8 Kommentare zu “Münster: Nutzung der Güterumgehung für die S-Bahn Münsterland

  1. Nicht sinnvoll. Die allermeisten Haltepunkte liegen im Bereich einseitiger und schwacher Besiedlung und werden durch Radiallinien bereits erreicht. Das bedeutet eine schwache Nachfrage. Hinzu kommt der weite Takt (alle 60 min, mehr gibt die Nachfrage aber auch nicht her), sodass es oftmals trotzdem passender ist, über das Zentrum zu fahren als an den Umsteigepunkten den Zug zu wechseln.

    Und dann kommen zu diesem ziemlich geringen Nutzen noch gar nicht so unerhebliche Infrastrukturkosten…

    1. Die potentielle Nachfrage ist fachlich zu prüfen. Infrastrukturkosten sind natürlich hoch. Allerdings gibt es aktuell keine alternative zum Auto, wenn man zum Beispiel von der Venneheide nach Mauritz möchte. Man ist Ewigkeiten mit dem Bus unterwegs oder fährt Fahrrad. Die S-Bahn ist in 10 Minuten da. Und für solche Leute, auch wenn es in diesem Einzelfall nicht viele sein sollten, ist diese Strecke gedacht. Die Frage ist natürlich: Wie viele Fälle gibt es, um sowas zu rechtfertigen?

  2. Ich sag mal so, es hat ein Grund wieso eine Güterumgehungsbahn eine Güterumgehungsbahn ist. In Manchen Städten wie Mönchengladbach lässt sich darüber diskutieren ob man diese für den PV freigibt und die nötigen Infrastrulturmaßnahmen gerechtfertigt sind. Aber hier sehe ich wenig Potential, da dies eine sehr Radiale Strecke ist und keine Vernünftige Anbindung an den Hbf bietet. Es umfällt ihn, wie für den GV intendiert die Innenstadt.

    1. Eine gute Verbindung an den Hbf soll es auch nicht geben. Es ist ja auch eine Tangentiallinie. Die Verbindungen werden dann in außerhalb liegenden Turmbahnhöfen hergestellt.

      Die Frage ist berechtigt, ob genug Personen diese Strecke nutzen würden. Das müsste fachlich geprüft werden.

  3. Das Problem ist ja nicht, dass die Stadtteile mit deinem Vorschlag nicht genug angebunden sind oder so, das Problem ist eher, dass keine Sau von Sudmühle nach Stapelskotten will. Ich kenne einige Leute aus Mauritz, alle wollen natürlich in die Innenstadt. So eine Tangentiallinie wäre fast nur hilfreich, wenn es tatsächlich gute Umsteigemöglichkeiten bieten würde und das ist ja fast nicht der Fall.

    Punkt zwei ist dass Münster halt einfach nicht das Fahrgastaufkommen bietet.

    Und noch ein Problem: wo fahren dann die Güterzüge lang? Die Strecke wird ja schon recht rege von Güterzügen bedient.

    1. Ich stimme zu, dass erstmal geprüft werden muss, ob das Fahrgastaufkommen diese Verbindung rechtfertigt. Ich sehe persönlich genügend mögliche Verbindungen, die Personen nutzen würden. Dazu habe ich unter dem Kommentar von crazyrat eine längere Antwort geschrieben.

      Die Güterzüge sollen ebenfalls über die Strecke fahren. Dazu müsste ggf. die Strecke durchgehend zweigleisig bebaut werden. Das ist natürlich auch kostspielig. Ich glaube, das die stündlich verkehrende S-Bahn kein großes Problem darstellt.

  4. Ich kann mich leider nur den vorherigen Kommentatoren anschließen:

    • Kein ausreichendes Fahrgastaufkommen, um die S-Bahn aus der Innenstadt zu nehmen.
    • Schlechte Anbindungen in die Innenstadt, um Zeit zu sparen. Würde längere Fahrzeiten für Pendler bedeuten
    • Wo erfolgt Anschluß an den übrigen Regional- und den Fernverkehr?
    • Wo fahren die Güterzüge entlang, denn auf der Umgehungsbahn wäre kein Zeitfenster mehr vorhanden. (Die S-Bahn ist durch die Stopps langsamer wie Güterverkehr und würde eben auch mehr kosten.)
    • Infrastrukturell sind die Stationen kaum ausgelastet, da eben die Strecke nicht die Hauptrichtung des Verkehrsaufkommen verfolgt.

    Schau einmal, was entlang der Umgehungsbahn an direkten Anschluß geben würde. Es reicht nicht aus, einfach einen Bahnhof zu bauen, wenn dort keine Entwicklung geplant ist und nur Umsteiger dort vorgesehen sind. Es muss auch vor Ort eine gewisse Menge an Nutzern vorhanden sein. Das ist entlang der Strecke kaum gegeben, ohne lange Fußwege oder Fahrten in Kauf zu nehmen.

    Wie sollen dann übrigens die Verbindungen von S-Bahn in den Fernverkehr erfolgen? Wenn ich z.B. von Nottuln in den IC nach Bremen will, müsste ich erst in Vennheide umsteigen in eine andere Linie, die dann zum Hbf. führt und dann dort in den ICE umsteigen. Die Anbindung der S-Bahn an den Hauptbahnhof ist leider unabkömmlich, auch aufgrund der dort vorhandenen Rangieranlagen.

    Auch hast Du nicht an die Anbindung der Strecken nach Rheine und Gronau/Enschede. Schau Dir einmal das vorläufige  Zielnetz der S-Bahn Münster an. Der Hauptbahnhof ist nicht umsonst der zentrale Knoten des Netzes.

    1. Moin,

      Nach einem Jahr bin ich nochmal in das Thema eingetaucht und möchte dir deswegen nochmal antworten. Erstmal danke für dein Feedback, ich möchte allerdings nochmal ein Paar Punkte in Frage stellen.

      Es geht hier nicht um die Anbindung der Innenstadt oder den Hbf. Das sollte bei dieser Form der Tangentiallinie auch klar sein. Es geht hier Hauptsächlich zum Beispiel um Leute, die von außerhalb kommen, und in den Außenstadtteilen von Münster arbeiten gehen. Warum ist z.B. die 17 vom Hbf zum Krögerweg jeden morgen voll -> Weil die Leute von Außerhalb genau dahin wollen. Mit dem deutlich schnelleren Zug würden natürlich noch mehr Leute auf den ÖPNV umsteigen. Oder zum Beispiel Leute, die in den Sommermonaten in der Vennheide wohnen und in ein Freibad möchten. Diese können dann direkt zum Freibad Stapelskotten fahren. Es gibt, finde ich, viele verschiedene Szenarien, die Menschen auf diese Relation bringen können. Die berechtigte Frage ist natürlich: Sind es genug Leute um zu rechtfertigen diese gesamte Strecke umzubauen und dort einen S-Bahn-Zug fahren zu lassen. Ich glaube: Es sind mindestens so viele, dass es sich rechtfertigen lässt genau dies zumindest mal fachlich prüfen zu lassen. Wenn es nicht lohnen sollte und dies so professionell bestätigt wird, ist das natürlich auch vollkommen okay.

      Die Strecke müsste natürlich am besten durchgehend zweigleisig ausgebaut werden, um den Güterverkehr nicht erheblich zu stören. Bei einer Zweigleisigkeit der Strecke sollten diese Störfaktoren allerdings noch im Rahmen sein.

      Der Anschluss an den übrigen Regionalverkehr erfolgt an genannten Bahnhöfen: Mecklenbeck -> Essen, Vennheide -> Dortmund, Berg Fidel -> Hamm oder auch Rheine und Steinfurt, Loddenheide -> Sendenhorst, Mauritz-Ost -> Warendorf, Osnabrück -> ICE Bremen, RE Bremen, Ostwestfalen, Ibbenbüren (, Lengerich -> Tecklenburg [Vielleicht irgendwann]). Wenn dort die Umsteigezeit attraktiv eingerichtet werden sind all diese Umsteigepunkte gut geeignet, um den Hbf zu entlasten.

      Der Fernverkehr Richtung Süden und Norddeich soll natürlich weiterhin über den Hbf erreichbar sein. Für diese Leute ist dann allerdings diese Strecke nicht gedacht. Wenn du natürlich von Nottuln in den ICE nach Bremen möchtest, kannst du natürlich weiterhin die S-Bahn direkt zum Hbf nehmen. Diese Strecke soll auch weiterhin bedient werden, es ist nur ein zusätzliches Angebot.

      Man sieht allerdings eben auch auf dem Zielnetz der S-Bahn, dass der Hbf langfristig durch Nord- und Südkreuz entlastet werden soll. Der zentrale Knoten soll immer weiter „aufgeweicht“ werden, weil er eben überlastet ist. Die Tangentiallinie würde der Entlastung des HBF ebenfalls helfen.

      Potenzial zur Entwicklung sehe ich an dieser Strecke auch, z.B. das York-Viertel in Gremmendorf. Dieses liegt nur 5 Gehminuten vom Bahnhof Loddenheide entfernt. Mit dem Bahnhof würde es viel attraktiver werden dort zu wohnen und eine Arbeitsstelle in Mecklenbeck oder außerhalb von Münster zu suchen.

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