Überlandstraßenbahn Sóller–Palma + Straßenbahnring Palma

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Beschreibung des Vorschlags

Die meiner Meinung nach sinnvollste Möglichkeit, den Verkehr in Palma de Mallorca zu verbessern, bestünde in einer Straßenbahn. Hier habe ich mal eine Ringstrecke eingezeichnet, von der aus weitere Radialen gebaut werden könnten.

Der Ring verläuft zum allergrößten Teil unabhängig vom MIV auf dem Mittelstreifen. Ausschließlich in einem kurzen Bereich in der Innenstadt wird es etwas komplizierter: in der Avinguda Jaume III sollte auch noch eigener Bahnkörper bzw. abmarkierte Spuren möglich sein. Zwischen Plaça Rei Joan Carles I und Plaça de la Reina hingegen wird es äußerst schwierig, doch nicht unmöglich. Will man nicht die vorhandene Fußgängerpromenade einschrumpfen, müsste für rund 250 m im (vielbenutzten) Straßenraum gefahren werden. Abmarkieren ist nicht machbar, da die Straße hier nur zwei Spuren hat.

Da jedoch der Rest der Strecke komplett besonderen Bahnkörper erhält, sollte das zu verkraften sein.

Um die vorhandene Straßenbahn Sóller mit einzubinden, möchte ich ferner die zwischen Sóller und Palma fahrende, elektrifizierte Eisenbahn in eine Straßenbahn umwandeln. Im Dunstkreis von Palma werden zudem vier zusätzliche Haltestellen errichtet. Der heutige, eingleisige Betrieb sollte zwar für einen 30-Minuten-Takt ausreichen, insbesondere im Bereich Palma wäre aber natürlich ein dichterer Takt schön. Ein zweigleisiger Ausbau sollte machbar sein, auch wenn es mitunter eine Autospur kostet. Gleichzeitig sollen peu à peu sämtliche Haltestellen barrierefrei ausgebaut werden.

Der Ring in Palma sollte alle 15 Minuten (alle 7,5 in der HVZ) bedient werden, die Überlandstrecke alle 30 Minuten, wobei deren Züge auf den Ring durchgebunden werden. Zwischen Sóller und Port de Sóller sollte ebenfalls alle 15 Minuten gefahren werden.

Die vorhandenen Strecken sollen von etwas ungewöhnlichen 914 mm auf 1000 mm umgespurt werden. Die Elektrifizierung erfolgt mit den 600 V Gleichstrom der Straßenbahn Sóller. Es sollten auch neue Fahrzeuge angeschafft werden, da bislang recht rustikale Wagen unterwegs sind (diese sollen natürlich weiterhin für Sonderfahrten nutzbar sein, dazu müssten sie auf Meterspur umgespurt werden, was allerdings kein so großes Problem darstellen sollte).

Vorbild des Systems könnte der Straßenbahn-/Eisenbahnbetrieb in Gmunden sein, wo ebenfalls eine Eisenbahn und eine Straßenbahn miteinander verbunden wurden.

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13 Kommentare zu “Überlandstraßenbahn Sóller–Palma + Straßenbahnring Palma

  1. Ein Straßenbahnnetz für Palma wäre tatsächlich sinnvoll. An deinen Ring könnte  dazu mehrere weiterer Strecken angeschlossen werden, wobei es aber sinnvoll wäre, diese dann in Meterapur zu errichten, damit auch Verbindungen zur Metro und zur Vorortbahn möglich wären. Wenn du schon die Ferrocarril de Sóller modernisieren willst, dann sollte man sie entsprechend auch auf Meterspur umbauen. Auch die Fahrzeugbeschaffung dürfte dann einfacher sein. Ein paar historische Fahrzeuge wird man auch entsprechend umbauen können, um den historischen Vetrieb weiterführen zu können. Ich sehe da Parallelen zur Pöstlinbergbahn, die ja auch umgepurt und modernisiert wurde.

    In Son Sardina könnte dann auch Anschluss zur Metro entstehen, mit Nutzung des Tunnels für die Züge nach Sóller oder Anschluss zur Uni für die Straßenbahn.

    1. Gut, Meterspur ist heutzutage wohl tatsächlich sinnvoller. Wenn die Metro auch diese Spurweite nutzt, ist diese Änderung sicherlich sinnvoll. Den Übergang in San Sardina hatte ich auch ins Auge gefasst, und wenn beide Strecken dieselbe Spurweite haben, dann trage ich ihn ein.

    2. Ich sehe jetzt erst, dass der Übergang in Son Sardina wahrscheinlich gar nicht möglich ist: die Metro verwendet 1,5 kV = und Hochbahnsteige. Da richtige Bahnsteige an der bestehenden Eisenbahn/Straßenbahn Sóller nur wenig vorhanden sind, wäre der Bau von Niederflurbahnsteigen am besten, außerdem wären im Straßenraum von Sóller wie Palma Hochbahnsteige wohl nicht überall möglich.

      1. Ja, das könnte man aber auch vereinheitlichen. Umstellungen von elektrischen Spannungen hat es in vielen Betrieben schon gegeben, und für unterschiedlich hohe Bahnsteige kann man Züge mit Klappstufen nutzen oder die Bahnsteige auf den wenigen Tunnelstationen absenken.

        1. Die Stromsysteme umzustellen, ist sicherlich nicht schwer. Das mit den Bahnsteighöhen ist aber nicht so einfach:

          – Klapptritte: keine Barrierefreiheit. In einem neuzubauenden Betrieb m. E. nicht akzeptabel.

          – Bahnsteige umbauen: teuer. Außerdem müssten dann die Metrozüge Klapptritte erhalten (s. o.) oder müssten ersetzt werden (noch unsinniger).

          Ich denke, da bleibt man besser beim bahnsteiggleichen Umstieg, das ist besser als nichts.

          1. Beim bahnsteiggleichen Umstieg kann es schon deshalb nicht bleiben, weil es den gar nicht gibt. Man muss von dem einen Bahnhof durch einen Fußgängertunnel zum benachbarten. Das umzubauen wäre aber in der Tat schon ein wünschenswerter Fortschritt, der nicht so schwierig wäre.

            Mindestens ein Gleisanschluss von der innerstädtischen Straßenbahn, in Richtung zur Uni (und zurück natürlich), sollte aber sein. Ein zusätzlicher niederfluriger Bahnsteig dort, wäre bestimmt machbar.

  2. Ich bin gestern mal mit der Linie von Palma nach Soller gefahren, oder besser gesagt mit dem Ausflugsbummelzug. Deswegen möchte ich gerne einiges zu deinem Vorschlag sagen, da ich einiges davon vor Ort gesehen habe. Fangen wird an:

    1. In Soller willst du den Bahnsteig anschneiden. Nun ja der Bahnsteig der Eisenbahn und die Straßenbahngleise liegen da nicht in der selben Ebene. Die Straßenbahngleise führen nämlich auf einer Rampe westlich am Bahnsteig vorbei. Du müsstest also entweder durch das Depot fahren oder südlich des Bahnsteigbeginns die Verbindungsweiche einbauen.
    2. die Zwischenstation „Mirador del Puyol de Banya“ gefällt mir. Hast du auch schon überlegt dorthin eine Seilbahn vorzuschlagen? Wenn nicht, würde ich das machen. Der Bahnhof liegt nämlich um einiges höher als der Ort und dieses „einiges“ ist untertrieben, da es sich um bestimmt mehrere 10-Meter handelt und es geht dort steil bergab. Zwar nicht unbedingt 90°, aber schon in einem sehr starken Gefälle mit über 45° (100 %) Steigung.
    3. Die Station „So na Pau“ hat zwar ihren Reiz, würde aber sehr nah an der Station Son Reus liegen, aber das muss nichts heißen. Da die Bahnstrecke Palma – Soller jedoch überwiegend eingleisig ist, ist auf ihr ein nicht so dichter Takt möglich, wie bei der nahe verkehrenden Metro-Linie 1, die ja durchgehend zweigleisig ist. Deswegen fände ich es besser, diese Station „So na Pau“ als Turmbahnhof zwischen Metro und deiner Überlandstraßenbahn zu planen. So kann man nämlich neben der Überlandstraßenbahn auch die häufiger verkehrende Metro nutzen.
    4. Die Station „Son Sardina“ bildet sich als Verknüpfungspunkt mit der Metro hervorragend an, da der Bahnhof der Ferrocarill da noch vorhanden ist und die Metro gleich daneben verläuft. Allerdings wäre es für Umsteiger nicht gerade günstig, wenn dieser Umsteigebahnhof ein Linienbahnhof, wie er es jetzt ist, bleibt, da man immer die Gleise mit Brücken queren müsste, wenn man umsteigen wollte. Man sollte versuchen den Bahnhof zum Richtungsbahnhof mit zwei Mittelbahnsteigen umzubauen. Das würde sich nicht nur positiv auf das Umsteigen auswirken, sondern böte auch den Vorteil, dass alle Züge (Überlandstraßenbahn/Ferrocarril + Metro) zum Hauptbahnhof Palmas (Estacion Palma Intermodal Placa Espanya) von einem Bahnsteig abführen. Dasselbe gilt auch in Richtung Universität Palma und die willst du ja auch mit deinem Straßenbahnvorschlag erreichen.
    5. Der Straßenbahnring Palma hat seinen Reiz und die Straße ist auch sehr breit und verkehrsreich. Man müsste zwar dem MIV in jeder Richtung eine Spur wegnehmen zugunsten einer Straßenbahn auf Rasengleis, was zunächst auf Widerstand stoßen könnte, aber in Paris hat man sich das auch auf einer wirklich verkehrsreichen und staureichen Straße getraut, und die Folge war, dass dank der neuen Straßenbahn auf besonderem Bahnkörper (dort auch in Form von Rasengleis) die Straße trotz weniger Fahrspuren für den MIV plötzlich staufrei war. Ein großer Nachteil des Straßenbahnrings ist jedoch, dass er das historische Zentrum Palmas um die Placa Major nicht wirklich erreicht, aber durch die engen Straßen, käme wirklich nur eine U-Bahn-Verlängerung.
    6. Last, but not least. Du hast geschrieben, dass du gerne einen 30-Minuten-Takt Palma – Soller forderst. Die Strecke ist aber eingleisig und die Fahrt Palma – Soller beträgt heute (übrigens nur mit planmäßigem Zwischenhalt in Bunyola und in Richtung Soller in „Mirador del Puyol de Banya“  zum Fotografieren und den Gegenzug passieren lassen, sowie in Richtung Palma in Son Sardina) etwa eine Stunde. Nett wäre, wenn du einzeichnen könntest, wo du für deinen 30-Minuten-Takt entsprechende Ausweichstellen vorsiehst, da sich die Gesamtstrecke nicht unbedingt durchgehend zweigleisig ausbauen lässt, da sie viele Tunnel besitzt und außerdem zum Teil im bergigen Gelände errichtet ist. Zum Fahrplan solltest du dabei besonders aufpassen, dass du keine Zugkreuzung im Tunnel Major vorsiehst. Er ist knapp 3 km lang – und damit der längste Tunnel auf der Strecke – und kann in etwa 5 bis 7 Minuten passiert werden. Bei einem 30-Minuten-Takt hast du übrigens alle 15 Minuten Symmetrieminuten, d. h. Züge entgegenkommender Richtungen begegnen sich.

    Im Großen und Ganzen möchte ich sagen, dass mir der Vorschlag gefällt.

    1. Danke für die ausführlichen Anmerkungen.

      1. Das ist ja eher eine kleinere Änderung. Ich habe das nicht so deutlich gesagt, aber im Zuge eines barrierefreien Ausbaus soll der Bahnhof Sóller so umgebaut werden, dass durchgehende Zugläufe problemlos verkehren können. Dazu gehört eine Verschiebung der Durchgangsgleise, womit diese Probleme behoben werden.

      2. Kannst du gern machen, aber ich frag mich, wo diese Seilbahn hinführen sollte. Für ein paar Hütten lohnt eine Seilbahn wenn du mich fragst nicht.

      3. Die Station sehe ich nur vor, weil dort Wohnbebauung direkt daneben ist. Ja, der Takt von 30 Minuten wäre wohl etwas selten, jedoch sind das auch nicht allzu viele Häuser, sprich: Verstärker würden sich wohl eher nicht lohnen. Einen Umstieg zur Metro halte ich für eher wenig realistisch, da die Straßenbahn, wenn der Innenstadtring fertig ist, das Zentrum besser anbinden könnte.

      4. Diese Idee bietet sich durchaus an, jedoch wäre der Aufwand nicht gerade gering. Die Bebauung von So Na Pau reicht bis an den Viadukt der Metro ran, ob man da noch vorbeikommt? Will man auch die südliche Ausfädelung höhenfrei, muss halt ne Brücke hin. Machbar, aber teuer. Müsste man abschätzen.

      5. Ich hatte überlegt, die Innenstadt über La Rambla und Carrer de la Unió anzubinden, doch das gestaltet sich zum einen baulich schwierig (die Straßen sind zu schmal, um ihnen Spuren zu klauen) und die Ring wäre dann auch eher eine eingedellte Tomate. Ganz unmöglich wäre es jedoch nicht.

      6. Über den Takt habe ich mir einige Gedanken gemacht. Siehe dazu auch diesen Gleisplan mit einigen Kilometrierungsangaben, die sehr hilfreich sind. Grundsätzlich: durch Beschaffung neuer Fahrzeuge sollte sich die Höchstgeschwindigkeit problemlos auf 40-50 km/h erhöhen lassen, womit auch mit den bestehenden Ausweichstellen alle halbe Stunde gefahren werden könnte. Zudem habe ich vor, den Abschnitt von Palma Intermodal bis Son Sardina zweigleisig auszubauen, da hier ein dichterer Takt gefahren werden soll.

      1. Ein paar Fragen:

        Zu 1: Wie sollen denn die durchgehenden Züge aussehen? Auf der Straßenbahn Sóller fahren nur kleine zweiachsige Straßenbahnwagen, gekuppelt mit Trieb- und Beiwagen oder auch solo, aber auch bis zu drei Züge hintereinander, während die Tren Sóller von und nach Palma von wesentlich längeren Zügen aus E-Lok und einer ganzen Reihe vierachsiger Wagen befahren wird. Züge, wie sie auf der Straßenbahn fahren, würden auf der Überlandbahn wohl kaum ausreichen, und die langen Züge des Tren Sóller wären viel zu lang für die Straßenbahn und ihre Ausweichen.

        zu 3: Ein 30-min-Takt wäre nicht selten, sondern für Mallorca traumhaft. Heute fährt die Tren Sóller nur ein paar mal am Tag, allerdings zu wahnwitzig überteuerten Preisen, damit sie dem Fahrgastansturm Herr wird. Einheimische fahren deshalb stets mit Bussen. Will man den Verkehr auf die Schiene bringen, müsste man auch das Preissystem umkrempeln.

        zu 5: Straßenbahnen müssen ja nicht unbedingt einen eigenen Bahnkörper haben. Eine Führung über La Rambla und Carrer de la Unió wäre daher durchaus möglich. Dass der Ring dabei nicht kreisförmig wäre, ist unerhablich, da ohnehin kaum jemand im kreis fahren will. Höchstens Touristen, die dann aber auch möglichst viel von Palma sehen wollen.

        1. 1. Es wäre meiner Meinung nach sinnvoll, neue Fahrzeuge anzuschaffen. Bislang hatte ich da an ganz normale Straßenbahnen gedacht, sollten die nicht ausreichen, könnte man auf dem Überlandabschnitt auch in Doppeltraktion fahren. Für einen normalen Straßenbahnwagen (~30 m) sind die Ausweichen jedenfalls lang genug.

          5. Besonderer Bahnkörper sollte aber zumindest angestrebt werden. Und weil eigener Bahnkörper in dem von mir vorgeschlagenen Bereich sehr einfach machbar ist, sollten sowohl Reisezeiten als auch Akzeptanz besser ausfallen als bei dem Innenstadtabschnitt. Den könnte man immer noch bauen, wenn das System sich bewiesen hat.

          1. 1. Okay.

            5. Die Akzeptanz hängt aber auch von der Erreichbarkeit der Ziele ab. Ob eine Strecke, die um dass Zentrum nur herum fährt, wirklich eher akzeptiert wird, nur weil man da etwas schneller fahren könnte, halte ich für unwahrscheinlich, will mich da aber auch nicht festlegen.

            1. Das „Problem“ mit einer kartoffelförmigen Streckenführung ist auch, dass die Bahn große Umwege fährt. Ggf. ist man dann zu Fuß schneller.

              Deshalb habe einmal den (direkten) Fußweg nachgemessen: 715 m, man läuft rund 12 min. Die Straßenbahn fährt durch den Schlenker 1415 m, also knapp doppelt so viel. Trotzdem wäre die Bahn auf dieser Strecke deutlich schneller, auch wenn man die Zwischenhalte einberechnet.

              Daher werde ich auch diese Kurve in die Karte eintragen.

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