Beschreibung des Vorschlags
Die LGV Rhin-Rhône wird zukünftig Mulhouse an Lyon anschließen. Ich schlage eine ABS/NBS zwischen Müllheim und Mulhouse für 250km/h vor, um die Rheintalbahn besser an die neue LGV anzuschließen. Dadurch würden Relationen aus ganz Deutschland in Richtung Mittelmeer (z.B. Marseille und Barcelona) profitieren, ohne den Umweg über Paris machen zu müssen.
Die Bestandsstrecke ab Mulhouse soll zweigleisig ausgebaut, für 250km/h fit gemacht und mit ETCS ausgerüstet werden. Der Bahnhof in Bantzenheim muss umgebaut werden, sodass Durchfahrten mit 250km/h möglich werden. Nach dem Bahnhof entsteht eine etwa 7km lange Neubaustrecke, die im Hauptstrang der Bestandsstrecke entsteht, den Rhein überquert und bei Hügelheim in die noch auszubauende Rheintalstrecke mit 200-230km/h eingefädelt wird.
Da die französische LGV noch nicht ganz fertiggestellt ist, gibt es aktuell auch noch nicht viele deutsche Relationen, die von der ABS profitieren. Mit der Fertigstellung von Phase 2 (Mulhouse-Belfort) und Branche Sud (Dole-Lyon) wird das aber wahrscheinlich anders aussehen. Aktuell schätze ich die Fahrzeit auf der Bestandstrecke auf 15 Minuten (bei 90-100km/h). Mit der NBS und ABS würde die Fahrzeit bei knapp unter 5 Minuten liegen. Es käme also eine Fahrzeitverkürzung von 10 Minuten zustande. Für die Strecke Freiburg-Mulhouse (ca. 50km lang) sollten etwa 15-20 Minuten Fahrzeit geplant werden.
Mögliche Erweiterungen: eventuell könnte man eine eingleisige Verbindungskurve bei Rixheim zur Strecke Mulhouse-Basel bauen, sodass Züge theoretisch bei einer Sperrung/Sanierung des letzten Stücks der deutschen Rheintalbahn über Mulhouse nach Basel und die Schweiz kommen. Gerade für Güterzüge ist der Korridor wichtig, sodass diese kleine Redundanz vielleicht eine Überlegung wert wäre.
Ähnliche Vorschläge: Dieser Vorschlag sieht ebenfalls den Ausbau der 90km/h Strecke vor, aber anders, weniger ausgearbeitet und im Paket mit einer großen Zick-Zack Neubaustrecke am Rhein entlang.
Ansonsten habe ich keine ähnlichen Vorschläge gefunden.

Damit würden die TGV Deutschland – Südfrankreich halt Strasbourg umgehen…
… und sich das Wenden in Mulhouse sparen. Außerdem könnte man so ggf. in Freiburg (Breisgau) halten und die Region wird (etwas) besser an Frankreich angeschlossen. Aktuell sehe ich keinen Zug von Freiburg nach Mulhouse. Man muss entweder in Basel umsteigen oder in Müllheim den Bus nehmen.
Mit der Strecke könnte z.B. ein Freiburg-Mulhouse-Belfort Express möglich werden.
Ich halte diesen Vorschlag für eine sehr sinnvolle Einbindung Mulhouses in die LGV Rhin-Rhône-Strecke. Die Hochgeschwindigkeitsstrecke Straßburg–Lyon würde nach den derzeitigen Planungen nicht durch Mulhouse führen (oder müsste dort umkehren werden, was erhebliche Zeit in Anspruch nehmen würde). Ich gehe davon aus, dass dieses Projekt langfristig realisiert werden wird, ebenso wie eine Modernisierung der Zulaufstrecken nach Straßburg (Straßburg 21?). Auch zwischen Stuttgart und Straßburg wird meiner Meinung nach etwas sehr Ähnliches wie eine Schnellfahrstrecke geplant sein. Ob in 40 oder 200 Jahren, da bin ich mir sicher.
Das wäre mir neu. In deinem Openrailwaymap-Link ist doch klar die Verbindungskurve nach Lutterbach (in Richtung Mulhouse) erkennbar. Alternativ ist Mulhouse auch über die Strecke 1000 (Petit Croix-Zillisheim) erreichbar
Das denke ich auch. Im Moment haben noch andere Projekte Priorität, aber die Achse Paris-Straßburg-Stuttgart-München-Wien-Bratislava-Budapest hat enormes Potential. Mit der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 gibt es ja zum Glück deutlich mehr Züge auf der Relation München-Paris.
Heute fahren Züge von Straßburg nach Lyon durch Mulhouse, halten dort und kehren dort um. Sobald der neue Abschnitt fertiggestellt ist, wird die Umgehung von Mulhouse jedoch zur Normalität gehören. Deshalb halte ich den Vorschlag für sinnvoll, da er die Stadt Mulhouse/Freiburg als eine der alternativen Routen zur französischen Küste ermöglichen und einbeziehen würde, im Austausch für den Halt in Straßburg und den dortigen zeitaufwändigen Richtungswechsel. Züge aus Luxemburg könnten ebenfalls über Straßburg, Freiburg und Mulhouse an die französische Küste weiterfahren. In der heutigen Welt, in der Flugpreise immer attraktiver und wettbewerbsfähiger werden, ist es schwierig, eine Bahnlinie zu planen, bei der ein Richtungswechsel mindestens sechs Minuten dauert und der Zugang zum Hauptbahnhof langsam ist.
Auch die Magistrale für Europa halte ich für äußerst wichtig und bin überzeugt, dass in den kommenden Jahren verstärkt in deren Ausbau investiert wird. Neben der kürzlich angekündigten Innkreisbahn (Zwischen München und Linz) halte ich einen unterirdischen Durchgangsbahnhof in München für äußerst wichtig, da er die Umsteigezeit am bestehenden Münchner Knotenbahnhof um mehr als 20 Minuten verkürzen würde.
Ich habe es bereits erwähnt, aber ICE-Linien sollten sich auf Fahrzeiten zwischen 8 und 10 Stunden konzentrieren und möglichst gerade Strecken ohne Kreisverkehre bauen, um die Entfernungen zwischen Reisebeginn und -ende zu maximieren und die Nachfrage nach Parallelstrecken nicht zu kannibalisieren.
Als Ökonom betrachte ich das europäische Eisenbahnnetz als zeitloses Gut, da Städte, Volkswirtschaften und Industrien um es herum entstanden sind. Und ich glaube, es wird auch in 500 Jahren noch bestehen. Daher bin ich der Meinung, dass Regierungen eine sehr langfristige Expansionspolitik verfolgen sollten, selbst wenn dies bedeutet, Schulden aufzunehmen oder Geld zu drucken. Denn in solchen Fällen strategischer staatlicher Investitionen gibt es praktisch keine Auswirkungen auf die Inflation.