Schwebefähre Potsdam Hermannswerder I

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Beschreibung des Vorschlags

Da ich die Idee einer Seilbahn als Alternative für die Anbindung der Halbinsel Hermannswerder, wie sie Rob hier https://linieplus.de/proposal/potsdam-seilbahn-charlottenhof-hermannswerder/ und auch einige Lokalpolitiker vorschlagen, ziemlich interessant finde, möchte ich an dieser Stelle einen völlig neuen Gedanken äußern. Und mein Vorschlag kann dann SOWOHL als Substitut ODER auch als Ergänzung einer solchen Seilbahn gesehen werden.

Eine Schwebefähre für Radfahrer*innen, Fußgänger*innen und Bewegungseingeschränkte

Die bisherigen Lösungen haben gewisse Vor- und Nachteile, die Anforderungen sind trotz der geringen Fahrgastzahlen (allerdings meiner Meinung nach hohen Potentiale) aber nicht gering:

Die heutige Fähre ist technisch anfällig, hat einen hohen Wartungsaufwand und ist personalintensiv mit der Anforderung eines Schiffer-Patentes. Außerdem läuft die Zulassung aus und das größte Problem ist die regelmäßig von Segelbooten durchtrennte Führleine.

Die Seilbahn-Lösung hat den Riesennachteil, dass keine Fahrräder mitgenommen werden können und mobilitätseingeschränkte Personen diese ebenfalls kaum nutzen können. Beide sind aber die Hauptnutzer*innengruppen: Radler im Ausflugsverkehr und für tägliche Wege zwischen den Havelufern UND Klient*innen der Hoffbauerstiftung.

Eine Brücke ist in Potsdam immer ein Sonderthema – und mit den zu sanierenden Einheiten Lange Brücke, Glienicker Brücke und den Neubauten für die TRAM und RSV-Ausbaustufen ist die Planungskompetenz der Stadt im Brückenbau voll ausgeschöpft. Zudem wäre eine Fuß- und Radbrücke an der Stelle ästhetisch für die ja trotzdem zu erreichende Lichte Höhe für die Schifffahrt durchaus schwierig. Lässt man noch selbstfahrende Kleinstbusse wie gerade in Tegel getestet, wird die Bauaufgabe ob der Höhenüberwindung nicht leichter. Zumal bei beidem – Selbstbefahren oder Nutzung der Mini-Busse Rollstuhlfahrer*innen wieder an Ihre Grenze kämen. Für den Radausflugsverkehr wäre eh die Verbesserung der Querung entlang des Bahndammes über den Templiner See zwischen Pirschheide und Forsthaus Templin durch Auffahrtsrampen die sinnstiftendere Lösung.

Für die Querung nach Hermannswerder kann indes eine Klein-Schwebefähre alle genannten Anforderungen erfüllen und alle Defizite der anderen Lösungen vermeiden. Das bekannteste Beispiel ist wohl die Biskaya Brücke in Bilbao https://de.wikipedia.org/wiki/Puente_de_Vizcaya.

Da hier ja aber weder Autos transportiert werden sollen noch eine auch nur annähernd so hohe Lichte Höhe benötigt wird – Die Durchfahrtshöhe für Ausflugsschiffe muss ja nicht höher sein als bei den Potsdamer Eisenbahnbrücken – braucht es hier ja nur einer XXS-Version. Gerne automatisiert, gerne auch mit eigenem Solar- oder Windstromerzeuger, gerne in einer ästhetischen, originellen, innovativen Bauausführung sowohl der Kabine als auch des Tragwerkes. Und Potsdam wäre wieder um eine Attraktion reicher…

Diese Variante I hier kann ja eigentlich an der Stelle der heutigen Seilfähre realisiert werden. Die Zuwegung auf beiden Seiten ist gut und erprobt, nur die Seilbahn von oben wäre damit wohl wirklich obsulet.

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7 Kommentare zu “Schwebefähre Potsdam Hermannswerder I

  1. Du willst eine Schwebefähre bauen, weil Brücken zu problematisch wären? Eine Schwebefähre braucht aber eine Brücke! Woran soll sie denn hängen? Damit die Schwebefähre darunter fahren könnte, dürfte die Brücke noch nichtmal Stützen haben. Es müsste also angesichts der Länge eine ziemlich gewaltige Konstruktion, wahrscheinlich eine Hängebrücke mit hohen Pylonen werden! Da dürfte es wesentlich einfacher sein, eine normale Brücke zu errichten, zumal sie für die Schifffahrt nicht übermäßig hoch sein müsste. Ob nun eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer oder auch für Busverkehr, wäre dabei nicht entscheidend, auch wenn letztere natürlich deutlich stärker sein müsste.

    Schwebefähren haben eigentlich nur dort Sinn, wo sehr hohe Schiffe fahren und man sich lange Rampen für die Brücken ersparen will. Dein „bekanntestes Beispiel“ kannte ich übrigens nicht. Ich halte die Schwebefähre in Rendsburg für bekannter. Eine weitere gibt es an der Oste. Alle Beispiele zeigen, welch aufwändiges Gerüst über der Fähre erforderlich ist.

    Fazit: Eine solche Fähre in Potsdam wäre zwar originell, aber unsinnig.

  2. Hallo Ulrich, besten Dank für den Kommentar. Die Anwendung von Schwebefähren bei Schiffen und hohen Durchfahrtshöhen ist mir natürlich klar. Ebenso natürlich die Notwendigkeit eines (eigenen) Brückenbauwerkes…

    Deshalb ja auch XXS Version. Wenn keine großen Höhen überspannt, wenn keine schweren Lasten wie Autos getragen und keine großen Strecken überspannt werden müssen wie eben hier, dann reicht doch eine minimale Trägerkonstruktion. Der Träger / der Fahrweg muss ja dann nur die etwa 5,5 Meter Brückendurchfahrtshöhe hoch hängen.

    Wahrscheinlich ist der gewählte Name „Schwebefähre“ dann nicht ganz richtig oder von mir falsch gewählt. Sonst Hängebahn (wie in Hiroshima https://de.wikipedia.org/wiki/Einschienenbahn_Hiroshima) oder die Seilbahnen in Banos https://www.pinterest.com.mx/pin/412712753336496260/ (nur eben in niedrig, mit ner leicht größeren Kabine und evtl. festen Trägern / Fahrweg). Der Fantasie und der angemessenen technischen Umsetzung sind da doch kaum Grenzen gesetzt. Theoretisch kann das sogar handbetrieben laufen 🙂

    Ja die Schwebefähren im NOK kenne ich auch noch aus meiner Schiffszeit. Wie auch die in Bilbao – die ist aber schon ein echter Hingucker und international wahrscheinlich spätestens seit der UNESCO Unterschutzstellung etwas bekannter :-).

    Beste Grüße aus Potsdam

    1. Eine Schwebefähre kann aber unter ihrem Gerüst keine Stützen vertragen, da diese der Fähre ja im Weg wären. Ein 222 m langes Gerüst ohne Zwischenstützen müsste aber abgesprochen massiv sein. Mit ein paar Zwischenpfeilern könnte es bestimmt viel zierlicher als Brücke gestaltet werden. Von daher wäre deine Schwebefähre wohl eher ein massives Ungeheuer über der Potsdamer Havel.

  3. Und es gibt auch wirklich gar keine Möglichkeit, zum Beispiel einen hübschen Bogen zu spannen und dadrunter / dadrein einen „Fahrweg“ so einzuhängen, dass dadrunter eine „Art“ Schwebefähre frei hängen und fahren kann? Oder Varianten wie in Wuppertal auf modern, dass kleine, geschwungene Pylonen von oben auf einen Fahrweg-Balken zugreifen anstatt ihn von unten zu stützen? Krass was alles nicht möglich sein soll! Krass auch, dass wiederum in Bilbao, oder beim Eierschneider in Dessau oder selbst den Radbrücken über die A10 bei Michendorf für Radwege solche Bogenkonstruktionen  – teils sehr ästhetisch gebaut wurden. Ob ich da nun einen Radweg reinlege (was wie gesagt hier ob Steigung und vor allem Rollstuhlfähigkeit dann wirklich krasse Rampenkonstruktionen nach sich zöge) oder einen Fahrwegbalken zum Tragen und Führen einer Kabine, sollte doch jetzt nicht so der Unterschied sein. Ich finde immer schade, wenn so oft betont, was alles Nicht geht. Da hätte ich ja gleich in die Politik oder die Stadtverwaltung gehen können. 🙂

    1. Eine Schwebefähre hängt nunmal an Seilen, um eine große Durchfahrtshöhe zu ermöglichen. Diese benötigen auch eine möglichst große Fläche, an der sie hängen, damit sie bei Wind nicht allzu sehr schwingen. Angesichts der geringen Durchfahrtshöhe auf der Havel und deiner Vorstellung von Stützen ahne ich aber inzwischen, dass du eigentlich eine Schwebebahn meinst. Sowas, wie in Wuppertal, ginge natürlich auch. Klar, kann die auch Stützen haben, man könnte auf einem entsprechenden Bauwerk aber genauso gut auch einen Weg anlegen. 😉

  4. Hier ist eine  Schwebefähre viel zu Teuer und unnütz da hier keine Schiffe fahren mit sehr hohen Tiefgang fahren.
    Lohnt sich hier eine klassische Schiffs Fähre oder eine Seilzug Fähre, die sind alle mal billiger und schneller zu Realisieren als eine Schwebefähre .

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