T20
– Ersetzt S47 vollständig
Linie S15*
Königs Wusterhausen – Grünau – Schöneweide – Neukölln – Südkreuz – Gleisdreieck – Hauptbahnhof – Jungfernheide – Siemensstadt – Gartenfeld
– täglich durchgängig im T100
– Ersetzt S46 vollständig
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