Berlin: Weissensee – Frankfurter Allee

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Beschreibung des Vorschlags

Problem:

Berlin wächst, vor allem im Osten und Nordosten. Das Straßenbahnnetz gerät an seine kapazitativen Grenzen. Neue U-Bahn-Strecken sind angedacht, aber die öffentlichen Kassen sind leer. Außerdem bräuchte es zwei Trassen nach Weissensee und Hohenschönhausen, wobei am Alexanderplatz nur Platz für eine wäre.

Konzept:

Preiswerter, schneller und einfacher zu realisieren wäre eine S-Bahn-Osttangente. Diese soll die radialen Korridore entlasten, so dass sie von der Straßenbahn wieder bewältigt werden können.

Infrastruktur:

Die Ringbahntrasse wird nördlich des S Frankfurter Allee gespreizt, einige Kleingärten müssen dafür weichen. Mittig zweigt die Neubautrasse ab, und verläuft komplett unterirdisch nordwärts. Als Zwischenhalte sehe ich Fennpfuhl (Umstieg zu M8, 18) und Sportforum (M5, M6, M13, 16) vor. Vorläufige Endstation ist am Weißen See (M4, M13, 12, 255, 259). Ein Weiterbau nach Norden soll aber berücksichtigt werden. Sollten in Malchow, Karow oder Lindenberg neue Großwohnsiedlungen entstehen, kann die Trasse noch verlängert werden.

Bauausführung:

Je eine Röhre wird unter der Fahrbahn in offener Bauweise konstruiert. Der MIV wird einspurig über die andere Fahrbahn abgewickelt. Der Straßenbahnverkehr bleibt so größtenteils unbeeinträchtigt.

Linienbetrieb:

S8 (aus Wildau) und S85 (aus Grünau) sollen nach Weissensee verkehren. Das ergibt einen 10′-Takt. Die S85 soll dann auch spätabends fahren. Den Abschnitt Bornholmer Str. – Schönfließ – Birkenwerder übernimmt die verlängerte und ausgeweitete S26 aus Teltow Stadt.

Vorteile:

Die neue S8/S85 erschließt Wohngebiete in Lichtenberg, Hohenschönhausen und Weissensee. Sie verkürzt die Reisezeiten von Nordost nach Südost, Ost und Süd. Sie nimmt viele der Fahrgäste von den radialen Straßenbahnstrecken auf, die heute am S Landsberger Allee umsteigen. Die Verstärkerzüge der M5 und M6 können dann statt Virchowstr. bereits am S Sportforum enden, wo eine Wendeschleife gebaut wird. Die staugeplagte Straßenbahntrasse am S Landsberger Allee wird so entlastet, die radialen Verbindungen etwas beschleunigt. Auch der Ostring wird entlastet, für den der 5′-Takt der Ringbahn dann ausreicht.

Variante:

Ab Sportforum ist auch eine oberirdisch aufgeständerte Konstruktion östlich der I.-Gandhi-Str. denkbar, wenn man dafür einige Gewerbebauten opfert. Wenn man die Option einer Verlängerung offenhalten möchte, müsste man vor dem Endbahnhof Weissensee allerdings wieder in den Tunnel.

Alternativvorschläge:

Mehrfach wurde eine S-Bahn auf dem östlichen Außenring vorgeschlagen. Diese schüfe aber nur wenig Neuerschließung in meist dünn besiedeltem Gebiet.

Geomaus007 stellte ein interessantes Konzept mit zwei S-Bahn-Trassen vor, das baulich kompliziert und sehr teuer würde. Eine Fortsetzung vom Zentrum nach Süden/Südwesten fehlt.

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10 Kommentare zu “Berlin: Weissensee – Frankfurter Allee

  1. Hallo Krake,

    den Bereich um den Fennpfuhl sehe ich bisher auch noch nicht gut genug an das Schnellbahnnetz angeschlossen. Hier würde ich aber lieber die U1/U3 verlängern.
    Die Einfädelung auf den S-Bahnring halte ich nämlich für unklug. Denn, wenn du die S8 und S85 ab S Frankfurter Allee runternimmst, hast du bis zur Schönhauser Allee zu wenig Züge. Schon heute ist der gesamte Ostring stark ausgelastet, da würde dieser Vorschlag ein Ungleichgewicht erzeugen und Züge ab S Frankfurt Allee überfüllen.

    Dennoch finde ich die Idee einer S-Bahnstrecke nach Weißensee und weiter nicht schlecht. Hier habe ich bereits vor ein paar Monaten einen Vorschlag gemacht, der die Taktung auf dem Ring nicht beeinflusst. Zwar werden bei der Linienführung leicht andere Schwerpunkte gesetzt als bei deinem Vorschlag, welche Stadteile genau erreicht werden sollen ließe sich aber diskutieren.
    Ich glaube, es muss nicht immer der Ortskern (beispielsweise von Weißensee) erreicht werden, wenn man dafür teilweise oberirdisch und somit günstiger und schneller bauen kann. Die Straßenbahn und der Busverkehr als Zubringer täten es auch.

    1. Dein U-Bahn-Vorschlag (du hast versehentlich den S10-Vorschlag verlinkt) ist interessant. Es müsste untersucht werden, ob der Abschnitt als U1-Verlängerung oder als Teil einer neuen Linie über Ostkreuz sinnvoller ist. Was den S-Bahn-Vorschlag betrifft, halte ich es für inkonsequent, kurz vor Mitte „abzubiegen“ und den Ring herunterzufahren. Wenn etwa der Abschnitt Hohenschönhausen – Greifswalder Str schnellbahnwürdig ist, ist es der Abschnitt Greifswalder Str – Alexanderpl erst recht.

  2. Ich halte eine Schnellbahn von Weißensee nach Friedrichshain über Fennpfuhl durchaus für denkbar. Aber warum dann nicht als U-Bahn? Auf die betrieblichen Nachteile dieses S-Bahn-Abzweigs hat Berlin-Planer schon angespielt. Problem ist doch, dass es nördlich von Treptower Park mehr Äste gibt (Ulbrichtkurve, Gesundbrunnen, Ostkreuzkurve) als südlich davon (Südring, Görlitzer Bahn). Und mit den S-Bahnen aus besagten Richtungen ist die Infrastruktur ohnehin bereits gut ausgelastet. Züge aus weiteren Richtungen würde ich da nicht daraufpacken. Und die Ulbrichtkurve für den Fahrgastbetrieb stillzulegen, wäre eine verheerende Entscheidung – sie ist eine der wichtigsten Schnellbahnabschnitte Ost-Berlins.

     

     

     

    Billiger als die U10 und U11 wäre deine S-Bahn wohl. Ich bin aber nicht damit einverstanden, das von der Politik gebetsmühlenartig vorgetragene Argument „Knappe Kassen“ einfach hinzunehmen. Es sollte völlig normal für eine 4-Millionen-Einwohner-Stadt sein, massiv in den Bau von U-Bahnen zu investieren – gerade wenn sie, wie in dem Fall, so dringend notwendig wären. Das Autoland Deutschland investiert pro Einwohner viel zu wenig Geld in Eisenbahn und ÖPNV. Das Geld für U-Bahnen ist da, es wird nur falsch ausgegeben (Dienstwagenprivileg zB). Und damit, Verkehrsprojekte aufgrund hoher Kosten zu stoppen, obwohl sie volkswirtschaftlich sinnvolle sind, um dann mit einer brutal schwachen Infrastruktur dazustehen, kennt sich zB die Deutsche Bahn ja zur Genüge aus.

     

    Strategisch würde ich es für sinnvoller halten, wenn Fahrgast- und ÖPNV-Verbände diesen Umstand ansprechen, und aggressiv für den Bau von U-Bahnen werben, um eben die Finanzierungsfrage aufzuwerfen. Dass der ÖPNV auch in Berlin unterfinanziert ist, kann doch wohl keiner bestreiten. Stattdessen zieht die IGEB den BVG-Masterplan für die U-Bahn öffentlich ins Lächerliche und fordert stattdessen, ganz Berlin mit Straßenbahnschienen zuzukleistern. Die Problematik, dass für ÖPNV-Ausbau zu wenig Geld zur Verfügung gestellt wird, wird nicht in Frage gestellt, sondern schlichtweg hingenommen. Die billige Straßenbahn muss es also richten. 1-0 für die Autolobby!

     

     

     

    Eine Fortsetzung einer Schnellbahnstrecke Friedrichshain-Fennpfuhl-Weißensee in Richtung Karow oder Malchow wäre natürlich denkbar.

    Man könnte doch (https://linieplus.de/proposal/berlin-u-bahn-nach-weissensee-karow/) damit kombinieren. Die U10 aus Richtung Alexanderpl könnte bis Pasedagpl ähnlich wie in Triops‘ Vorschlag verkehren, aber anschließend über Darßer Str weiter nach Falkenberg. Eine U-Bahn aus Richtung Ostkreuz und Fennpfuhl könnte ab Pasedagpl den Abschnitt nach Karow/Malchow übernehmen. So käme man vom U-Bahnknoten Pasedagpl nach Hohenschönhausen, Karow/Malchow, Fennpfuhl/Ostkreuz und Alexanderplatz/Potsdamer Platz.

     

    Im Süden könnte man die aus Richtung Weißensee und Fennpfuhl kommende U-Bahn über Ostkreuz, Treptower Park und Rathaus Neukölln nach Boddinstr verlängern, um sowohl Bedienungslücken in Neukölln und Treptow zu schließen als auch die in dem Abschnitt stark beanspruchte Ringbahn zu entlasten. Eine attraktive Osttangente würe damit auf die Beine gestellt. Was die TVO-S-Bahn-Tangente hingegen betrifft, stimme ich Dir zu, ich halte sie auch für überflüssig.

  3. Die U10 aus Richtung Alexanderpl könnte bis Pasedagpl ähnlich wie in Triops‘ Vorschlag verkehren, aber anschließend über Darßer Str weiter nach Falkenberg. Eine U-Bahn aus Richtung Ostkreuz und Fennpfuhl könnte ab Pasedagpl den Abschnitt nach Karow/Malchow übernehmen

    Eine S-Bahn könnte aber ab Karower Kreuz auf dem Außenring oder der Stettiner Bahn weitergeführt werden. Sie böte auch im Süden ein größeres Angebot inklusive Wista und Flughafen. Eine U-Bahn benötigte zudem eine deutlich längere Tunnelstrecke.

     

    Denn, wenn du die S8 und S85 ab S Frankfurter Allee runternimmst, hast du bis zur Schönhauser Allee zu wenig Züge. Schon heute ist der gesamte Ostring stark ausgelastet, da würde dieser Vorschlag ein Ungleichgewicht erzeugen und Züge ab S Frankfurt Allee überfüllen.

    Der am stärksten nachgefragte Abschnitt des Ostrings ist Treptower Park – Frankfurter Allee, und dabei sind die Ringbahnzüge stärker ausgelastet, als S8/S85, die ja auch gar nicht mit Vollzügen disponiert werden. Mein Vorschlag verschiebt die Nachfrage von Ostring auf die Weissensee-Trasse, und damit von Ringbahnzügen auf S8/S85.

    1. Klingt sinnvoll.

      Die Ulbrichtkurve aufzugeben, finde ich zwar schade, gerade für Verbindungen zwischen Ost-Berlin und Pankow, Reinickendorf oder Hennigsdorf. Das bahnsteiggleiche Umsteigen in Bornholmer Str ist attraktiver als das Umsteigen in Gesundbrunnen mit Umweg und Bahnsteigwechsel.

       

      Aber wenn dafür die S8 zwischen Frankfurter Allee und Karower Kreuz diese neue Streckenführung über Weißensee und Fennpfuhl erhält, dann kann man diese Kröte wohl schlucken. Grundsätzlich halte ich es ja für sinnvoll, Schnellbahnstysteme möglichst linienrein umzugestalten (wofür es übrigens unerlässlich wäre, den Bahnhof Frankfurter Allee mehrgleisig umzubauen). Dafür wäre eine S8 über Weißensee ein Schritt in die richtige Richtung. Sie hätte wohl mehr Verkehrswert als die Kurzzüge entlang des Ostrings heute. Und wenn ein Schnellbahnsystem möglichst linienrein verkehren soll, müssen ein paar Direktverbindungen nun mal weg. In Köln beispielsweise war die Trennung zwischen Hoch- und Niederflurnetz mutig und richtig.

      Die Ulbrichtkurve würde ich aber auch wirklich nur dann aufgeben, wenn die S8 nicht nur bis Weißensee, sondern bis Karower Kreuz (und ggf weiter) fährt.

    2. Der am stärksten nachgefragte Abschnitt des Ostrings ist Treptower Park – Frankfurter Allee, und dabei sind die Ringbahnzüge stärker ausgelastet, als S8/S85, die ja auch gar nicht mit Vollzügen disponiert werden. Mein Vorschlag verschiebt die Nachfrage von Ostring auf die Weissensee-Trasse, und damit von Ringbahnzügen auf S8/S85.

      Das kann ich nicht bestätigen. Und der Nahverkehrsplan übrigens auch nicht.
      Nahverkehrsplan-Abbildung-10

      Wie man auf der Grafik sehen kann, ist die Auslastung zwischen der Landsberger Allee und Gesundbrunnen sogar größer als nach Ostkreuz.

      Daher möchte ich noch einmal betonen, dass dein Vorschlag, dieses Ungleichgewicht nicht aufheben, sondern verschlimmern würde.

      1. Meine Behauptung lautete aber, dass Treptower Park – Frankfurter Allee stärker ausgelastet ist, als Frankfurter Allee – Gesundbrunnen. Und das bestätigt die Grafik ja.

        Ich möchte auch daran erinnern, dass es einst Verstärkerzüge auf dem Südring gab, die bis Frankfurter Allee fuhren.

  4. Anmerkung zu deiner Planung:

    So müsste man die Eldenaerbrücke komplett neu errichten. Wieso würde der Tunnel erst danach errichtet? Da wäre es doch sicher billiger, das unmittelbar nördlich vom S Frankfurter Allee zu bauen. Die 500 Meter sollten locker reichen.

    Die eingezeichnete Variante soll ja in Weißensee im Tunnel liegen. Eine Verlängerung müsste dann allerdings (beim Mindestradius 150 Meter) unter dem Strandbad durch. Vielleicht wäre es besser, den Endbahnhof direkt kurvig zu planen?

    Zum Linienbetrieb: Da musst du nochmal ran. So würden 25% der Fahrten in Pankow und 33% der Fahrten vom Nordring gestrichen werden. Verlagerungseffekte gäbe es nur beim Letzteren. Die aufwändige Verlängerung der S85 nach Pankow macht man bei der S-Bahn nicht zum Spaß, sondern um die hohe Nachfrage zu decken.

    1. So müsste man die Eldenaerbrücke komplett neu errichten. Wieso würde der Tunnel erst danach errichtet? 

      Die Eldenaer Straßenbrücke muss anscheinend ohnehin neu gebaut werden. Dann kann man Platz lassen für zwei weitere Gleise. Falls doch nicht, kann der Tunnel natürlich auch früher beginnen.

      Den S Weissensee habe ich neu gezeichnet.

       So würden 25% der Fahrten in Pankow und 33% der Fahrten vom Nordring gestrichen werden. Verlagerungseffekte gäbe es nur beim Letzteren. Die aufwändige Verlängerung der S85 nach Pankow macht man bei der S-Bahn nicht zum Spaß, sondern um die hohe Nachfrage zu decken.

      Die S85 fährt aber Mo-Fr nach Frohnau, nur am Wochenende nach Pankow, und das ja auch nur, weil sie Bornholmer Str. nicht enden kann. Dass S8 und S85 nur mit Dreiviertelzügen verkehren, spricht auch nicht für eine hohe Nachfrage. Zukünftig wird es mit den neuen Straßenbahnstrecken Pankow – Weissensee und Heinersdorf – Blankenburg alternative Verbindungen innerhalb Pankows geben.

      35 Jahre nach der Wiedervereinigung haben sich die Fahrgastströme verändert. Man sollte sich in der Liniengestaltung eher nach den Himmelsrichtungen orientieren. Sollten auf dem Nordostring zusätzliche Züge benötigt werden, würde ich diese lieber auf die Kremmener Bahn weiterleiten.

  5. Die Haltestelle Sportforum müsste auf jeden Fall als eine Art Provisorium gebaut werden und eine Station an der Kreuzung zur Landsberger Allee freigehalten werden, um auf die geplante U11 Rücksicht zu nehmen. Dass die U11 im Bezirk Lichtenberg der Landsberger Allee folgen wird, anstatt wie die 6 über Hohenschönhauser Str herumzukurven, dürfte unstrittig sein.

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