Beschreibung des Vorschlags
Der Vorschlag soll ein Konzept für eine Verlängerung der Linie U15 in Richtung Korntal-Münchingen darstellen. Die Verlängerung stellt für Kallenberg und Münchingen eine hochwertige Verbindung mit dem Norden Stuttgarts dar, der bisher nur durch Busse mit niedriger Frequenz und indirekt bestanden hat. Insbesondere im Rahmen der Einführung einer S-Bahn von Heimerdingen über Korntal, Feuerbach und die Panoramabahn nach Vaihingen stellt eine Verknüpfung mit dem Stadtbahnnetz schon in Münchingen eine Möglichkeit dar das Gesamtkonzept zu ergänzen und die Netzwirkung zu multiplizieren. In Kallenberg werden 1270 Einwohner erstmals mit der Stadtbahn verbunden, in Münchingen weitere 7910 Einwohner (Zahlen nach Zensus von 2022), außerdem werden sowohl in Stammheim wie auch in Kallenberg und Münchingen Industriegebiete erschlossen sowie Sportgelände verknüpft.
Mir ist klar, dass dieser Stadtbahnausbau wohl in weiter ferne liegt angesichts der angespannten finanziellen Lage der Stadt Stuttgart momentan und unter Berücksichtigung anderer, wichtigerer Stadtbahn Ausbaumaßnahmen. Das hier vorgestellte Konzept soll diese Erweiterung für die entferntere Zukunft einfach mal in den Raum stellen und einen Ausgangspunkt für Diskussionen liefern. Insbesondere der Umgang mit der Durchfahrt durch Kallenberg hat mir beim Aufstellen des Vorschlags immer wieder Kopfzerbrechen bereitet, weshalb ich mich hier über konstruktiven Input freuen würde.
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Beschreibung der Streckenführung und Ausführung zur Bauweise:
Auf der Gemarkung von Stuttgart entstehen in Stammheim 2 weitere Haltestellen, die bisherige Endstation Stammheim wird um ein 3. Gleis erweitert um eine Durchfahrtmöglichkeit nach Norden zu ermöglichen, die bei den bisherigen beiden Gleisen so nicht möglich ist ohne weitere Gebäude abzureißen, sollten die Kosten hiervon in Kauf genommen werden, kann auf das 3. Gleis verzichtet werden, wobei es für den Betrieb wünschenswert wäre. Aufgrund der Platzverhältnisse haben die beiden Durchgangsgleise keinen eigenen Gleiskörper sondern verlaufen auf der Straße. Die Straße wird dafür nach Osten verschwenkt, und ein weitere Hochbahnsteig wird im Bereich der alten Straßenführung errichtet. Die bisherige Bushaltestelle wird auf der westlichen Seite in Richtung Stuttgart nach Süden verlegt, auf der anderen Seite nach Norden verlegt.
Auf dem Weg zur nächsten Haltestelle in Richtung Norden muss wohl die Bushaltestelle Asperger Straße nach Norden verschoben werden, damit abbiegende Stadtbahnen nicht von dort Pause machenden Bussen der Linie 412 behindert werden.
Nach 450m auf Straßengleiskörper erreicht die Strecke die erste Station Pflugfelderstraße (JVA Stuttgart). Hier wird ein 40m Mittelbahnsteig ähnlich wie jener an der Korntalerstraße errichtet. Um dafür Platz zu verschaffen wird die Straße ein Stück in Richtung Süden auf den dort bisher bestehenden Parkplatz verschwenkt. Diese Haltestelle bietet zum einen einen direkteren Anschluss and die JVA Stuttgart sowie einen besseren Anschluss an das dortige Wohngebiet und die Justizschule.
Im Anschluss fährt die Stadtbahn weiter auf der Straße bevor sie kurz hinter der Solitudealle auf einen eigenen Gleiskörper südlich des Emmerholzweges weiter geführt wird. An ebendieser Stelle ist auch ein möglicher Abzweig/eine abweichende Führung der Strecke in Ri. Ludwigsburg-Pflugfelden/Möglingen möglich.
Nach ca. 700m Erreicht die Strecke die letzte Haltestelle auf Stuttgarter Gemarkung – Stammheim Emmerholz zwischen dem Industriegebiet Stammheim und der Sportanlage Emmerholz und bindet sowohl das Industriegebiet als auch die Sportanlage entsprechend an.
Nachdem die Strecke dann leicht nach Süden abbiegt setzt sie sich in süd-östlicher Richtung nach Kallenberg fort und kreuzt durch das Waldgebiet Withau auf der Gemarkung von Korntal-Münchingen und erreicht die Hst. Kallenberg. In diesem Vorschlag ist die Haltestelle in Troglage vor dem Eintritt in einen Tunnel vorgesehen, welcher das Ortsgebiet von Kallenberg und die Bundesstraße 10 unterquert. Was den Tunnel angeht fehlt es mir an Fachwissen inwiefern dieser so möglich ist/wie er geführt werden müsste. Optional erscheint eine Führung durch Kallenberg selbst möglich wobei auch hier ein massiver Eingriff in den Straßenraum notwendig wäre, bei welchem Parkplätze in der Stammheimer Straße entfernt werden um für die Strecke platz zu machen. Die Haltestelle würde sich dort als Mittelbahnsteig im Bereich der Kreuzung Schwieberdinger Str./Stammheimer Str. befinden. Weiter müsste vor der Unterquerung der B10 zwei Häuser an der Schwieberdinger Straße abgerissen werden.
Nachdem die Bundesstraße unterquert wurde wird dann die BAB 81 unterquert wonach sie auf dem momentanen Esslinger Weg südlich das Industriegebiet Lingwiesen erreicht. Inwiefern die momentane Unterquerung dort für (ggf. 1 gleisigen) Stadtbahnverkehr ausgebaut werden kann ist zu ermitteln. An der Stuttgarter Straße habe ich dort die Haltestelle Münchingen Lingwiesen vorgesehen. Die bisherige gleichnamige Bushaltestelle sollte entsprechend 130m in Richtung der neuen Stadtbahnhaltestelle verlegt werden sowie entsprechende Wege zur bestmöglichen Erschließung des Industriegebiets gebaut werden.
Nach weiteren 660m wird dann die vorletzte Haltestelle (nach der realistischsten Linienführung, Variante A) Münchingen Sportzentrum erreicht. Diese Haltestelle kann genauso wie die Hst. Lingwiesen problemlos wahlweise mit 2 Seitenbahnsteigen oder mit einem Mittelbahnsteig ausgeführt werden.
Hinter der Haltestelle Sportzentrum biegt die Strecke nach Süden ab und wird dabei so nah wie möglich am Parkplatz des LIDLs geführt um den Eingriff in die landwirtschaftlichen Flächen zu verringern bis zur Haltestelle Münchingen Rührberg dort endet Variante A bündig mit der dortigen Haltestelle der Strohgäubahn. Mit dem wohl (in längerer Zeit, nach S21) anstehenden Ausbau der Strohgäubahn als S-Bahn für eine S7 Heimerdingen – Zuffenhausen – Herderplatz (Panoramabahn) – Vaihingen nach S21 würde hier ein attraktiver Umstieg sowohl für Einwohner von Stammheim u. Kallenberg Ri. Korntal sowie von Heimerdingen aus Ri. Stuttgart entstehen. (vgl.: Pressemitteilung VRS)
Folgt man Variante B versinkt die Strecke hinter der Hst. Sportzentrum in einen Tunnel unter der Stuttgarter Straße welcher in offener Bauweise wohl mit geringen Schwierigkeiten errichtet werden könnte. Nach ca. 650m wird zunächst die Haltestelle Ziegeleistraße/Münchingen Bf. in Tunnellage erreicht (der Bf. liegt ca. 150m nördlich der Haltestelle). Hier wird ähnlich der Hst. Kirchtalstraße in Zuffenhausen eine Haltestelle mit Mittelbahnsteig gebaut. Nach 550 weiteren Metern verlässt die Strecke am östlichen Rand des Ortes den Tunnel und endet dort an der Haltestelle Münchingen.
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Zum Betriebskonzept der Strecke:
Wird Variante A umgesetzt so erscheint es nach grober Schätzung auf eine Fahrtzeit von ca. 10 Minuten zwischen Stammhiem und Münchingen Rührberg herauslaufen. Für Variante B erscheint eine Fahrtzeit von ca. 12-13 Minuten realistisch.
Die Linie U15 verkehrt momentan zwischen Stammheim und Ruhbank zwischen 6 und 21 Uhr alle 10 Minuten außerhalb davon regulär alle 15 Minuten. Aufgrund der Bevölkerungsdichte erscheint ein Betrieb im 10 Minutentakt bis Münchingen wenig sinnvoll, insbesondere im Angesicht der momentanen finanziellen Lage, auch wenn er attraktiv wäre. Um die Betriebskosten zu verringern ist wohl ein 20 Minutentakt bis Münchingen sinnvoll, welcher bei einer Fahrtzeit von 10 Minuten mit nur einem zusätzlichem Umlauf die Erschließung ermöglicht. In den HVZ zwischen 6.30 und 8.30 sowie zwischen 16:30 und 19 Uhr kann hier ggf. zu einem 10 Minutentakt verdichtet werden. In den Tagesrandlagen wird das Betriebskonzept einer Durchbindung jeder 2. Stadtbahn aufrechterhalten und die Strecke bis Münchingen entsprechend nur alle 30 Minuten befahren.
Die Verlängerung hat sicherlich ihr höchstes Potential, wenn auf der Strohgäubahn die geplante (s. o.) S-Bahn verkehrt, gleichzeitig ist hier auch jetzt bereits die RB47 unterwegs mit welche alle 30 Minuten zwischen Korntal und Heimerdingen pendelt.

Das Problem was ich hier sehe ist dass die Fahrzeit aus Münchingen für alles hinter Stammheim wegen des Umwegs recht lang werden könnte. Zudem ist Münchingen bereits mit der Strohgäubahn recht gut angebunden, wodurch man über Korntal bereits Zuffenhausen, Feuerbach usw gut erreicht, und Kallenberg alleine ist halt arg klein. Der Nutzen beschränkt sich also nur auf die Relation Münchingen – Stammheim und der Anbindung von Kallenberg.