Beschreibung des Vorschlags
Das hier ist mein Plan für eine S-Bahn Würzburg. Ich stelle ihn mal möglichst übersichtlich vor.
Baumaßnahmen:
-Innenstadtquerung: Ausfädelung jeweils westlich und östlich von Hbf, Unterirdische Stationen am Hbf, Juliuspromenade, Dom und Residenz
-Dreigleisiger Ausbau Würzburg Süd – Heidingsfeld
-Elektrifizierung Lohr Bahnhof – Lombach, Königshofen – Bad Mergentheim, Seligenstadt – Volkach (+Schienenverbindung), Steinach – Neustadt (Aisch)
– Einige Haltepunkte (Netznachverdichtung)
Liniennetz:
S1: Bad Mergenteim – Lauda – Heidingsfeld – City – Rottendorf – Kitzingen
S2: Neustadt (Aisch) – Steinach – Marktbreit – Heidingsfeld – City – Veitshöchheim – Karlstadt
S3: Marktbreit – Heidingsfeld – City – Veitshöchheim – Karlstadt – Gemünden – Lohr – Lombach
S4: Heidingsfeld – City – Rottendorf – Seligenstadt – Schweinfurt Hbf – Schweinfurt Stadt
S5: Geroldshausen – Heidingsfeld – City – Rottendorf – Seligenstadt – Volkach-Astheim
Alle Linien verkehren als Grundnetz im 60-Minuten-Takt, in den Hauptverkehrszeiten im 30-Minutentakt.

Ich mag diesen Vorschlag. Allerdings ist dein City-Tunnel aktuell sehr geschwungen und umwegig, was in vor allem eines macht: teuer und dadurch leider auch unrealistischer. Deutlich günstiger wäre es, wenn du den Tunnel kurz halten und viel offene Bauweise ermöglichen würdest. Dazu würde ich mich an den Straßenzügen Bahnhofstraße–Textorstraße, Theaterstraße und Balthasar-Neumann-Straße–Ottostraße orientieren. Ich weiß, dass die Innenstadt damit nicht mehr ganz so gut erschlossen wird, aber fußläufig ist es immernoch und je weiter du von den Straßen abweichst, desto teurer wird der Tunnel.
Ich habe mal den Tunnel etwas angepasst.
Der Tunnel ist und bleibt unrealistisch. Er ist weder technisch errichtbar noch volkswirtschaftlich finanzierbar!
In Basel gehts mit dem „Herzstück“ auch – sogar im deutlich größeren Rahmen. Ich kann mir prinzipiell auch für Städte wie Wützburg Tunnels vorstellen, wenn es sich wirklich im Rahmen hält. Und solange (was hier der Fall ist) die Anbindung sich qualitativ signifikant verschlechtert. Das Thema „RSB“ kocht in Würzburg ja eh immer wieder mal hoch und würde, was mir hier z.b. gut gefällt, die Reaktivierung der Stadtstrecke von Lohr erlauben.
Der Tunnel im Süden ist unkompliziert. Bohrmaschine runter, offen eine Station an der Residenz graben. Wenn die Plattnerstraße für eine Tunnerampe reicht, ist das machbar. Am Hauptbahnhof habe aber auch ich noch etwas Bauschmerzen. Klar, Fahrgäste würden sich über den quer liegenden S-Bahnsteig unter der Fernbahn freuen, die „vernünftige“ Lösung (auch, da die weit gespreizten Tunnelenden doch etwas umschön sind) wäre aber, wenn man den Systemwechsel oberirdisch hinbekommt.
Naja, Basel kann man hiermit nur bedingt vergleichen, da in der Agglomeration deutlich mehr Menschen leben. Das Herzstück ist auch noch nicht gebaut, sondern nur in Planung. Dort möchte man den Bahnhof SBB besser mit dem Badischen Bahnhof ver- und die Innenstadt besser anbinden. Für Würzburg reicht der Hauptbahnhof, ein paar Haltepunkte im Stadtgebiet und die Straßenbahn, die man durchaus ausbauen könnte, was man auch macht, vollkommen aus. Noch mehr: Die Stadt kann sich glücklich gegenüber anderen Großstädten mit einer ähnlichen Einwohnerzahl schätzen.
Welche Anbindung verschlechtert sich qualitativ signifikant? So einfach ist das nicht, wie du das als Pseudo-Bauingenieur darstellst. An der Residenz wird man nicht in offener Bauweise bauen, das ist Kulturerbe. Auch technisch wird man die Tunnel nicht so bauen können.
Wir sind uns vermutlich alle einig darüber, dass eine Stadt der Größe Würzburgs keinen unterirdischen S-Bahn-Tunnel braucht, wobei ich niemandem seine Träumereien verbieten möchte – man sollte nur wissen, dass Träumereien Träumereien bleiben.
Grundsätzlich sehe ich durchaus die Möglichkeit, den Schienenverkehr um eine Stadt wie Würzburg herum S-Bahn-ähnlich auszubauen. Das kann realistischerweise auf zwei Wegen passieren:
Zum einen kann man auf der Grundlage bestehender Infrastruktur durch Liniendurchbindungen und Taktverdichtungen ein modernes Regio-S-Bahn-Netz nach dem Vorbild der S-Bahnen RheinNeckar oder Bremen schaffen und die Infrastruktur nach und nach durch den Bau neuer Stationen optimieren
Oder man errichtet ein Regio-Stadtbahnnetz nach Karlsruher Vorbild. Das könnte sogar eine relativ ähnliche Streckenführung durch die Würzburger Innenstadt haben, aber natürlich oberirdisch und mit einem Dreischienengleis
Grundsätzlich dürfen sich solche Projekte aber nicht bloß auf die Verwirklichung der S- oder Stadtbahn beschränken, sondern es müssen mehrere Faktoren miteinbezogen werden. So kann die S-Bahn nicht in die Innenstadt verkehren und ist deshalb auf besonders gute Umsteigeverbindungen zur Tram und zum Bus angewiesen, während die Stadtbahn langsam ist und nie die Regionalbahnen wird vollständig ersetzen können.
Ich gebe den Ball an dich zurück, deinen Vorschlag etwas realistischer zu gestalten. Wege sehe ich da durchaus.
Noch eine Anmerkung zu deinem Bahnhof Heuchelhof West: Den kannst du streichen. Namensgebender Stadtteil Heuchelhof liegt auf einem Berg, während die Bahnstrecke im Tal verläuft. Kaum jemand wird vom Berg hinunter zur S-Bahn gehen, wenn überhaupt, dann ist der Anziehungpunkt hier dein Bahnhof Heidingsfeld, der nämlich mit der Straßenbahn zu erreichen ist.
Ich würde den Haltepunkt Heuchelhof West noch etwas südlicher planen – in Höhe der Bushaltestelle Seibertsklinge. Der Name ist korrekt, da Heuchelhof nicht wie von Tommy92 auf dem Berg liegt, sondern auch diesen westlichen Streifen in Richtung Reichenberg hat. Stadtteilgrenzen Würzburg
By the way – Pluralismen mag ich auch nicht. Falsch vermutet.
Das hast du falsch verstanden – ich meinte nicht den Namen der Station, sondern ihr Einzugsgebiet. Ich zweifle nicht an, dass der Bahnhof auf Heuchelhofer Gebiet liegt – nur gehört Heuchelhof definitiv nicht mehr zum Einzugsbereich dieser Station.
Naja, also die Reichenberger Straße hat einige Häuser, ebenso wie der Spitztannenweg, der Steigwaldweg, die Giebelstädter Steige und die Hohe Steige – hier wäre nur eine Querverbindung zum Haltepunkt zu bauen.
„Wir sind uns vermutlich alle einig darüber, dass eine Stadt der Größe Würzburgs keinen unterirdischen S-Bahn-Tunnel braucht“
Nein sind wir nicht.
In Salzburg ist bei einer Stadt ähnlicher Einwohnerzahl seit Jahren ein S-Bahn Tunnel quer durch die Innenstadt geplant und man steht kurz vor der Umsetzung. Lausanne in der Schweiz at mit selber Einwonerzahl eine U-Bahn, Brescia in Italien mit 50.000 Leuten mehr auch und Lille in Frankreich hat mit 100.000 Einwohnern mehr ein ganzes U-Bahn NETZ (Ja eine U-Bahn ist ebenso aufwendig wie ein S-Bahn Tunnel, heißt bloß anders). Und es gibt noch viele weitere Beispiele. Kurzum: Es geht nicht um die Einwohnerzahl, sondern um die Verkersströme (sonst hätte Serfaus mit seinen 1100 Einwohnern wohl kaum eine U-Bahn). Und wer schonmal in der Straba vom Hbf Richtung Innenstadt saß weiß wovon ich rede.
Salzburg ist ein ganz schlechtes Beispiel. Zum einen ist der Tunnel seit Jahrzehnten geplant und wird aus Kostengründen vermutlich auch nie über das Planungsstadium hinauskommen. Zum anderen soll er, falls er denn jemals gebaut wird, von der Salzburger Lokalbahn bedient werden. Dabei handelt es sich aber nach deutschen Maßstäben eher um eine Stadtbahn wie es sie in Köln gibt als um eine Vollbahn, wie du sie vorschlägst.
Lille ist ebenfalls ein schlechtes Beispiel. Französische Städte sind meistens kleiner als vergleichbare deutsche, weil das Umland nicht im gleichen Ausmaß eingemeindet wurde. So leben in der Region Lille 1 Millionen Menschen. Lille ist damit eher mit Nürnberg zu vergleichen. Brescia hat immerhin einen Einzugsbereich von 500 000 Einwohnern, Lausanne liegt inmitten einer Metropolregion mit 1,2 Mio Einwohnern. Alle Städte spielen somit in einer anderen Liga als Würzburg.
Ein U-Bahn-Tunnel ist auch nicht im mindesten so aufwendig, wie ein S-Bahn-Tunnel. Alle von dir genannten U-Bahn-Netze sind Kleinprofilbahnen – Lille hat die VAL, die soviel ich weiß 2,20 Meter breit ist, Lausanne fährt mit 2,45 Meter breiten Fahrzeugen und Brescia mit 2,65 Meter breiten. Das macht den Tunnelbau erheblich billiger als für eine Vollbahn! Dann ist auch noch die Haltestelleninfrastruktur zu betrachten, die ebenfalls bei deiner S-Bahn bedeutend aufwendiger ist als bei den genannten Metros. Wenn, dann lässt sich damit allenfalls ein Straßenbahntunnel vergleichen.
Was das Potenzial angeht: Ich bin schon oft mit der Würzburger Straßenbahn gefahren. Dass einige Leute vom Hauptbahnhof in die Stadt möchten, ist logisch, überlastet erschien die Bahn mir trotzdem nie. Sollte das mal der Fall sein, sind die kapazitären Möglichkeiten der Würzburger Straßenbahn lange nicht ausgeschöpft – bei 30 Meter Fahrzeugen ist noch Luft nach oben. Der nächste logische Schritt wären also erstmal längere Straßenbahnfahrzeuge.
Keine Ahnung, was dich vermuten lässt, deine Idee wäre ernsthaft realisierbar – das ist sie in keinster Weise.
Apropos S-Bahn-Tunnel Salzburg: So könnte er aussehen.
Was die Taktung betrifft: Mit einem 20- oder 30-Minuten-Grundtakt könttest du deine S-Bahn rentabler machen, da der Tunnel besser ausgelastet wird und wenn er innerstädtisch auch noch verkehrliche Relationen gut abdeckt, würde die S-Bahn auch sehr gut genutzt.
Wohl kaum. Es wird irgendwann den Lokalbahn-Tunnel Richtung Süden geben und mehr nicht. Das ist ja fast schon ein U-Bahn-Netz.
Für einen 20/30 min Takt gibt es auf den Eisenbahnstrecken rund um Würzburg entweder zu wenig Kapazität (z.B. nach Kitzingen und Lohr) oder zu wenig Bedarf (z.B. nach Bad Mergentheim). 60 min mit 30 min in der HVZ passt gerade.
So gefällt mir dein Vorschlag schon fast richtig gut.
Ein wenig Bauchschmerzen bereitet mir allerdings noch der Tunnel, dessen eine Rampe ja mitten in der Innenstadt wäre – ob dort überhaupt der Platz für ein Rampenbauwerk ist?
Du könntest in Sanderau aus dem EBO-Netz ausfädeln. Dies würde zwar ein wenig längere Fahrtzeiten mit sich bringen, dafür aber auch größere Teile Würzburgs erschließen. Insbesondere sind ja am Sandering Teile der Universität und Haltestellen diverser Buslinien zur Uni. Ein weiterer Vorteil ist auch, dass in der Sanderau die meterspurige Straßenbahn ersetzt werden könnte – die S-Bahn müsste gegebenenfalls einige Kurzläufer einsetzen, die in der Sanderau enden. Damit könnte aber die Wirtschaftlichkeit steigen, weil man die Straßenbahnfahrten ersetzen kann. Der Wegfall des Betriebshofes wäre mE zu verkraften, weil das Meterspurnetz dadurch reduziert würde und zudem ja noch in Rottenbauer ein wesentlich größerer und modernerer Betriebshof zur Verfügung steht.
In der Plattnerstraße ist Platz für eine solche Rampe. Die ist 13 Meter breit und dort verkehren keine Autos. Wenn man mal annimmt dass die Rampe etwa 7,5 Meter in Anspruch nimmt (so zumindest in Kassel) kommen rechts und links davon trotzdem noch Straßenfahrzeuge vorbei. Auch Augsburg beweist momentan dass das funktioniert.
So finde ich den Vorschlag auch okay, würde aber trotzdem überlegen, mehr auf offene Bauweise zu setzen. Die Ottostraße könnte man nutzen, auch, wenn man dann den Südbahnhof auslassen müsste.
Außerdem ist es jetzt keine S-Bahn mehr, sondern ein Tram-Train-System. Der Titel ist da etwas irreführend. In Anlehnung an das Kasseler Modell könntest du es auch Regiotram nennen.
Es ist jetzt schon größtenteils offene Bauweise (oder oberirdische Führung). Und der Südbahnhof sollte schon eingebunden werden weil er als südlicher Endpunkt der Innenstadtquerung direkt einen Übergang zum Regionalzugverkehr bietet und darüberhinaus das nicht unbedeutende Viertel Frauenland erschließt.
In Karlsruhe nennt sich das auch S-Bahn und da ist mehr Straßenbahnstrecke dabei als hier. In Anbetracht der Hauptaufgabe des Systems (Erschließung des Umlandes) alte ich die Bezeichnung für richtig.
Falsch:
Da ich deinen Vorschlag für vergleichbar mit Kassel halte, würde ich die Bezeichnung Regiotram bevorzugen.
Hier nochmal die verschiedenen Systeme im Überblick:
Als noch in Würzburg lebender möchte ich auch mal meinen Senf dazugeben:
Ich halte eine Regiotram in Würzburg für gut und sinnvoll. Allerdings finde ich deinen Vorschlag quer durch die Innenstadt nicht gut. Wenn du wirklich auch auf den Straßenbahngleisen fahren möchtest, solltest du auf bestehende Straßenbahnstrecken in der Nähe zu Eisenbahnstrecken einfädeln. Am Bf. Würzburg Süd würde zum Beispiel die Hublandlinie vorbeikommen, welche auch an der Residenz vorbeiführt. Warum nicht hier die Kräfte bündeln?
Auch glaube ich, dass eine Rampe in der Plattnerstraße in der Bevölkerung keine Chance hätte oder du damit eher das ganze Projekt gefährden würdest.
Hublandlinie WVV
Hublandlinie Würzburg-Wiki
Ein S-Bahn Tunnel für Würzburg? Würde mich extrem wundern wenn da jemand an entscheidender Position drauf anspringen würde. Wenn man bedenkt, dass die „kleinste“ Stadt in Deutschland, die das hat, Leipzig, mehr als vier mal so groß ist und auch ein wesentlich dichter bevölkertes Umland hat. Eine oberirdische Lösung ist da wesentlich realistischer.
Ansonsten gleichen sich unsere Ideen teilweise ziemlich, z.B. Lohr Stadt + Lohr Süd, Bad Mergentheim – da hat wohl noch jemand die VCD-Pläne gesehen 😀
Die Lösung ist auch teilweise unterirdisch und mindestens genauso unrealistisch.
Da dein Kommentar als Antwort auf meinen anezeigt wird, ist davon auszugehen, dass du „Deine“ schreiben wolltest. In diesem Fall würde ich dir dringend raten, meinen Vorschlag nochmal eingehend mit diesem hier zu vergleichen, dann wirst du feststellen, dass dieser hier das zwanzigfache an Tunnelstrecke beinhaltet. Dein Kommentar folgt also dem von mir schon mehrfach vorgetragenem Muster der bloßen Draufschlagens.
Ich meinte „die“ und damit deine. Ich bin nicht auf die Tunnelstreckenlänge eingegangen, sondern auf deine Verlinkung als „oberirdische Lösung“, was einfach nicht richtig ist. Zudem hast du auch eine komplizierte unterirdische Haltestelle, die den Hauptbahnhof kreuzt. Ich empfehle, dir das mal baulich vorzustellen.
„Ich empfehle, dir das mal baulich vorzustellen.“
Mit dem allergrößten Vergnügen.
SO