Stuttgart: Stadtbahn nach Schöckingen

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Beschreibung des Vorschlags

Es gibt in Stuttgart konkrete Pläne für einen Abzweig der Stadtbahn von Weilimdorf nach Hausen. Das Hauptziel dieser Strecke ist die Erschließung der angrenzenden Freiflächen, um dort einen vierten Betriebshof für das wachsende Stadtbahnnetz errichten zu können. Nach aktueller Planung soll dieser Abzweig jedoch nicht in Hausen enden, sondern in mehreren Abschnitten erst zum Gewerbegebiet Ditzingen und dann zum Bahnhof Ditzingen verlängert werden.

Die Kosten-Nutzen-Untersuchung wurde abgeschlossen und hat ergeben, dass die Strecke auf voller Länge wirtschaftlich sinnvoll und umsetzbar ist. Das Projekt ist dringend notwendig, um rechtzeitig die zusätzlichen Abstellkapazitäten zu erhalten, die für andere Erweiterungen benötigt werden. Die Umsetzung ist also bereits sichergestellt und zeitnah in den nächsten 5 bis 10 Jahren zu erwarten.

An dieser Stelle möchte ich eine Verlängerung von Ditzingen aus in Richtung Norden vorschlagen. In der ersten Variante dieses Vorschlags hatte ich eine Führung von Hausen direkt zum Bahnhof Ditzingen und dann weiter über Hirschlanden nach Hemmingen vorgeschlagen. Die Planungen zur südlichen Umfahrung von Ditzingen entlang der Autobahn waren mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. 

Soweit ich das beurteilen kann, bietet der Streckenabschnitt nicht die Nachfrage, um eine zweite Linie nach Hausen und Ditzingen zu führen. Somit ist die Abkürzung von Hausen nach Ditzingen Bahnhof nicht sinnvoll umzusetzen, also müssen die Bahnen vom Gewerbegebiet kommend am Bahnhof Ditzingen Kopf machen.

Des weiteren habe ich den Vorschlag nach Schöckingen eingekürzt, denn eine Führung bis Hemmingen bietet wenig zusätzlichen Nutzen, bei einer vergleichsweise langen Überlandstrecke. Wäre Hemmingen überhaupt noch nicht angebunden, könnte man das sicherlich diskutieren, allerdings fährt dort schon die Strohgäubahn mit der man in akzeptabler Zeit nach Stuttgart kommt.

Sowohl der offiziell geplante Teil bis Ditzingen Bahnhof, als auch die von mir vorgeschlagene Verlängerung nach Schöckingen, verlaufen getrennt vom Straßenverkehr ohne dabei größere Bauwerke zu erfordern. Lediglich zwei kurze Unterführungen (unter dem Bahndamm bei Ditzingen, sowie westlich von Ditzingen an der L1177) und eine kurze Brücke (über die L1136 zwischen Hirschlanden und Schöckingen) werden gebraucht.

Wie in den offiziellen Planungen vorgesehen, wird diese Strecke von der U13 bedient, die zurzeit noch in Feuerbach an der Haltestelle Pfostenwäldle endet. Die Gesamtfahrzeit für die Neubaustrecke dürfte bei 18 bis 20 Minuten liegen, mit dem Fahrtrichtungswechsel kämen noch einmal 1 bis 2 Minuten hinzu, zumindest solange der Betrieb noch nicht automatisiert wurde.

Nach Umsetzung der Stadtbahnstrecke wären zudem einige kleinere Anpassungen im Busverkehr notwendig. Die Buslinie 620 wird von Heimerdingen nach Hirschlanden begradigt und lässt zukünftig Schöckingen aus, weil es bereits durch die Stadtbahn und die Buslinie 651 bedient wird. Zudem wird die Linie nach Hirschlanden eingekürzt, um den Parallelverkehr zur Stadtbahn zu vermeiden. Die Buslinie 623 Ditzingen – Schöckingen kann vollständig entfallen. Der Verlauf der Buslinie 651 wird angepasst, um in Schöckingen und Hirschlanden die komplette Ortslage zu bedienen. Zudem wird die Linie auf einen Halbstundentakt verdichtet. Die Hirschlander Straße in Ditzingen muss dann zukünftig von anderen Ortsbuslinien bedient werden, weil die Linien 620 und 623 entfallen.

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5 Kommentare zu “Stuttgart: Stadtbahn nach Schöckingen

  1. Anbei der Link zur Stadtbahnverlängerung als erstem Bauabschnitt bis zum Gewerbegebiet Ditzingen, wo östlich davon auch der neue Betriebshof entstehen soll. Die Strecke wird nördlich von Hausen verlaufen.

  2. Gerne. Ein paar Anmerkungen hätte ich aber noch.

    Was den Tunnel in Hemmingen angeht, ich weiß nicht, ob sich eine Rampe an dieser Stelle mitten im Ort überhaupt errichten ließe. Auf jeden Fall ist der Platz für die Rampe zu kurz bemessen, so knapp 120 m sollten es schon sein. Die Haltestelle südlich davon könnte dann erst an der Hirschstraße liegen. Die Anwohner würden auf jeden Fall dagegen Sturm laufen. So oder so sollte bei derartigen Bauvorhaben eine Streckenführung im Straßenraum ohne Abgrenzung des Gleiskörpers vermieden werden. Warum dem so ist, habe ich hier erklärt.

    Wenn schon ein Tunnel an dieser Stelle, so sollte dieser schon am südlichen Ortsrand beginnen und dann zwischen den Wohnblöcken westlich der Freiherr-von-Varnbüler-Straße (…hoffe mal, wenn man von dem noch nie etwas gehört hat, ist das keine Bildungslücke 😉) in einfacher Tieflage verlaufen. Würde eine unterirdische Haltestelle unter der Münsinger Straße direkt südlich des Schlosses erfordern, ebenfalls in einfacher Tieflage ohne Verteilgeschoss darüber. Das würde zumindest die Kosten für den Tunnel in Grenzen halten. Als Alternative wäre eine Trasse östlich um den Ort herum denkbar, und das ohne Fahrtzeitverlängerung, da die Bahnen dann auf diesem Abschnitt schneller als auf der Straße fahren könnten. Allerdings bekämen dann weniger Anwohner Zugang zur Stadtbahn.

    Zusätzlich würde ich die Anzahl der Haltestellen überarbeiten. Die Abstände sind mit teilweise gerade mal 200 m viel zu gering, zudem die Haltestellen ja wohl 80 m lang (für DT8-Doppeltraktion) werden sollen. Bezüglich der Doppeltraktion gilt das, wofür ich oben die Erläuterung zur BOStrab verlinkt habe. Das ist nicht auf Köln beschränkt, sondern gilt uneingeschränkt auch für Stuttgart.

    Und was die Trassenführung in Ditzingen angeht, diese würde leider mindestens ein Drittel der Anwohner (im Nordosten) außen vor lassen. Leider habe ich dafür auch keine bessere (bzw. bezahlbare bessere) Lösung, denn ein Tunnel dürfte dort ja wohl nicht in Frage kommen. Leider sind die Stuttgarter DT8 auch nicht für enge Ortsdurchfahrten konstruiert.

  3. Als Alternative wäre eine Trasse östlich um den Ort herum denkbar, und das ohne Fahrtzeitverlängerung, da die Bahnen dann auf diesem Abschnitt schneller als auf der Straße fahren könnten. Allerdings bekämen dann weniger Anwohner Zugang zur Stadtbahn.

    Eine östliche Umfahrung wäre mir zu umwegig. Als Alternative habe ich jetzt eine Westumfahrung hinzugefügt.

    Zusätzlich würde ich die Anzahl der Haltestellen überarbeiten. Die Abstände sind mit teilweise gerade mal 200 m viel zu gering, zudem die Haltestellen ja wohl 80 m lang (für DT8-Doppeltraktion) werden sollen.

    Ich habe den Abstand jetzt vergrößert. Wenn du noch weitere Vorschläge hast, nur zu.

    Und was die Trassenführung in Ditzingen angeht, diese würde leider mindestens ein Drittel der Anwohner (im Nordosten) außen vor lassen. Leider habe ich dafür auch keine bessere (bzw. bezahlbare bessere) Lösung, denn ein Tunnel dürfte dort ja wohl nicht in Frage kommen. Leider sind die Stuttgarter DT8 auch nicht für enge Ortsdurchfahrten konstruiert.

    Genau das ist das Problem. Ich habe jetzt nochmal etwas gebastelt und eine Alternative gefunden. Diese würde allerdings den Bahnhof verpassen und warscheinlich viele Anwohnerproteste auslösen.

  4. Bis Ditzingen wurde das untersucht, der vorgesehene Streckenverlauf ist hier zu finden. Sie würde ab Hausen entlang des Beutenbachs zur A81, dann nach links, neben der Autobahn entlang und dann im großen Bogen hinter dem Gewerbegebiet Ditzingen-Süd zum Bahnhof führen. Da der NKV deutlich über 1 liegt, und die Stadtbahn von beiden Seiten gewollt wird, ist mE der Beschluss nur noch Formsache. Man hört aktuell nur nichts davon, weil die Planer mit wichtigeren Projekten (U5 Süd, U1 DoTra, U17, U25) voll ausgelastet sind.

    Mindestens bis Hirschlanden würde sich eine Stadtbahn vermutlich auch noch lohnen, allerdings könnte man nur mit einem Tunnel durch Ditzingen durch (deine Westvariante halte ich kaum für durchsetzbar), was das ganze wieder (zu) teuer macht.

    Übrigens fehlt bei dir der Halt Flachter Straße

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