Beschreibung des Vorschlags
Die Region Vorarlberg liegt recht isoliert gegenüber Graubünden. Die Überfahrt von Vorarlberg nach Graubünden mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist nur über Feldkirch oder Landeck möglich. Darüber hinaus muss ein Reisender, der beispielsweise von Sankt Gallenkirch abreist, mehrmals umsteigen, um auf die andere Seite des Berges zu gelangen. (Schruns, Feldkirch, Buchs SG, Landquart). Daher Schlage ich vor eine Seilbahn, die den Verkehrsknotenpunkt Klosters Platz mit dem Gargellental verbindet und so eine Verbindung ins Illtal ermöglicht. Damit wird der touristischen Nachfrage entsprochen und eine regionale, relativ günstige Verbindung zu den städtischen Zentren von Graubünden, wie Universitäten oder Krankenhäusern, ermöglicht.
Die Strecke (11,4 Km Lang) hätte 5 Haltestellen:
1- (0 Km) Klosters Platz Bahnhof (1188m ü. M.)
2- (4,62 Km) Schlappin Dorf (1637m ü. M.)
3- (6,55 Km) Schlappiner Joch Pass (2201m ü. M.)
4- (9,48 Km) Madrisahütte (1700m ü. M.)
5- (11,38 Km) Gargellen Schaffenbergbahn (1425m ü. M.)

Ist die Verbindung von Graubünden nach Vorarlberg wichtig?
Das gilt fürs Auto auch.
In alpinen Regionen ist es nunmal üblich, dass beim Bau von Verkehrswegen auf die Topografie geachtet wird.
Ich sehe hier eine Verbindung von Klosters Platz nach Gargellen, beide Orte haben weder Universitäten noch Krankenhäuser.
Klosters Platz hat wenigstens einen Bahnhof, damit kommt man also in vertretbarer Zeit woanders hin, in Gargellen hingegen hält nur zehnmal am Tag ein Bus.
Woher soll also die Nachfrage für diese Seilbahn kommen?
Die Frage der Wichtigkeit ist subjektiv. Sicherlich ist die Verbindung für einen Einwohner von Gargellen oder Sankt Gallenkirch viel wichtiger als für einen Einwohner von Bregenz. Die wichtige Frage ist, zu welchen Kosten diese Verbindung hergestellt werden könnte. Wenn es kostenlos wäre, sollte die Verbindung natürlich hergestellt werden, wenn die Verbindung jedoch mehrere zehn Milliarden Euro kosten würde, wahrscheinlich nicht.
Natürlich halten dort aktuell nur wenige Busse, die Nachfrage ist sehr gering, da es sich um eines der abgeschiedensten Täler Vorarlbergs handelt. Ich glaube, wenn diese Luftseilbahn gebaut würde, könnte es die Buslinie 670 zwischen Gargellen und Schruns nach Bludenz verlängert und die frequenz um eine 30-minuten-Takt steigen. Eine weitere Linie Stunde-Takt zwischen Gargellen und Ischgl könnte auch gerechtfertigt sein.
Eine schnelle Suche bei Google ergab, dass die Kosten für Luftseilbahnen zwischen 3,5 und 19 Millionen Euro pro Kilometer liegen. Ich glaube, dass diese Kosten zwischen der Schweiz und Österreich geteilt werden könnten.
Womit wir bei Kosten von 40 bis 215 Millionen Euro liegen.
Und hältst du es für realistisch, dass der Nutzen diese Kosten übersteigt?
Ich bezweifle, dass diese Verbindung für Einwohner von Gargellen sonderlich wichtig ist: Da die schnellste Verbindung mit dem Auto knapp 2 Stunden dauert (130km), wird es auf dieser Relation keine signifikanten Verkehrsströme geben.
Die Verlängerung nach Bludenz halte ich für weniger realistisch, da dies Parallelverkehr zur S4 darstellen würde.
Selbst wenn diese Buslinie doch bis Bludenz verlängert werden würde, so läge die Fahrtzeit von Bludenz bis Gargellen bei einer Stunde.
Dazu kommt die Fahrtzeit der Seilbahn selbst. Diese hängt natürlich maßgeblich von der Höchstgeschwindigkeit ab. Die im Jahr 2000 errichtete Seilbahn von Caracas braucht für 3,4km 15 Minuten, die in Planung befindliche Bonner Seilbahn soll ~4km in 20 Minuten zurücklegen.
Für diese Seilbahn hier kann man bei einer Streckenlänge von ~11km daher mit einer Fahrtzeit von ungefähr einer Stunde rechnen.
Die Fahrtzeit von Bludenz nach Klosters Platz läge somit bei ungefähr zwei Stunden. Die Fahrtzeit mit dem Zug dauert 1:57, diese Seilbahn hätte also schon ab Bludenz keinen Sinn mehr.
Du weißt, dass die Silvretta-Hochalpenstraße nur im Sommer geöffnet ist (je nach Wetter ungefähr Mai-Oktober)?