Beschreibung des Vorschlags
In diesem Beitrag geht es um die Aktivierung der Güterumgehung Münster für den Personennahverkehr und letztlich für die S-Bahn Münsterland.
Dies ist nur ein grobes Konzept. Genaue Orte der (Turm-)Bahnhöfe habe ich noch nicht beachtet. Auf den ersten Blick sahen die ersten Bahnhöfe umsetzbar aus.
Hintergrund & aktuelle Situation:
Die Güterumgehungsbahn ist im Abschnitt Mecklenbeck – Berg Fidel und Loddenheide – Mauritz eingleisig, in den anderen Abschnitten zweigleisig ausgebaut. Auf dem Großteil der eingleisigen Abschnitte ist genug Platz für ein weiteres Gleis, da dort anscheinend in Vergangenheit bereits Gleise lagen. Die gesamte Strecke besitzt eine Oberleitung. Auf der Strecke gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 80-90 km/h.
Aktuell wird diese Strecke nur durch den Güterverkehr benutzt. Da diese Strecke allerdings einige Stadtteile Münster abdeckt, auf denen deutliche Fahrzeitverkürzungen möglich sind, habe ich die Idee, die S-Bahn dort langführen zu lassen. Es gibt bereits Ideen für weitere S-Bahn-Linien in MS mit komplett neuen Strecken, aber die Nutzung der Güterumgehung habe ich noch nicht entdeckt.
Außerdem werden die Stadtteile Berg Fidel, Sankt Mauritz und die Loddenheide neu an den Schienenpersonennahverkehr angebunden.
Bedienung der Strecke & Betriebskonzept:
Es soll eine neue S-Bahn Linie errichtet werden. Es ist die S70 von Osnabrück nach Münster-Mecklenbeck. Idealerweise fährt diese S-Bahn weiter nach Dülmen und Haltern am See, um die Verbindungen ins Ruhrgebiet zu Vereinfachen. Allerdings ist diese Strecke stark überlastet, sodass die Linie an einem Außenbahnsteig in Mecklenbeck endet, um dort einen Umstieg in die Linie Richtung Ruhrgebiet zu ermöglichen. Es sollen jegliche Halte zwischen Osnabrück und Westbevern bedient werden und zusätzlich alle Halte auf der Güterumgehungsbahn.
Die S-Bahn-Züge sollen stündlich von ca. :50 bis :10 diese Strecke nutzen. In der restlichen Zeit können weiterhin hauptsächlich Güterzüge rollen. Diese können aus Richtung Osnabrück einerseits die gesamte Strecke nutzen, oder hinter der Haltestelle Krögerweg auf die Strecke nach Hamm ausfädeln.
Im ersten Betrieb sollen die S-Bahnen im Ein-Stunden-Takt verkehren. In der HVZ können auch 2 Züge pro Stunde verkehren. Dafür müsste überprüft werden, ob die Zweigleisigkeit zusätzlich ausgeweitet werden muss.
Wenn ICE-Züge aufgrund der Sperrung einer Bahnstrecke rund um den HBF über die Güterumgehung umgeleitet werden halten diese Züge aktuell nicht in der Nähe von Münster. Mit dem Bau neuer Bahnsteige in der Loddenheide können Fahrgäste trotzdem in Münster ein-/aussteigen und dann mit der S68, die 3 Mal pro Stunde verkehrt, oder mit dem Bus in die Stadt fahren. Ähnliche Beispiele für Ersatzhalte auf Umleiterstrecken sind z.B. Hannover Linden/Fischerhof, Köln Messe/Deutz Gl.11-12 oder Frankfurt Süd.
Welche Personengruppe nutzt diese Strecke:
Diese Strecke soll hauptsächlich Pendlern dienen, die zum Beispiel von Dülmen oder Lengerich in die Loddenheide oder angrenzende Gebiete möchten oder auch für Pendler zwischen den Stadtteilen. Für die Verbindung Nottuln – Loddenheide ergibt sich zum Beispiel eine Fahrzeitverkürzung von 26 Minuten. Mit RE42 und Bus dauert es aktuell 43 Minuten und mit dem neuen Zug würde es 17 Minuten dauern.
Somit lässt sich natürlich auch die Frage stellen, ob die Strecke an den Wochenenden rentabel wäre.
Infrastrukturelle Maßnahmen:
- Zweigleisigkeit auf einigen Streckenabschnitten herstellen herstellen.
- Bahnhof Münster-Mecklenbeck müsste dafür ausgebaut werden. Ein genaues Konzept befindet sich in folgendem Beitrag: Ausbau Münster-Mecklenbeck
- Folgende Haltepunkte sollen auf der Strecke entstehen:
- Vennheide (Umstieg -> Dortmund)
- Berg Fidel (Umstieg -> Hamm)
- Krögerweg
- Loddenheide (Umstieg -> Sendenhorst, Hbf im Fall einer ICE Umleitung)
- Stapelskotten
- Mauritz-Ost (Umstieg -> Warendorf)
- Sudmühle
Die Haltepunkte Vennheide, Berg Fidel, Krögerweg und Loddenheide sollen zweigleisig ausgebaut werden. Alle Bahnsteige sollen eine Länge von ca. 140m haben und 76cm hohe Bahnsteige haben. Die Bahnsteige des Bahnhofs Loddenheide sollen 400m lang sein. Grund dafür: Wenn der Hauptbahnhof z.B. aufgrund eines Bombenfunds gesperrt ist, nutzen Fernzüge zwischen Osnabrück und Essen/Dortmund diese Umgehungsbahn und halten nicht in Münster. Mit einem langem Bahnsteig können dann trotzdem Fernzüge in Münster halten. Dieser Bahnhof eignet sich am besten dafür, weil direkter Umstieg an die S-Bahn und Busse besteht und sowohl aus Essen und aus Hamm erreicht werden kann.
Vorteile:
- Deutliche Fahrzeitverkürzung aus dem Westen in Münsters süd- und östliche Stadtteile. Bisher musste immer am Hauptbahnhof in einen weiteren Zug oder Bus umgestiegen werden.
- Entlastung des Hauptbahnhofs durch neue Umsteigerelationen
- Der Großteil der Gleise und Weichenverbindungen existiert bereits
- Strecke bietet bereits Oberleitungen
- Strecke besitzt keine Bahnübergänge
- Strecke ist bereits auf 80-90km/h ausgelegt. Da die Strecke eine hohe Dichte an Haltepunkten besitzt würden Geschwindigkeiten von 120-160 oft nicht erreicht werden.
Nachteile:
- Hohe Kosten durch Bau einiger neuer Bahnhöfe und zweigleisiger Abschnitte
Komplikationen:
- Die Strecke Münster – Wanne-Eickel ist bereits überlastet. Deswegen kann die neue S-Bahn nur bis Mecklenbeck verkehren, um dort einen guten Umstieg zu ermöglichen muss dort zu ermöglichen muss der Bahnhof ausgebaut werden. Im Idealfall würde die Strecke soweit aufgerüstet werden, dass die S-Bahn dort zusätzlich verkehren kann.
- Fahrgastpotential muss geprüft werden.
Zukunftsaussichten:
- Langfristig soll die Güterumgehung und die S70 nahtlos in das Netz der S-Bahn Münsterland eingearbeitet werden.

Nicht sinnvoll. Die allermeisten Haltepunkte liegen im Bereich einseitiger und schwacher Besiedlung und werden durch Radiallinien bereits erreicht. Das bedeutet eine schwache Nachfrage. Hinzu kommt der weite Takt (alle 60 min, mehr gibt die Nachfrage aber auch nicht her), sodass es oftmals trotzdem passender ist, über das Zentrum zu fahren als an den Umsteigepunkten den Zug zu wechseln.
Und dann kommen zu diesem ziemlich geringen Nutzen noch gar nicht so unerhebliche Infrastrukturkosten…
Die potentielle Nachfrage ist fachlich zu prüfen. Infrastrukturkosten sind natürlich hoch. Allerdings gibt es aktuell keine alternative zum Auto, wenn man zum Beispiel von der Venneheide nach Mauritz möchte. Man ist Ewigkeiten mit dem Bus unterwegs oder fährt Fahrrad. Die S-Bahn ist in 10 Minuten da. Und für solche Leute, auch wenn es in diesem Einzelfall nicht viele sein sollten, ist diese Strecke gedacht. Die Frage ist natürlich: Wie viele Fälle gibt es, um sowas zu rechtfertigen?
Ich sag mal so, es hat ein Grund wieso eine Güterumgehungsbahn eine Güterumgehungsbahn ist. In Manchen Städten wie Mönchengladbach lässt sich darüber diskutieren ob man diese für den PV freigibt und die nötigen Infrastrulturmaßnahmen gerechtfertigt sind. Aber hier sehe ich wenig Potential, da dies eine sehr Radiale Strecke ist und keine Vernünftige Anbindung an den Hbf bietet. Es umfällt ihn, wie für den GV intendiert die Innenstadt.
Eine gute Verbindung an den Hbf soll es auch nicht geben. Es ist ja auch eine Tangentiallinie. Die Verbindungen werden dann in außerhalb liegenden Turmbahnhöfen hergestellt.
Die Frage ist berechtigt, ob genug Personen diese Strecke nutzen würden. Das müsste fachlich geprüft werden.
Das Problem ist ja nicht, dass die Stadtteile mit deinem Vorschlag nicht genug angebunden sind oder so, das Problem ist eher, dass keine Sau von Sudmühle nach Stapelskotten will. Ich kenne einige Leute aus Mauritz, alle wollen natürlich in die Innenstadt. So eine Tangentiallinie wäre fast nur hilfreich, wenn es tatsächlich gute Umsteigemöglichkeiten bieten würde und das ist ja fast nicht der Fall.
Punkt zwei ist dass Münster halt einfach nicht das Fahrgastaufkommen bietet.
Und noch ein Problem: wo fahren dann die Güterzüge lang? Die Strecke wird ja schon recht rege von Güterzügen bedient.
Ich stimme zu, dass erstmal geprüft werden muss, ob das Fahrgastaufkommen diese Verbindung rechtfertigt. Ich sehe persönlich genügend mögliche Verbindungen, die Personen nutzen würden. Dazu habe ich unter dem Kommentar von crazyrat eine längere Antwort geschrieben.
Die Güterzüge sollen ebenfalls über die Strecke fahren. Dazu müsste ggf. die Strecke durchgehend zweigleisig bebaut werden. Das ist natürlich auch kostspielig. Ich glaube, das die stündlich verkehrende S-Bahn kein großes Problem darstellt.
Ich kann mich leider nur den vorherigen Kommentatoren anschließen:
Schau einmal, was entlang der Umgehungsbahn an direkten Anschluß geben würde. Es reicht nicht aus, einfach einen Bahnhof zu bauen, wenn dort keine Entwicklung geplant ist und nur Umsteiger dort vorgesehen sind. Es muss auch vor Ort eine gewisse Menge an Nutzern vorhanden sein. Das ist entlang der Strecke kaum gegeben, ohne lange Fußwege oder Fahrten in Kauf zu nehmen.
Wie sollen dann übrigens die Verbindungen von S-Bahn in den Fernverkehr erfolgen? Wenn ich z.B. von Nottuln in den IC nach Bremen will, müsste ich erst in Vennheide umsteigen in eine andere Linie, die dann zum Hbf. führt und dann dort in den ICE umsteigen. Die Anbindung der S-Bahn an den Hauptbahnhof ist leider unabkömmlich, auch aufgrund der dort vorhandenen Rangieranlagen.
Auch hast Du nicht an die Anbindung der Strecken nach Rheine und Gronau/Enschede. Schau Dir einmal das vorläufige Zielnetz der S-Bahn Münster an. Der Hauptbahnhof ist nicht umsonst der zentrale Knoten des Netzes.
Moin,
Nach einem Jahr bin ich nochmal in das Thema eingetaucht und möchte dir deswegen nochmal antworten. Erstmal danke für dein Feedback, ich möchte allerdings nochmal ein Paar Punkte in Frage stellen.
Es geht hier nicht um die Anbindung der Innenstadt oder den Hbf. Das sollte bei dieser Form der Tangentiallinie auch klar sein. Es geht hier Hauptsächlich zum Beispiel um Leute, die von außerhalb kommen, und in den Außenstadtteilen von Münster arbeiten gehen. Warum ist z.B. die 17 vom Hbf zum Krögerweg jeden morgen voll -> Weil die Leute von Außerhalb genau dahin wollen. Mit dem deutlich schnelleren Zug würden natürlich noch mehr Leute auf den ÖPNV umsteigen. Oder zum Beispiel Leute, die in den Sommermonaten in der Vennheide wohnen und in ein Freibad möchten. Diese können dann direkt zum Freibad Stapelskotten fahren. Es gibt, finde ich, viele verschiedene Szenarien, die Menschen auf diese Relation bringen können. Die berechtigte Frage ist natürlich: Sind es genug Leute um zu rechtfertigen diese gesamte Strecke umzubauen und dort einen S-Bahn-Zug fahren zu lassen. Ich glaube: Es sind mindestens so viele, dass es sich rechtfertigen lässt genau dies zumindest mal fachlich prüfen zu lassen. Wenn es nicht lohnen sollte und dies so professionell bestätigt wird, ist das natürlich auch vollkommen okay.
Die Strecke müsste natürlich am besten durchgehend zweigleisig ausgebaut werden, um den Güterverkehr nicht erheblich zu stören. Bei einer Zweigleisigkeit der Strecke sollten diese Störfaktoren allerdings noch im Rahmen sein.
Der Anschluss an den übrigen Regionalverkehr erfolgt an genannten Bahnhöfen: Mecklenbeck -> Essen, Vennheide -> Dortmund, Berg Fidel -> Hamm oder auch Rheine und Steinfurt, Loddenheide -> Sendenhorst, Mauritz-Ost -> Warendorf, Osnabrück -> ICE Bremen, RE Bremen, Ostwestfalen, Ibbenbüren (, Lengerich -> Tecklenburg [Vielleicht irgendwann]). Wenn dort die Umsteigezeit attraktiv eingerichtet werden sind all diese Umsteigepunkte gut geeignet, um den Hbf zu entlasten.
Der Fernverkehr Richtung Süden und Norddeich soll natürlich weiterhin über den Hbf erreichbar sein. Für diese Leute ist dann allerdings diese Strecke nicht gedacht. Wenn du natürlich von Nottuln in den ICE nach Bremen möchtest, kannst du natürlich weiterhin die S-Bahn direkt zum Hbf nehmen. Diese Strecke soll auch weiterhin bedient werden, es ist nur ein zusätzliches Angebot.
Man sieht allerdings eben auch auf dem Zielnetz der S-Bahn, dass der Hbf langfristig durch Nord- und Südkreuz entlastet werden soll. Der zentrale Knoten soll immer weiter „aufgeweicht“ werden, weil er eben überlastet ist. Die Tangentiallinie würde der Entlastung des HBF ebenfalls helfen.
Potenzial zur Entwicklung sehe ich an dieser Strecke auch, z.B. das York-Viertel in Gremmendorf. Dieses liegt nur 5 Gehminuten vom Bahnhof Loddenheide entfernt. Mit dem Bahnhof würde es viel attraktiver werden dort zu wohnen und eine Arbeitsstelle in Mecklenbeck oder außerhalb von Münster zu suchen.