Beschreibung des Vorschlags
Das Problem
Am Treptower Park treffen die Ringbahn und die S8, S85 und S9 auf zahlreiche Buslinien nach Kreuzberg, Neukölln. Lichtenberg und Schöneweide – theoretisch, denn die Umsteigewege von Bahn zu Bus bzw. auch zwischen den Bussen sind teilweise sehr lange und auch unsymmetrisch (sprich in die eine Richtung kann man umsteigen, in die andere nicht).
- 165, 265 sind vom S-Bahnhof nur über die stark frequentierte Kreuzung zu erreichen, die Linie 166 nur in Richtung Neukölln, Richtung Schöneweide hält sie an der Beermannstraße
- Aus Neukölln (104, 166, 194) kann man nicht vernünftig in Richtung Kreuzberg / Stadtmitte (165, 265) umsteigen, während es in der anderen Richtung an der selben Haltestelle geht.
Das hat die Konsequenz, das der Halt eher zersplittert ist und für Umstiege nur teilweise genutzt werden können.
Die Chance
Mit der Eröffnung der A100 bis Treptower Park wird zum einen die KFZ-Belastung hierhin steigen, andererseits bieten sich dennoch Potentiale, die ÖV-Flächen neu zu gestalten und somit auch die Verknüpfung zwischen den Linien einfacher herzustellen. Auf den Straßen „Puschkinallee“ (stadteinwärts) bzw. „Am Treptower Park“ (stadtauswärts) fahren aktuell rund 50.000 Fzg. pro Tag (2014), was noch unter der maximalen Kapazität eines Querschnittes mit 2 Fahrstreifen pro Richtung liegt. Durch die A100 wird v.a. östlich des Treptower Parks ein bedeutender Teil des Verkehres auf die Autobahn umgelegt, sodass es prinzipiell möglich wäre, die Straße „Am Treptower Park“ in eine Zweirichtungsstraße mit 2 Fahrstreifen je Richtung umzuwandeln und im Gegenzug die „Puschkinallee“ für den MIV komplett zu sperren, was auch dem Park zugute käme.
Die Lösung
Da die Zerschneidung des Parks durch die Puschkinallee wegfällt, kann entlang der Ringbahn eine ÖPNV-Trasse von der Straße „Am Treptower Park“ vertretbar gebaut und direkt an den S-Bahnhof herangeführt werden. Vor dem südlichen S-Bahn-Eingang entsteht eine große Haltestellenanlage, welche zum einen schnellen Umstieg zwischen den Linien ermöglicht, aber auch den Umstieg zur S-Bahn deutlich vereinfacht und daher attraktiver macht. Es können dort auch Aufstellflächen für die endenden Fahrten der 104 eingerichtet werden. Busse aus Richtung Elsenbrücke queren die Gegenrichtung (signalisiert mit Vorangschaltung) und halten ebenso auf dieser Seite der Elsenstraße, wodurch die Busse ohne Querung einer großen, 3-streifigen Straße erreicht werden.
Entlang der Straße „Am Treptower Park“ werden die Halte endlich in beiden Richtungen bedient, wodurch die Anwohner auch stark profitieren (aktuell gibt es keine adäquate Fahrtmöglichkeit in Richtung Treptower Park). Die Haltestelle „Beermannstraße“ wird auch neu in Fahrtrichtung Neukölln eingerichtet.
Die Konsequenzen
Zum einen wird natürlich der Park durch die zusätzliche Bustrasse am Rand zerschnitten, zum anderen gewinnt er aber stark an Aufenthaltsqualität, da der starke Verkehr auf der Puschkinallee komplett wegfällt, diese z.B. für Radverkehr genutzt werden kann und somit auch die Geräuschkulisse und Zerschneidungswirkung wegfällt – Insgesamt also sehr positiv für den Park. Für die touristische Erschließung des Parks kann ggf. entlang der verkehrsberuhigten Puschkinallee bei Bedarf ein Shuttle z.B. in Verbindung mit dem Spreepark eingerichtet werden.
Im Busverkehr kommt es zum einen zu geringen Fahrzeitverlängerungen, da z.B. der 166 nach Schöneweide bis zum S-Bahnhof fährt, anstatt direkt abzubiegen. Dafür gibt es aber zukünftig zuverlässige Verbindungen auf allen Linien an allen Haltestellen in alle Richtungen, was aktuell eher Mangelware ist.
Im Rahmen der zu erwartetenden Verkehrssteigerungen durch die A100 ist auf jeden Fall auch ein positiver Nebeneffekt, dass die querenden Linien 165,265 in beiden Richtungen komplett vom A100-Zubringer-Verkehr entmischt werden, von Neukölln zum Treptower Park es durch die bestehenden Busspuren auch sein wird. Insofern sollte sogar die Stabilität des Fahrbetriebs unter der vorgeschlagenen Maßnahme profitieren.
Der neue Haltepunkt „S Treptower Park“ kann durch die zentrale Lage als intermodaler Knotenpunkt durch Fahrradverleihsysteme, Carsharing und anderen Services (Toilette, Bistros, etc.) aufgewertet werden.
Lageplan


Mir gefällt dieser Vorschlag, Daumen hoch auch für die ausführliche Begründung. Es müsste aber alles von den Behörden so umgesetzt werden. Ohne Vorrangschaltung würden die Busse von Norden nach Süden (104, 194) zu stark entschleunigt. Im 166 zwischen Beermannstr. und S Treptower Park könnte es eng werden, wenn die Fahrgäste aus der Mall nach Treptow/Baumschulenweg nicht den längeren Weg zu den 165/265 Haltestellen gehen wollen.
Das sieht durchaus viel versprechend aus. Einzig von und zur Straße Am Treptower Park müsste es durch die Elsenstraße gehen. Eine neue Straße mitten durch den Park, kann ich mir nicht vorstellen. Während man eine Straßenbahn noch mit Rasengleisen recht gut in einen Park integrieren könnte, würde diese Busstraße eine mindestens 7 m breite Asphaltschneise erzwingen. Das dürfte kaum durchsetzbar sein.
„Das dürfte kaum durchsetzbar sein.“
Sehe ich nicht so, könnte mir das so vorstellen. Ist zwar tatsächlich ein Spurbus, aber da die Strecke relativ gerade verlaufen kann und auch ohne Mischverkehr, kann man das auch durchaus ohne Spurführung schaffen, auf der Asphaltspur zu bleiben. Sprich dann wäre es nur eine 7 Meter breite Rasenschneise, von dem 4x 0,5 Meter Fahrbahn sind. Das sollte problemlos parkverträglich sein, v.a. wenn im Gegenzug die Puschkinallee komplett „dem Park zurückgegeben“ und ggf. auch rückgebaut werden kann.
Die Puschkinallee willst du zurück bauen? Dann müsste der Verkehr ja in beiden Richtungen Am Treptower Park entlang fließen. Den Anwohnern dort würdest du damit den doppelten Autoverkehr vor der Tür zumuten. Da es auch so schon recht viele Autos sind, halte ich das für keine gute Idee.
Die Busfahrer wären sicher auch nicht begeistert, wenn sie dort über eine Art befestigten Feldweg fahren sollen. Lustig würde es dann aber sicher spätestens werden, wenn mal nachts Schnee fällt, die Spuren nicht zu sehen sind und die Busse im Schlamm neben den Spuren stecken bleiben. Schon Dunkelheit in Kombination mit Herbstlaub oder Regen würden dafür sorgen, dass immer mal Busse vom Weg abkämen.
„Dann müsste der Verkehr ja in beiden Richtungen Am Treptower Park entlang fließen. Den Anwohnern dort würdest du damit den doppelten Autoverkehr vor der Tür zumuten“
Bitte les mal oben den Absatz „die Chance“ durch. Zusammengefasst: Die A100 wird viel vom ein- und ausbrechenden Verkehr in Richtung Südosten übernehmen, wodurch eine Senkung der Belastung von aktuell 50.000 Fzg pro Tag auf die Hälfte durchaus realistisch ist. Diese 25.000 Fzg. können problemlos auf 2 Fahrstreifen pro Richtung abgewickelt werden, und wenn man den Straßenraum inkl. dem Parkstreifen neu gestaltet, ist das auch für die Anwohner ein Gewinn, nicht zuletzt wegen der besseren ÖPNV und Straßenanbindung.
„Die Busfahrer wären sicher auch nicht begeistert, wenn sie dort über eine Art befestigten Feldweg fahren sollen.“
Prinzipiell aber alles im Rahmen des Machbaren. Und man könnte auch mit der Trasse an den Rand des Bahndamms rutschen, und somit gar nicht den Park zerschneiden – sprich es gibt viele Möglichkeiten und es ist kein Totschlagargument.
„wenn mal nachts Schnee fällt, die Spuren nicht zu sehen sind“
Sollte natürlich wie jede Stadtstraße beleuchtet und durch eine leichte Erhöhung auch bei Schneefall optisch sichtbar sein.
Die Idee ist echt gut ausgearbeiet. Das Kompliment muss ich dir machen. Allerdings muss ich dir als ehemaliger Bewohner Treptows sagen, dass dies nicht nötig ist. Es ist sogar recht einfach zu erklären:
Dein Plan sieht vor, dass du die Kurve von der Puschkinallee zur Elsenstraße entweder abschafft oder sie stark einschränkst. Damit bringst du den Verkehr zum erliegen. Eine Schließung der Puschkinallee kann es nämlich aus 2 Gründen nicht geben. 1. die Straße Am Treptower Park ist nicht breit genug für jeweils 2 Spuren in eine Richtung. Darunter geht es nicht. 2. vergisst du die Menschen, die dort ihr Ziel haben. Streichst du z.B. den Parkplatz direkt neben dem Rosengarten, schadest du der weißen Flotte. Auch das Ausflugslokal Zenner wirst du massiv schaden. Zusätzlich kannst du dann nicht mehr mit dem Auto zum Park fahren, wenn du dich da erholen willst. Familien schränkt man so doch stark ein.
Deine Kalkulation mit der A100 wird nicht aufgehen. Gerade durch die Autobahn wird es dazu kommen, dass der Abschnitt dort noch stärker belastet wird. Es wird damit eine andere Verschiebung stattfinden. Aber gerade der Abfluss von der Autobahn wird den Verkehr dort neu ordnen und das zum Nachteil der B96a.
Aber zu guter letzt ist die Investiontion unnötig. Der 194er erreicht das Ostkreuz, welches viel wichtiger ist. Der 104er hält schon heute „vor der Tür“. Die Elsenstraße zu kreuzen bringt im übrigen den Verkehr zum erliegen. Der 165er und der 265er erreichen schon Baumschulenweg oder Plänterwald die S-Bahn. Daher kann man nur überlegen, ob man die Haltestelle evtl. näher an die Brücke schiebt und eine Vorrangschaltung schafft. Eine neue Straße durch den Park zu schneiden ist quatsch und wird von jedem Naturschützer sofort bekämpft. So ein riesiger Aufwand für einen dann doch zu unbedeutenden Bahnhof wird man nicht machen. Das wird schon 2 oder 3 Mio kosten alles umzusetzen. Da fallen mir spontan andere Dinge ein.